Sam Baker: Nebelschrei

 
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Sam Baker: Nebelschrei
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The Woman Who Ran
ET (Original)
2016
ISBN-13
9783453358881

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Erster Satz
Ich wache davon auf, dass jemand hustet.

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Nach außen ist Helen eine starke Frau. Niemand ahnt, dass ihr die Erinnerungen an die Hölle, die sie erlebt hat, täglich den Atem rauben. Und dass sie nur knapp dem Tod entkommen ist. Das fast verfallene Anwesen in einer abgelegenen Gegend in Nordengland scheint das perfekte Versteck zu sein. Doch die Dorfbewohner kommen ihr näher, als ihr lieb ist. Denn niemand darf wissen, wo sie ist – vor allem nicht der Mensch, dem sie am meisten vertraut hat …

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KEIN Thriller- aber ein absolut überzeugender Krimi mit Psychothrill und 'Tiefgang' !!

Vorausschicken möchte ich meiner Rezension, dass es sich bei "Nebelschrei" von Sam Baker (Original: The Woman Who Ran), erschienen im Diana-Verlag (TB, 2016) NICHT um einen Thriller handelt meiner Meinung nach, jedoch um einen der besten Kriminalromane (mit Psychothriller-Elementen), den ich 2016 gelesen habe!

Inhalt/Buchbeschreibung:

Nach außen ist Helen eine starke Frau. Keiner ahnt, dass ihr die Erinnerungen an die Hölle, die sie erlebt hat, täglich den Atem rauben. Und dass sie nur knapp dem Tod entronnen ist. Das verfallene Anwesen in einer abgelegenen Gegend in Nordengland scheint das perfekte Versteck zu sein. Doch die Dorfbewohner kommen Helen näher, als ihr lieb ist. Denn niemand darf wissen, wo sie ist - und vor allem nicht der Mensch, dem sie am meisten vertraut hat....(Quelle: Buchrückentext)

Meine Meinung:


Alles, wirklich alles an diesem Kriminalroman ist für mich stimmig: In Teil 1 (von 3 Teilen) schafft es die Autorin, den Leser gleich zu Beginn nahe an die Protagonisten heranzuführen und durch eine sehr gute, detaillierte und tiefgründige Figurenführung dies immer weiter zu vertiefen: Helen Graham setzt sich nach einem Wohnungsbrand im Apartment von ihr und Art Huntingdon, ihrem Ehemann, in ein sehr abgelegenes elisabethanisches Haus in den Dales (Yorkshire), Nordengland, ab, um im selbstgewählten Versteck die Ereignisse zu überdenken und innerlich zur Ruhe zu kommen. Sie war viele Jahre Fotografin in Kriegsgebieten (Afghanistan, Irak, Syrien zählten dazu), erfolgreich und mit großer Leidenschaft und Können im Job; ihr Mann machte ebenfalls 'Karriere' als Kriegsberichterstatter, bis sein Stern mehr und mehr zu sinken beginnt.....
Nach dem Brand geht die Polizei davon aus, dass Art Huntingdon in seiner Wohnung den Tod fand. War es wirklich sein Leichnam?

Helen, die oft unter Migräne leidet und durch schreckliche Kriegseindrücke traumatisiert ist, lernt im kleinen Dorf, von dem sie sich weitgehend in ihrem Haus "Wildfell" fernhält, um unerkannt zu bleiben, Gil kennen: Gilbert Markham, 61, geschieden, seines Zeichens ebenfalls ein erfolgreicher Journalist im Ruhestand, in den er sich ganz und gar nicht einzufinden vermag...

Sowohl Helen, die gerne in den sehr atmosphärisch beschriebenen wundervollen Dales bis zum Scar (Berg) läuft, um Klarheit zurückzugewinnen, was sich wirklich in Paris ereignete, als auch Gil sind gerne in der Natur unterwegs und lernen sich nach und nach kennen. Er besucht Helen unter dem Vorwand, Lebensmittel mitzubringen (das Zentrum des Dorfklatschs ist Ms. Millward, die Ladenbesitzerin) und gewinnt mehr und mehr Helens Vertrauen. In durchwachten Nächten erzählt sie Gil endlich aus ihrem Leben und der professionelle Journalist ermittelt die aktuellen Hintergründe: Kann er glauben, was sie ihm erzählt?

Beide Protagonisten sind sehr sympathisch, der Handlungsverlauf ist mit einer grandiosen subtilen Spannung (von Beginn bis Ende) unterlegt und auch eine Prise Humor ist zu finden: So musste ich über die Selbstgespräche und inneren 'Dispute' von Gil oftmals sehr schmunzeln ;)
Besonders beeindruckt hat mich auch die Darstellung von Art:

(.....)"er war der Typ, der die Angst roch - sich zum Licht hingezogen fühlte, um es auszulöschen" (Zitat S. 155)

Nach außen charmant, nett und liebenswert, trägt er auch ein anderes Gesicht, das mit analytischer Schärfe harte Konturen annimmt, die sich dem Leser mehr und mehr erschließen....

"Diejenigen, die nie auch nur angeklagt werden, deren Gewalt und Grausamkeit im Verborgenen blüht, die sind am Gefährlichsten"
(Zitat S. 423)

Fazit:

Der mit subtiler Spannung angereicherte, stimmige Kriminalroman konnte mich vollends überzeugen und erhält die volle Punktzahl aus folgenden Gründen:
Ausser der Krimihandlung beinhaltet er auch ein Stück (düstere) Zeitgeschichte und einen Einblick in die (lebensgefährliche) Arbeit von Kriegsberichterstattern, Reportern und Fotografen, die in Syrien, im Irak, in Afghanistan und weiteren gefährlichen Regionen in der Welt unter extremem Erfolgs-, aber auch psychischem Druck stehen, die diese Menschen - auf die eine oder andere Art - zu bewältigen haben: Posthum setzt die Autorin Marie Colvin (gest. 02/2012 in Syrien) und damit den Reportern ohne Grenzen, die nicht selten ihr Leben verlieren, ein literarisches Denkmal.
Empfehlens- und sehr lesenswert für Krimi- und ThrillerleserInnen, die subtile Spannung, flüssige und fundierte Unterhaltung, eine stimmige Handlung und feine Figurenentwicklungen mögen: Ein wirklich toller Krimi vor traumhafter Kulisse: Den Yorkshire-Dales (mit einem Hinweis auf "Wildfell" und Anne Bronte's Roman "Die Herrin von Wildfell Hall", die Sam Baker bei der Wahl des Ortes inspirierte...) Ein Highlight dieses Genres 2016 für mich, daher 5 *, 5 Leseratten und 100° auf der "Krimi-Couch" von mir!
Ich hoffe, von Sam Baker noch mehr lesen zu können!!!

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Ein Thriller, der geschickt mit den Ängsten seiner Figuren spielt

Die bekannte britische Fotografin Helen hat in ihrem Leben schon viel gesehen. In diversen Kriegsgebieten eingesetzt, zeugen ihre Fotos davon, wie viel Leid die Zivilbevölkerung dort ertragen muss. Doch welchem Martyrium sie selbst ausgesetzt ist, das zeigen ihre Arbeiten nicht. Denn während sie täglich mit ihrer Leica auf die Suche nach guten Motiven geht, wartet zu Hause ein Ehemann auf sie, der sie regelmäßig tyrannisiert und missbraucht. Bis zu dem Tag, als ihre gemeinsame Wohnung in Flammen steht und sich Helen nicht mehr erinnern kann, was in der Brandnacht geschehen ist. Seit dem hat sie sich in einem heruntergekommenen Herrenhaus am Rande der Dales versteckt und lebt in ständiger Angst, entdeckt zu werden.

„Nebelschrei“ ist ein Thriller, der der es in sich hat, allerdings auch lange Zeit benötigt, die in ihm steckende Geschichte zu entwickeln. So lernt der Leser im ersten Teil des Buches zunächst einmal die Hauptfiguren kennen und erfährt wichtige Details aus ihrem Leben. Angefangen mit Helen, die nach ihrer Flucht aus der brennenden Wohnung in einer abgelegenen Gegend Nordenglands auf eine Dorfgemeinschaft trifft, deren Neugierde ihr gefährlich werden kann, über den im Ruhestand befindlichen Journalisten Gil, der zu Helens Leidwesen schneller als gedacht, hinter ihr Geheimnis kommt, bis hin zu Helen Exmann Arthur, der als Kriegsberichterstatter auf der ganzen Welt tätig ist und diversen anderen Figuren, die am Rande des Geschehens von Bedeutung sind. Erst dann beginnt die Handlung ihren Sog zu entwickeln, dem sich der Leser nur schwer entziehen kann. Denn im zweiten Teil des Thrillers berichtet Helen von ihrem jahrelangen Martyrium, während es im dritten Teil am Rande der Dales ums nackte Überleben geht. Und die ganze Zeit über besticht der detailreiche und mit interessanten Informationen angereicherte Thriller durch seinen angenehm lesbaren und flüssigen Stil und seine realistische und bewegende Darstellung.

Fazit:
„Nebelschrei“ ist ein Thriller der leisen Töne, der gekonnt auf psychologische Spannungsmomente setzt und dabei geschickt mit den Ängsten seiner Figuren spielt. Eine Empfehlung für Leser, denen emotionale Momente wichtiger sind, als actionreiche Szenen.

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Nebelschrei

Helen hat sich als Fotografin einen Namen gemacht, weil sie mit ihrer Arbeit gezeigt hat, was die Menschen in Kriegsgebieten ertragen müssen. Sie wirkt auf andere Menschen stark, die Wirklichkeit aber sieht anders aus. Helen hat Schlimmes erlebt und wäre beinahe zu Tode gekommen. Nun hat sie sich in ein ziemlich heruntergekommenes und einsames Anwesen in Nordengland zurückgezogen. Sie will nicht gefunden werden, vor allem nicht von dem Menschen, der ihr am vertrautesten war und ihr Vertrauen schändlich missbraucht hat. Aber auch vor ihren Erinnerungen ist sie auf der Flucht. Aber nichts lässt sich auf immer und ewig verdrängen. Sie wollte sich ganz zurückziehen, aber die Bewohner des kleinen Dorfes sind an allem interessiert und natürlich besonders an ihr.
Der Schreibstil ist recht nüchtern, aber flüssig zu lesen. Ich habe mich anfangs schwer getan mit diesem Buch, denn anfangs zog sich die Geschichte ziemlich zäh es hat sehr lange gebraucht, bis sie Fahrt aufnahm.
Zunächst lernen wir die beteiligten Personen kennen. Über Helen erfährt man, dass in ihrer Pariser Wohnung ein Brand ausgebrochen ist. Wie es den Anschein hat, kam jemand dabei zu Tode. Aber was genau geschehen ist, bleibt zunächst im Dunkeln. Helen hat Probleme mit dem, was in der Vergangenheit geschehen ist. Ich fand es bedauerlich, was mit ihr geschehen ist, aber dennoch konnte ich nicht mit ihr fühlen. Sie war mir einfach nicht sympathisch und kam mir daher nicht nahe. Auch die Dorfbewohner lernen wir kennen, vor allem Gil Markham. Inzwischen ist er im Ruhestand, aber dennoch kann er nicht verleugnen, dass er ein guter und engagierter Journalist gewesen ist. Langweile treibt ihn dazu, Recherchen anzustellen. Er erkennt sehr bald, was Helen so gerne unter der Decke halten möchte. Massiv wirkt er auf Helen ein, damit sie ihm ihre Geschichte erzählt. Auch über Helens Mann erfahren wir sehr viel. Erst war er Kollege, dann ihr Mann, der es nicht ertragen konnte, dass seine Karriere den Bach runter ging, während Helen erfolgreicher wurde. Er quält Helen, während er nach außen den liebevollen Ehemann gibt.
Helens Flashbacks bringen immer weitere Details aus ihrer Vergangenheit zum Vorschein und damit wurde klar, was geschehen ist und wohin es am Ende führen wird. Es muss Schreckliches geschehen sein, damit aus Helen eine schwer traumatisierte Frau wurde. Dann kam Spannung auf und endlich konnte mich die Geschichte packen. Während am Anfang alles ziemlich ruhig, manchmal sogar zäh, verlief, ging es am Ende ein wenig schnell.
Eine interessante psychologische Geschichte.

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