Robert Karjel: Der Schwede

Hot
 
2.7 (2)
 
2.7 (1)
1308   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Robert Karjel: Der Schwede
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
De redan döda
ISBN-13
9783734100352

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Originalsprache
schwedisch
Übersetzer/in
Erster Satz
In der Notaufnahme des Wyckoff Heights hatten sie alle Hände voll zu tun mit dem zuletzt eingelieferten Patienten.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei LChoice kaufen

Handlungsort

Region
Land
Kontinent
Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)

Um sein Vertrauen zu gewinnen, musst du über Leichen gehen

Der schwedische Geheimagent Ernst Grip wird nach New York gerufen, wo er vom FBI einen ungewöhnlichen Auftrag erhält: Er soll eine geheime Basis im Indischen Ozean aufsuchen, um einen Gefangenen zu verhören. Doch dieser spricht kein Wort – nicht einmal Folter kann ihn zu einer Aussage bewegen. Das Einzige, was das FBI über den Unbekannten weiß, ist, dass er Schwede zu sein scheint. Grip muss all sein Können einsetzen, um das Vertrauen des schweigenden Mannes zu gewinnen. Doch als er schließlich dessen Geheimnis erfährt, gerät Grip selbst ins Kreuzfeuer der internationalen Geheimdienste.

Karte

Move Map
Start/Ziel tauschen

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
2.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
2.0  (2)
Charaktere 
 
3.5  (2)
Sprache & Stil 
 
2.5  (2)
Gesamtbewertung 
 
3.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
2.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
3.0

Nicht schlecht, aber kein Lageturner

Ernst Grip ist Schwede, aber als Geheimagent der Leibgarde des schwedischen Königs agiert er quasi weltweit. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass er - ohne weitere Erklärung - nach New York zum FBI beordert wird, um in deren Auftrag einen Gefangenen zu verhören. Dazu reist er nach kurzem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten nach Diego Garcia, einem Atoll im Indischen Ozean, das Großbritannien vor etlichen Jahrzehnten an die USA verpachtet hat, weiter. Dort befindet sich ein geheimes Gefangenenlager, das mit Guantánamo vergleichbar ist, und einen Gefangenen "verwahrt", der partout nicht spricht. Da noch nicht einmal die üblichen Folterpraktiken ein Wort aus dem Mann quetschen, erhofft sich nun das FBI von Grip Hilfe, denn der Häftling scheint schwedischer Staatsbürger zu sein - weshalb der zur Hilfe geholte Geheimagent dessen Vertrauen gewinnen und somit auch eine Aussage erhalten soll.

Grundsätzlich mag ich Agententhriller, deren Handlungsraum durchaus global sein darf und den heutigen politischen Situationen und sonstigen Gegebenheiten angepasst sein sollte. Sprich, weniger 007, dafür mehr realitisch-actionreiche Handlung im aktuellen Rahmen.
Also versprach der Klappentext dieses Thrillers genau das Richtige zu sein...

Robert Karjel erzählt die Geschichte aus zwei Blickwinkeln und mit eingestreuten Rückblenden: zum einen ist da natürlich der Agent Ernst Grip, der peu à peu die Geheimnisse des zunächst schweigenden Gefangenen erfährt und schnell begreift, dass er diese unbedingt hüten muss. Zudem erfahren wir häppchenweise aus der Vergangenheit Grips, der in einer homosexuelle Beziehung lebt und dafür immer wieder zwischen Stockholm und New York City pendelt. Doch nicht all seine Entscheidungen sind so lupenrein, wie man das von einem solchen Agenten eigentlich annehmen würde.
Zum anderen ist da noch N., die zweite Hauptfigur des Buches, der 2004 in Thailand den Tsunami überlebt hat. Diese Figur ist - verständlicherweise - schwer traumatisiert und dadurch wirkt dieser Blickwinkel auch ziemlich konfus. Aber schnell wird klar, dass das Erlebte und der Verlust sein Leben auf den Kopf gestellt hat...

