Veit Etzold: Todesdeal

 
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Veit Etzold: Todesdeal
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783426304341

Informationen zum Buch

Seiten
480

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Martin rannte.

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Handlungsort

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Im afrikanischen Kongo wütet seit Jahrzehnten ein grausamer Krieg. Es ist ein Kampf um die kostbaren Rohstoffe, die dieses ansonsten so bitterarme Land in Fülle abbaut und die in jedem digitalen Gerät stecken. Martin, ein junger Berliner Journalist, reist für seinen ersten großen Rechercheauftrag in den Kongo. Kurz nach seiner Ankunft wird er von den Milizen eines Warlords in Geiselhaft genommen. Ausgelöst wird er von einer Geschäftsfrau aus Ruanda. So gerät der unerfahrene Journalist in die gnadenlosen Hände von russischen Oligarchen, chinesischen Investoren und deutschen Waffenhändlern. Zu spät stellt Martin fest, dass auch er nur Verhandlungsmasse in einem geopolitischen Schachspiel ist, in dem die Rohstoffverteilung für das 21. Jahrhundert festgelegt wird. Und dass dieser erste große Rechercheauftrag vielleicht sein letzter sein könnte.

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Ausbeutung

Zunächst einmal sei gesagt, wer einen typischer Veit Etzold Thriller erwartet, wird sich wundern. Dieses Buch ist ein sehr politisches mit Thriller-Elementen und es wird polarisieren.
Journalist Martin Fischer soll mit einem Kollegen zusammen eine Reportage über Diane Fossey und die Berggorillas erstellen. Aber im Kongo gibt es auch riesige Rohstoffvorkommen und deshalb einen erbarmungsloser Krieg um diese Ressourcen. Viele versuchen dort ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Die Chinesen haben großes Interesse, auf dem afrikanischen Kontinent zu investieren und russische Oligarchen versuchen ihr Stück vom Kuchen abzubekommen. Auch Deutschland als großer Waffenexporteur verfolgt dort eigene Interessen. In diesem konfliktreichen Gebiet sind neugierige Journalisten gar nicht gerne gesehen. Bernd wird getötet und Martin gejagt und als Geisel genommen.
Es ist eine sehr realistische Geschichte, die alle aktuellen Probleme Afrikas aufgreift, sei es das Thema der Kindersoldaten, Waffengeschäfte, Piratentum und ausbeuterische Arbeitsbedingungen, bei denen ein Menschenleben nichts gilt. Dazu wurde auch noch der Konflikt der Tutsi und Hutu mit dem Völkermord in Ruanda beleuchtet. Aufgrund der vielen Themen wurde natürlich keines wirklich vertieft, aber ich glaube, dass trotzdem alle ihre Bedeutung für diese Geschichte haben.
Es dauert etwas, bis alle Protagonisten aufgestellt und die politischen Hintergründe beschrieben sind. Die Charaktere werden authentisch entsprechend ihrer jeweiligen Rolle dargestellt. Das Verzeichnis der Personen am Anfang hilft dabei, den Überblick zu behalten.
Der Schreibstil ist flüssig und anschaulich und die Geschichte spannend und auch grausam. Unmissverständlich wird uns klargemacht, was wir mit unserer Wegwerfgesellschaft verursachen. Das Buch ist lesenswert und macht nachdenklich.

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Mein erster Etzold und Politthriller in Einem...

Bisher habe ich weder ein Buch des Autors, noch einen politisch angehauchten Thriller gelesen, weshalb ich unheimlich gespannt war, was mich hier erwarten würde. Unvoreingenommen begann ich mit der Lektüre und wurde in einen Strudel aus Action und Spannung gezogen.

In der Geschichte geht es um den jungdynamischen Journalisten Martin, der mit seinem Surferlook nicht von schlechten Eltern ist. Sein erster großer Auftrag führt ihn in die Demokratische Republik Kongo. Doch kaum hat seine Recherche begonnen, wird er in Geiselhaft genommen und wird sehr bald Spielball diverser, mächtiger Wirtschaftsbosse. Was hält das Schicksal für Martin bereit?

Die Handlung wird uns über einen beobachtenden Erzähler näher gebracht. Mal befinden wir uns in Deutschland, mal im Kongo. Gerade diese Szenenwechsel machen den Thriller so richtig spannend, denn meist enden die recht kurzen Kapitel mit einem Spannungsmoment.

Etzold gelingt es seine Protagonisten kurz und prägnant zu beschreiben, so dass man sich diese gut vorstellen kann. Martins Schicksal lässt einen nicht kalt.

Der Autor gewährt uns Einblicke in die Welt des Journalismus und in die Wirtschaftsetagen der Welt. Bisher hat mich das so gar nicht interessiert, Etzold gelang es mit diesem Buch jedoch mein Interesse dafür zu wecken.

Das Personenregister am Anfang des Buches sorgt dafür, dass man bei der Zahl an Akteuren nicht den Überblick verliert. Normalerweise kenne ich so etwas nur aus historischen Romanen. Hier habe ich dies sehr begrüßt, weil es einfach nur hilfreich war.

Für mich ganz klar ein aufwühlender Thriller, der einen nicht nur eine Gänsehaut verschafft, sondern zudem über das eigene Handeln grübeln lässt. Ist der ganze Konsum immer notwendig und was brauche ich wirklich zum Leben?

