Bewertungsdetails

Liebe & Erotik 1932
Ein geheimnisvolles Collier und zwei Frauen auf der Suche nach ihrem privaten Glück
Gesamtbewertung
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert
 
4.0
Charaktere
 
4.0
Sprache & Stil
 
4.0
Josefine führt ein unspektakuläres Leben mit ihrem Freund Edgar. Als Modedesignerin arbeitet sie bei einem Versandhaus, was ihr ein regelmäßiges Einkommen beschert, sie aber nicht zu 100% ausfüllt. Dann erfährt sie, dass ihre verstorbene Großtante ihr ein Bankschließfach inklusive wertvollem Collier und Ohrringen hinterlassen hat und Josefine begibt sich auf Spurensuche zu den Hintergründen des Schmucks und ihrer familiären Wurzeln. Dabei führt ihre Recherche sie zurück ins 19. Jahrhundert und bis nach Brasilien, vor ihre Vorfahrin Sophie hoffte ihr Glück zu finden und dabei Dramatisches erleben musste.

Das Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Zum einen gibt es da Josefine in der Gegenwart, die nach und nach den Geheimnissen von Sophie und damit dem Schmuck auf die Schliche kommt. Zum anderen springt der Erzählstrang immer wieder ins 19. Jahrhundert und erzählt die Erlebnisse von Sophie, der Urahnin von Josefine.

Für Bücher mit verschiedenen Zeitebenen habe ich eine ausgeprägte Schwäche und auch in diesem Buch hat es mir wieder gut gefallen die Geschehnisse sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit hautnah miterleben zu dürfen. Dabei muss ich gestehen, hat mir der Erzählstrang in der Vergangenheit lange Zeit viel besser gefallen hat, als in der Gegenwart, da ich irgendwie meine Zeit brauchte, um mit Josefine wirklich warm zu werden.

Dabei ist Josefine kein sperriger Charakter, aber irgendwie war sie mir zu Beginn auch nicht wirklich nah. Das änderte sich im Laufe des Buches und schließlich fand ich auch ihren Erzählstrang sehr spannend zu verfolgen. Sophie ist eine sehr starke Persönlichkeit und ich war vom ersten Moment von ihr gefesselt und verfolgte gespannt ihren Lebensweg. Sie muss einige Schicksalsschläge ertragen und schafft es doch überall gestärkt wieder daraus hervor zu kommen. Ein ganz toller Charakter und eine sehr starke Frauenfigur. Das hat mir sehr gut gefallen.

Sehr interessant fand ich die Hintergründe zu den Auswanderern im 19. Jahrhundert, die sich auf den Weg nach Brasilien gemacht haben. Mir war gar nicht bewusst, dass es damals eine richtige Welle gab und Brasilien selbst das auch lange gefördert hat. Genauso interessant fand ich die Ausführungen zu den unterschiedlichen Edelmetallen, deren Gewinnung und Verarbeitung. Auch hier war mir bis dato nicht bewusst, dass Idar-Oberstein schon lange für Edelmetalle bekannt ist und weltweiten Handel mit ihnen treibt. So wie Josefine und Sophie Schritt für Schritt immer mehr über die Edelmetalle lernen, habe ich auch eine ganze Menge dazu gelernt.

Einige Auflösungen am Ende hatte ich schon vorher vermutet und waren daher nicht mehr ganz so überraschend. Trotz allem ist es ein wunderbares in sich abgeschlossenes Ende, dass mich mit einem glücklichen Grinsen auf dem Gesicht das Buch hat zuklappen lassen.

Alles in allem ein schöner Schmöker, den ich gerne gelesen habe und der mir viele Hintergründe und Informationen zu der Auswanderungswelle nach Brasilien und verschiedenen Edelmetallen näher gebracht hat. Nur der Beginn bedingt durch die irgendwie schwer anfassbare Hauptfigur waren etwas zäh und die Wendungen am Ende dann doch vorhersehbar.
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