Clara Römer: Der Wahnsinn, den man Liebe nennt

Clara Römer: Der Wahnsinn, den man Liebe nennt

 
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Clara Römer: Der Wahnsinn, den man Liebe nennt
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783453358799

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Wie ein schlafender Faun lag er neben ihr, der sandfarbene SChopf zerzaust, die langen Beine lässig ausgestreckt, der rechte Arm angewinkelt auf dem Kopfkissen.

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Ein Spediteur ruft bei Susa Bergmann an und will einen Kühlschrank abliefern. Der Name ihres Mannes steht auf dem Auftrag – allerdings mit einer falschen Adresse. Als sie nachfragt, hat Wolf eine einfache Erklärung, doch bald tauchen weitere Ungereimtheiten auf. Susa fährt zu der Adresse, eine junge Frau öffnet die Tür. In der Küche: der Kühlschrank. Auf der Kommode: Kinderfotos von Josie, dem Mädchen aus der Nachbarschaft, das ihrem Mann so ähnelt und den Namen seiner Großmutter trägt. Alle Puzzleteile passen zusammen, und Susas Welt zerbricht …

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Unterhaltsame Geschichte für starke Frauen

Susa Bergmann erfährt durch einen dummen Zufall, dass ihr Mann Wolf sie seit Jahren belügt und betrügt und ein Doppelleben mit einer anderen Frau führt, mit der er sogar ein gemeinsames Kind hat. Susas Welt bricht zusammen, denn bisher dachte sie, sie und Wolf wären zufrieden und würden bis an ihr Lebensende zusammenbleiben.
Nun muss sie sich komplett neu orientieren. Sie zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus, in der sie sich ohnehin nie wirklich wohl gefühlt hat und kommt erst einmal bei ihrer Mutter unter. Doch auch hier erfährt sie auf einmal Geheimnisse aus der Ehe ihrer Eltern, die sie so nie erwartet hätte! Susas Leben steht wirklich Kopf!

Eigentlich lese ich ja keine derartigen „Frauenromane“, das ist einfach nicht mein Genre. Durch Zufall habe ich aber mitbekommen, wer hinter dem (eigentlich geschlossenen) Pseudonym steckt und da ich diese Autorin sehr schätze und gerne lese, wollte ich ihr natürlich auch unter diesem Namen eine Chance geben.

Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Story ist äußerst vielschichtig, es geht um große Themen wie Liebe und Betrug, um Freundschaft, Lügen und Vertrauen, um Familiengeheimnisse und Überraschungen.

Teilweise war es mir fast ein wenig zu viel, was da alles in dieser einen Geschichte verpackt wurde, zu viele Schicksale und vor allem gegen Ende zu viele Zufälle.

Dennoch habe ich mich insgesamt gut unterhalten gefühlt und diesen Ausflug in ein mir eher nicht so geläufiges Genre nicht bereut!

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Ein Lesevergnügen

Susa und Wolf sind seit 10 Jahren verheiratet. Wie Susa bisher annahm, glücklich. Allerdings muss sie zugeben, dass es selbst in ihrer Beziehung kürzlich etwas Stress gab, was jedoch kein Wunder ist. Standen beide doch unter enormen Druck wegen der Arbeit und des Umzugs... Gatte Wolf arbeitet im Immobiliensektor und hat mit seinem Freund Gerd ein eigenes Immobilien-Büro aufgebaut. Trotzdem kommt es Susa doch merkwürdig vor, als eines Tages ein Elektrohandel ausgerechnet bei ihr anruft, um einen Termin für die Kühlschrankanlieferung in einer Nachbarstraße zu vereinbaren...

Es kommt, wie es kommen muss und Susa realisiert, dass ihr Mann nicht nur seit längerer Zeit eine Affäre und sie somit betrogen hat, sondern dass sie vielleicht doch gar nicht so glücklich ist, wie sie immer dachte.

Eine Geschichte, wie sie leider auch in weiten Teilen das Leben schreiben könnte. Eine Ehefrau, die sich glücklich in ihrer Ehe wähnt. Ein Ehemann, dem "nur" eine Frau an seiner Seite anscheinend nicht reicht, Freunde, die gar keine sind und welche, die immer für einen da sind und, ja, auch Familiengeheimnisse.

Aber ohne hier zuviel zu verraten, kann ich leider nicht weiter ausholen.

Die Aufmachung des Buches, der Titel und das Cover haben mich angesprochen.
Nach den ersten Seiten des Lesens war gleich klar, dass mir auch der Schreibstil gefällt. Schon direkt von Anfang an ist man gut in der Geschichte drin und lässt sich durch den Roman tragen. Susas Beweggründe und Gefühle kann man sehr gut nachvollziehen und man steht vollkommen hinter ihr. Wolf ist einem auf Anhieb unsympathisch. Aber leider scheint sein Verhalten auch im realen Leben nicht unbedingt eine Seltenheit zu sein.

Was kann man sich da glücklich schätzen, wenn man um gute Freunde an seiner Seite weiß. Denn mit ihnen kann man nicht nur herrlich lästern und hemmungslos weinen, sie bauen einen wieder auf, hören zu und unterstützen moralisch.

Die Zögerlichkeiten und Unsicherheiten, das "sich-wieder-überreden-lassen" während einer Trennung, die Überlegungen "gibt es nicht doch ein Zurück"... all das wird gut dargestellt und man kann es sehr gut nachempfinden. Es ist wie aus dem Leben gegriffen.

In Rückblicken erfährt man, welche Beweggründe das einstige, glückliche Paar hatte, welche Gefühle sie mal beim Partner zu wecken vermochten. Was sie ursprünglich im Anderen sahen, was sie zusammengebracht und -geschweißt hat. Aber auch, wie Geld, Erfolg und Ansehen Menschen verändern kann und leider auch, wie im Alltag oftmals vieles auf der Strecke bleibt und man auf einmal realisiert, dass alles nicht mehr so schön und aufregend ist, wie am Anfang.

Auch die Geschichten und Erlebnisse um das Ehedrama drumherum haben mir sehr gefallen und boten abwechslungsreiche Unterhaltung.

Einzig zum Schluss der Geschichte wurde es mit den Happy Ends auf diversen Ebenen vielleicht ein kleines bißchen zu viel des Guten, zuviel Rosarot.

Andererseits passt das auch mal ganz gut in unsere Gesellschaft. Endlich mal heile Welt und alles wird gut. Kann ja manchmal auch nicht schaden und tut dem Genuss des Lesens hier keinen Abbruch. Für mich hätte die Geschichte ruhig noch weitergehen können.

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Die Liebe ist des Wahnsinns bester Kunde!

