Sylvia B. Lindström: Inselfeuer

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Sylvia B. Lindström: Inselfeuer
Untertitel
Ein Öland-Krimi
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783746631929

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Originalsprache
deutsch

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Handlungsort

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Öland brennt Eine Serie von Brandstiftungen und brutalen Morden erschüttert Öland. In den Augen der meisten gibt es nur einen Verdächtigen: Jorma Brolin, Tischler, Hufschmied und Ölands unumstritten stärkster Mann, den hier jeder fürchtet. Doch der Polizei mangelt es an Beweisen. Die schöne Anwältin Alasca Rosengren übernimmt widerwillig Jormas Verteidigung. Auch sie hat etwas zu verbergen und verstrickt sich immer mehr in sein Netz aus Lügen und geschickter Manipulation. Eine Geschichte von Sylvia B. Lindström, die seit vielen Jahrzehnten auf Öland lebt, erzählt eine Geschichte von Liebe, Schuld, Gier und der Sehnsucht nach Heimat.

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Inselfeuer

Auf der schwedischen Insel Öland geht ein Brandstifter um. Die Bewohner haben ihren Schuldigen schon gefunden: Jorma Brolin. Vor zehn Jahren war er schon einmal angeklagt, wurde aber freigesprochen. Der Polizei mangelte es damals an Beweisen, und auch jetzt gibt es keine Beweise für Jormas Schuld. Jorma selbst beteuert seine Unschuld. Wer steckt also hinter den Bränden?

Mein Leseeindruck:

Das Buch wird als Kriminalroman verkauft, aber dafür ist es meiner persönlichen Meinung nach zu wenig spannend. Die Handlung plätschert zunächst dahin und legt den Fokus auf die Charaktere.

Die Figuren sind durchaus interessant, blieben mir aber auch alle etwas fremd. Wirklich hineinfühlen konnte ich mich in keine der handelnden Protagonisten. Richtig sympathisch konnten sie mir leider auch nicht werden.

Sehr gut gefallen hat mir das Setting. Ich mag Schweden und hatte während des Lesens immer das Gefühl, mich tatsächlich auf Öland aufzuhalten. Diese besondere Atmosphäre hat die Autorin sehr gut rüberbringen können.

Mit dem Schreibstil hingegen musste ich mich erst anfreunden bzw. es hat etwas länger gedauert, bis ich mich eingelesen hatte. Das Buch lässt sich durchaus flüssig lesen, aber der Schreibstil hebt sich doch etwas ab und ist - für mich - gewöhnungsbedürftig gewesen.

Es gibt ein paar Punkte in der Krimihandlung, die ich gerne noch etwas näher ausgeführt gehabt hätte, u.a. zum Beispiel die Motivation des Täters zu den Mordtaten.

Insgesamt hat mir das Buch durchaus gut gefallen, aber für einen Krimi habe ich mir etwas mehr an Spannung erhofft.

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Für Schweden- und Pferdeliebhaber

Während Anwältin Alasca Rosengren im schwedischen Kalmar als Verteidigerin für missbrauchte Opfer an deren Seite vor Gericht steht, geht daheim auf der Insel Öland der Feuerteufel um. Das Misstrauen der Bevölkerung gilt vor allem einem: Jorma Brolin, dem Allroundhandwerker, der Mann für alle Fälle. Es entwickelt sich ein Netz aus Verdächtigungen und Verwicklungen, angeheizt noch durch die Internetplattform "Flashback". Aber was geschah wirklich in den Nächte, in denen der Himmel durch die Feuersbrunst erhellt wurde und etliche Opfer ihr Leben in den Flammen lassen mussten? Was hat Alascas Sohn Kristian damit zu tun, der sich seit einiger Zeit seltsam verhält? Spielt Alascas Vergangenheit bei den Verbrechen eine Rolle? Wo liegt der Schlüssel zu den Verbrechen? Zeit, sich den vielen unbeantworteten Fragen zu stellen...

