Ursula Poznanski, Arno Strobel: Anonym

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Ursula Poznanski, Arno Strobel: Anonym
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783805250856

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Sie stoßen ihn in den Dreck und reißen ihm alles vom Leib.

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Du verabscheust deinen Nachbarn? Du hast eine offene Rechnung mit deiner Ex-Frau? Du wünschst deinem Chef den Tod? Dann setze ihn auf unsere Liste und warte, ob die anderen User für ihn voten. Aber überlege es dir gut, denn manchmal werden Wünsche wahr...

Es ist der erste gemeinsame Fall von Kommissar Daniel Buchholz und seiner Kollegin Nina Salomon, und er führt sie auf die Spur des geheimnisvollen Internetforums "Morituri". Dort können die Mitglieder Kandidaten aufstellen und dann für sie abstimmen. Dem Gewinner winkt der Tod. Aber das Internet ist unendlich, die Nutzer schwer zu fassen. Nur der Tod ist ausgesprochen real, und er ist näher, als Buchholz und Salomon glauben...

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Im Darknet bist du anonym

Inhalt:
Nina Salomon wurde gerade von Bremen zum LKA Hamburg versetzt, als sie dort auch schon mit ihrem ersten Fall konfrontiert wird: Die ausgeblutete Leiche eines Anwalts ist gefunden worden. Schnell wird bekannt, dass Mitglieder eines Forums im Darknet, jenem schwer zugänglichen Teil des Internets, abstimmen konnten, welcher von vier Kandidaten sterben sollte. Und die nächste Abstimmungsrunde läuft schon …

Meine Meinung:
Ich schätze sowohl Ursula Poznanski als auch Arno Strobel als Autoren sehr. Auch ihr erstes gemeinsames Werk, „Fremd“, fand ich klasse. So war es nur logisch, dass ich auch „Anonym“ lesen musste. Auch dieser Thriller hat mich gefesselt und mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Dummerweise habe ich erst neulich einen Thriller von Chris Carter gelesen, in dem das Setting sehr ähnlich ist. Auch dort konnten die Menschen per Internet über den Tod eines anderen abstimmen. Hat mich dieses Szenario bei Carter noch absolut mitgenommen, war es nun bei „Anonym“ eben nichts Neues mehr für mich und deshalb auch nicht so schockierend.

Hinzu kommt, dass ich in der ersten Hälfte des Romans ein wenig Spannung vermisst habe. Hier wird sehr viel Zeit darauf verwendet, die Personen zu charakterisieren – nicht nur die beiden Protagonisten Nina Salomon und Daniel Buchholz, sondern auch ihre Chefin Arendt, der Staatsanwalt sowie weitere Kriminalbeamte, die an dem Fall mitarbeiten. Ich muss sagen, wirklich sympathisch war mir keiner von ihnen.

Nina Salomon benimmt sich sehr zickig und hält sich ungern an Regeln und Anweisungen. Das finde ich absolut unprofessionell und in dieser Art bei der Kripo untragbar. Daniel Buchholz ist genau das Gegenteil. Er klammert sich an Regeln, kehrt auch gerne mal den Chef raus und ist die Ordnung in Person. Das Schöne an dieser Konstellation sind die bissigen Dialoge, die zwischen den beiden daraus resultieren und einen schon mal zum Schmunzeln bringen. Zum Glück wird die Zusammenarbeit im Verlauf des Buches immer besser und sie lernen sich gegenseitig schätzen. Hier nimmt dann auch die Handlung an Fahrt auf und wird immer spannender.

Die Erzählweise hat mir ganz gut gefallen. Nach einem Prolog, der in Mali spielt und die Neugier des Lesers weckt, geht es in Hamburg weiter. Dabei erzählen Nina und Daniel abwechselnd ein Kapitel aus ihrer Sicht, wobei sie nicht nur den Fall, sondern auch den Partner genau unter die Lupe nehmen. Dieselbe Szene wird so auch manchmal von beiden Seiten beleuchtet, was ganz interessant ist, denn man kann dieselbe Sache ja unter Umständen ganz anders empfinden. Leider ist am Schreibstil nicht immer sofort zu erkennen, wer gerade erzählt, und eine entsprechende Markierung gibt es nicht. So kann es schon mal eine halbe Seite dauern, bis man weiß, wessen Part man gerade liest. Das ist kein Problem, solange man das Buch nicht aus der Hand legt, weil wirklich nach jedem Kapitel der Ich-Erzähler wechselt. Aber wenn man eine Pause machen muss und nicht mehr weiß, wessen Perspektive zuletzt dran war, kann es eben verwirrend sein. Hier hätte man mit einer entsprechenden Überschrift leicht Abhilfe schaffen können.