In meinen Augen benötigt der Autor ein bisschen zu lange, um Spannung aufzubauen - eher untypisch für das Genre. Leider zieht sich das dann auch fast durch den ganzen Roman: wenig Spannung. Auch wenn ich es gut fand, dass Grip kein zweiter James Bond ist und durchaus so seine Schwierigkeiten mit der reibungslosen Erfüllung seiner Aufgaben hat, so möchte ich bei den Erwartungen, die das Prädikat Agententhriller bei mir auslöst, doch einen Hauch mehr packende Szenen. Und damit meine ich nun nicht unrealistische Szenen, sondern Finten, unerwartete Wendungen - diese Dinge eben. Da Robert Karjel seine Figuren auch nicht eindimensional ausstattet, hatte ich bei der Lektüre das Gefühl, dass ich ein wenig mehr Thriller-Raffinesse hätte erwarten können...
Das Grundkonstrukt ist aber durchaus in Ordnung - vor allem, weil für den Leser des Geschehene noch nicht greifbar ist und die Handlungsstränge erst noch zusammengeführt werden müssen.

Fazit: Der Autor Robert Karjel hat durchaus Potential, aber ein bisschen mehr Pageturner dürfte es durchaus sein!

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
2.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
2.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
2.0

Unbeholfener und spannungsarmer Agententhriller

Ernst Grip, seines Zeichens Personenschützer bei der schwedischen Königsfamilie, hat einen geheimnisvollen Auftrag zu erfüllen: auf einem Atoll im indischen Ozean sitzt auf einer geheimen Station ein Gefangener, über den niemand etwas weiß. Grip soll seine Nationalität und seine Identität herausfinden; aber was er erfährt, hat viel zu viel mit seiner eigenen Vergangenheit zu tun - und so muss er sich auf ein gefährliches Doppelspiel einlassen.

Leider bin ich mit diesem Roman überhaupt nicht gut zurecht gekommen. Was sich zunächst als spannender Agententhriller präsentiert, ist leider eine ziemlich langatmige Geschichte mit kaum vorhandenen Spannungsspitzen, die das Prädikat Thriller nicht wirklich verdient.

Im Prinzip baut der Autor auf drei Handlungssträngen auf, von denen einer die Rahmenhandlung in der Gegenwart ist - Ernst Grip reist von Stockholm in die USA und von dort aus auf das Atoll Diego Garcia, wo seine Aufgabe auf ihn wartet. Ein zweiter Strang behandelt Grips Werdegang in der Vergangenheit, und schließlich befinden wir uns auch noch in Thailand im Jahre 2004, kurz nach dem alles vernichtenden Tsunami. Über weite Strecken laufen diese drei Stränge zusammenhangslos neben sich her und keiner davon konnte mich richtig fesseln.

Grips Privatleben ist geprägt von einer homosexuellen Beziehung zu einem Galeristen in New York, weswegen er sehr häufig von Stockholm nach New York fliegt und wieder zurück. Da sein Partner in Geldnöten ist, lässt er sich auf eine Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Kunsträubern ein, die er berät. Das wars auch schon mit dem aufregenden Leben des Ernst Grip in New York. Die Geschehnisse in Thailand sind schon etwas interessanter; in einem Hotel findet sich eine Gruppe von Menschen, die als vermisst gelten und freiwillig nicht mehr zurück in ihr altes Leben zurück wollen. Sie treffen auf einen "Macher", der sie zur Rückkehr in die USA bewegt, um dort ein perfekt geplantes Verbrechen durchzuführen.