"Inselfeuer" ist zwar als Kriminalroman veröffentlicht worden, in meinen Augen aber viel mehr eine Gesellschaftsstudie über die Öländer mit einem kriminalistischen Anteil. So passiert in der ersten Hälfte des Romans nicht sehr viel; wir begleiten die verschiedenen Figuren in ihrem Alltag und lernen nach und nach ihre aktuelle Lebenssituation kennen. Wer Spannung von Anfang an erwartet, könnte hier etwas enttäuscht sein, da es an Dynamik ziemlich mangelt. Mir hat der Blick ins Innenleben der Protagonisten recht gut gefallen, auch den Schauplatz Öland lernt man bei dieser Gelegenheit besser kennen.

In der zweiten Hälfte wird es krimineller; auf Öland brennt es wieder und ich konnte erstmals Spekulationen über den Täter oder die Täterin anstellen. Die Verbrechen und die Ermittlungen bleiben aber sehr dezent im Hintergrund; es geht nach wie vor darum, wie die Ölander damit umgehen und welche Reaktionen ausgelöst werden. Interessant, wie die Hemmungen fallen, sobald man im Internet unter Nickname seine Meinung posten kann - hier entsteht sozusagen eine Parallelwelt der Insulander, in der sie vermeintlich kein Blatt vor den Mund nehmen müssen.

So langsam wie sich der Fall anlässt, so überhastet endet er. Mir ging das viel zu schnell, obwohl die Auflösung an sich schlüssig und für mich ok war. Aber am Ende bleiben doch sehr viele Fragen offen, für mich zu viele. Das hätte ruhig noch ein bisschen ausführlich ausgearbeitet werden können.

Gut gefallen haben mir als Pferdefreundin die Pferdeszenen, die sehr harmonisch in die Handlung eingebettet sind. Leider hat auch Sylvia B. Lindström eine ihrer Pferdefiguren aus dem Transporter "auf die Knie fallen" lassen, was natürlich anatomisch nicht geht, auch wenn jeder weiß, was gemeint ist. Von einer Equitherapeutin, die auch Anatomiekurse gibt, erwarte ich mir hier aber Korrektheit.

Und noch ein Wort zum Schreibstil. Insgesamt kam ich ganz gut zurecht damit, aber zwischendurch gibt es immer wieder Passagen, in denen sehr kurze, abgehackte Sätze aufeinanderfolgen. Das bremste mich immer wieder in meinem Lesefluss aus und ich empfand den Stil deswegen stellenweise ziemlich unrund. Geschmacksache, aber es sollte gesagt werden.

Ich empfehle das Buch gerne an LeserInnen weiter, die ruhige und sich langsam entwickelnde Geschichten mögen und nicht unbedingt Tempo und Action brauchen. Wer noch dazu Schweden und Pferde liebt, der soll es ruhig mal damit versuchen.

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Inselfeuer

September 2007. Ruhe und Frieden sind wieder eingekehrt auf Öland. Der Sommer ist vorbei, die Touristen haben die kleine schwedische Insel verlassen. Die Öländer sind unter sich auf ihrem Eiland, dessen spröde, stille Schönheit sich einem Fremden kaum erschließt.

Nun lodern jenseits der Idylle des schwedischen Urlaubsparadieses die Flammen auf. Ein Feuerteufel ist am Werk. Und die Bewohner des kleinen Örtchens Ormöga glauben, den Verursacher auch sofort ausmachen zu können.

Schon vor zehn Jahren hatte nämlich Jorma Brolin unter Verdacht gestanden, einen der ihren getötet und anschließend dessen Haus in Brand gesetzt zu haben. Und da Jorma schon auf Grund seiner voluminösen Statur nicht wie ein Unschuldslamm wirkt, sind sich die Öländer sicher, dass der unbeholfene 47-Jährige der Übeltäter ist. Jorma - nach dem Verlust seiner weißblonden dünnen Haare kahl geworden - ist zudem eine blasse, farblose Erscheinung und für viele nicht vertrauenserweckend. Die Menschen fürchten sich vor ihm. Die, die ihm das erste Mal begegnen, aber auch die, die ihn schon immer kennen. Leider trägt Jormas Verhalten nicht dazu bei, diesen Eindruck zu entkräften. Im Grunde ist er selbst zutiefst unsicher, schwach und geprägt von der Angst, dass seine Frau Yvonne ihn verlässt. Ohne sie kann er nicht leben. Dieser Furcht opfert er vieles und fügt sich immer wieder ihren Wünschen.