Clara Römer - Der Wahnsinn, den man Liebe nennt - Diana Verlag

München
Susa hat eine gutgehende Papeterie und Wolf ist Partner einer Immobilien-Agentur. Bis jetzt schien bei den Bergmanns immer die Sonne, doch der Himmel trübt die weißen Wolken grau.
Susa ist zufrieden und glücklich, aber anscheinend hat ihr Mann Wolf, eine etwas andere Auffassung von Glück..und naja, auch von Treue und Ehrlichkeit.
Der Anruf eines Lieferanten, setzt alles in Gang. Die Frage, wann der neue Kühlschrank in die Comeniusstraße geliefert werden soll, verwirrt Susa zunächst nur, denn Wolf hat immer eine Ausrede parat. Ein Kundengefallen also..
Als Susa die Quittung einer Salzburger Nobelboutique findet, fragt sie sich, was Wolf mit den sündhaft teuren Dessous gemacht hat, die nicht einmal ihre Größe haben. Das ist auf keinen Fall ein Kundengeschenk, denkt sich Susa und geht der Spur des Kühlschranks nach.
Mutig klingelt Susa an der Tür und als eine Blondine öffnet, ist das Rätsel um die Spitzenunterwäsche gelöst. An ihrem "Rockzipfel" hängt ein kleines rothaariges Ebenbild von Wolf. Es ist, als hätte Susa über eine beschlagene Fensterscheibe gewischt, sie sieht klar, aber was sie sieht, kann sie weder begreifen, noch ignorieren.
Wolf versucht natürlich den rosaroten Schleier aufrechtzuerhalten, den er über Susas Augen gezogen hat.
Ihr ursprünglicher Plan vom Leben, scheint aus der Form geraten. Wann fing das an? Mit der neuen Wohnung? Mit dem graugemalten Schlafzimmer? Mit allem, was Wolf in ihr Leben drängte? Susa will es sich nicht leicht machen und resümiert entlang der Geschichte. Aber nicht nur Wolf, hat ein großes Netz der Illusion über sie gezogen, auch ihr Vater, der immer ihr bedingungsloser Held gewesen war. Ihre Mutter übergibt ihr eines Tages eine Lackschachtel mit mysteriösen Briefen, die alle an ihren Vater gerichtet sind, aber kein einziges geschriebenes Wort von ihrer Mutter enthält. Susa erfährt etwas ganz und gar Unglaubliches und das ist noch längst nicht alles..
Da auch ihre engen Freunde, sich in einem "Liebes-Tohuwabohu" befinden, muss sie nicht immerzu an Wolf denken, der längst noch nicht all sein Pulver verschossen hat.
Die Beratung mit einer sehr kompetenten und pfiffigen Anwältin stärkt ihr den Rücken.
Jetzt wird alles gut!

Mühelos und flüssig geschrieben, als würde die Autorin keine Schwere kennen.
Spannend, authentisch, die volle Bandbreite des Lebens. Einfach wunderbar!
Diese Wechselwirkung der Gefühle von Susa überträgt sich und ist raffiniert aufgebaut.

Das Buch hat mich sehr berührt und hat mich gefühlsmäßig durch den "Wolf" gedreht, eine kleine Zeitreise der eigenen Erfahrungen, sei es selbst erlebt oder durch Freunde und Bekannte, sogar Verwandte..so viele Erinnerungen, manchmal wie ein Spiegel..
Als das Buch zu Ende war, kamen mir die Tränen.
Ein genialer Effekt, jeder, der die Liebe kennt, kann sich mit dieser Geschichte verknüpfen.
Mit dem Ende bin ich sehr glücklich, ich wünsche Susa alles Gute!

Bravo und Danke, liebe Clara Römer, für dieses tolle Leseerlebnis!
Die Liebe ist des Wahnsinns bester Kunde!