Die Abfolge der Kapitel wird durch einige kurze Einschübe, die den Täter beleuchten, unterbrochen. So weiß der Leser manchmal ein bisschen mehr als die Ermittler.

Fazit:
„Anonym“ behandelt den ersten Fall für das Team Nina Salomon und Daniel Buchholz. Der Roman thematisiert die psychischen Abgründe der menschlichen Seele und die Gefahren des Internets, wo man sich anonym wähnt und meint, keine Verantwortung für seine Taten übernehmen zu müssen. Besonders in der zweiten Hälfte legt der Thriller stark an Spannung zu. Der Roman ist in sich abgeschlossen. Ich hoffe aber sehr auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit von Salomon und Buchholz.

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Thriller 2016

Ursula Poznanski/Arno Strobel - ANONYM - Wunderlich
Hamburg
Nina Salomon tritt gerade ihre neue Stelle als Kriminalkommissarin an, warum sie sich von Bremen nach Hamburg hat versetzen lassen, bleibt ihr Geheimnis.
Ninas Wohnung steht voller Umzugskartons - alle ungeöffnet - der neue Fall war schneller.
Mit ihrem neuen Partner Daniel Buchholz soll sie den blutigen Mord an einem Anwalt untersuchen, der Tatort wird zum spontanen Lokaltermin. Kleine Auseinandersetzungen unter Kollegen gibt es jetzt schon, eine Nina Salomon lässt sich nichts gefallen. Die beiden Partner versuchen eine faire Gemeinschaft zu bilden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. In Gedanken jedoch, reiben sich die beiden unterschiedlichen Charaktere aneinander. Nina ist zu leger und neigt zu Alleingängen, Daniel ist korrekt und hat einen Hygienefimmel.
Eine DarkNet-Plattform eröffnet für ihre Spieler eine grausige Arena:
Nominiert! Wählt aus! Ich töte für Euch!
Penetrante Nachbarn, fiese Anwälte, geldgierige Ärzte oder untreue Liebhaber- alle haben die Chance ein Sieger zu sein. Ein fragwürdiger Sieg, allerdings, bei Morituri.to währt der Ruhm nur kurze Zeit, die Gewinner werden hingerichtet.
Die Zeit drängt, alle 24h gibt es eine neue Show, die im Internet als Horror-Video zu bewundern ist. Die Anzahl der registrierten Morituri-User knackt die Millionengrenze, überall auf der Welt erwacht die Sensationsgeilheit.
Der Initiator nennt sich Trajan, nach dem großen römischen Kaiser. Zum 2. Mal ist die Arena eröffnet und ein neues Spiel beginnt, die User haben gevotet. Trajan soll einen unfähigen Arzt seiner finalen Bestimmung zuführen..
Die Neue bricht die Regeln, arbeitet Undercover - ganz ohne Absegnung - und begibt sich und andere damit in große Gefahr. Sie muss diesen Wahnsinn stoppen.

Das Autoren-Duo Poznanski/Strobel hat ein Ermittlerteam geschaffen, das für diesen Fall durch die Hölle geht. Spannend und nervenzermürbend bis zur letzten Seite. Genial durchdachter und logisch ausgeglichener Thriller.
Der Pageturner 2016. Bitte mehr davon!

Morituri/Die Todgeweihten - Der Name ist Programm!

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Spannung pur !!

