Stefanie Kasper: Der dunkle Grund des Sees

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Stefanie Kasper: Der dunkle Grund des Sees
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442483938

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Er kommt nur an finsteren Tagen hierher.

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Als ihre Adoptivmutter Elisa stirbt, zieht die Grafikerin Isabel Radspieler wieder zu ihrem Adoptivvater ans Ufer des Forggensees, wo sie sich um den alten Mann kümmern möchte. Doch in ihrem ehemaligen Kinderzimmer findet sie einen Brief von Elisa mit einer ungewöhnlichen Bitte: Isabel soll das Schicksal von Elisas Eltern und Schwester aufklären, die 1954 spurlos verschwanden, als der Forggensee aufgestaut und ihr Dorf geflutet wurde. Isabel taucht tief in Elisas Geschichte ein und kommt einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur. Was sie nicht ahnt, ist, dass sie damit sich selbst in große Gefahr bringt ...

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Was verbirgt der See?

Inhaltsangabe:

Die 17-jährige Isabel und der wenig ältere Tom lieben sich sehr. Als sie ihren jeweiligen Eltern eröffnen, dass sie nun ein Paar sind, sind die Reaktionen positiv, doch schon einen Tag später beendet Tom die Beziehung – nach einem weiteren Gespräch mit seinem Vater. Auf einen vernünftigen Grund wartet Isabel vergebens. Einige Jahre später kommt Isabel zurück in ihren Heimatort Füssen, zur Beerdigung ihrer Adoptivmutter Elisa. Hier trifft sie wieder auf Tom, und ihre alte Liebe flammt erneut auf. Doch Isabel hat von Elisa noch eine Aufgabe bekommen: sie soll herausfinden, was mit Elisas kleiner Schwester Sibylle und ihren Eltern passiert ist. Diese waren 1955 in der Nacht verschwunden, als das Lechtal nördlich von Füssen im Allgäu zum Forggensee geflutet wurde, und es gab danach nie wieder eine Spur von ihnen. Isabel beginnt mit ihren Nachforschungen, doch die Ergebnisse werden ihr nicht nur selbst gefährlich, sondern auch ihrer zweiten Beziehung mit Tom …

Meine Meinung zum Buch:

Stefanie Kasper erzählt uns hier eine spannende Geschichte auf zwei Zeitebenen. Zum einen geht es um Isabel und Tom in der heutigen Zeit, wie sie um ihre Beziehung kämpfen und wie sie mit den Auswirkungen von Isabels Nachforschungen zurechtkommen können. Auf der anderen Seite wird das Leben im kleinen Ort Forggen erzählt, bevor das Lechtal zum Stausee, dem heutigen Forggensee, geflutet wurde. Es geht hierbei hauptsächlich um die beiden Familien Radspieler, das waren Toms Vorfahren und Elisas Vorfahren, den Forggenmüllers.

Geschichten mit Geheimnissen aus alter Zeit mag ich sehr gerne, und die Gegend um den Forggensee herum kenne ich gut aus verschiedenen Urlauben und Kurztrips – ein doppelter Grund, dieses Buch zu lesen. Ich wurde dabei nicht enttäuscht, die Geschichte ist spannend aufgebaut, enthält etliche überraschende Wendungen und man erfährt nebenher Einiges über das Leben im Lechtal vor und nach der Stauung zum großen Forggensee. Dabei fühlt man sich nicht belehrt, die Informationen fügen sich harmonisch in die Geschichte um Tom und Isabel bzw. ihren Vorfahren ein.

Isabel ist eine sympathische Hauptfigur, mit der man gerne mitgeht und ihr Wachsen an den Ereignissen ist interessant zu verfolgen. Tom war mir oft ein bisschen suspekt, weil seine Motive erst ziemlich spät im Buch deutlich werden, aber insgesamt kam ich auch mit ihm gut zurecht. Auch die Figuren, die in der Vergangenheit Thema sind, also die Vorfahren der beiden jungen Leute, sind tiefgründig dargestellt. Auch wenn man mit deren Motiven nicht immer einig sein kann, sind diese nachvollziehbar.

