Deana Zinßmeister: Fliegen wie ein Vogel

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Deana Zinßmeister: Fliegen wie ein Vogel
Verlag
ET (D)
2006
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783937670362

Informationen zum Buch

Seiten
352

Serieninfo

Sonstiges

Erster Satz
"Asche zu Asche, Staub zu Staub ..."

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Handlungsort

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Deutschland 1790: Nach dem Tod ihres geliebten Vaters erfährt die junge Luise von Wittenstein, dass sie einen Halbbruder hat. Luise setzt alles daran, ihn zu finden, und fährt zunächst nach London. Dort teilt man ihr mit, dass ihr Bruder als Strafgefangener nach Australien deportiert wurde. Für eine Frau ist es undenkbar, ohne männliche Begleitung in die Strafkolonie auf dem fremden, unzivilisierten Kontinent zu reisen. Luise zögert nicht, einen ihr unbekannten Mann zu heiraten...

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Deutschland 1790: Als ihr Vater stirbt, wähnt sich die junge Luise von Wittenstein allein auf der Welt. Allein ihre Freundin Colette scheint ihr noch geblieben zu sein. Doch dann erfährt Luise nach der Beerdigung ihres Vaters, dass sie noch einen jüngeren Halbbruder hat, den sie nie kennen gelernt hat und der inzwischen in England leben soll. Gemeinsam mit Colette macht sich Luise nach London auf, wo sich Johanns Spur zunächst verliert. Erst mit Hilfe eines charismatischen Anwalts finden die beiden Frauen erneut eine Spur Johanns - und diese führt in die Strafkolonie Australien...

Mit "Fliegen wie ein Vogel" legt Deana Zinßmeister einen temporeich erzählten Roman vor, der zunächst in Deutschland und später in England und Australien spielt. Dabei gelingt es ihr insbesondere die düstere Stimmung in den Londoner Arbeitervierteln darzustellen und diese in Kontrast zu den noblen Vororten zu setzen, in denen die reichen Briten leben.

Mit Luise von Wittenstein hat Deana Zinßmeister eine sympathische Hauptfigur geschaffen, die sowohl Stärken als auch Schwächen besitzt, und deren dramatischem Schicksal der Leser gern folgen mag.

Besonders Augenmerk fällt während der Lektüre auch auf die zahlreichen, oftmals ausgesprochen liebevoll ausgearbeiteten Nebenfiguren, von denen manche auch nach dem Lesen des Romans nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Auch eine Liebesgeschichte bietet Deana Zinßmeister ihren Lesern, doch nimmt diese erfreulicherweise keinen allzu großen Raum in der Geschichte ein. Im Zentrum stehen vielmehr die schrecklichen Zustände in den Londoner Arbeitervierteln und die dortige Kinderarbeit sowie die früheste Kolonialisierung Australien mithilfe britischer Strafgefangener, und Luises Suche nach ihrem verschwundenen Bruder.

FAZIT: Ein spannender historischer Roman in gut lesbarer, unterhaltender Sprache, der gut und gern auch 100 Seiten mehr hätte haben dürfen ohne von seiner Spannung zu verlieren. Zum Glück für alle begeisterten Leser hat Deana Zinßmeister bereits eine Fortsetzung der Geschichte um Luise veröffentlicht, die unter dem Titel "Der Duft der Erinnerung" erschienen ist.

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Die junge Luise von Wittenstein wird vom Schicksal arg gebeutelt: Zuerst stirbt ihr geliebter Vater, dann wird ihr das elterliche Weingut weggenommen und schließlich erfährt sie von einem unbekannten Halbbruder, der aus einer Liaison mit einem Kindermädchen hervorging. Luise fasst den Entschluss, ihren Bruder Johann zu finden und reist von Deutschland nach London, um dort der ersten Spur nachzugehen. In England angekommen müssen Luise und ihre Freundin Colette erkennen, dass das Leben dort nichts mehr mit dem in ihrem wohlbehüteten Elternhaus gemein hat.

Der erste Teil des Buches bringt uns in ein düsteres England am Anfang der Industrialisierung mit all ihrer Armut und Kinderarbeit.Im zweiten Teil des Buches reisen wir ins ferne Australien, in das erst seit kurzer Zeit die ersten englischen Gefangenen deportiert wurden. Deana Zinßmeister hat mit "Fliegen wie ein Vogel" ein beachtliches Debüt vorgelegt. Die Autorin spielt immer wieder mit den Emotionen des Lesers und drückt auch gerne auf die Tränendrüse. Vor allem die Nebenfiguren werden schonungslos in Krankheit und Tod geschickt und die anfängliche Wohlfühl-Atmosphäre des Buches schwindet rasch einer wiederkehrenden Bestürzung.

