Martin Krist, Marcel Feige: Trieb

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Martin Krist, Marcel Feige: Trieb
Verlag
ET (D)
2009
Ausgabe
E-Book
Format
ISBN-13
B00BZ0OU78

Informationen zum Buch

Seiten
718

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
In Gracen, einem winzigen albanischen Bergdorf, schüttelte ein Junge wütend sein kleines Radio.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Paul Kalkbrenner, Mordkommissar in Berlin-Mitte, hat am selben Tag seine Scheidung und den Umzug in die neue Wohnung hinter sich gebracht und möchte einfach nur die Füße hochlegen. Doch dann wird in einem Nobelhotel ein angesehener Geschäftsmann erschossen aufgefunden, der seltsamerweise unter falschem Namen eingecheckt hatte.

Der kleine Tabori aus Albanien, der von zu Hause ausgerissen ist, verirrt sich im winterlichen Berlin. Auf der Suche nach seinem Cousin helfen ihm die falschen Freunde. Zur gleichen Zeit wird ein Staatssekretär ermordet, ausgerechnet ein Informant des Journalisten Hardy Sackowitz. Der wähnte sich einem Politskandal auf der Spur. In Wahrheit kommt er einer Szene auf die Schliche, die in ihrer Perfidität lieber im Dunkeln bleiben möchte – um jeden Preis!

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Gewohnt spannend zu lesen, aber man braucht auch starke Nerven

Inhalt
Zwei albanische Jungen verlassen ihr Dorf und ihr Land, um in der deutschen Großstadt Berlin viel Geld zu verdienen und ihre Familien damit zu unterstützen. Doch das Leben auf der Straße ist hart. Kein warmer Platz zum Schlafen, wenig Geld, gefährliche Konkurrenz durch andere Banden und Kälte und Hunger sind die ernüchternde Realität. Als ein freundlicher Mann Tabori anspricht und seine Hilfe anbietet, scheint es für den Jungen aufwärts zu gehen. Doch die Freundlichkeit des Mannes hat einen fürchterlichen Preis.

Gleichzeitig ist Kommissar Kalkbrenner mit dem Mord an einem Lebensmittelproduzenten beschäftigt. Die erste Spur führt zu miesen Geschäften mit Gammelfleisch, doch ein weiterer Mord lässt neue Fragen aufkommen. Neben Kalkbrenner ist auch der Journalist Sackowitz wieder hinter einer Spur her, die ihn plötzlich in große Gefahr bringt. Wer versucht, ihn von seinen Nachforschungen abzuhalten?

Meine Meinung
Nach „Wut“ und „Gier“ ist dies nun der dritte Fall mit dem Berliner Kommissar Paul Kalkbrenner. Nach dem emotional sehr aufreibenden letzten Fall bringt er nun mit einem Umzug neue Ordnung in sein Leben und versucht einen Neuanfang in der Beziehung zu seiner Tochter. Die Geschichte um sein Privatleben ist die eine Seite, die wieder interessant zu verfolgen ist. Doch auch der neue Fall ist gleich wieder sehr spannend und voller Tempo. Dafür sorgen wieder die vom Autor gewohnten kurzen Kapitel und die häufigen Szenen- und Perspektivwechsel. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen, während man von einem Schauplatz zum anderen wechselt und sich dabei sogar manchmal die Handlungen berühren.

Man hat es hier nämlich mit vier Handlungssträngen zu tun: Kommissar Kalkbrenner und seine Ermittlungen zum „Gammelfleischmord“, der Journalist Sackowitz, der einen angeblichen Selbstmord eines Politikers untersucht und schon im ersten Teil „Wut“ eine größere Rolle besaß, die Entführung eines Jungen einer alleinerziehenden Chefin einer Werbeagentur und die Handlung um den albanischen Jungen Tabori, der in Berlin viel Geld verdienen will. Als Leser ahnt man, dass die vier Fäden irgendwann zusammenlaufen werden.

Je länger man liest, desto mehr benötigt man für diesen Krimi starke Nerven, denn er führt in eine Pädophilen-Szene, die auf widerliche Weise das Vertrauen der Jungen gewinnt und ausnutzt. Ich wurde so wütend und traurig, und es ist besonders erschreckend, dass es diese Szene so in der Realität tatsächlich gibt. Der Autor geht im Nachwort noch einmal ausführlich auf die Informationen und Gespräche aus seinen Recherchen ein.

Das Thema ist also besonders bedrückend und hart zu lesen, aber nicht durch detaillierte widerlich beschriebene Szenen oder Effekthascherei. Der Autor schafft es auch ohne dies, oder gerade deshalb, ein beklemmendes Gefühl zu erzeugen, denn auch die Täter gehen sehr subtil vor. Ich finde es wichtig, darauf aufmerksam zu machen, denn mir war das Problem so bisher nicht bekannt. Gleichzeitig ist es aber auch ein sehr spannender Krimi, der bis zum Schluss viel Raum zum Spekulieren bietet und mit viel Action, einigen unerwarteten Wendungen und gefährlichen Szenen für sehr spannende Lesestunden sorgt. Und eine kleine Szene am Schluss macht mich besonders neugierig auf den nächsten Fall „Engelsgleich“, der Ende des Jahres erscheint.

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Dritter Fall für den Berliner Ermittler Paul Kalkbrenner

In einem Hotelzimmer in Berlin wird ein bekannter Lebensmittelproduzent ermordet aufgefunden. Mit wem wollte er sich dort treffen und warum hat er sich unter einem falschen Namen eingeschrieben? Die Recherchen zeigen in Richtung Gammelfleischskandal, bis eine weitere Leiche einen ganz anderen Zusammenhang befürchten läßt.

Mit diesem dritten Fall seines Ermittlers Paul Kalkbrenner führt der Autor den Leser diesmal in die besonders beklemmende und ekelerregende Pädophilen-Szene. Für manche Szenen braucht man sehr gute Nerven, aber sie sind nüchtern anklagend geschrieben. Im Bonusmaterial berichtet Martin Krist über seine Recherchen in der Szene, die mir in dem Ausmaß nicht bekannt war und mich erschüttert und wütend gemacht hat.

Wie gewohnt, sind die zahlreichen Kapitel knapp gehalten, durch die ständigen Wechsel der Handlungsstränge wird wieder Spannung aufgebaut und ein hohes Tempo gehalten. Toll ist auch immer wieder, wie sich die Handlungen durch verschiedene Perspektiven berühren. Insgesamt gibt es drei Handlungsstränge: einmal die Ermittlungen zu dem Mord an dem Lebensmittelproduzenten, dann begleiten wir den albanischen Jungen Tabori, der von daheim ausreisst und nach Berlin fährt, um Geld für seine Familie zu verdienen und dabei an die falschen Freunde gerät.
Der dritte Strang dreht sich um den Reporter Harald Sackowitz, der trotz des Verbot seines Vorgesetzten einer Spur folgt, nach der der Schlaganfall des parlamentarischen Staatssekretärs Schulze ein Selbstmord gewesen sein soll.

Daß Hardy Sackowitz diesmal wieder eine bedeutende Rolle spielt, hat mir sehr gut gefallen, da ich ihn bereits in „Wut“ gerne gelesen habe. Seine Recherchen zu dem Fall Schulze führen ihn in ernste Schwierigkeiten.

Paul Kalkbrenner hat mir diesmal noch besser gefallen als die vorigen Male: seine Ehe ist zwar am Ende, aber mir kam er freier vor, er muß sich nicht mehr verbiegen, um seiner Frau Ellen gerecht zu werden. Lediglich das Verhältnis zur gemeinsamen Tochter Jessy ist nach den Vorfällen im zweiten Band weiterhin frostig. Auch sein Verhältnis zu seinem Kollegen Sebastian Berger ist sehr gespannt: da Paul mit ihm nicht über die Vorgänge von vor wenigen Monaten gesprochen hat, mißtraut dieser ihm zunehmend. Nur gut, daß mit Sera Muth eine neue und tolle Kollegin dazugekommen ist, die oftmals die Dinge direkt anspricht.

Achja, es taucht eine weitere ermordete Prostituierte auf, die starke Ähnlichkeit mit der toten Melanie Hauser aus dem zweiten Band aufweist. Wer „Gier“ kennt, wird wahrscheinlich den gleichen Verdacht haben wie ich, was die Tote anbetrifft.

Mich konnten bereits die ersten beiden Bände um Hauptkommissar Kalkbrenner überzeugen, aber meiner Meinung nach hat der Autor bei diesem Band noch eine Schippe draufgelegt. Ich freue mich nun auf den vierten Teil „Engelsgleich“, der in diesem Jahr noch erscheinen wird.

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Gänsehaut der anderen Art

Martin Krist hat es einfach drauf, seine Leser und vor allem mich zu begeistern. Spannung von Anfang an, viele kurze Stränge, viele Wendungen. Hintergründig, anklagend, eine Geschichte, die unter die Haut geht und die sehr authentisch ist. Ich lese nicht so gerne Thriller, in denen Kinder die Opfer sind. Aber Martin Krist erzählt die Geschichte so behutsam, dass ich zwar teilweise gar nicht wusste, wohin mit den vielen Emotionen, die hoch kochten, aber nicht angeekelt das Buch zu klappen musste. Das schätze ich so an Martin Krist. Er sucht sich hochbrisante Themen aus, schreibt gnadenlos spannend, aber er übertritt nie die Grenze des guten Geschmacks. Er will aufrütteln, aber nicht auf eine eklige Art und Weise, sondern auf seine ganz eigene eindringliche Art.