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Achterbahn der Gefühle

Susa Bergmann hat mit Wolf ihren absoluten Traummann geheiratet. Doch wirklich glücklich ist sie nicht, sie redet es sich ein, denn sie macht gegenüber ihrem Ehemann jede Menge Kompromisse, zieht sogar in eine Wohnung ein, in der sie sich nicht wohl fühlt. Aber Susa denkt, dass es so sein muss, denn sie lebt für ihren Mann Wolf. Als sie durch eine dumme Verwechslung und einige Bemerkungen von anderen misstrauisch wird, was Wolfs Geschäftsreisen betrifft, beginnt sie mit eigenen Nachforschungen und erlebt eine böse Überraschung, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt und sie in pure Verzweiflung stürzt und sie sich selbst nicht wiedererkennt. Susa trennt sich von Wolf und steht auf einmal allein da, muss ihr Leben neu sortieren und sich selbst wiederfinden. Wird ihr das gelingen und auch das Glück wieder in ihr Herz einziehen?
Clara Römer hat mit ihrem Buch „Der Wahnsinn, der sich Liebe nennt“ einen wunderschönen, gefühlvollen Roman vorgelegt über eine verletzte Frau, die sich über die Jahre selbst verloren hat und sich nun wiederfinden muss, um erneut glücklich zu werden. Der Schreibstil ist herrlich flüssig, von Beginn an befindet sich der Leser an Susas Seite, erlebt die schreckliche Täuschung, die Enttäuschung, die Verzweiflung und den Schmerz von Susa hautnah mit und man wird das Gefühl nicht los, als wäre Susa eine alte Freundin, die man um jeden Preis beschützen will. Die Handlung selbst ist so sehr aus dem Leben gegriffen – Mann betrügt Frau –, dass es eigentlich alltäglich wirkt, doch gerade die gefühlvolle Art der Autorin, ihre Hauptprotagonistin alle Facetten durchleben zu lassen, heben die Geschichte heraus, weil sie so echt wirkt. Deshalb kann man sich mit ihr auch so gut identifizieren.
Die Charaktere sind wunderbar ausgestaltet, sie wirken frisch, authentisch und lebendig. Wolf ist ein Egomane, der eigentlich nur sich selbst liebt und nichts anderes gelten lässt als seine eigenen Vorstellungen. Durch sein Auftreten und sein Handeln unterdrückt er alle um sich herum und manipuliert sie auf sehr geschickte Weise. Susa ist eine Frau, die mit den Jahren an der Seite ihres Ehemannes immer mehr zurückgesteckt hat, um es ihrem Mann recht zu machen, dabei hat sie sich selbst und ihr eigenes Glück aus den Augen verloren. Susa definierte ihr eigenes Lebensglück nur noch über ihren Mann. Dessen Betrug trifft sie umso mehr, da sie auf einmal gar nicht mehr weiß, wer sie selbst eigentlich ist. Nur mühsam und mit äußerster Kraftanstrengung kriecht sie wie Phönix aus der Asche hervor, um ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und endlich ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu verwirklichen. Durch die traurige Erfahrung wächst sie von Tag zu Tag mehr, wird stärker und stärker. Die Entwicklung von Susa innerhalb der Handlung ist das eigentliche Thema und wunderbar herausgearbeitet. Auch die Nebencharaktere sind perfekt in Szene gesetzt und beleben mit ihrem Erscheinen die Geschichte.
„Der Wahnsinn, den man Liebe nennt“ ist ein wunderbarer Roman, der ans Herz geht und einen bis zur letzten Seite nicht loslässt und darüber hinaus nachklingt. Alle, die sich überraschen lassen wollen und die großes Gefühlskino lieben, liegen hier goldrichtig. Absolute Leseempfehlung! Chapeau, wunderbar gemacht!

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Ein Roman, der zum Nachdenken anregt

Bei dem Roman „Der Wahnsinn, den man Liebe nennt“ handelt es sich um einen ruhigen, aber auch aufwühlenden Roman, der mich sehr gut unterhalten und auch zum Nachdenken angeregt hat.

Die Story dreht ich um Susa Bergmann, die eines Tages einen Anruf von einem Spediteur wegen der Anlieferung eines Kühlschranks erhält. Der Name ihres Mannes steht auf dem Auftrag – allerdings mit einer falschen Adresse. Als sie nachfragt, hat Wolf eine einfache Erklärung, doch bald tauchen weitere Ungereimtheiten auf. Susa fährt zu der Adresse, eine junge Frau öffnet die Tür. In der Küche: der Kühlschrank. Auf der Kommode: Kinderfotos von Josie, dem Mädchen aus der Nachbarschaft, das ihrem Mann so ähnelt und den Namen seiner Großmutter trägt. Alle Puzzleteile passen zusammen - und Susas Welt zerbricht…

In die Geschichte habe ich sehr schnell hineingefunden. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut, es ist die ganze Zeit ein schöner Lesefluss gegeben und die Seiten fliegen nur so dahin.