Insgesamt kann ich das Buch empfehlen!

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Auf der Suche nach der Wahrheit

Isabel traut sich kaum aus dem Haus, denn sie kann nicht unter Menschen sein. Seit sich Tom kurz nachdem sie ihre Beziehung bekannt gemacht haben von ihr trennt, geht es ihr sehr schlecht. Selbst als ihre Adoptivmutter im Sterben liegt, schafft sie es nicht, zu ihren Adoptiveltern zu fahren. Erst zur Beerdigung reist sie an und trifft dort Tom wieder. Als sie zu ihrem Adoptivvater zieht, findet sie in ihrem ehemaligen Zimmer in einem Versteck eine Brief von Elisa und an ganze Menge besprochener Kassetten. Elisa möchte, dass Isabel herausfindet, warum Elisas Eltern und ihre jüngere Schwester Sybille 1954 spurlos verschwanden, kurz bevor über dem Heimatdort der Familie der Forggensee aufgestaut wurde.
Es ist eine sehr eindringliche und düstere Geschichte, die uns Stefanie Kasper hier erzählt, aber eine Geschichte, die einen gefangen nimmt.
Isabel hat sich in einer verwahrlosten Wohnung vor den Menschen versteckt. Sie schafft es kaum, sich das Notwendige im Supermarkt zu holen. Aber sie verheimlicht ihre Soziophobie sogar vor den Adoptiveltern. Doch Elisa hatte schon länger eine Ahnung und durch ihren letzten Willen soll die mit Schuldgefühlen behaftete Isabel aufgerüttelt werden. Sie soll das Schicksal der Familie aufklären und sich selbst wieder ins Leben holen. Quirin, Isabels Adoptivvater, kann ihr die Abwesenheit nicht verzeihen und braucht eine Weile, bis er begreift, dass Isabel ihre eigenen Probleme hat. So sehr sie andere Menschen meidet, so vertrauensvoll wendet sich Isabel wieder Tom zu, der sie zu einer Therapie überredet. Isabel will danach mit Hilfe von Tom aufklären, was in der Vergangenheit geschehen ist. Doch sie stoßen nur auf Schweigen oder Lügen. Immer wieder gibt es neue Versionen. Aber was ist die Wahrheit?
Isabel will ihrer Tante ihren Wunsch erfüllen und gibt nicht auf, dabei begibt sie sich in große Gefahr.
Am Ende klärt sich alles und man ist schockiert über das Verhalten der Beteiligten. Schon damals hat das Vergangene einen großen Einfluss auf das Leben der betroffenen Familien. Als dann auch noch der Verlust der Heimat droht, verändern sich die Menschen und es gibt Gewalt und Manipulation und erschreckendes Handeln. Es entwickelt sich eine Abhängigkeit, die bis in die Gegenwart wirkt.
Ich kann das Verhalten der Personen oft nicht nachvollziehen und die Abgründe, die sich dann auftun, sind furchtbar. Das Ende hatte ich so nicht erwartet, aber es ist schlüssig.
Ein bestürzendes Familiendrama, das mich wirklich gepackt hat.

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Familiengeheimnis: Der dunkle Grund des Sees - Stefanie Kasper

Forggensee – ein Stausee, der 1954 entstand und den Weiler Forggen, der ihm seinen Namen verlieh, flutete. Isabels Adoptiveltern, Elisa und Quirin Radspieler gehörten zu den Kindern, die in Forggen aufwuchsen. Doch das ist lange her. Isabel, zurück in ihrem Heimatdorf, nachdem Elisa an Krebs gestorben ist, macht sich auf Elisas Wunsch hin auf die Suche nach den Spuren ihrer verschwundenen Familie. Elisa hat Kassetten besprochen, die Isabel nun nach und nach hört und damit das Geheimnis der Familie Forggenmüller versucht aufzudecken, die kurz vor der Flutung von einem Tag auf den anderen verschwanden. Bis auf Elisa, welche die Nacht woanders verbracht hatte. Daran, dass ihre Familie ohne sie weggegangen ist, kann Elisa nicht glauben, doch was ist damals passiert? Isabel hört nicht nur Elisas Geschichte, sondern stochert in einigen Erinnerungen und wühlt auf, was manche lieber weiter verborgen hätten.