Doch ist er der Täter?

Sylvia B. Lindström kennt sich aus auf Öland. Seit vielen Jahren lebt sie dort. Mit Ormöga hingegen hat sie einen fiktiven Ort geschaffen. Übersetzt ins Deutsche heißt Ormöga Vergissmeinnicht. Ein Schelm, der Böses bei diesem Namen denkt.

Denn es geht nicht nur um eine Gemeinschaft, die nicht vergisst. Menschen, die den Eigensinn und Störrigkeit ihrer Insel in sich tragen, einander gewogen sind, helfen oder auch nicht, die einen festen Bund bilden, in den allerdings nicht jeder Aufnahme findet. Als Öländer wird man geboren. Öländer ist man oder man ist es nicht. Und wer es einmal mit den Öländern verscherzt, hat es schwer, nochmals Gnade vor ihren Augen zu finden. Nicht unbedingt vorteilhaft.

Es ist offensichtlich, dass in der Geschichte von Sylvia Lindström weniger die Kriminalhandlung, sondern vielmehr die Figuren im Mittelpunkt stehen: Jorma Brolin, die Anwältin Alasca Rosengren, ihre Großmutter Borghild, Stellan Qvist...

Die Brände als solches - und ebenso die Tötungsdelikte - geschehen eher am Rande und bilden den "Aufhänger" für einige Protagonisten, sich mit ihrer (vergessenen?) Vergangenheit zu beschäftigen und ihr Verhalten und ihre Gefühle in der Gegenwart auf den Prüfstand zu stellen.

Besonderes Augenmerk erhalten hierbei die unterschiedlichen Mutter-Sohn-Beziehungen, unter anderem die von Jorma und seiner Mutter. Borghild und Karl, Alasca und Kristian, Themen wie Vernachlässigung und Missbrauch.

Insgesamt gesehen sind die Figuren zum Teil recht unbequem und eigensinnig, verschlossen und ablehnend, verbittert und kühl. Sie müssen sich Sympathiepunkte beim Leser im Verlauf des Geschehens erarbeiten.

Es ist beispielsweise lobenswert, dass die Autorin mit Alasca keine Frau geschaffen hat, die unfehlbar und über jeden Zweifel erhaben ist. Der Umgang mit ihrem Sohn Kristian wird nicht als heile Welt suggeriert. Vielmehr vernachlässigt Alasca ihren Sohn, nicht willentlich, eher aus Unvermögen und Zerstreuung heraus. Schließlich ist sie in ihrem Beruf als Opferanwältin sehr eingespannt, so dass sie die kostbaren gemeinsamen Stunden mit ihrem Sohn allzu oft vergeudet.

Dabei ist Kristian ein kluges fantasievolles Kind und besitzt die Gabe, sich in andere Menschen einzufühlen. Er ist der geborene Optimist, der stets die Möglichkeiten, nicht die Schwierigkeiten sieht. Doch er verändert sich, und obwohl Alasca dies bemerkt, scheint sie nicht in der Lage zu sein, eine Änderung herbeizuführen. Sind daran die Erlebnisse in ihrer eigenen Kindheit schuld?

Hingegen zeigt sich Kristians Beziehung zu seiner Urgroßmutter Borghild, die er Mormor - Großmutter - nennt, inniger, zumal sie nur seinetwegen noch am Leben festhält.

Und welche Rolle spielt Stellan Qvist, der aus sogenannten einfachen Verhältnissen stammt und inzwischen zu den renommierten und wohlhabenden Öländern gehört? Hinter einer Fassade geschmeidiger Verbindlichkeit verbirgt er ein eher schüchternes Wesen, gilt als gutherzig, wenngleich er selten völlig selbstlos agiert und gute Taten mit für ihm Nützlichen verbindet. Als Anwalt wird er für schlau und durchtrieben gehalten, ist ein Meister der leisen Töne, nähert sich spitzfindig, eloquent und beharrlich seinem Ziel.

