Carl Nixon: Rocking Horse Road

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Carl Nixon: Rocking Horse Road
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Rocking Horse Road
ET (Original)
2007
ISBN-13
9783938803509

Informationen zum Buch

Seiten
240

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in

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Handlungsort

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Kurz vor Weihnachten 1980 wird die Leiche der 17jährigen Lucy Asher frühmorgens am Strand von The Spit gefunden. In der Mitte dieser schmalen Landzunge vor Christchurch verläuft die Rocking Horse Road. Lucys Eltern haben ein Milchgeschäft an dieser Straße, und Lucy arbeitete oft dort, angeschwärmt von einer Gruppe 15jähriger Jungen. Einer von ihnen findet die Leiche, die anderen sind bald ebenfalls zur Stelle. Lucy wurde erwürgt. Für die Jungen ist damit ihre Kindheit zu einem traumatischen Ende gekommen. Die Suche nach dem Mörder schweißt sie zusammen über 25 Jahre später sind sie ihm noch immer auf der Spur.

Im Jahr nach dem Mord, 1981, macht der Staat Neuseeland eine traumatische Erfahrung: Die Springboks, das südafrikanische Rugby-Team, touren durch das Land. Protest gegen das Apartheidsregime erhebt sich. Es kommt zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes. Die Jungen sind Rugby-Fans und erleben das Geschehen hautnah mit: "Wir hatten das Gefühl, daß da vor unseren Augen etwas sehr Wichtiges zerbrach. Wir konnten es nicht benennen, es war etwas, das uns zuvor selbstverständlich gewesen war und das, wie wir instinktiv wußten, niemals würde repariert werden können."

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Ein Sommer, der das Leben veränderte

The Spit, Christchurch, Neuseeland, 1980 im Hochsommer, kurz vor Weihnachten: Der 15jährige Pete findet die Leiche eines Mädchens am Strand. Der Mord wird niemals aufgeklärt, so viel ist klar, denn als Leser erfährt man schon bald, dass Pete und seine Freunde 30 Jahre später immer noch Hinweise und Indizien horten und darüber brüten, wer der Mörder gewesen sein könnte. Aus dieser Perspektive, in die immer wieder Einblicke in das weitere Leben der Männer einfließen, bekommt der Leser das Leben in dem kleinen Vorort im auf den Mord folgenden Jahr beschrieben.

Beginnen wir mal mit den Äußerlichkeiten: Das Buch beginnt mit ein paar Fotos, die, wie auch das Cover, die Dünenlandschaft der Halbinsel „The Spit“, einem Vorort von Christchurch, auf der die Geschichte spielt, darstellen. Ganz am Ende ist noch ein Luftbild, so dass man sich die Gegend ziemlich gut vorstellen kann. Im Nachwort erfährt man allerdings, dass die Gegend so nicht mehr existiert, als Folge der Erdbeben 2010/2011 in Christchurch musste die Hälfte der Häuser des Viertels abgerissen werden. Das alte The Spit gibt es heute nicht mehr.

Nixon zeigt uns allerdings eine heile Welt, einen friedlichen Mikrokosmos, man kennt einander, der soziale Hintergrund ist bei allen weitestgehend identisch. Doch mit dem Mord wird alles anders, jeder versucht auf seine Weise mit der Zerstörung der heilen Welt umzugehen und die Jahrzehnte andauernden Ermittlungen der Jungen sind nur eine Art, durch Ansammeln von Informationen, der Hilflosigkeit entgegen zu wirken. Diese Konstellation der Jungen, die von dem toten Mädchen der Nachbarschaft fasziniert sind, hat mich übrigens ein wenig an die Selbstmordschwestern von Eugenides erinnert.

Ich hatte mich auf einen Krimi vorbereitet, doch „Rocking Horse Road“ entpuppte sich eher als Geschichte vom Verlust der Unschuld, vom Ersten Mal, nachdem man die Welt anders betrachtet. Das beginnt mit dem Mord, geht mit dem darauffolgenden Vertrauensverlust in Althergebrachtes einher und auch die politischen Ausschreitungen, die im darauffolgenden Jahr Neuseelands Bevölkerung spalten (Das südafrikanische Rugby-Team tourt durchs Land, wird jedoch wegen der Apartheid teilweise boykottiert) kann man in diesem Zusammenhang einordnen. Im weiteren Leben der Jungen wird es immer wieder einschneidende Punkte geben, Hochzeiten, Scheidungen, tödliche Krankheiten, doch mit dieser ersten Begegnung mit dem Tod, begannen sie das Leben als im Wandel zu betrachten, ohne dass es eine Rückkehr zur vorherigen Unschuld geben kann.

Rocking Horse Road handelt von den langfristigen Folgen eines Mordes in einem heißen neuseeländischen Sommer, hinter dem Krimi-Schildchen versteckt sich ein Buch über die Vergänglichkeit - und irgendwie passt es da, dass The Spit hinweggeschwemmt wurde.

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