Fazit: Ich wurde positiv überrascht und kann daher nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Das wird gewiss nicht mein letzter Etzold gewesen sein.

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In deinem Handy, ein Stück Kongo

Rezension ,,Todesdeal" von Veit Etzold

Todesdeal ist der erste Politthriller vom deutschen Autor Veit Etzold. Das Buch ist mit 416 Seiten am 1.10.15 im Droemer Verlag erschienen.

Inhalt:
Im afrikanischen Kongo wütet seit Jahrzehnten ein grausamer Krieg. Es ist ein Kampf um die kostbaren Rohstoffe, die dieses ansonsten so bitterarme Land in Fülle abbaut und die in jedem digitalen Gerät stecken. Martin, ein junger Berliner Journalist, reist für seinen ersten großen Rechercheauftrag in den Kongo. Kurz nach seiner Ankunft wird er von den Milizen eines Warlords in Geiselhaft genommen. Ausgelöst wird er von einer Geschäftsfrau aus Ruanda. So gerät der unerfahrene Journalist in die gnadenlosen Hände von russischen Oligarchen, chinesischen Investoren und deutschen Waffenhändlern. Zu spät stellt Martin fest, dass auch er nur Verhandlungsmasse in einem geopolitischen Schachspiel ist, in dem die Rohstoffverteilung für das 21. Jahrhundert festgelegt wird. Und dass dieser erste große Rechercheauftrag vielleicht sein letzter sein könnte. (Klappentext)

Cover:
Das Cover gefällt mir in erster Linie ganz gut. Ich finde es schön, dass es eher in weiß gehalten wird, da heutzutage ja die meisten Thriller schwarz sind.
Die Haptik stimmt auch, der Titel ist ein wenig angeraut und gefällt mir somit ganz gut.

Charaktere:
Die Hauptperson ist der junge Journalist Martin, der zuerst für eine Gorillabesichtigung in den Kongo reisen soll. Schnell wird er jedoch zum Gefangenen eines politischen Machtspiels zwischen verschiedenen Ethnien.
Martin ist ein interessanter und soweit symphatischer Charakter und gefällt mir echt gut.

Die anderen Personen gefallen mir auch gut. Mit Lucia Ming, einer Chinesin und Janine hat der Autor authentische Personen erschaffen.
Die ,,Bösen" sind genauso gut ausgearbeitet und bereiteten mir teilweise bei der Personenvorstellung schon einen Schauer.
Veit Etzold schafft es mit der Personenkonstellation, dass man mit den Charakteren mitfiebert und mitleidet.

Meine Meinung:
Ich kannte bislang noch keinen Thriller oder ein anderes Buch von Veit Etzold. Ich hatte aber schon viel Gutes gehört und konnte also mit Recht auf ein gutes Buch hoffen. Ich wurde nicht enttäuscht.

Das gesamte Buch ist kein einfaches Thema und kann nicht in ein paar Sätzen beschrieben oder in ein paar Sätzen bearbeitet werden. Deswegen fiel es mir auch schwer, erstmal in die Thematik reinzufinden. Wer ist wer und welches Ziel verfolen die einzelnen Gruppen im Kongo, habe ich mir oft zu Beginn gefragt.
Dank des Personenregisters konnte man zumindest noch mal zurückblättern und sich die Informationen zu den Personen in Erinnerung rufen.

,,Deutschland befeuert einen Krieg, der schon MIllionen von Menschenleben gekostet hat, nur damit westliche Industrien billig produzieren können und damit Leute wie wir jedes halbe Jahr ein neues Smartphone haben." S.427

Der Schreibstil ist auch angenehm und gut zu lesen. Teilweise schweifte mir der Autor kurz mal eine Seite zu viel ab, das fand ich manchmal ein wenig störend, dass er dann kurz eine Information zu irgendeinem Gebäude oder Vorgang erläuterte. Andererseits ist dort der Lerneffekt groß und dies Buch ist sicher keines, bei dem man nicht schlauer hinausgeht. Gerade, dass Veit Etzold im Wirtschaftsbereich arbeitet, merkt man, denn man erfährt hierzu viel Neues.
Positiv finde ich, dass er öfter Aphorismen und Zitate benutzt hat. Teilweise wurde es aber auch ein bisschen viel und der ein oder andere Satz wiederholte sich.
(Auf Seite 291 und 293 haben sich zwei kleine Fehler eingeschlichen. Ein Wort zu wenig und einmal das Komma am Zeilenanfang)

,,Alle haben gerne iPhones und iPads, aber mit den Mineralien, die man dafür braucht, wollen sie nichts zu tun haben. Die Produkte gelten als gut und cool. [...] Aber die Firmen, die für die Rohstoffe sorgen, gelten als böse." S.277

Fazit:
Das Thema um den Kongo und um die seltenen Erden finde ich interessant und zugleich hochbrisant.
Man will es nicht für wahr halten, dass es ohne Bürgerkriege und Tote wohl kaum so eine große Smartphone-Produktion geben würde.
Es regt durch dieses relevante und wichtige Thema zum Nachdenken an und wird mir wohl länger in Erinnerung bleiben. Auch, wenn es nicht einfach zu lesen war, ist dies ein wichtiges Buch, das trotz ein paar Längen überzeugt.

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