Rebecca Goldstein: 36 Argumente für die Existenz Gottes

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Rebecca Goldstein: 36 Argumente für die Existenz Gottes
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
36 Arguments for the Existence of God
ET (Original)
2010
ISBN-13
9783896674234

Informationen zum Buch

Seiten
560

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Etwas verschob sich, etwas so Gewaltiges, dass man es die Welt nennen könnte.

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Handlungsort

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Das Leben steckt voller Rätsel und Wunder, selbst, wenn man nicht an Gott glaubt. Und das größte aller Rätsel bleibt die Liebe - besonders für Professor Cass Seltzer, der mit einem Buch über seinen Zweifel an Gott schlagartig und ungewollt zum Guru der Atheisten geworden ist. Rational kann er sich nicht erklären, woher der plötzliche Ruhm kommt und weshalb die schöne wie kluge Lucinda Mandelbaum ihr Leben mit ihm teilen will, oder warum ausgerechnet jetzt seine Exfreundin wieder auftaucht: Die krachlaute und verwegene Roz rauscht ganz unvermittelt in Cass' Leben, hält das Altern für ähnlich barbarisch wie die Beulenpest und behauptet, der Unsterblichkeit mit Vitaminpräparaten einen Schritt näher gekommen zu sein. Im Sturm der Ereignisse einer einzigen Woche muss Cass erfahren, dass die Liebe wohl die größte aller religiösen Verblendungen ist. Und dass er trotzdem an sie glaubt.

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Kluges Buch über Toleranz

Wenn ich darf, ziehe ich das Fazit zuerst und schreibe beim Christian Science Monitor ab: "Ohne Zweifel ist '36 Argumente für die Existenz Gottes' das lustigste Buch über Existenzphilosophie, das Sie in diesem Jahr lesen werden. Fundiert, geistreich und – ich kann es nicht oft genug sagen – wirklich unterhaltsam." Nicht alles ist so, wie es scheint und wer sich vom Titel erschrecken lässt, verpasst ein richtig gutes Buch.

Cass Seltzer ist nach Veröffentlichung seines Buchs "Die Vielfalt religiöser Illusion" zu einem populären Atheisten geworden, dem gerade ein Angebot der Harvard-Universität ins Haus getrudelt ist. Dort soll er eine bestens dotierte Professur übernehmen und die Frankfurt University verlassen. Seine Lebensgefährtin ist Lucinda Mandelbaum, eine anerkannte Wissenschaftlerin, die sich auf die Spieltheorie spezialisiert hat. Die ist gerade auf Dienstreise und Cass hebt die Einladung feierlich für ihre Rückkehr auf. Ohne Vorankündigung steht Roz Margolis vor seiner Tür, seine Studentenliebe, die das menschliche Leben verlängern will und Cass gerne für ihr Engagement gewinnen möchte.

Goldstein erzählt, was Cass in dieser einen Woche alles erlebt und setzt abwechselnd in anderen Kapiteln Phasen aus der Vergangenheit in Szene. Auf diese Weise erfährt man mehr über die drei Frauen in Cass Leben: Seine poetische Exfrau Pascale, die ihn für einen Arzt verlassen hatte; die verwegene Roz, die Urvölker in Südamerika erforscht hat und Lucinda, die strikt mathematisch orientierte Psychologin. Wir lernen Cass' Studienleben kennen und seinen Lehrvater Eliah Klapper, der eine befremdliche Auffassung von Ausbildung und Wissen hat.

Elijah Klapper ist ein unglaublich sturer und verkopfter Mann, der einerseits durch enzyklopädisches Wissen brilliert, dadurch andererseits geradezu im Minutentakt sinnfreie Theorien und Rückschlüsse zu den simpelsten Dingen strickt. Ein Buchstabenfehler im Ortsnamen von New Walden - statt New Valden - kann unmöglich ein Tippfehler sein, sondern muss einen tiefen, wegweisenden Sinn haben. Den fabuliert sich Klapper selbstverständlich und selbstverliebt mit seinem Wissensfundus und mutigen Querverweisen zusammen. Klapper wird in den Rückblenden der Erzählung immer sonderbarer und pflegt einen unfassbaren Personenkult um sich.

Goldstein stellt auch den Rebbe der Valdener vor und dessen Sohn Azarya, der alle Anzeichen für ein Wunderkind mit sich bringt. Er begreift als kleiner Bub bereits das Konzept der Primzahlen, bringt sich das Englisch lesen selbst bei und erweist sich später auch als musikalisch äußerst begabt. Mit der Vorstellung Azaryas zieht auch ein sehr interessanter Einblick in das Leben und den Glauben der chassidischen Juden ein, der stark zu der gottfreien Welt von Cass kontrastiert.