Klappentext:
"Die im Dunkeln sieht man nicht ...
Als der Hamburger Kriminalkommissar Daniel Buchholz zu einem Tatort auf einem verlassenen Fabrikgelände gerufen wird, findet er dort nicht nur eine Leiche mit deutlichen Spuren einer Misshandlung, sondern trifft auch auf seine neue Kollegin: Nina Salomon. Beide kommen schnell einem Internetforum auf die Spur, das seinen Mitgliedern ein Spiel besonderer Art bietet: Sie dürfen Menschen, denen sie den Tod wünschen, auf eine Liste setzen, und die Foren-User stimmen dann über den »Gewinner« ab. Die nächste Spielrunde läuft bereits, doch alle Versuche der Polizei, das Forum vom Netz zu nehmen, schlagen fehl. Denn die Seite befindet sich im sogenannten Darknet, wo kaum Regeln gelten – bis auf eine: Anonymität."

Meine Meinung:

Im Vordergrund steht eindeutig die Elbe, die hier im Schein der Lampen, sehr düster scheint. Im Hintergrund sind etliche Kräne, Container im Hafen zu sehen. Mir gefällt es sehr, wie die Lichter sich von dem dunklen Wasser absetzen. Es wurde gut auf den Inhalt abgestimmt.

"Anonym" ist das zweite Gemeinschaftswerk, welches die beiden Autoren Ursula Poznanski und Arno Strobel geschrieben haben. Mir hat das vorherige Werk schon sehr gut gefallen, daher war mir klar, dass ich auch "Anonym" unbedingt lesen/hören wollte. Thematisch steht die Anonymität, die jedem Nutzer, das Internet vermittelt kann. In dem Zusammenhang stellen die Autoren die Frage in den Raum, wie weit ein einzelner Mensch, durch seine Anonymität Grenzen überschreiten würde. Immer häufiger hört man, dass sich Menschen durch das Internet neue Identitäten zulegen, dadurch andere Personen täuschen und vorgeben jemand anderes zu sein. Es ist ein perfektes Umfeld, um Verbrechen zu planen oder zu begehen. Genau damit müssen sich Daniel Buchholz und seine Kollegin Nina Salomon auseinandersetzen. Daniel ist, dem ersten Anschein nach, ein Beamter, wie er im Buche steht und erfüllt mehr oder weniger jedes Klischee. Er legt sehr viel Wert auf sein Äußeres, macht einen eher steifen Eindruck im Umgangston und hält sich, bis auf ein paar Ausnahmen, immer an die Vorschriften. So jedenfalls nimmt ihn seine neue Kollegin Nina wahr. Nina ist der genaue Gegensatz zu ihrem Chef. Sie ist chaotisch, hat einen eher legeren Kleidungsstil und gibt sich sonst eher abgeklärt und kühl. Aber auch hinter ihrer Fassade versteckt sich eine ganz andere Persönlichkeit. Ihren Sarkasmus nutzt sie wie einen Schutzmantel, um sich ihre Arbeit nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. Nina trägt ein Erlebnis aus der Vergangenheit mit sich herum, welches ihr Leben sehr verändert hat und seitdem auch prägt. Bei der Arbeit hat sie einen guten Instinkt, von dem sie sich gerne leiten lässt. Ich habe sie, was ihre Gefühle angeht, eher als verschlossen empfunden, was ich aber angesichts ihrer Vergangenheit auch verstehen kann. Daniel wurde mir schnell sympathischer. Er ist erstaunlich umgänglich, lässt nur selten den Chef heraushängen und achtet auf seine Kollegen. Mir hat besonders gut gefallen, wie sehr Nina und Daniel im Laufe der Ermittlungsarbeiten immer mehr zusammenwachsen, ein Team bilden. Auch die weiteren Charaktere sind interessant und vielseitig gestaltet worden.

Die Geschehnisse in "Anonym" werden aus Sicht beider Protagonisten, in diesem Falle also von Nina und Daniel, in der Ich-Perspektive, erzählt. Mir hat es wunderbar gefallen, denn so konnte ich mich hervorragen in beide Charaktere, ihre Gefühle und Gedanken hineinversetzen, auch wenn es zwei, drei Kapitel gebraucht hat, um den regelmäßigen Wechsel nachvollziehen zu können. Besonders hervorheben möchte ich, das die Ereignisse durch den regelmäßigen Wechsel richtig lebendig wirken. Danach muss ich jedoch sagen, dass mich der Schreibstil der Autoren absolut überzeugt hat. Auch die Tatsache, dass man sich gleich mitten im Geschehen befindet, passt hier großartig. Ich habe in letzter Zeit wirklich selten ein Buch gelesen oder auch gehört, dass mich thematisch so angesprochen hat. Die Spannung wird gleich zu Beginn konstant aufgebaut und gesteigert, so wie ich das bei einem Thriller erwarte und liebe. Die ganze Zeit über habe ich mit gerätselt, wurde aber seitens Arno Strobel und Ursula Poznanski immer wieder auf falsche Fährten geführt und erst zum Ende hin, war mir klar, wie sich der Fall auflösen würde.
Ich gebe eine absolute Leseempfehlung !!

