Cristina Caboni: Der Zauber zwischen den Seiten

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Cristina Caboni: Der Zauber zwischen den Seiten
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
La rilegatrice dei libri proibiti
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783734105845

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Originalsprache
italienisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Der goldene Anhänger glänzte zwischen den Fingern des jungen Mädchens.

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Handlungsort

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Seit sie denken kann, ist Sofia von Büchern fasziniert. Sie liebt das Rascheln der Seiten, den Geruch des Papiers und vor allem die darin beschriebenen Welten. Schon immer haben sie der schüchternen Frau geholfen, der Realität zu entkommen. Als sie eines Tages in einem Antiquariat ein altes Buch kauft, findet sie darin enthaltene Manuskripte und Briefe einer gewissen Clarice, die Mitte des 19. Jahrhunderts gelebt haben soll. Sofia und Clarice scheinen viel gemeinsam zu haben, und Sofia spürt eine Verbindung zu ihr. Um mehr über sie zu erfahren, reist Sofia quer durch Europa. Dabei stößt sie nicht nur auf eine unglaubliche Liebesgeschichte, sondern findet endlich auch ihr eigenes Glück...

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Unterhaltsam mit kleinen Schwächen

Die junge Römerin Sofia befindet sich im freien Fall - ihre Ehe gescheitert, ihre Familie über ganz Europa zerstreut, sie alleine ohne Job in Rom. In dieser schwierigen Selbstfindungsphase stößt sie in einem Antiquariat auf ein altes Buch, das ziemlich ramponiert ist, aber aufgrund seines besonderen Einbands großen Eindruck auf Sofia macht. Als gelernte Buchbinderin macht sie es sich zur Aufgabe, das Buch zu restaurieren - und stößt dabei auf eine verborgene Botschaft.

Diese stammt aus der Vergangenheit, von einer jungen Frau namens Clarice von Harmel, und deutet auf ein Geheimnis hin. Sofia begibt sich auf Spurensuche und reist durch halb Europa, um die weiteren zwei Bände des Romantikers und Philosophen Christian Fohr aufzuspüren, in denen sie weitere Hinweise vermutet. Unvermutet findet sie auf ihrer Schnitzeljagd einen Begleiter; der Graphologe Tomaso, der ebenfalls schwere Zeiten durchmacht, ist fortan an ihrer Seite.

Gleich vorweg, mich konnte das Buch nicht restlos überzeugen. Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen angesiedelt und für mich war die Perspektive aus der Vergangenheit mit Clarice von Harmel und Christian Fohr eindeutig der stärkere und eindrucksvollere Part der Handlung. Eine junge Frau muss sich mit den engen Fesseln ihrer Zeit auseinandersetzen, gerät in tiefe Strudel, befreit sich aber daraus und macht ihr Ding, das las sich sehr unterhaltsam. Ich konnte mit Clarice jederzeit mitfiebern und fand in ihr einen interessanten Charakter, zumal ihre Profession als Buchbinderin ihrer Zeit sehr überzeugend dargestellt war.

Dagegen kam ich mit Sofia äußerst schlecht zurecht. Selbstverständlich musste die Autorin sie am Anfang besonders schwach darstellen, damit sie im Laufe der Geschichte eine Entwicklungsmöglichkeit hat, aber mir war das eine Spur zuviel. Ihre Handlungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar, ihre Interaktionen mit Ehemann, Verehrer und anderen fand ich nicht konsistent. Manche der Dialoge nervten mich regelrecht, weil sie so hölzern und dümlich daher kamen.

Insgesamt war mir vieles an Sofias Handlungsstrang zu überkonstruiert; die Zufälle zu zahlreich, die Verknüpfungen viel zu sehr an den Haaren herbei gezogen. Daher bleibt eigentlich nur der Clarice-Strang, um zu punkten; und natürlich das Grundthema der Buchbindekunst, das sehr liebevoll und gewissenhaft behandelt wurde und richtig Spaß gemacht hat. Das hat mir einiges an Lesefreude gerettet, aber leider nicht alles. Daher fällt meine Bewertung auch sehr zurückhaltend aus.