Die Story ist gewohnt vielschichtig und sehr intelligent aufgebaut. Ich liebe es, wenn die Spannung durch viele Stränge, die oft mit einem Cliffhanger enden, noch gesteigert wird. Und darin ist Martin Krist ein wahrer Meister. Er jagt mich durch die Geschichte, durch immer wieder neue Wendungen muss ich umdenken. Die Geschichte des kleinen Tabori spinnt sich dabei wie ein roter Faden durch das Buch. Ganz besonders schlimm finde ich, dass solche Dinge täglich geschehen.

Ich mag am liebsten Thriller mit maximal 500 Seiten, da mehr Seiten oftmals die Spannung rauben. Aber nicht bei diesem Buch, es ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite und das finde ich einfach genial.

Martin Krist lebt in Berlin und das merkt man auch in diesem Werk. Er zeichnet ein sehr stimmungsvolles Bild von der pulsierenden Metropole und er führt mich auch in die düsteren Ecken, in die Hinterhöfe und die nicht so feinen Gegenden.

Ich gebe zu, ich bin großer Fan von Paul Kalkbrenner seit seinem ersten „Auftritt“ in „Wut“. Ich mag seine leicht chaotische Art, ich mag seine Art zu ermitteln, sein weiches Herz hinter der rauen Schale. Und nun mag ich auch Hardy Sackowitz! Ich bin ein bisschen traurig, dass die Paul Kalkbrenner Ära mit diesem letzten Teil nun zu Ende ist, aber ich bin sicher, dass er irgendwann wieder auftauchen wird!

Ein sehr beeindruckender Thriller, der nicht nur spannend ist und unterhält, sondern eine Gänsehaut der ganz anderen Art verursacht, weil er so realistisch ist!

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Versagen der Gesellschaft, Gier des Einzelnen

Inhalt:

Ein kleiner Ausreißer gelangt mit seinem Freund von einem hinterwäldlerischen Bergdorf in Albanien in die Bundeshauptstadt Berlin, wo er Geld verdienen will.
Er ist schnell auf sich allein gestellt, was ihn aufgrund seiner Jugend und mangelnder Sprachkenntnisse (vom Kulturschock mal ganz zu schweigen) zu einer leichten Beute von Gangs und anderen Bösewichten macht.

Derweil ermittelt Kommissar Paul Kalkbrenner in dem Mordfall eines Großindustriellen.
Was anfangs aussieht wie ein Skandal um Gammelfleisch, entpuppt sich mit der Zeit als etwas viel Größeres, Perfideres.

Meine Meinung:

Es gibt jede Menge Szenenwechsel, Handlungsstränge, und Tote. Atempausen gibt es nicht wirklich, außer in den Szenen Kalkbrenners und seiner Tochter Jessie, wo ein paar private Probleme gewälzt und gelöst werden.

Die verschiedenen Handlungsstränge werden geschickt miteinander verwoben, so dass zum Schluss ein zusammenhängendes Ganzes entsteht.

Diverse Klischees werden bedient, aber in einer Weise, dass es mir erst im Nachhinein klar wurde.

Das Thema selbst ist nicht reißerisch angegangen, aber auch nicht sentimental. Es wird nichts verklärt oder beschönigt, und die Lektüre nimmt einen emotional ziemlich mit, da alles durchaus realistisch beschrieben wird, und auf traurigen Fakten basiert.

Es wird nicht angeklagt oder verurteilt, das überlässt der Autor dem Leser.

Ein sehr gelungenes Buch über eine unhaltbare, aber leider unabänderliche Situation. Ich kann es nur jedem empfehlen.

P.S. Dies ist übrigens eine der wenigen ebook Ausgaben die wohltuend auffallen durch ihren Mangel an Druckfehlern.

Zusätzlich zu dem Roman enthält sie ein Nachwort mit ausführlichem Recherchematerial, einer kleinen Paul Kalkbrenner/Sera Muth Kurzgeschichte, und einer Leseprobe für ‘Drecksspiel’ was ich mir jetzt unbedingt kaufen muss!

Man braucht starke Nerven, um das Buch zu lesen, aber wie schon erwähnt, es ist absolut empfehlenswert.

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