Ursula Hahnenberg: Teufelstritt

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Ursula Hahnenberg: Teufelstritt
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442484157

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Bevor sie das schwere schmiedeeiserne Tor zum Kirchhof aufschob, sah sich die zierliche Frau gewissenhaft um und vergewisserte sich, dass sie in der einsetzenden Dunkelheit allein war.

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Als Julia Sommer die Stelle der Försterin im Ebersberger Forst bei München antritt, hofft sie auf einen beruflichen und privaten Neuanfang. Doch Julias Chef, der Waldbesitzer Ludwig Voss, ist ein unsympathischer Macho, der der jungen Frau mehr als einmal zu nahe tritt. Dann zerreißen eines Morgen zwei Schüsse die Stille des Waldes – und anstelle eines gewilderten Hirsches findet Julia Ludwigs Leiche... Trotz aller Unschuldsbeteuerungen wird sie schnell zur Hauptverdächtigen, vor allem für die verschworene Dorfgemeinschaft. Also stellt Julia selbst Nachforschungen an. Doch der eigentliche Täter liegt schon wieder auf der Lauer – und die Försterin steht zwischen ihm und seinem nächsten Opfer...

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Ein gelungenes Debüt, dass Lust auf weitere Fälle macht

Julia hat es geschafft: sie ist nach etlichen Jahren als Försterin in "ihren" Wald zurückgekehrt - dem Wald, für den schon ihr Vater verantwortlich war. Gemeinsam mit ihrem Sohn und ihrer Großmutter bewohnt sie nun das zum Forstamt dazugehörige Haus und lebt sich gerade in die altvertraute Gegend ein.
Doch nichts ist für die Alleinerziehende junge Frau so einfach wie gedacht, denn ihr neuer Chef, der Waldbesitzer Ludwig Voss, ist ein großspuriger, unsympathischer Chauvi, der auch Julia durchaus schon zu nahe getreten ist.
Als Julia eines Morgens mit ihrem Gewehr auf der Lauer liegt, hallen zwei Schüsse durch den stillen Wald - die Försterin vermutet den Wilderer, der schon seit geraumer Zeit sein Unwesen treibt, doch als sie zum Ort des Geschehens kommt, findet sie Ludwig Voss...

Dank einiger ungeschickter Handgriffe und unbedachter Aussagen wird Julia schnell zur Hauptverdächtigen in diesem Mordfall - zumal ihr jemand sehr geschickt Beweise unterzujubeln versucht. Als die Dorfgemeinschaft gegenüber der eigentlichen "Einheimischen" auch feindseliger reagiert, beschließt Julia, eigene Nachforschungen anzustellen...

Sehr gelungen schildert die Autorin Ursula Hahnenberg die dörfliche Gemeinschaft, die nicht nur tratscht und klatscht, sondern sich auch relativ zügig auf ein vermeintlich klares Feindbild einschwört. Da ich selbst aus einem Dorf stamme, empfand ich die Gruppendynamik als sehr realistisch - eine Tatsache, die mich fast schon gruseln lässt. Abgesehen davon habe ich die eingestreuten Details aus Julias Arbeit sehr gerne gelesen, denn ich mag Wald unheimlich gerne, kenne mich mit Forstarbeit aber überhaupt nicht aus.
Überhaupt hat mir der flüssige, bildhafte Stil der Autorin sehr zugesagt, denn gemeinsam mit einer guten Spannungskurve sorgt er dafür, dass der relativ schmale Krimi schnell gelesen ist. Aber nicht ohne vorhin die Abgründe mancher Menschen offenzulegen - vor allem die kurzen Tagebuch-Passagen habe mich wirklich erschüttert.
Da ich die etwas kantige Julia Sommer als Hauptperson nicht unbedingt auf Anhieb sympathisch fand, tut der Sache keinen Abbruch - in meinen Augen muss man Hauptfiguren nicht immer sofort ins Herz schließen. Für mich birgt dieser Charakter allerdings jede Menge Potential!

Kurzum, ein tolles Debüt, das meine Vorfreude auf weitere Fälle schürt.