Das alles wird in einem unverbindlichen Plauderton geschildert, der wenig Spannung aufkommen lässt. Langschweifige Ausführungen über Kunst, eher unerhebliche Details aus dem Sexualleben der Protagonisten, der typische Männerjargon auf dem Atoll, Grips unbeholfene Kontaktversuche zum Gefangenen, das alles wirkt nicht gerade wie aus einem Guss, sondern mehr episodenhaft und zusammenhangslos. Erst am Ende kriegt der Autor die Kurve und macht aus den Strängen eine komplette Geschichte, die für mich am Ende nicht ganz ohne Logikfehler ist - wobei man sagen muss, das Verwirrspiel ist schon ganz gut ausgedacht; es scheitert ganz einfach an der Ausführung. Was hätte wohl eine Alistair McLean oder ein Desmond Bagley aus der Story gemacht... aber gut, jetzt werde ich nostalgisch.

So bleibt es bei einer durchschnittlichen Bewertung; der Roman ist weder Fisch noch Fleisch und auf gar keinen Fall verdient er das Prädikat Thriller. Amüsant fand ich, dass der Begriff "Der Schwede" im Laufe der Zeit immer mehr zum Running Gag wird, auf verschiedene Arten. Das hat mir auf eine schadenfreudige Art und Weise ziemlich viel Spaß gemacht, wenn auch der Autor diese unfreiwillige Komik so sicherlich nicht beabsichtigt hat.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

1 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
2.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
2.0  (1)
Charaktere 
 
2.0  (1)
Sprache & Stil 
 
4.0  (1)
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen
Gesamtbewertung 
 
2.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
2.0
Charaktere 
 
2.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Der Schwede

"Der Schwede“ ist ein Thriller aus der Feder des schwedischen Autoren Robert Karjell. Erschienen ist das Buch als Taschenbuchausgabe im Februar 2016 im Blanvalet Verlag. „Der Schwede“ wurde in 11 Sprachen übersetzt.



Autoreninfo:

Robert Karjel wurde 1965 in Örebro (Schweden) geboren. Er ist nicht nur langjähriger Thrillerautor, sondern auch Hubschrauberpilot.



Inhalt:

Ernst Grip ist Personenschützer der königlichen Familie und schwedischer Geheimagent. Sein neuster Auftrag führt in nach New York, dort soll er mit den FBI zusammenarbeiten und auf einer Insel im Indischen Ozean einen Gefangenen identifizieren und verhören. Dieser schient ein schwedischer Landsmann zu sein, spricht aber zunächst kein Wort. Stück für Stück gelingt es Grip aus dem rätselhaften Doppelleben dieses Mannes zu erfahren. Schnell wird ihm dabei klar, das er dieses Wissen um jeden Preis bewahren muss, weiß es nicht zuletzt auch Parallelen zu seinem eigenen Leben auf.



Ein weiterer Erzählstrang handelt vom mysteriösen N., dieser scheint bei einem Tsunami nicht nur sein Gedächtnis, sondern auch seine Familie verloren zu haben. Er hat nichts mehr keine Kleidung, keinen Pass, keine Identität, nur einen Koffer voller Geld. Im weiteren Verlauf lernt er „Gleichgesinnte“ kennen, die gemeinsam einen Racheplan schmieden.



Meinung:

Ausgehend von Titel und Klapptext habe ich einen spannenden Thriller erwartet. Allgemein liest sich das Buch auch gut und flüssig, aber es mangelt einfach an Spannung. Es gab weder unvorhersehbare Ereignisse noch Wendepunkte und auch das Ende kam nicht überraschend.



Die Handlung ist gut durchdacht, es gab 2 Handlungsstränge, die erst zum Ende des Romans zusammenführen, dennoch konnte sie mich nicht fesseln.



Auch mit den Charakteren ging es mir genauso, ich habe zwar so einiges aus deren „Vorleben“ erfahren, aber so richtig warm wurde ich mit ihnen nicht.



In Kürze:

Schreibstil: gut und flüssig

Spannung: nicht wirklich vorhanden

Handlung: gut durchdacht, aber nicht fesselnd



Fazit:
Guter Schreibstil, aber leider mangelnde Spannung konnte mich nicht überzeugen

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

 

Affiliate-Programm von LCHoice (lokaler Buchhandel) und Amazon. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue