David Guterson: Schnee, der auf Zedern fällt

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David Guterson: Schnee, der auf Zedern fällt
Verlag
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Snow Falling on Cedars
ISBN-13
9783442722495

Informationen zum Buch

Seiten
505

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Handlungsort

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Kabuo Miyamoto, ein Lachsfischer japanischer Abstammung, ist angeklagt, seinen Kollegen Carl Heine ermordet zu haben. Es gibt keine Zeugen, aber Indizien - und ein Motiv: Rachsucht. Während ein Schneesturm die Insel San Piedro und mit ihr alle Zeugen, Geschworenen und den Richter im festen Klammergriff der Kälte hält, versucht Ishmael Chambers, Redakteur der einzigen Zeitung der Insel, das Verbrechen aufzuklären...

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Gelungen!

Auch wenn man es auf den ersten Blick meinen könnte, ein richtiger Krimi ist "Schnee der auf Zedern fällt" nicht.Der Prozeß ist im Grunde eher Nebensache. Die Hauptperson Ischmael muss sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen und erinnert schih immer wieder an seine große Jugendliebe, die er einfach nicht vergessen konnte. Der Leser macht eine Reise in das Amerika der 40er Jahre, in die Zeit als in Pearl Habour eine Bombe fiel, die dafür sorgte das die japanischen Mitbürger geächtet wurden und dann in Lager ziehen mussten.
Der Autor hat die damalige Stimmung sehr gut eingefangen und man kann sich daher gut vorstellen, wie die Menschen sich damals auf beiden Seiten gefühlt haben bzw. auch reagiert haben.

Guterson hat einen eher ruhigen Stil, der aber zu der winterlichen Athmosphäre des Romans passt. Hi und da hat er leider auch so seine Längen und kommt nicht so recht in die Gänge. Gerade die Auflösung des Mordfalles fand ich nicht so ganz gelungen. Irgendwie hatte ich da dann mehr erwartet. Dennoch beschreibt G. hier auch wieder recht treffend die amerikanische Gesellschaft in einer Kleinstadt der 50er Jahre, die nur zu gern bereit ist einen Japaner zu verurteilen, damit es ja keiner von ihnen gewesen ist.

Die Gefühle und Erinnerungen der Protagonisten werden einem sehr Nahe gebracht und sind daher recht gut nachvollziehbar. Aber so richtig sympathisch ist mir hier keine Figur geworden. Irgendwie bleiben diese einem seltsam fern. Und dies obwohl man sehr viel über ihr Innerstes erfährt. Das finde ich doch recht schade.

Insgesammt gefällt mir der Roman recht gut aber irgendwie habe ich doch etwas mehr erwartet. Dennoch zu empfehlen!

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Ich weiß gar nicht genau wie ich eigentlich auf die Idee gekommen bin mir dieses Buch zu kaufen, ich glaube es war eine Empfehlung meiner Cousine... Ein, auf dem ersten Blick meines Erachtens ein ehr langweiliges Buch. "Schnee, der auf Zedern fällt" assoziierte mir zunächst eine etwas schnulzig langatmige Liebesgeschichte. Undramatisch ohne nennenswerte Höhen und Tiefen. Das Cover verspricht nicht mehr Spannung. Grau in grau gehalten, eine Zedernwaldlandschaft im Nebel. Auch der Text auf dem Buchrücken ehr unspektakulär: „Kabue Miyamoto, ein Lachsfischer japanischer Abstammung ist angeklagt, seinen Kollegen Carl Heine ermordet zu haben..“ Und dennoch las ich es und genau deshalb vergebe ich auch die vollen 5 Sterne. Warum, das verrate ich euch jetzt:

Die nordamerikanische Insel San Piedro ist unser Ort des Geschehens. Dort leben nur gerade soviel Menschen, das jeder jeden kennt und die einzige örtliche Zeitung gerade mal aus 4 Seiten besteht, weil absolut gar nicht aufregendes passiert. Als der Lachsfischer Carl Heine aber tot aus seinem eigenen Fangnetz gefischt wird, will die Polizei selbst nicht recht an einen Unfall glauben. Auf biegen und brechen werden „Beweise“ zusammengesammelt , gegen Kabue Miyamoto. Im Zuge der Gerichtsverhandlungen und der Ermittlungen wird nun immer wieder in die Vergangenheit geschwenkt, und wir nehmen teil an den tatsächlichen Ereignissen, am Leben der Familien, den Zusammenhängen einzelner Personen. Die Zusammenhänge nehmen immer mehr Form an, wir lesen über Krieg, Pearl Habour, die Stellung Japaner, Rassenhass und Pflichtgefühl.

Es ist schwer die ganze Geschichte als zusammenhängend zu erzählen. Der Mord an Carl Heine ist im Grunde nur der Aufhänger der Geschichte um immer und immer wieder in die Vergangenheit zu driften. Sobald eine Person im Buch auftaucht, erfahren wir auch schon die Geschichte deren Lebens. Dadurch setzt sich das Gesamtbild nach und nach zusammen. Ob Kabue nun der Mörder ist oder nicht wird im Laufe dessen ehr nebensächlich und wenn er es doch gewesen sein sollte bekommen wir nach und nach mehr Verständnis dafür.

Ishmael Chambers, der Redakteur der 4seitigen Zeitung auf der Insel verfolgt das ganze sehr genau und beginnt selbst zu recherchieren. Das er, vor langen Jahren die jetzige Frau des Angeklagten geliebt hat spielt hierbei natürlich eine Rolle. In einem traurigen Hintergrund lesen wir Erschütterndes und Beeindruckendes. Trotz der Düsterkeit des Buches macht es nicht depressiv. Es ist DURCH diese Melancholie so faszinierend und schön. Ein Wiederspruch in sich, ich weiß...

Es ist ein Buch für lange Leseabende, es ist ein Buch für Kerzenlicht und ein Tee. Die Geschichte, in einer einfachen Art geschrieben, lädt ein darin zu versinken. Selten sind Krieg, Rassenunterschiede und Mord mit einer solchen Anmut erzählt worden.

Wie schon erwähnt ist diese angenehm einfach und dennoch eigen. Wenn man sich aber erst man sich mit dem Stil zurechtgefunden hat, was doch einige Seiten bedarf, kommt der richtige Lesefluss von ganz alleine und man möchte gar nicht mehr aufhören. Erstaunlich ist die Ausarbeitung der Charaktere, was ich beim Lesen besonders wichtig finde. Man hat sehr rasch das Gefühl das man ( gerade die Hauptpersonen) zu kennen glaubt. Herr Guterson kommt bei den Beschreibungen des Krieges, insbesondere des Angriffes auf Pearl Habour ohne diese Dramatik aus die ich in den Sensationsheischenden Filmen grundsätzlich ganz fürchterlich finde. Sehr nüchtern, aber präzise erzählt er die Geschehnisse die dennoch sicher nicht runterspielt.

Das Buch ist verfilmt worden. Habe ich leider noch nicht gesehen. Wie schon erwähnt bin ich absolut positiv überrascht nach dem ersten Eindruck. Es gibt wenig Bücher die eine solche Faszination ausstrahlen, aber hier bin ich mir sicher das ich es ein zweites Mal lesen werde. Ich habe es geradezu verschlungen, trotz der Düsteren Stimmung und kann es allen Lesebegiereigen nur wärmstens ans Herz legen.

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