Leider wirken viele "Zufälle" sehr konstruiert und fast so vorhersehbar wie in einer Seifenoper. Es passiert vieles in sehr kurzer Zeit (der Roman hätte für die Handlungen doppelt so dick sein können), die Personen erhalten noch keine Tiefe und agieren dramatisch vor sich hin. Die anfangs stark betriebene Schwarz-Weiß-Malerein und die fehlende Tiefe der Charaktere trugen ihr übriges zu dem Eindruck bei. Vor allem ein Protagonist erschütterte mich, als Luise und Colette Auskunft von ihm verlangten und seine Zunge "lüstern" und "langsam über die wulstigen Lippen fuhr", um sich für Auskünfte der jungen Frauen zu belohnen. Solche Beschreibungen rissen mich immer wieder aus meiner "kuscheligen" Lesestimmung.

Später, ab der Reise nach Australien, gewinnen die Figuren etwas mehr Tiefe und die Handlung wird eindringlicher. Ich merkte der Autorin richtig an, wie sie sich "warmschrieb" und Fahrt aufnahm - das Buch wurde schnell zum wahren Pageturner. Der ungewöhnliche Schauplatz auf dem fünften Kontinent und der immer fesselnde Schreibstil brachten mich schnell dazu, die erwähnten Kritikpunkte als "verzeihlich" einzustufen. Manche Leser werden allerdings auf der letzten Seite ernüchtert nach dem Fortsetzungsroman fragen. Viele offene Fragen bleiben ungeklärt und Deana Zinßmeister lässt uns mit einem gemeinen Cliffhanger alleine. Einziger Trost dürfte sein, dass der zweite Teil bereits unter dem Namen "Der Duft der Erinnerung" im Handel erhältlich ist.

Die Ausstattung des Buches ist - wie ich es vom Moments-Verlag gewohnt bin - für den Preis erstklassig, denn es handelt sich um die gebundene Ausgabe, deren Innendruck dem Schutzumschlag gleicht. Einzig ein Lesebändchen und etwas feineres Papier fehlte noch zur Vollkommenheit - Wünsche, die sich aber wiederum im Preis niederschlagen würden.

"Fliegen wie ein Vogel" ist eigentlich ein durch und durch lesenswertes Buch, dem ich etwas mehr Subtilität und weniger konstruierte Handlungen gewünscht hätte.

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Das Buch beginnt mit schweren Schicksalsschlägen für Luise die Protagonistin, für welche der Leser bereits nach den ersten Seiten eine warme Sympathie empfindet. Großartig versteht die Autorin es, eine Atmosphäre zu schaffen, die den Leser nicht mehr loslässt. Spannend werden historische Zustände mit der Geschichte verwoben, Nebenfiguren rühren zu Tränen und die Sprache salbt die Seele.

Eingehüllt in diese Daunen findet sich der Leser nach etwa der Hälfte des Buches im unwirtlichen Australien wieder. Karges raues Land, fern der Heimat, ohne jeden Komfort, umgeben von fremden Menschen, die jedoch nach und nach ihre Fremdheit ablegen und zu Vertrauten werden. Bis die Vergangenheit auch diesen fernen Kontinent erreicht.

Die Handlung ist in zwei Abschnitte gegliedert: VOR der Reise nach Australien und NACH der Reise, in Australien. Was dazwischen geschieht klingt in kurzen bruchstückhaften Rückblicken an, wobei gerade dies, für mich von großem Interesse wäre. Die Rückkehr Luises in das heimatliche Deutschland, ihre Hochzeit mit dem Fremden, die lange und beschwerliche Reise auf dem Schiff, dies alles kommt in meinen Augen viel zu kurz. Da das Buch selbst knapp 350 Seiten umfasst, hätten diese Passagen gern ihren Platz im Buch finden können. Nichts desto trotz sehe ich das nicht allzu kritisch, da mich die Geschichte und die dazu passende Sprache in ihren Bann gezogen haben.

Der Hintergrund der Handlung ist die Suche Luises nach ihrem verloren geglaubten Bruder, dessen Spuren sie bis nach Australien folgt. Jedoch muss sich der Leser bis zum Folgeband gedulden, denn Luise ist es nicht vergönnt ihrem Bruder zu begegnen. Tatsächlich endet das Buch mit einem tragischen Ende, das entgegen dem Anfang sehr ernüchternd ist, aber auch etwas erzwungen wirkt. Viele Fragen bleiben offen und ungeklärt. Mein Wunsch, mit dem Folgeband gleich weiter zu lesen habe ich direkt nachgegeben.

Das gebundene Buch mit einem wunderschönen Schutzumschlag und einem ebenso schönen Einband ist für den Preis eines Taschenbuches das ideale Geschenk. Die Geschichte überzeugt durch ihre klare und warme, oftmals auch den Umständen angepasste Sprache, vor einer gelungenen historischen Kulisse. Ich freue mich schon auf den zweiten Band und kann die Fortsetzung gar nicht länger erwarten.

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