Isabel Radspieler ist eine schwierige Protagonistin, um Ermittlungen anzustellen. Sie leidet an einer Sozialphobie, geht kaum aus ihrer Wohnung und diese ist nun auch nicht der Traum, sondern ziemlich verwahrlost. Sie schafft es noch nicht einmal, die Wohnung zu verlassen, um ihre Adoptivmutter Elisa am Krankenbett zu besuchen, erst zur Beerdigung. Alles denkbar schlechte Bedingungen, um an einem Geheimnis zu knabbern und dies zu lösen. Allerdings kann Tom, ihr Cousin und früherer Freund/Liebhaber, der sie überraschend fallen hat lassen und Isabel so diese Trennung nie verwunden hat, dazu überreden, eine Therapie zu machen, nachdem sie ihn auf der Beerdigung wieder trifft. Danach ist es besser, doch immer wieder spielt Isabel ihre Angst dazwischen und sie kommt in Situationen, in denen ihr die Worte fehlen bzw. sie um diese ringen muss.

Und obwohl Tom in dieser Hinsicht einen positiven Effekt auf Isabel hat, kam ich nur schwer mit der Romanze der beiden zurecht. Ich bin eh kein Freund von Liebesbeziehungen in Krimis – wobei auch hier der Titel Kriminalroman weit gefasst ist, denn eigentlich ist es eher die Geschichte einer Familie, in der ein Geheimnis gehütet wird und auch Todesfälle vorkommen – aber hier war ich wirklich genervt davon. Tom und Isabel kommen wieder zusammen, trennen sich, kommen wieder zusammen… puh. Gar nicht meins. Was mich aber am meisten stört, ist die Tatsache, dass Isabel Tom bedingungslos wieder in ihrem Leben akzeptiert, obwohl die Trennung damals mehr als schmerzhaft war und er ihr auch keinen Grund genannt hatte. Für mich nicht nachvollziehbar.

Aber neben dem ganzen persönlichen Geplänkel gibt es ja auch noch das Geheimnis um den Forggensee. Eine spannende Sache – man kann heute, wenn der Stausee abgelassen ist, wohl noch zu den Ruinen des damaligen Weihers wandern. Dazu passend finde ich übrigens auch das Cover sehr gelungen. Abwechselnd befindet man sich nun im Hier und Jetzt, aber eben auch in der Zeit vor der Flutung. Elisa und ihre Schwester Sybille, sowie die Söhne Radspieler, Michael und Quirin, sind Nachbarskinder und so im Alter zwischen 7 und 12 kurz vor der Flutung, doch Elisa hat ihre Erinnerungen nicht unbedingt chronologisch aufgezeichnet und so ist man gemeinsam mit Isabel ab und an verwirrt. Überhaupt viel es mir manchmal doch schwer die vielen Informationen zu ordnen und einen Überblick über die offenen Fragen zu halten. Zudem wird ziemlich lange kaum eine Frage beantwortet, sondern nur noch neue Fragen aufgeworfen. Um das Geheimnis bis zum Schluss zu wahren, werden dann sogar verschiedene Lösungen angeboten, unter denen der Leser bzw. Isabel wählen kann, bzw. diese glauben kann, bis dann die letztendliche Lösung auftaucht. Die Spurensuche mit den Ausschnitten aus der Vergangenheit, aber auch die Fragen, die Isabel jetzt stellt, sind spannend zu verfolgen, die privaten Dinge zwischendrin eher nicht so und haben mich auch genervt. Nichtsdestotrotz waren diese Dinge natürlich alle schön verwoben und es galt sie zu entwirren.

Fazit:
Eher Familiendrama, denn Kriminalroman. Das Geheimnis um die Forggenmüller war spannend zu verfolgen, wenn auch manchmal verwirrend. Das private Geplänkel konnte mich nicht überzeugen und hat mich genervt.

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