Das ganze Buch hindurch begegnen sich die verschiedensten Lebensauffassungen und Persönlichkeiten, die geschickt miteinander verflochten sind. Goldstein hat Plot und Personen sehr passend aufeinander aufgebaut, immer so clever, dass man Absicht vermutet, aber trotzdem alles wie "typisch Massachusetts" wirkt. Da funktioniert es auch, dass Lucinda sich mit Cass einlässt, denn mit dem "weichen" psychologischen Forschungsgebiet von ihm kann sie eigentlich nichts anfangen. Sie wird zur zentralen Figur bei der Frage, wie tolerant Menschen miteinander umgehen:
Hab ich dir schon mal erzählt, dass ich am Anfang meines Studiums in Harvard nicht begreifen konnte, dass es einen Fachbereich Religionswissenschaften gibt? Warum nicht gleich Kurse über Astrologie und Alchemie, Chiromantie und Nakromantie? Und dann fand ich raus, dass man in Harvard sogar Theologie studieren kann. Wie können die sowas machen und gleichzeitg "Veritas" zu ihrem Motto erheben?

Immer wieder fallen Passagen auf, die sich auf sehr einleuchtende Art mit philosophischen Fragen befassen. Im Anhang finden sich die 36 Argumente für die Existenz Gottes und diese werden - wie im fiktiven Buch von Cass - alle widerlegt. Damit bleibt selbstverständlich die zentrale Glaubensfrage offen. Die will auch nicht beantwortet werden; dafür bietet das Buch viele Ansatzpunkte für Diskussionen und das Nachdenken über die eigene Existenz (für den, der mag). Absolut ein Kandidat für eine Widerholungslektüre.

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Cass Seltzer, Religionspsychologe und "Atheist mit Seele" schreibt ein Buch, das zu einem Bestseller wird und er ist mächtig erstaunt darüber - hat er darin doch eigentlich nur 36 Argumente für die Existenz Gottes widerlegt. Cass glaubt nicht an Gott, doch er glaubt an Wunder. Allen voran an das Wunder der Liebe in Form seiner bezaubernden Freundin Lucina Mandelbaum, die noch weniger an Gott glaubt. Doch was wäre ein Leben ohne Komplikationen? Und so taucht plötzlich Cass' Exfreundin Roz auf - eine vor Leben nur so spühende Frau, stürmisch wie ein Tsunami. Innerhalb einer Woche lässt Cass sein Leben Revue passieren und philosophiert über das Mandelbaum-Gleichgewicht, religiöse Illusionen, die Übel der Welt, ewige Studenten, egozentrische Professoren, Theodizeequatsch, das Judentum und die Liebe.

"Die Verschiebung der Welt traf viele kluge Leute völllig unvorbereitet, weil sie Dinge aufwühlte, von denen sie geglaubt hatten, dass sie für immer erledigt und tief unter der Erdkruste begraben waren." Dieser Satz erinnerte mich spontan an den 11. September - vermutlich von der Autorin völlig unbeabsichtigt. Als die Flugzeuge in die Twin-Towers krachten, dachte auch jeder "Das kann nicht sein. Das ist nicht wahr". So waren "36 Argumente für die Existenz Gottes" ein Leseerlebnis der besonderen Art.

Erst wusste ich nicht, was ich von diesem Buch halten soll. Der Titel klang nach einem spirituellen Esoterikschinken, der Klappentext eher nach leichter Frauenliteratur. Das Umschlagbild wusste ich gar nicht richtig zu interpretieren. Erst, als ich mich ein bisschen über die Autorin schlau machte, gewann ich eine Vorstellung, was von der Lektüre zu erwarten war. Rebecca Goldstein ist wohl am ehesten das, was man als "Atheistin mit Seele" nennen würde. Als Tochter einer jüdisch-orthodoxen Familie mit einem Rabbi als älteren Bruder, einem Philosophiestudium in der Tasche und inzwischen zahlreich veröffentlichten (Fach)Büchern weiß sie ganz genau, wovon sie schreibt und es wundert mich ein bisschen, dass sie sich einen männlichen Protagonisten erwählt hat. Cass Seltzer berichtet an ihrer Stelle viel über seine jüdische Vergangenheit in "New Valden" - da er dies jedoch mit vielen jüdischen Ausdrücken spickt, wird der Lesefluss öfter gehemmt.