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Wirklich Anonym im Netz

Meine Meinung:

Wow, Wahnsinn was sich diese beiden Autoren hier für einen spannenden Thriller ausgedacht haben. Man merkt gleich das hier Ursula Poznanski mit geschrieben hat, denn sie schafft es immer wieder mich an neue und aktuelle Themen in ihren Büchern auf eine sehr interessante Art ran zu führen. Dabei weiß ich natürlich nicht wer wirklich von den beiden die Grundidee hatte oder ob beide schon immer mal was mit der Thematik Darknet schreiben wollten.
Auf jeden Fall ist ihnen ihr echt ein super spannender und zu gleich erschreckender Thriller gelungen.

Nina Salamon fängt nach einer Versetzung als Kriminalkommissarin in Hamburg an, und ihr erster Tag und Fall ist direkt eine Wucht.
Sie und auch der Leser wird direkt in den neuen Fall reingeworfen, ein Leiche wird gefunden und Nina und ihr neuer Partner Daniel geraten dadurch in die Fänge des Darknet.
Denn da kann man auf einer Seite einfach mal einen Mordvorschlag für z.B. seinen unbeliebten Nachbar machen, dann wird per Voting entschieden wer als nächstes sterben soll. Man mag sich kaum Vorstellen das diese Seite echt ist, und die Morde wirklich passieren, aber noch weniger vorstellen mag man all die Menschen die vor ihren Rechner sitzen und Anonym mit Voten und verfolgen was da passiert.
Es scheint einer der schwersten Fälle aller Zeiten zu werden.

Die beiden Autoren haben abwechselnd die Kapitel geschrieben, Arno Strobel aus Daniels Sicht und Ursula Poznanski aus Ninas Sicht.
Das fand ich richtig gut, da auch die beiden Charaktere nicht unterschiedlicher sein konnten, hat es Spaß gemacht beide Sichtweisen zu lesen.
Nina ist eher Direkt und prescht gern mal nach vorn, wobei Daniel immer sehr genau ist, auch was die Dienstvorschriften angeht. Aber durch ihre Verschiedenheit ergänzen sie sich und sind die perfekte unperfekte Partner.
Überhaupt war es toll das sie beiden nicht nur oberflächlich beschrieben wurden und nur der Thriller im Vordergrund stand.
Ich würde mich auf jeden Fall freuen noch mehr Fälle von den beiden Ermittlern zu lesen. Und hoffe das die beiden Autoren noch mehr Bücher zusammen schreiben.

Fazit: Ein rasanter Thriller mit einer interessanten und furchteinflößenden Thematik, und Charaktere die man in sein Herz schließen kann. Die Kapitel rasen dahin und man kann gar nicht so schnell lesen wie man die Auflösung von allem wissen möchte.

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Ein Pageturner von einem Top -Autorenduo

Was entsteht, wenn 2 Top Autoren sich zusammensetzen und eine Geschichte erfinden? Na klar – ein Pageturner. So geschehen bei dem Autorenduo Ursula Poznanski und Arno Strobel. Von beiden Autoren habe ich schon Bücher gelesen und fand diese einfach super. Zusammen schrieben sie nun ein weiteres Buch nach „Fremd“, welches packender nicht sein könnte. Es handelt sich um den Thriller „anonym“.

