Michael Kobr, Volker Klüpfel: Seegrund

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Michael Kobr, Volker Klüpfel: Seegrund
Verlag
ET (D)
2006
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783492250948

Informationen zum Buch

Seiten
352

Serieninfo

Sonstiges

Erster Satz
"Oh dear, how marvellous, just like in Disneyland!"

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Am Alatsee bei Füssen macht der Allgäuer Kommissar Kluftinger eine schreckliche Entdeckung - am Ufer liegt ein Taucher in einer riesigen roten Lache. Was zunächst aussieht wie Blut, entpuppt sich als eine seltene organische Substanz aus dem Bergsee. Kluftinger, der diesmal bei den Ermittlungen sehr zu seinem Missfallen weibliche Unterstützung erhält, tappt lange im Dunklen. Der Schlüssel zur Lösung des Falles muss tief auf dem Grund des sagenumwobenen Sees liegen ...

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Auf seinen dritten Fall stößt Kult-Kommissar Kluftinger eher zufällig. Genervt von den Touristenmassen ums Schloss Neuschwanstein beschließt er, mit Ehefrau, Sohn und dessen neuer Freundin (daran, dass sie Japanerin ist, aber nichts mit den üblichen knipswütigen Touristen gemein hat, muss er sich erst mal gewöhnen) stattdessen an den schön gelegenen Alatsee zu fahren. Dort macht er eine erschreckende Entdeckung: am Ufer liegt ein Taucher, der Schnee um ihn herum dunkelrot gefärbt. Neben ihm in den Schnee geritzt ist ein merkwürdiges Symbol.

Der vermeintliche Tote ist jedoch gar nicht tot und die rote Lache auch kein Blut, sondern eine organische Substanz aus dem See, der in einer bestimmten Tiefe seltene Bakterien aufweist, die allen Sauerstoff verzehren und dem Wasser eine rote Färbung verleihen, weshalb er auch als "blutender See" bekannt ist. Tauchen ist dort wegen des Sauerstoffmangels verboten. Was also wollte der junge Mann, der nun vernehmungsunfähig im Krankenhaus liegt, in dem See?

Kluftinger und seine Kollegen nehmen, zum Leidwesen ihres Chefs, die Ermittlungen auf und stoßen auf eine Mauer des Schweigens, egal wohin sie sich wenden. Gerüchte um den See gibt es zuhauf, aber kaum verwertbare Fakten. Doch nicht nur das macht die ganze Sache kompliziert, sondern auch die Füssener Kommissarin, die an dem Fall mitarbeiten soll und Kluftinger ziemlich auf den Keks geht ...

Auch in seinem dritten Fall macht Kluftinger Spaß. Das Kopfzerbrechen um den Alatsee ist nicht der einzige Grund, weshalb er vor sich hin grantelt, er ist zu allem Überfluss erkältet, und muss natürlich auch ein paarmal den unvermeidlichen Dr. Langhammer ertragen. Irgendwie muss man ihn mit all seinen Macken, die dem realen Leben so nahe sind, einfach mögen.

Der Fall hat diesmal eine historisch-politische Komponente, was den Grundton des Buches ein wenig ernster und die Zusammenhänge komplizierter macht, aber die Schmunzelmomente fehlen auch in diesem Buch nicht. Die faszinierende biologische Besonderheit des Alatsees gibt es übrigens tatsächlich, ebenso die Theorien, was sich am Grund des Sees befinden könnte.

Wieder ein gelungener Allgäu-Krimi, der spannend und witzig den Leser über knapp 350 Seiten bei der Stange hält und sich problemlos in einem Rutsch wegschmökern lässt.

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Aber hallo! Die Autoren Klüpfel und Kobr steigern sich von Fall zu Fall, und "Seegrund" war für mich ein vorläufiger Höhepunkt der Kluftinger-Reihe.

Die Handlung ist um einiges raffinierter aufgezogen wie in den Fällen zuvor, was unter anderem an den Rückblenden liegt, die in chronologisch umgekehrter Reihenfolge eingestreut sind und gewissen Geschehnisse aus der Vergangenheit Schritt für Schritt preisgeben. Sehr raffiniert gemacht! Gleichzeitig begleitet der Leser die Ermittlungsarbeit des Kommissar Kluftinger und seines Teams, die diesmal eine etwas unsympathische, weibliche Verstärkung aus Füssen bekommen.

Ansonten hat der Roman altbewährte Strukturen; Kluftingers Privatleben nimmt einen breiten Raum ein und lässt Allgäuer Lebensart auf die japanische Kultur treffen, was erstaunlich gut verläuft. Als Setting steht diesmal Füssen mit seinen Königsschlössern und dem Festspielhaus im Mittelpunkt der Geschichte, und nicht zu vergessen der Alatsee, der nicht eines, sondern mehrere Geheimnisse birgt. Wie Kluftinger Stück für Stück der Wahrheit immer näher rücken und das Puzzlespiel langsam zusammensetzen, das hat wirklich gute Krimiqualität und ist durch die Ausflüge ins Privatleben des Kommissars immer wieder mit Verschnaufpausen für den Leser gezeichnet. Dabei kommt natürlich auch der Humor nicht zu kurz, der vor allem davon lebt, dass Kluftinger in jedes Fettnäpfchen tritt, das irgendwo herumsteht. Und anschliessend recht herumgrantelt.

So macht das Krimilesen jedenfalls Spaß und wenn es nach mir geht, dürfen die beiden Autoren sich noch ganz lange an diesem Thema austoben, das Allgäu bietet nämlich so viele verschiedene Perspektiven, dass es bestimmt nie langweilig wird. Mal sehen, ob sie bei "Laienspiel", dem vierten Kluftinger-Fall, nochmal eine Schippe drauflegen könne.

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