Thomas Thiemeyer: Reptilia

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Thomas Thiemeyer: Reptilia
Verlag
ET (D)
2005
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783426661536

Informationen zum Buch

Seiten
397

Sonstiges

Erster Satz
Namenlose Ewigkeit.

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Als der junge Genetiker David Astbury von Emilys verzweifelter Mutter um Hilfe gebeten wird, fliegt er mit einem Expeditionsteam in den undurchdringlichen Dschungel des Kongo. Bald stößt er auf Spuren grausamer Kämpfe und erkennt, dass die entscheidende Konfrontation mit dem monströsen Reptil nahe ist. Und schaudernd beginnt er Emilys Motive zu begreifen: Das Tier besitzt Fähigkeiten, die von unschätzbarem Wert für die Menschheit sind - gespeichert in seinem Erbgut. David muss es um jeden Preis vor seinem rachedurstigen Team schützen. Er wird dabei der Verlierer sein. Wenn nicht ein Wunder geschieht.

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Der Anfang des Romans verläuft nach altbekanntem Muster: ein Expeditionsteam wird zusammengewürftelt, bestehend aus einer bunten Mischung von Wissenschaftlern und Abenteurern, finanziert von einer reichen alten Dame, die im Kongo ihre Tochter vermisst und daneben auch noch einen wissenschaftlichen Auftrag hat: nämlich einen lebenden Saurier aufzustöbern...

Ein vielversprechender Auftakt, der in der Tradition bekannter und beliebter Abenteuerromane wie zum Beispiel Jurassic Park steht. Im Verlauf der Expedition erlebt das Team zahlreiche nervenaufreibende Szenen und macht weitreichende Entdeckungen, die mit plausiblen wissenschaftliche Theorien untermauert werden.

Im letzten Drittel ändert sich der Charakter des Romans; Thomas Thiemeyer bricht die von ihm eingeführten Klischees eines Abenteuerromans und die Handlung nimmt einen eher mystisch-phantastischen Verlauf, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Ich fühlte mich durch den Roman gut unterhalten, die Spannung nahm stetig zu und insbesondere der letzte Teil hat mich sehr fasziniert.

Was in meinen Augen auf der Strecke bleibt, sind die Charakterzeichnungen der Hauptfiguren. Der Ich-Erzähler David, seines Zeichens Genetiker, wird von Anfang an als naiver und unbedarfter Wissenschaftler dargestellt, was ihn mir aber nicht unsympathisch macht, eher im Gegenteil. Ich hoffte, dass dieser Charakter sich im Laufe der Handlung weiterentwickeln und sich zu einem handfesten Abenteurer mausern würde. Im Prinzip kommt es auch genauso, aber leider bekommt der Leser von diesem Prozess so gut wie nichts mit, da sich Davids Wandlung abrupt und unvermittelt vollzieht. Nur ganz selten bekommt der Leser Einblick, was wirklich in ihm vorgeht. Die parallel verlaufende Verwandlung einer zweiten Hauptfigur, nämlich des Großwildjägers Maloney, ist da etwas besser gelungen; bei ihm kann man die Gründe für seine Entwicklung wenigstens nachvollziehen. Leider verblasst auch der Pygmäe Egomo im Verlauf der Handlung zusehends. Etwas mehr Vergnügen hatte ich mit den Frauenfiguren des Romans, die ein paar wirklich starke Auftritte lieferten. So ist für mich die eigentliche Hauptfigur der Mokéle m'Bembé, um den sich der Roman dreht und der immer präsent ist, wenn auch nicht immer anwesend. Seine Darstellung hebt sich wohltuend von den üblichen T-Rex-Phantasien ab und ist für mich ein großes Plus.

Ansonsten ist der Roman flüssig zu lesen; insbesondere die Beschreibungen des Dschungels im ersten Drittel sind sehr bildhaft und poetisch beschrieben, was mir gut gefallen hat.

Kurz gesagt: "Reptilia" ist ein Abenteuerroman auf den Spuren von "Jurassic Park" und Co., der aber gegen Ende die ausgetretenen Pfade seiner Vorbilder verlässt und seinen eigenen mystisch-phantastischen Charakter annimmt, ohne dabei auf plausible Erklärungen zu verzichten. Eine spannende und unterhaltsame Lektüre, wenn auch nicht auf allerhöchstem Niveau.

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So recht weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. In der ersten Hälfte habe ich mich über einige Schlampigkeiten geärgert. Das fing schon bei Lady Palmbridges Präsentation an. Zu behaupten ein Begriff käme "aus der Bantu-Sprache" (S. 53) ist eher noch unpräziser als von "der indogermanischen Sprache" zu sprechen, denn zu letzterer gehören rund 220 lebende Sprachen, zu den Bantusprachen ungefähr 500.