"Gemäß Immanuel Kant gibt es keinen Beweis für oder gegen die Existenz eines höchsten Wesens, der auf reiner Anwendung der menschlichen Vernunft beruht. Wie Kant in der Dialektik, dem zweiten Hauptteil der Kritik der reinen Vernunft, zu zeigen versucht, führen alle Gottesbeweise zu Antinomien (unauflösbaren Widersprüchen). Damit ist Kant vielleicht das prominenteste Beispiel eines Agnostikers im engen Sinne des Wortes: Kant verneint die Erkennbarkeit Gottes." (Wikipedia zum Thema Atheismus)

Je mehr ich mich mit dem Buch befasste, umso faszinierter war ich und dank seiner Komplexität ist es ganz sicher ein Kandidat dafür, nochmal gelesen zu werden (es schreit förmlich danach). "36 Argumente für die Existenz Gottes" ließen mir nicht selten den Kopf rauchen und man muss sich für dieses Buch wirklich Zeit nehmen. Viel zu selten werden Goldsteins philosophische und psychologische Abhandlungen aufgelockert durch spritzige Kommentare, die sie elegant in die Dialoge einfließen lässt:

"Alle Kinder, mit denen sie spielte, waren die Sprösslinge von Mathematikern, wodurch sie allgemein weniger lästig waren als normale Kinder."

Das Buch war so ein bisschen wie ein guter, trockener Rotwein für mich. Nicht ganz so süffig wie ein lieblicher Wein, aber mit länger anhaltendem Genuss. Man sollte weder zu schnell trinken, noch zu schnell lesen. Doch ich musste sehr oft aufpassen, dass mich Cass mit seinen Gedanken nicht abhängte. Viele Namen, Fachausdrücke und dann die Zeitsprünge durch Cass' Erinnerungen. Oft hat mich das Buch auch gleichermaßen erschlagen wie fasziniert. So zum Beispiel Cass' Antwort auf Roz' Frage, was er gegen die Unsterblichkeit habe:

"Ich frage mich nur, ob es nicht zu einem angemessen objektiven Blick auf sich selbst gehört, dass man mit der eigenen Sterblichkeit zurande kommt. Man muss begreifen, dass man seine Zeit auf der Erde hat, so wie die anderen, die vorher da waren, und die, die nach einem kommen. Man ist noch nicht sei Ewigkeiten da, man ist jetzt hier, und schon bald wird man nicht mehr hier sein. Es ist nichts Besonderes, dass man zufällig der ist, der man ist. Es ist nichts Besonderes an der Zeit, in der man lebt, nur weil es zufällig die eigene Zeit ist."

Viele Argumente haben mich fasziniert, aber oft empfand ich sie auch als ermüdend und dann - ich muss ehrlich sein - habe ich einige Teile einfach überlesen (zum Beispiel, wenn der egozentrische Professor über jüdische Kartoffeln schwadroniert), weil mein Horizont nicht weit genug reichte und ich auch nicht ständig etwas nachschlagen wollte. Mit dem Judentum und jüdischen Ausdrücken hatte ich bisher nur sehr wenig Berührungspunkte und die Themen interessierten mich nicht genug, um weitere Recherche zu betreiben.

Ein dickes Lob an den Übersetzer Friedrich Mader - ich stelle mir seine Arbeit in dem Fall ungeheuer schwierig vor. Davon abgesehen, dass das Buch oft eher sperrig zu lesen ist, erschien es mir doch sehr flüssig und in sich rund. Trotz allen Lobes: Das Buch hinterlässt einen seltsamen Eindruck bei mir. Es ist anspruchsvoll, sperrig, interessant - aber irgendwie ohne roten Faden. Was will uns die Autorin sagen? Dass sie sich ziemlich gut mit "ihren Themen" auskennt? Ohne Frage, das tut sie. Ich hatte immer mehr den Eindruck, dass sie uns ihre eigene Geschichte erzählt. Sie selbst ist die "Atheistin mit Seele". Aber wirklich viel Handlung gibt es eigentlich nicht im Buch - eher Exkursionen in die Welt der Philosophie - "Sofies Welt" für Fortgeschrittene.

Was bleibt dem Leser am Schluß? Vielleicht ein tröstlicher Gedanke: Ebenso wie die Existenz Gottes nicht bewiesen werden kann, wird man sich vermutlich schwertun, die Existenz der Liebe zu beweisen - und doch gibt es Menschen, die auch noch nach vielen Enttäuschungen an die Liebe glauben.

"Machen Sie sich keine Sorgen und genießen Sie es einfach. Was soll schlecht daran sein, dass ein Typ wie Cass Seltzer zur Kultfigur wird? Besser Sie als ein dämlicher Scientologe wie Tom Cruise. Denken Sie mal darüber nach, Seltzer".