Susa ist eine sympathische Hauptfigur, aber sie ist mir anfangs etwas zu blind vor Liebe. Sie scheint Wolf mehr zu lieben, als er sie. Die Beziehung zwischen Wolf und ihr kommt mir zudem nicht sehr glücklich vor. Eher so, als gäbe es Probleme, die vor allem Susa gerne unter den Tisch kehrt und übersieht. Was ja am Ende auch wirklich so ist… Wolf war mir dagegen von Anfang an unsympathisch, obwohl man da noch gar nicht genau wusste, wie abgebrüht er wirklich ist. Mit ihm habe ich überhaupt gar kein Mitleid gehabt.

Welches verdeckte Leben Wolf wirklich geführt hat, war dann für mich als Leser – als auch für Susa – ein Schock. Ich wüsste nicht, wie ich mit solchen Nachrichten umgehen würde. Man kann Susa nach und nach dabei beobachten, wie sie sich verändert und sich von Wolf löst. Das Ende hat mir dabei gut gefallen, aber so stark wie Susa wäre ich wohl nicht gewesen. Hut ab!

Fazit:
Ein aufwühlender Roman, der zum Nachdenken anregt. Ich hatte damit einige schöne Lesestunden!

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Wenn die rosarote Brille fällt...

Ich bin ja bekanntlich kein Fan von Frauenlektüre oder Liebesromanen, aber da mir dieses Buch ans Herz gelegt worden ist, habe ich mich einfach darauf eingelassen und wurde positiv überrascht.

In der Geschichte geht es um Susanne Bergmann, die sehr bald feststellen muss, dass ihr Ehemann Wolf sie anlügt. Was verbirgt er vor ihr? Als sie sein Geheimnis lüftet, bricht eine Welt für Susa zusammen. Was hat das Schicksal bloß mit ihr vor?

Ein beobachtender Erzähler, der stets Susa begleitet, führt uns durch die Geschichte. Hierbei erlebt man zum Einen die Gegenwart, zum Anderen die Vergangenheit, wo man durch kursiv gedruckte Abschnitte erfährt wie das Paar Wolf und Susa sich einst kennenlernte. Durch den Erzählstil ist man sehr nah an der weiblichen Hauptakteurin dran und kann ihre Emotionen sehr intensiv miterleben.

Doch die Autorin hat nicht nur ein Augenmerk auf unseren Hauptcharakter Susa, die sich im Verlauf der Handlung immens weiterentwickelt, sondern auch die Nebendarsteller sind interessant gezeichnet. Mir hat an Susa besonders gefallen, dass sie sich entwickelt, von der naiven Ehefrau, die ihrem Mann alles glaubt, zu einer standhaften Dame, die ihren Weg notfalls auch alleine gehen kann. Als Leserin bekommt man dadurch Mut zugesprochen, sollte man mal selbst in so einer Situation sein.

Besonders gelungen empfand ich, dass nicht nur Männer als Betrüger dargestellt werden, sondern das beiderlei Geschlechter als Betrüger oder aber Betrogener auftreten können und dass es jedem auf seine Weise weh tut. Alles andere hätte ich auch als zu plakativ empfunden, wenn nur die Männer stets die Bösen wären.

Als Leserin muss man so einige Prüfungen mit den Charakteren bestehen. Beim Lesen habe ich des Öfteren nach Luft schnappen müssen, weil ich einfach nicht glauben konnte, was das Schicksal mit unseren Protagonisten so vor hat. Das Leben geht manchmal seltsame Wege.

Das Ende verläuft sehr rosarot, wie bereits das Cover es vermuten ließ. Ich war in weiten Teilen zufrieden mit dem Schluss, nur die Auflösung der Schwesternrolle erschien mir dann doch etwas zu viel des Guten.

Fazit: Ein Frauenroman, der mitten aus dem Leben gegriffen wirkt. Mich hat er emotional gepackt, ich kann nur eine Leseempfehlung aussprechen. Prädikat gut!

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