Am Flughafen in Brazzaville spricht der Sicherheitschef David Astbury gegenüber davon, daß "seit dem 11. September 2001 (..) sich die Lage beträchtlich verschärft (hat)" (S. 124 f.). Gut, wenn das Ganze also nach dem 11. September 2001 spielt, dann kann der Kapitän beim Anflug auf Brazzaville auch sagen, daß der Kongo "in seinem Unterlauf durch die Demokratische Republik Kongo fließt" (S. 117), denn die Umbennung von Zaïre in Demokratische Republik Kongo erfolgte 1997 nach Mobutus Sturz durch Laurent Desiré Kabila. Aber: Zu diesem Zeitpunkt hatte die benachbarte Republik Kongo, um die es hier geht, sich schon längst von der marxistischen Ausrichtung gelöst (nämlich Ende 1990). Der Kunsthändler im Flugzeug hat also überhaupt keine Veranlassung zu sagen: "Jetzt sind wir eine Republik. Wohlanständig, gerecht und marxistisch." (S. 117)

Dann legt Thiemeyer irgendsoeinem Vize-Minister in den Mund, im Norden des Landes käme es zu Zusammenstößen der Bevölkerung und Banditen aus dem Sudan oder dem ehemaligen Zaïre (S. 149). Letzteres ist ok, aber aus dem Sudan? Selbst vom südwestlichsten Punkt des Sudan bis zur nordöstlichen Spitze des Kongo sind es Luftlinie rund 1000 km und es liegt die Zentralafrikanische Republik bzw. die Demokratische Republik Kongo dazwischen, mit praktisch keiner Infrastruktur. Und da haben die Sudanesen natürlich nichts anderes zu tun, als mal eben in die Republik Kongo zu wandern??? Ja, sicher, wer's glaubt ...

Damit aber zum Buch, auch hier fällt das Urteil jedoch nicht überragend aus. Die Anlage ist eigentlich gar nicht schlecht, aber Thiemeyer wußte wohl selbst nicht so recht, was für eine Story er erzählen wollte: Eine Abenteuergeschichte oder etwas Phantastisches oder etwas ganz anderes? Und ist jetzt eigentlich der Kongosaurier die wichtige Entdeckung oder doch die Ruinen? Es ist zu viel hineingepackt und für meinen Geschmack nichts hinreichend ausgeführt. Das wäre zu verschmerzen, wenn die Charaktere interessante und nachvollziehbare Entwicklungen durchmachen würden, aber auch da hapert es. David wird plötzlich und unerwartet zum coolen Abenteurer während Maloney vom Sympathieträger zum Ekelpaket mutiert. Beides wäre nicht schlimm, wenn erkennbar würde, warum beide ihre jeweilige Entwicklung nehmen. Aber dafür wird insbesondere bei Maloney zu viel im Dunkeln gelassen. Am glaubhaftesten fand ich noch Elieshi. Sprachlich-stilistisch bewegt sich das Buch zwar auf solidem Grund für einen Abenteuerroman, ist aber in dieser Hinsicht nicht herausragend.

Die Bewertung enthält ein bißchen Goodwill für die Idee und einige gute Szenen, die es durchaus gibt, wie ich zugestehen muß.

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Ich hatte einen Wissenschaftsthriller, evt. mit einer Prise Phantastik, erwartet - leider konnte Reptilia diese Erwartungen nicht ganz erfüllen. Wir begleiten David, einen britischen Biologen auf seinem Weg nach Afrika, um dort nach dem sagenumwobenen Kongosaurier zu suchen. Dieser Auftrag wird ganz klassisch von einem Mäzen finanziert, der offensichtlich noch andere Pläne hat, als nur dieses Tier und die im Kongo verschollene Tochter zu suchen.

Das hört sich so weit interessant an, mir fehlte in diesem "Thriller" nur leider der Thrill. Der Ich-Erzähler David wirkte auf mich wie ein verwöhnter, unerfahrener Junge aus reichem Hause, der es einfach noch nicht geschafft hat, seinen Weg zu finden. Störend fand ich seine klischeehaften Ansichten, besonders Frauen gegenüber. Die starken Personen in diesem Buch sind allerdings eher die Frauen, zumindest im Vergleich mit David glänzen sie ungemein. Sie sind intelligent und haben Durchsetzungsvermögen und man fragt sich immer wieder, was z. B. Davids Freundin eigentlich an ihm findet. Im Dschungel Kongos macht David dann doch einige Erfahrungen, die ihn prägen - so darf ich zumindest hoffen, dass zukünftig einige positive Veränderungen in ihm vorgehen. Einen Ansatz davon erkennt man bereits am Ende des Romans.

Die Charaktere in Reptilia handeln nicht immer sinnvoll. Dies bringt den Leser dazu die Handlungen der Personen zu hinterfragen und sich über dieses teilweise irrationale Verhalten zu wundern. Dieses stoppt den Lesefluss jedoch nicht sehr, da sich der Text extrem schnell und gut lesen lässt. Wäre nun der gesamte Roman so spannend gewesen, wie auf den letzten 100 Seiten, wäre man aufgrund der einfachen Sprache nur so durch die Seiten gerast. Die Einleitung der Geschichte bis zum Aufbruch der Expedition war mir zu lang, ich wäre am liebsten gleich nach wenigen Seiten direkt in den Kongo geflogen. Zwar konnte der Autor so mehr Zeit auf die Charakterzeichnung verwenden und hat dies auch genutzt, hätte dieses aber zum großen Teil in die Handlung im Dschungel einbauen können. Sehr gut gefallen haben mir die Beschreibung des Kongos und der politischen Situation, auch die Dschungelszenen waren sehr bildreich und eindrucksvoll. Da hätte man noch viel mehr machen können.

Angekommen auf den letzten 100 Seiten gibt es einen Bruch - dieser hat mir allerdings gefallen. Das Buch driftet ins Phantastische und entspricht nun endlich meinen Erwartungen. Es wird ausgesprochen spannend und die meisten Erklärungen und Auflösungen klangen für mich plausibel, bzw. werden von mir so akzeptiert wie sie vom Autor dargestellt wurden.

Insgesamt sehe ich Potential auf den knapp 400 Seiten des Buches, überzeugen konnte mich Reptilia jedoch nicht. Vielleicht versuche ich es mit dem nächsten Roman von Thomas Thiemeyer noch einmal.

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