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Tolle Unterhaltung mit viel Liebe zu Büchern!

Der Römerin Sofia entgleitet ihr Leben zusehends - von ihrem Ehemann, den sie jung geheiratet hat, hat sie sich emotional entfernt, da er offensichtlich andere Erwartungen an ihr gemeinsame Zukunft hat als sie selbst. Aber am schwersten wiegt, dass Sofia für Alberto vor Jahren ihre geliebte Arbeit aufgegeben hat - nun vermisst sie die Tätigkeit mit Büchern immer stärker.
Als sie innerlich so weit ist, einen nötigen Schritt weiter zu gehen, stößt Sofia auf ein Antiquariat, das sie längst als geschlossen wähnte. Ihre Neugier treibt sie in den Laden und lässt ihr buchstäblich ein altes Buch in die Hände fallen. Sofort ist Sofias Ehrgeiz geweckt: der Antiquar schenkt ihr das extrem in Mitleidenschaft geratene Werk und Sofia beschließt, es zu restaurieren. Gesagt, getan! Kaum hat sie das nötige Material zusammen, macht sie sich an ihre Aufgabe und erlebt sogleich eine große Überraschung: Sofia findet ein schmales Geheimfach im Buchdeckel und in ihm eng beschriebene Blätter…
Die Briefe stammen von einer jungen Frau namens Clarice Marianne von Harmel, die im 19. Jahrhundert in Deutschland gelebt hat. Da Sofia dank ihrer Großeltern deutsch beherrscht, beginnt sie mit der Lektüre und ist schnell vom Schicksal Clarices gepackt. Sofia versucht sofort, weitere Details aus dem Leben der mutmaßlichen Buchbinderin zu recherchieren - ohne auch nur im Geringsten zu ahnen, dass diese Suche auch ihr eigenes Leben verändern wird.

Die Autorin Cristina Caboni erzählt ihre Geschichte auf zwei Zeitebenen: zum einen ist da der Strang von Sofia, die sowohl auf der Suche nach ihrer eigenen Zukunft als auch dem Leben der geheimnisvollen Briefeschreiberin ist, zum anderen der Strang von Clarice, die wir somit nicht nur aus den Briefen kennenlernen dürfen. Was beide Frauen verbindet, ist ihre große Liebe zu Büchern - auch was das Handwerk der Buchbinderei und die Haptik angeht.

Obwohl Sofias Leben gerade alles andere als zufriedenstellend ist, so war Clarices wirklich tragisch. Mit Hilfe von Sofia, die sich auf Spurensuche macht und unter den beiden weiteren Bänden der Trilogie, dessen ersten Teil sie restaurieren wollte, weitere Briefe und somit Hinweise vermutet, entblättert sich die Vergangenheit mehr und mehr - und mit ihr das teilweise dramatische Leben von Clarice.

Beide Frauen müssen ihr eigenes Leben in die Hand nehmen, auch wenn völlig klar ist, dass Clarice in ihrer Zeit natürlich deutlich schlechtere Vorzeichen dafür hat - zuerst als Kind, das früh seine Eltern verloren hat, und dann auch als Frau in einem Jahrhundert, das Frauen so gut wie keine Eigenständigkeit erlaubt hat.

Mich hat Cristina Caboni mit diesem Roman komplett überzeugt: die Figuren sind glaubhaft, sympathisch und gleichzeitig interessant, so dass ich ihre Entwicklung nur zu gerne verfolgt habe. Möglicherweise hatte die Autorin einen kleinen Bonus bei mir als gelernten Buchhändlerin, da ich die Liebe der beiden Frauen zu Büchern hundertprozentig nachvollziehen kann, aber ich möchte auch nicht unerwähnt lassen, dass Caboni hier mit wunderbar leichter Feder erzählt, die beiden Stränge gekonnt verknüpft und mit der Suche nach Band zwei und drei der Trilogie auch eine gute Spannung in die Lektüre bringt.