Außerdem zeigt sich, dass die Beziehungsstörungen selbst vor den Tieren nicht Halt machen. Mit Sir Noir fügt die Autorin einen tierischen Protagonisten in das Geschehen ein, der sein eigenes Päckchen zu tragen hat, das dem der Menschen durchaus ähnelt, so dass Parallelen gezogen werden können. Da das Pferd nicht in einer Herde aufgewachsen ist, versteht es die dort herrschenden Regeln nicht, so dass er von seinen Artgenossen gemobbt und unterdrückt wird. Zwar ist er das schwächste Tier in der Herde und ein Störenfried, gegenüber den Menschen aber spielt er sich auf und lehrt sie das Fürchten.

Diesbezüglich beweist die Autorin ihr Verständnis für Pferde, ihre Beobachtungsgabe und ihr Können im Umgang mit den Tieren und die daraus folgende Deutung des Verhaltens.

Das Geschichte ist vom Erzähltempo her sehr entschleunigt und liest sich manchmal etwas zäh. Zudem sind die vielen Szenenwechsel recht sprunghaft und irritierend. Es erschwert den Aufbau einer Verbindung zum Geschehen, das zwar düster, wiederum auch spannungsarm ist. Hier wäre in der Fortsetzung ein paar packende Momente wünschenswert.

Sylvia Lindström legt einen Roman vor, der hinsichtlich der Charakterstudie von Mensch und Tier mit wenigen Abstrichen überzeugen kann, hinsichtlich der Handlungsabläufe jedoch ausbaufähig ist.

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Es brennt auf Öland

Vor Jahren hat es schon eine Serie von Brandanschlägen auf Öland gegeben und der Schuldige war bei den Bewohnern schnell ausgemacht. Jorma Brolin hatte stets beteuert, dass er unschuldig ist und es gab auch keine Beweise, so dass er nicht verurteilt wurde. Nun gibt es wieder einige Brandstiftungen und wieder ist man davon überzeugt, dass nur Jorma der Täter sein kann. Doch dann gibt es auch noch Tote.
Es fiel mir nicht leicht, in diese Geschichte, die ich nicht als Krimi bezeichnen würde, hineinzufinden. Das Geschehen auf der Insel wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Manches ist etwas langatmig geschildert.
Es gibt eine ganze Reihe von Personen, die in dieser Geschichte mitspielen. Eigentlich war mir niemand sympathisch und ich konnte mit keinem mitfühlen. Alle scheinen einen Knacks weg zu haben. Jorma Brolin ist ein unangenehmer Mensch, der sich den anderen aufdrängt. Er ist Tischler und Hufschmied und übernimmt Arbeiten aller Art, das heißt er manipuliert die Menschen und da er stark und bedrohlich ist, wagt niemand sich zu wehren. Aber er hat auch Angst, dass ihn seine Frau Yvonne verlässt, daher tut er alles, um sie zufrieden zu stellen. Selbst die Anwältin Alasca Rosengren will nicht für ihn tätig werden, da sie ihn für schuldig hält, dabei hat sie selbst etwas zu verbergen. Ihr Sohn Kristian verändert sich und Alasca weiß nicht, was sie dagegen tun kann. Dafür ist Kristians Beziehung zu seiner Urgroßmutter Borghild sehr eng. Dann ist da noch der reiche Anwalt Stellan Qvist, der freundlich wirkt und seine Vorteile zu nutzen weiß.
Es herrscht eine düstere und bedrohliche Atmosphäre auf Öland. Obwohl die Bewohner eine eingeschworene Gemeinschaft sind, hat doch jeder für sich etwas, das er bewältigen muss.
Es ist ein sehr psychologischer Roman, bei dem der Kriminalfall etwas auf der Strecke bleibt, so dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden.

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