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Tief im Wald: Teufelstritt - Ursula Hahnenberg

Julia Sommer ist Försterin im Ebersberger Forst. In dem Forst, in dem einst ihr Vater Förster war, bevor er mit Julias Mutter und Julia im Wagen verunglückte und Julia Waise wurde. Ihre Oma Martha hat sie damals aufgezogen und nun wohnt das Weibergespann, gemeinsam mit Julias Sohn Florian im alten Haus der Familie. Doch der Neuanfang im erzkatholischen Dorf hat auch Nachteile: nicht nur der Kindergarten hat Schwierigkeiten mit dem nicht-getauften Florian, sondern auch das Dorf beäugt skeptisch die „Förstersliesel“. Besonders schwer macht es ihr allerdings ihr Chef, Ludwig Voss. Ein unangenehmer Mensch, der Julia auch schon körperlich bedrängt hat und der für die Jagd schwärmt. Als Julia dann Ludwig Voss erschossen im Wald findet, ist sie nicht nur die Hauptverdächtige, sondern macht auch noch alles falsch was man falsch machen kann.

Ich finde es immer wieder schön, selbst aus einem Krimi, der nicht den Anspruch hat ein politischer oder sozialkritischer Krimi zu sein, noch etwas zu lernen. So hat Julia Sommer bzw. die Autorin mir die Försterei näher gebracht. Wie wichtig es ist, neue Baumbestände zu pflanzen, alte Baumbestände zu erhalten, nicht wahllos Tiere zu schießen oder auch die Waldbrandgefahr im Auge zu haben. So ein Wald macht ganz schön Arbeit und Julia Sommer ist im Wald in ihrem Element. Der Wald und dessen Ruhe bedeuten ihr alles, abgesehen natürlich von ihrem Sohn und ihrer Oma. Sie ist ein zurückhaltender Mensch, der misstrauisch gegenüber Fremden ist und nur schwer Kontakt schließt. So hat sie auch erst eine Freundin im Ort gefunden, Teresa, und ist sonst mit sich, ihrer kleinen Familie und ihrem Wald zufrieden.

Leider wird ihr dieser Charakterzug zum Nachteil, als sie verdächtigt wird, Ludwig Voss erschossen zu haben. Am Tatort fasst sie alles an, läuft dann weg um Hilfe zu holen und wird von zwei Nordic Walkerinnen gesehen – fortan ist man weder bei der Polizei noch im Dorf zimperlich mit ihr. Zumal Julia kurz vorher mit Voss Streit hatte, sie es sich mit dem Pfarrer und der Feuerwehr verscherzt hat und auch noch die Tatwaffe die alte Waffe ihres Vaters ist – die sie Voss ohne Überlassungsschein einfach gegeben hat. Nun hätte es vielleicht Mittel und Wege gegeben, die Polizei milde zu stimmen, doch Julia verhält sich äußerst unkooperativ und verstrickt sich so immer mehr in die Geschichte und die Stimmung im Dorf heizt sich auf.

Während man in der Erzählung Julia folgt, gibt es noch Einwürfe aus einem Tagebuch. Dieses wurde von einer Frau geführt, die in ihrer Ehe, die sie anfangs als Erlösung aus dem Elternhaus glaubte, die Hölle auf Erden wird. Die Einträge sind sehr aufwühlend und zeigen ein verdecktes Familiengeheimnis. Das Miträtseln, wie zwei Erzählstränge zusammen gehören, macht mir in Krimis immer noch am meisten Spaß, wobei man relativ schnell herausfinden konnte, wer die Tagebuchschreiberin war, allerdings noch lange nicht, wer der Täter / die Täterin ist.

Die beiden Stränge zu verbinden und die Familiengeschichte zu entschlüsseln um den Täter zu erraten, die aufgeheizte Stimmung im Dorf, die bis zum Mobbing reichte, der drohende Sorgerechtsstreit, welcher über Julia hängt wie eine Gewitterwolke - das alles hat für Spannung gesorgt. Die Försterei und der Wald waren für die lehrreichen und erholsamen Momente im Buch. Unglücklicherweise hat mir allerdings Julia Sommer nicht so zugesagt – viele ihrer Aktionen waren mir unverständlich – unlogisch und zum Teil selbstschädigend. Sie hat sich mit ihrer Art das Leben selbst schwer gemacht, dabei war der Mord ja eigentlich genug Aufregung. Leider blieben auch die im Klappentext versprochenen Nachforschungen aus – denn der Fall löst sich irgendwie nach und nach selbst auf, Julia hat damit nur wenig zu tun – schade, denn hier wäre noch Potential gewesen.

Fazit:
Ein spannender Krimi mit Einblick in die Försterei und einer aufgeheizten Dorfatmosphäre, aber leider mit einer Hauptfigur, die mir nicht so zusagte. Ein Lesevergnügen, aber eins mit noch Potential nach oben!

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