Stell dir vor, der Hund deines Nachbarn kackt ständig auf dein Grundstück und du hast die einmalige Gelegenheit, deinen Nachbarn dafür büßen zu lassen. Du meldest dich einfach im Forum „Morituri“ an und setzt deinen Nachbar auf die Liste. Mit etwas Glück wird er dann durch Abstimmung der anderen User zum „Auserwählten“ und er stirbt einen grausamen Tod. Na, wäre das was? Oder setze deinen Chef auf die Liste, weil er dir den Jahresurlaub nicht genehmigt hat? Es gibt viele Gründe, warum man seinen Mitmenschen die Pest an den Hals schicken kann. Im Buch „anonym“ werden solche Wunschvorstellungen, wie ich einem ungeliebten Menschen eins auswischen kann, Realität. Und die Gründe, warum jemand auf die Liste gesetzt wird, sind teilweise einfach nur banal. Der „Auserwählte“ darf dann durch die Hand Trajans, der das Forum leitet, einen grausamen Tod erleiden. Und so finden die Kommissare Daniel Buchholz und seine Kollegin Nina Salomon das erste Opfer dieses perfiden Spieles, einen Rechtsanwalt, der tot in einer riesigen Blutlache liegt und der augenscheinlich gezwungen wurde, Glasscherben zu essen. Bei diesem einem Opfer wird es aber nicht bleiben, denn eine neue Abstimmung ist im Forum „Morituri“ schon im Gange. Die Polizei tappt im Dunkeln, denn das Darknet ist nicht nur groß, sondern auch anonym. Und Trajan ist realer und näher an Daniel und Nina als sie denken….

Der Klappentext vom Buch ließ schon erahnen, dass mir hier einige kurze Nächte bevorstehen würden – und so war es dann auch. Die beiden Autoren Poznanski und Strobel haben mit „anonym“ wieder mal einen „Schlafräuber“ kreiert, weil man das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann. Aber Schlaf wird ja eh bei überbewertet bei uns Bücherwürmern und so war ich schneller auf der letzten Seite des Buches angekommen als mir lieb war. Ich denke nach dem Buch „Fremd“, was ebenfalls beide Autoren zusammengeschrieben haben, wird auch ihr neuestes Werk wieder ein Bestseller werden. Schon allein stehen die Namen Poznanski und Strobel für exzellente, spannende Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Seite, zusammen sind sie für mich DAS Top-Autorenduo. Dazu muss ich sagen, dass man es echt nicht merkt, dass hier 2 Autoren am Werk geschrieben haben. Sie ergänzen sich einfach perfekt und „sprechen dieselbe Sprache“. Der Schreibstil ist packend und einfach nur flüssig zu lesen, man rätselt mit den beiden Kommissaren von Beginn an mit, wer sich hinter Trajan wohl versteckt und kommt dennoch nicht auf die Lösung. Diese ist dann umso verblüffender und unglaublicher, trotzdem ist die Auflösung absolut schlüssig und der Leser wird mit keiner offenen Frage zurückgelassen.

Die beiden Ermittler Buchholz und Salomon sind interessante Charaktere. Bei Nina weiß man eigentlich gar nicht so recht, woran man ist und Daniel hat es recht schwer mit der von Bremen versetzten jungen Frau, die stets auf Konfrontation aus ist und auch Alleigänge nicht scheut. Bei Daniel denkt man erst: Was für ein Biedermann. Immer top angezogen und Dienst nach Vorschrift sind bei ihm an der Tagesordnung. Erst später bekommt man als Leser mit, dass auch er einige Leichen im Keller hat und deshalb so ist wie er ist. Diese Mischung aus den beiden so unterschiedlichen Charakteren macht die Hauptprotagonisten dann erst richtig interessant und sorgte auch mit dafür, dass es an Spannung im Buch nicht fehlte.

Der Plot ist genial durchdacht und ich hatte öfters das Bild einer blökenden Schafherde im Kopf, die dem Hammel hinterherrennt. Genauso verhält es sich im Forum von „Morituri“. Trajan pfeift zur Abstimmung und die Meute an Usern folgt ihm und macht genau das, was er will. Man muss ja kein schlechtes Gewissen haben von der Wohnzimmercouch aus, man ist ja der Überzeugung, nicht für den Tod des „Auserwählten“ verantwortlich zu sein. Dass Trajan hier nur die ausführende Hand ist und jeder einzelne User der Richter über die Personen, die auf der Liste stehen, will man dabei nicht sehen. Traurig, dass es sich hier mittlerweile um Realität handelt. Nicht, was das die grausamen Morde im Buch angeht, aber ist es im World Wide Web nicht schon genauso? Man fühlt sich sicher, anonym und agiert oder kommentiert, wie man es sich im Real Life nie getrauen würde, weil man sich der Konsequenzen durchaus bewusst ist. Man muss sich zum Beispiel nur mal etwas genauer auf diversen Social Media Kanälen umsehen. Das Prinzip ist das Gleiche. Und selbst in der Realität gibt es leider dazu schon genügend Beispiele. Poznanski und Strobel greifen mit der Handlung des Buches also durchaus ein reales Thema auf, was uns Menschen schon ein wenig zu denken geben sollte.

Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht von Daniel und Nina geschrieben und man könnte mutmaßen, ob die Figur Daniel jetzt von Arno Strobel geschrieben wurde und Nina von Ursula Poznanski. Aber eigentlich ist das ziemlich egal, wer welche Kapitel geschrieben hat. Am Ende kam ein spannendes Buch heraus, welches den Leser fesselt und für mich ein Lesehighlite 2016 ist.

Das Buch „anonym“ bekommt volle 5 Sterne und natürlich eine Leseempfehlung von mir.

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Aktuell und schockierend

Inhalt
Kommissar Daniel Buchholz und seine Kollegin Nina Salomon ermitteln in einem Mordfall, der es in sich hat. Schnell stellt sich heraus, dass über das Opfer auf einer Website im Darknet abgestimmt wird. Zuvor können Opfer vorgeschlagen werden und es wird noch weitere Abstimmungen geben. Den Ermittlern läuft die Zeit davon und der Täter scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein.

Meine Meinung
Eigentlich bin ich kein Fan von Büchern, in denen es um Ermittlungen geht, doch da mich der vorige Thriller der beiden Autoren "Fremd" schon überzeugen konnte, war ich neugierig auf "Anonym". Und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. Es hat mir sogar noch besser gefallen als "Fremd", was vor allem an der Verknüpfung des Darknets mit Mordfällen lag. Bisher habe ich nur wenig über das Darknet gehört und fand es völlig faszinierend. Vor allem konnte es mich schockieren, wie leicht die Menschen zu Monstern werden, wenn sie denken, dass sie Anonym sind, was im Darknet ja der Fall ist. Dort entscheiden sie in diesem Fall über Menschenleben und es gibt so einige, die vor nichts zurückschrecken. Ich finde dieses Szenario erschreckend, aber leider auch gar nicht so abwegig. So regt das Buch ganz nebenbei auch noch zum Nachdenken an, denn die Anonymität im Internet wird gerne ausgenutzt.

Die Protagonisten dagegen sind ein Fall für sich und nicht unbedingt direkt Sympathieträger. Nina Salomon wird frisch nach Hamburg versetzt und stößt mit ihrer schwierigen und aufbrausenden Art direkt auf Daniel Buchholz, der überkorrekt ist, sich an Vorschriften hält und einen Wert auf ein gepflegtes Äußeres legt. Salomon dagegen übertritt gerne mal Vorschriften, ist schnell gereizt und wenn sie etwas herausfinden will, ist sie ein Einzelgänger und macht, was sie für richtig hält. Die beiden ecken deshalb zu Beginn aneinander. Aber je mehr sie sich kennenlernen und je mehr man als Leser Salomon kennenlernt, desto mehr Verständnis hat man für sie. Ich muss sagen, dass ich beide gerade wegen ihren Ecken und Kanten mochte.

Der Schreibstil ist fesselnd und toll zu lesen. Dabei wechseln sich die Ich-Perspektiven von Buchholz und Salomon ab, was ich sehr passend finde. Hin und wieder gibt es auch Abschnitte aus der personalen Erzählperspektive des Täters, was die Spannung zusätzlich schürt.

Sowieso habe ich das Buch als durchweg spannend empfunden, voller spannender Wendungen und einem Ende mit dem ich so nicht gerechnet hätte. Es kommt keine Langeweile auf und so kann ich das Buch komplett empfehlen.

Fazit
"Anonym" konnte mich vor allem aufgrund seiner Aktualität in seinen Bann ziehen. Es ist spannend, schockierend und einfach fesselnd. Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Buch rund um ein Ermittlerduo einmal so fesseln könnte, aber die beiden Autoren haben hier einen gelungen Thriller geschaffen, sodass ich mich auf weitere Werke von ihnen sehr freue.

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