Tolle Unterhaltung mit viel Liebe zu Büchern!

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Der Zauber zwischen den Seiten

Sofias Leidenschaft sind Bücher. Aus ihnen schöpft sie Kraft und erhält Antworten auf ihre Fragen. Doch ihre Arbeit als Bibliothekarin hat sie aufgegeben, nachdem sie Alberto geheiratet hat.

Für die Zweiunddreißigjährige ist die Ehe inzwischen zur Belastung geworden. Sie sucht in der Erinnerung nach dem Mann, der sie morgens mit einem Lied weckte und immer und überall das Schöne gesehen hat. Das ist lange vorbei. Beide betrachten sich, als ob sie Feinde sind, die sich gegenseitig beobachten. Allerdings nicht, um sich wiederzufinden, sondern um neue Angriffspunkte zu entdecken, um den anderen zu verletzten.

Für eine Trennung fehlte Sofia bislang der Mut. Da liegt irgendetwas auf ihrer Seele und blockiert sie. Jetzt will sie sich endlich aus der emotionalen Abhängigkeit befreien, sich von eingeschliffenen Gewohnheiten, von der Angst vor dem Unbekannten und der Furcht davor, einen Fehler eingestehen zu müssen, lösen.

Als Sofia in einem kleinen Antiquariat eine sehr alte Ausgabe eines Buches des romantischen Schriftstellers Christian Philipp Fohr kauft, beschließt sie, dieses zu restaurieren. Dabei spürt sie einem im Einband versteckten Brief einer jungen Frau aus dem frühen 19. Jahrhundert auf, mit der sie vieles verbindet.

Denn auch Clarice liebt Bücher. Sie möchte zu gern Buchbinderin sein. Aber dies ist ein Beruf, den sie als adlige Frau niemals ausüben kann. Er bleibt den Männern einfachen Standes vorbehalten. Findet Clarice einen Weg, ihren Traum zu verwirklichen?

Cristina Cabonis Roman „Der Zauber zwischen den Seiten“ ist nicht nur die Darstellung zweier Frauenschicksale in zwei verschiedenen Epochen, sondern auch eine Homage an die Begeisterung und Liebe für Bücher. Dies zeigt sich bereits darin, dass die Autorin jedem Kapitel ein Buchzitat voranstellt, beispielsweise von Johann Wolfgang von Goethe, Jane Austen, Ernest Hemingway, Charles Dickens und Emily Brontë.

Für das Erzählen des Geschehens auf zwei Zeitebenen bedient sich Cristina Caboni eines gefälligen und anschaulichen Schreibstils, der für lebhafte Bilder während der Lektüre sorgt. Ihre Wortwahl ist zurückhaltend und gefühlsbetont, das Nachdenken ihrer Protagonistinnen nimmt einen hohen Stellenwert ein. Die Leidenschaft für Bücher wird deutlich, allerdings bleibt die Freude am Lesen selbst dahinter zurück.

Die Geschichte von Clarice im historischen Teil geht einem besonders nahe, weil der Zwiespalt zwischen Wünschen und Realität einer Frau einleuchtend und überzeugend geschildert ist.

Eine sich anbahnende Liebesbeziehung von Sofia fügt sich zwar gut ins Geschehen ein, ist jedoch auch überflüssig angesichts der Tatsache, dass Sofia sich noch mit dem Scheitern ihrer Ehe auseinandersetzt.

Ein größeres Manko ist allerdings, dass sich im Verlauf der Handlung zu oft die Zufälle häufen. Das Glück ist beiden Frauen das eine oder andere Mal dermaßen hold, dass es konstruiert wirkt und sich damit insgesamt als Zuviel herausstellt.

Wen das nicht stört, und wer gern miterlebt, wie zwei Frauen in ihrer jeweiligen Zeit die Hoffnung behalten, trotz aller Hindernisse ihren Weg zur Freiheit finden, wird mit „Der Zauber zwischen den Zeilen“ unbestreitbar angenehm unterhalten werden.

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