Bernhard Jaumann: Steinland

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Bernhard Jaumann: Steinland
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783463405704

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Die Steine schrien aus dem Grau der Nacht.

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Es ist eine klare, kalte Winternacht in Namibia. Elsa Rodenstein, das Gewehr quer vor der Brust, bewacht in stummer Verzweiflung den Leichnam ihres Mannes. Am nächsten Morgen nimmt Kriminalinspektorin Clemencia Garises die Aussage der Witwe und der deutschstämmigen Nachbarfarmer auf. Alles deutet auf einen Raubüberfall hin. Auch von dem Sohn fehlt jede Spur. Ist er das Opfer einer Entführung geworden? Nach einer wilden Verfolgungsjagd durch das Windhoeker Township Katutura gelingt es Clemencia zwar, einen Verdächtigen festzunehmen, dieser erzählt jedoch eine völlig andere Version der Ereignisse jener Nacht. Schon bald ist klar, dass es hier um viel mehr geht. Die von der Enteignung bedrohte Farm Steinland spielt offenbar eine Schlüsselrolle in den undurchsichtigen politischen Auseinandersetzungen um die Landreform in Namibia. Doch was die junge Kriminalinspektorin mindestens genauso umtreibt wie die politische Brisanz ihres neuesten Falls ist die Tatsache, dass ihr Bruder Melvin an dem Verbrechen beteiligt gewesen sein soll. Sie befürchtet Schlimmes, zumal Melvin verschwunden ist.

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Zweiter Krimi mit Clemencia Garises

Inhalt:

Auf einer Farm außerhalb von Windhoek: An einem Bohrloch liegt der erschossene Farmer Rodenstein. Seine Witwe schickt die versammelten Nachbarn weg und hält Wache, damit sich die Schakale nicht über den Leichnam hermachen. Ein Raubüberfall wie so viele in der Gegend, denkt Kriminalinspektorin Clemencia Garises, als sie am Tatort eintrifft. Doch bald erkennt sie, dass auch politische Interessen eine gewichtige Rolle spielen. Die Farm war von der Enteignung bedroht. Zu allem Überfluss scheint Clemencias Bruder Melvin an dem Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. Im Bemühen, seine Unschuld zu beweisen und die politischen Intrigen aufzuklären, riskiert Clemencia Karriere und eigenes Leben.


Meine Meinung:

Dies ist der zweite Krimi mit Kriminalinspektorin Clemencia Garises. Wie bereits "Die Stunde des Schakals" ist dieses Buch nicht einfach nur sehr spannend, sondern es verbergen sich hinter der kriminalistischen Handlung politische Gegebenheiten aus Namibia. Im Brennpunkt steht diesmal eine ganz aktuelle, aber umstrittene Landreform, die das Besitzgefälle in Namibia zugunsten der Armen verändern soll. Deutschstämmige Farmer sollen enteignet werden, wehren sich dagegen und sind Opfer von Sabotageakten, deren Ziel offfenbar die Beschleunigung der Enteignung ist. Bei einem dieser Sabotageakte kommt der Besitzer der Farm Steinland zu Tode...

Sehr geschickt und einfühlsam gelingt es Bernhard Jaumann, das Geflecht der Interessen der unterschiedlichen Beteiligten nach und nach zu beleuchten. Auch der Leser, der sich mit den Verhältnissen in Namibia nicht so gut auskennt, kann Verständnis für beide Seiten entwickeln: einerseits die besitzlosen Schwarzen, die noch 20 Jahre nach der Unabhängigkeit ihr Leben in dem ehemaligen Township Katutura fristen und mehr schlecht als recht über die Runden kommen. Auf der anderen Seite stehen die weißen Farmer, die mittlerweile in der 3. oder 4. Generation auf ihrem Land leben und es inzwischen als ihre Heimat ansehen. Die kursiv gedruckten Rückblicke, die Einblicke in die Familiengeschichte der Rodensteins geben, machen diesen Teil der Geschichte des Landes deutlich und tragen dabei zum Verständnis für die weißen Farmer bei, die das karge, trockene Land durch harte Arbeit zumindest so bewirtschaften, daß sie davon leben und einen Beitrag zu Versorgung des Landes leisten können. Das erweckt die Begehrlichkeit von gewissen Elementen, die die Landreform offenbar nur benutzen wollen, um sich selbst zu bereichern.

Das Buch wird keinen Moment langweilig und hält jede Menge unerwartete Wendungen bereit. Die Einblicke in verschiedene Aspekte des Lebens in Namibia sind sehr aufschlußreich. Diesmal liegt der Fokus auf dem Leben der weißen Farmer. Das Leben in Katutura und in Clemencias Familie spielt nicht ganz so eine große Rolle wie in "Die Stunde des Schakals". Dafür erhält ihre Beziehung zu Claus Tiedtke (der eine meiner Lieblingsfiguren ist) mehr Gewicht und Dynamik. Auch die Gemengelage zwischen Clemencia und ihren Kollegen wartet mit einigen Überraschungen auf. Offenbar gibt es bei der Polizei einen Maulwurf und Clemencia weiß nicht, wem sie noch trauen kann. Aus diesem Grund gibt sie den Fall nicht aus der Hand, wie sie eigentlich sollte, da sie persönlich tiefer in die Ermittlungen verstrickt ist, als sie es für möglich hielt. Die Einblicke in die Arbeitsweise der namibischen Polizei sind auch wieder sehr lesenswert. Vieles läuft hier etwas anders als in Europa.

Alle Details rund um den Todes- und Entführungsfall Rodenstein und die nachfolgenden Mordfälle sind so genau und sparsam geschildert, daß der Leser Raum für Spekulationen bekommt, immer wieder Vermutungen hegt, aber dennoch nicht unbedingt auf die richtige Spur gebracht wird. Am Ende wird alles plausibel aufgelöst und obwohl man als Leser gemeinsam mit Clemencia möglicherweise mit der Art der Lösung ein wenig unzufrieden ist, scheint das Ende doch pragmatisch-realistisch und diese Unzufriedenheit gilt keineswegs für das Buch als solches.

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(Aktualisiert: 13 Mai 2012)
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Wo ist Heimat?

Auf Farm „Steinland“ wurde der Farmer Gregor Rodenstein von Räubern erschossen, Sohn Thomas ist verschwunden – entführt. Clemencia Garises und ihr Kollege Robinson bekommen allerdings relativ schnell einen jungen Schwarzen, Tobias Kausiku, in die Finger, mit dessen Wagen die Täter unterwegs waren, wie die übrigen Farmer ausgesagt haben. Clemencia muß schnell fürchten, daß auch ihr Bruder Melvin in die Sache verwickelt ist, aber Melvin ist verschwunden. Bei den Ermittlungen stellen sich Clemencia erwartungsgemäß etliche Hindernisse in den Weg, so wird Tobias Kausiku beim Transport zu einem Verhör erst befreit und kurz darauf erschossen. Auch scheint der Minister für Landangelegenheiten besonderes Interesse an der Farm zu haben. Claus nutzt seinen journalistischen Spürsinn und liefert Clemencia einige Anhaltspunkte, aber das Geflecht von Interessen und Lügen wird immer undurchsichtiger.

Wie schon der Vorgänger „Die Stunde des Schakals“ hat mir auch dieser Band um Clemencia Garises, ihre Familie und Claus Tiedtke gut gefallen. Die Story ist vor dem Hintergrund der Politik verschiedener Staaten im südlichen Afrika sehr glaubwürdig und vermittelt auch Lesern, die Namibia üblicherweise nicht „auf dem Schirm“ haben, einige Einblicke in aktuelle Probleme und deren zwar vielleicht pragmatische, aber nicht unbedingt befriedigende und nach rechtsstaatlichen Gesichtspunkten auch eher zweifelhafte Lösung. An Fragen des Landbesitzes hängt hier eben mehr als ein bloßer Besitztitel, auch um mehr als einen Lebensunterhalt (auch wenn das ein wichtiger Aspekt auch in diesem Roman ist), es geht auch um Fragen von Identität und Heimat sowie von den Grenzen und Möglichkeiten einer Entschädigung für deren Verlust bzw. deren Wiederherstellung.

Zudem werden unterwegs die (richtigen) Hinweise und (falschen) Fährten schön gestreut, so daß man als Leser zum Mitraten förmlich „gedrängt“ wird. Fast nichts ist so, wie es zunächst scheint, und auch sorgfältige Lektüre und Aufpicken der Puzzlestücken bewahrt einen nicht vor notwendigen Korrekturen durch überraschende Wendungen. Dabei wird die eigentliche Handlung immer wieder durch Blicke auf das Alltagsleben der Familie Garises aufgelockert, die teils durchaus amüsant sind, teils aber auch den Kopf über die Bedingungen schütteln lassen, die in diesem sog. Wohnviertel herrschen. Ich hoffe unter diesen Umständen sehr, daß es noch einen weiteren Fall mit Clemencia geben wird, ich würde ihn mir keinesfalls entgehen lassen.

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Tod auf der Farm Steinland

Ein spannender Krimi ist Bernhard Jaumann mit „Steinland“ gelungen, ein weiterer Fall für Kriminalinspektorin Clemencia Garises und ihr Team, der wie schon der Vorgängerband in Namibia spielt. Es beginnt mit einem Toten auf der Farm Steinland: Elsa Rodenstein, die Farmerin, beklagt den ihres Mannes. Eine Gruppe junger Schwarzer soll bei einem Raubüberfall den Farmer erschossen und den Sohn entführt haben. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden, behauptet aber, es habe sich nur um einen Diebstahl und keinen Mord oder Entführung gehandelt. Zudem scheint Clemencias Bruder in den Fall verwickelt, auch er ist verschwunden. Ein Erpresserbrief bringt die Entführung in Zusammenhang mit der Landreform in Namibia – plötzlich ist die große Politik involviert… Sehr gut gefallen haben mir auch die mystisch angehauchten Einschübe über die Geschichte der Farm.

Die Geschichte rund um die Farm Steinland ist gut recherchiert, spannend geschrieben und jedes Kapitel wartet mit neuen überraschenden Wendungen auf. Auch wenn man den ersten Band nicht kennt, fiebert man bald mit Clemencia, ihrer Familie und ihrem Team und rätselt über die undurchsichtige Rolle der weißen Farmer. Ganz nebenbei erfährt man viel über die aktuelle Lage in Namibia, die Landschaft und die Geschichte.
Wer gerne intelligente Krimis in exotischer Umgebung liest, dem kann ich „Steinland“ sehr empfehlen!

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