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Die Hauptfigur in Rebecca Goldsteins Roman „ 36 Argumente für die Existenz Gottes“ ist Cass Seltzer, dessen Leben durch den völlig unerwarteten Erfolg seines Buches über Zweifel an der Existenz Gottes einigermaßen aus den Fugen gerät. Plötzlich Bestsellerautor und Objekt weiblicher Begierde, das will erst einmal verkraftet werden und trotzdem in der 3. Person erzählt wird, sieht der Leser doch aus Cass` Perspektive in die Geschichte. Der wird als „Atheist mit Seele“ bezeichnet und rundweg sympathisch dargestellt, besonders in der Auseinandersetzung mit so unterschiedlichen Frauentypen und seiner Suche nach der wahren Liebe. Eigentlich wollte Cass Medizin studieren, war aber dann von Elijah Klapper, einem Professor des Fachbereichs Glauben, Literatur und Werte so fasziniert, dass er seine Studienplanung künftig auf diesen ausrichtete. Professor Klapper wurde dann auch der Auslöser, wieder Kontakt zu Cass` Verwandtschaft aufzunehmen, die in New Walden als streng jüdisch orthodoxe Gemeinschaft um ihr Oberhaupt, den „Rebbe“ geschart leben.

Soweit der Versuch, die drei Schwerpunkte dieses ungewöhnlichen Romans zu beschreiben. Die Suche nach der großen Liebe, die Fragestellung um die Existenz Gottes und die Auseinandersetzung mit einer sehr konservativen Richtung des jüdischen Glaubens. Dabei belässt es Rebecca Goldstein aber nicht, vielmehr flicht sie fast spielerisch komplizierte Fragestellungen aus der Mathematik und Physik in die Erzählung mit ein und berührt den alten Konflikt zwischen Geistes- und Naturwissenschaften in zahlreichen Dialogen ihrer Protagonisten.

Ein Blick auf die Biographie der Autorin erklärt diese teilweise ungewöhnliche Zusammenstellung von Thematiken. Rebecca Goldstein wurde in einer jüdisch orthodoxen Familie geboren, studierte, promovierte und lehrte Philosophie, wurde mit zahlreichen Preisen für ihre Veröffentlichungen ausgezeichnet und unterrichtet heute im Fachbereich Psychologie.

Allein die Titel ihrer Bücher gewähren einen Eindruck ihrer gedanklichen Hintergründe:

„ The Mind- Body Problem“, eine tragikomische Geschichte des Konflikts zwischen Emotion und Intelligenz, aber auch zwischen jüdischer Tradition und Identität.“ „ Eigenschaften des Lichts: Eine Geschichte von Liebe, Verrat und Quantenphysik“ oder „ Strange Attractors“, eine Sammlung von Kurzgeschichten über die Wechselwirkung von Denken und Fühlen.

Ihr 2005 veröffentlichtes Buch „Incompleteness: The Proof and Paradox of Kurt Gödel“ und „Betraying Spinoza: The Renegade Jew Who Gave Us Modernity” zeigt ihr ungebrochnes Interesse an der Beziehung zwischen dem Leben des Geistes und den Anforderungen des Alltags und an der jüdischen Geschichte mit ihren Perspektiven.

Mit dem Umfeld der Geschichte um die 36 Argumente für die Existenz Gottes bleibt Rebecca Goldstein ihren Lieblingsthemen treu. Die Frage nach dieser Existenz findet in einem Rededuell zwischen einem christlich Gläubigen und dem für den Atheismus antretenden Cass Seltzer ihren spannenden Höhepunkt. Die Fragen nach der großen Liebe und der Vereinbarkeit jüdischer Orthodoxie und heutiger Moderne lassen den Leser hingegen nachdenklich zurück.

Beim ersten Lesen könnte man den Eindruck gewinnen, dass diesem Roman der rote Faden fehlt, doch dieser Eindruck weicht später einem ganz anderen Empfinden:

Authentisches Leben hat etwas mit Festlegen, mit Verbindlichkeit zu tun. Die Autorin vermittelt bei einigen angesprochnen Themen fast eine Angst, sich festzulegen, einen verbindlichen Standpunkt zu beziehen. Man könnte denken, es sei nicht primär wichtig, die absolute Wahrheit herauszufinden, sondern das Geheimnis eines erfüllten Lebens hänge von dem Mut zur Verbindlichkeit ab.

Es ist außergewöhnlich schwierig, dieses Buch zu bewerten. Die romanhafte Handlung dient eigentlich nur der Ausführung verschiedenster Gedankenspiele, hauptsächlich in Form von geschliffenen Dialogen mit viel mathematischem Hintergrund, sie dient der Vermittlung von Einblicken in jüdisch orthodoxes Leben und in 36 gängige Argumente für die Existenz Gottes samt ihrer Widerlegung. Für Interessenten an genau diesen Fragestellungen nebst wirklich geistreichen Dialogen sind 5 Sterne warscheinlich nicht genug, wohingegen sich Leser, denen vielleicht ein oder zwei der angesprochnen Themen am Herzen liegen fragen „warum muß ich denn den ganzen Rest lesen?“

Insgesamt würde ich dem Buch als Roman nicht die volle Punktzahl geben, allerdings eignet es sich hervorragend als Diskussionsgrundlage.

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