Bewertungsdetails

Liebe & Erotik 1468
Leider nichts für mich
Gesamtbewertung
 
2.0
Plot / Unterhaltungswert
 
2.0
Charaktere
 
2.0
Sprache & Stil
 
2.0
Kayla lebt mit ihrem Mann Dalziel auf der Insel Harris, wo sie gemeinsam ihren kleinen Hof oder, wie es dort heißt, Croft bewirtschaften. Aus der Wolle ihrer eigenen Schafe webt Kayla wunderschöne Tweedstoffe.

Einfach ist das Leben nicht gerade, und seit Iain, Dalziels Sohn aus erster Ehe, aus- und aufs Festland gezogen ist, steht es um die Stimmung zwischen den Eheleuten nicht gerade zum besten. Der sowieso schon verschlossene Dalziel ist dauerhaft übellaunig und aufbrausend. Manchmal weiß Kayla gar nicht so recht, wie sie das noch aushalten soll. Hinzu kommt der Tod ihrer Mutter vor kurzer Zeit und die Aufgabe, den elterlichen Haushalt aufzulösen, die sich wie eine unüberwindliche Mauer vor ihr auftürmt.

Als eines Tages Brannan Tait auf der Insel auftaucht, der den Walen nachgereist ist, die sich zeitweise in der Gegend tummeln, kommt Bewegung in das eintönige Inselleben. Er sieht gut aus, gibt sich manchmal etwas geheimnisvoll und spielt wunderschön auf der traditionellen Fiddle, und er berührt etwas in Kayla, das schon lange brachgelegen hat. Sie beginnt, mit Brannan und der kleinen Folkband aus dem Dorf zu singen, ein kleines Stück Freiheit, das sie sich gegen den Willen ihres eifersüchtigen Mannes erobert, und stellt irgendwann fest, dass sie sich rettungslos in Brannan verliebt hat.

Klingt nach einer handelsüblichen Dreiecksgeschichte? Ist es auch, und zwar keine besonders gute.

Das Schönste an dem Buch war für mich der Schauplatz, die faszinierend rauhe Insel Harris mit ihren Schafen und Tweedherstellern und traditionellen Psalmengesängen, die dortige Legendenwelt und ein paar interessante bis ulkige Bräuche. Die titelgebenden Wale hingegen werden nur ab und an erwähnt und spielen ansonsten keine großartige Rolle für die Handlung.

Selbige ist, wie das rosarot angehauchte Cover vermuten lässt, nichts anderes als ein ziemlich vorhersehbarer Liebesroman mit ziemlich klischeehaften Figuren - der unterdrückten Frau, der ständig suggeriert wird, dass sie mit Mitte dreißig alt und nicht mehr begehrenswert ist, dem grantigen, unausstehlichen, eifersüchtigen Ehemann, den patenten Freundinnen, der charakterlich ganz anderen jüngeren Schwester und natürlich dem geheimnisumwitterten, musikalischen, umwerfend attraktiven Fremden, der auch noch eine besondere Gabe besitzt.

Die Dialoge lesen sich über weite Strecken wie aus einer deutschen Vorabendserie - hölzern und unauthentisch - und die Liebesszenen schwülstig. Wie zutreffend die Darstellung der Religiosität auf Harris ist, weiß ich nicht, mir kam dabei einiges beim Lesen jedoch eher wie aus dem späten 19. Jahrhundert vor als aus dem frühen 21. Auch die zahlreichen gälischen Einsprengsel nerven irgendwann, zumal sie oft nicht erklärt werden. Fußnoten oder ein Glossar im Anhang hätten geholfen.

Für mich also kein Highlight, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich einfach nicht zur Zielgruppe gehöre. Fans des klassischen Liebesroman-Genres mögen das anders sehen. Bei mir kamen statt der beabsichtigten Romantik leider nur Stereotypen und Langeweile an.
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