Karen Marie Moning: Im Bann des Vampirs

Karen Marie Moning: Im Bann des Vampirs

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Karen Marie Moning: Im Bann des Vampirs
Verlag
ET (D)
2007
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Darkfever
ET (Original)
2006
ISBN-13
9783548266015

Informationen zum Buch

Seiten
361

Serieninfo

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Meine Philosophie ist ziemlich einfach - jeder Tag, an dem niemand versucht, mich zu töten, ist ein guter Tag.

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Handlungsort

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Die junge Amerikanerin MacKayla Lane interessiert sich vor allem für Mode und Popsongs - bis eines Tages ihre Schwester Alina in Dublin brutal ermordet wird. MacKayla beschließt, selbst nach dem Mörder ihrer Schwester zu suchen. In Irland stellt sie erschrocken fest, dass sie Vampire sehen kann, die eine fatale erotische Anziehungskraft auf sie ausüben. Glücklicherweise trifft sie den Buchhändler Jericho Barrons, der sich mit Dämonen und Vampiren bestens auskennt. Während sie gemeinsam gegen das Böse kämpfen, funkt es gewaltig zwischen Mac und Jericho.

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Nach dem Prolog, der mit dem vielversprechenden Auftaktsatz („Meine Philosophie ist ziemlich einfach – jeder Tag, an dem niemand versucht, mich zu töten, ist ein guter Tag.“ ) beginnt das erste Kapitel genau ein Jahr früher. Danach kann man sich in 25 Kapiteln in MacKaylas Geschichte stürzten, die sie rückblickend aus der Ich-Perspektive erzählt, bevor das Buch mit einem Glossar endet.

Meine Meinung

Selten habe ich eine so unzutreffende Beschreibung gelesen – sei es nun bezüglich des Titels, des Kommentars von Publishers Weekly oder im Hinblick auf die Inhaltsangabe. Wobei ich offen gestanden zugeben muss, dass ich die Highländer-Serie nicht gelesen habe. Diesbezüglich könnte es natürlich sein, dass die Folgebände einen solchen Kommentar rechtfertigen. Der Auftaktroman tut es allerdings nicht.

In dem Roman geht es auch nicht, wie Titel oder Inhaltsangabe vermuten lassen, um Vampire, demzufolge kann MacKayla eigentlich auch nicht in den Bann eines solchen geraten. Vielmehr geht es um Feenwesen oder Sidhe. Die einen sollen böse und hässlich sein, die anderen unwirklich schön und gut – wobei die Grenzen da nicht so klar gezogen sind und es durchaus auch anders sein kann (gut aussehend und böse kommt zumindest vor). Dass MacKayla sie sehen kann, liegt an einem Geheimnis in ihrer Vergangenheit. Was sie – eine Sidhe-Seherin - als Hässlichkeit wahrnimmt, empfinden normale Menschen als strahlend schön, ohne zu merken, dass die Bösen ihnen ihre Lebensenergie rauben und rasend schnell altern lassen. Das hat durchaus Bezüge zu Vampiren. Genau wie die in bestimmten Stadtteilen lauernden, schwer fassbaren ebenfalls bösen Gestalten, die statt Blut gleich alles nehmen, was dafür sorgt, dass lediglich Kleider und pergamentartig wirkende Häute en masse zurückbleiben. Der Rest wird quasi absorbiert. Diese Wesen können nur im Schatten existieren, der kleinste Lichtschein wird ihnen gefährlich. Trotz gewisser Parallelen fehlt mir persönlich da der im Titel versteckte Blutsauger. Dann gibt es noch die Tod-durch-Sex-Wesen (allein der Name hat zu hochgezogenen Augenbrauen bei mir geführt), die auch feenartig sind und für das sorgen, was womöglich den erotischen Part darstellen soll, bei mir aber nicht so ankommt. Etwa, dass MacKayla sich in einem Museum voller Menschen – die sie praktischerweise in dem Moment nicht sehen können – auszieht und nur noch eins will und das dazu womöglich noch mit dem Wesen, das eventuell ihre Schwester ermordet hat. Oder mitten am helllichten Tag auf der Straße loslegt. Erotik sieht in meinen Augen etwas anders aus, aber Geschmäcker sind verschieden.

Doch gehen wir einmal von alle irreführenden Dingen ab. Was bleibt dann?

Ein flüssig zu lesender Roman. Eine Geschichte voller mystischer Wesen – kein Wunder, immerhin spielt sie in Irland. Neben bodenständigen Pubs und alten Gebäuden, Tradition und Moderne, gibt es eben auch Feen und andere Gestalten. Die machen aber nicht mithilfe ihrer Magie als strahlende Lichtgestalt alles wieder gut. Sie wirken auch nicht wie grummelnde Zwerge auf der Suche nach Gold, das sie dann boshaft bewachen? Nein, die Wesen in Monings Roman sind trotz ihrer Fähigkeit schön zu wirken, trotz ihrer vielleicht tatsächlichen Schönheit eher Monster, die die Menschheit bedrohen. Und wo etwas Böses ist, braucht es in der Regel einen guten Gegenspieler.

Moning bringt diesen Gegenpart in Form ihrer selbstironischen Hauptfigur mit naiver bis überraschend selbstironischer Denkweise ins Spiel. Diese wirkt trotz ihrer 22 Jahre anfangs eher wie ein typisch amerikanischer Teenager, oder wie eine Cheerleaderin (ich sah fast diese Puschel in ihren Händen). MacKayla ist sehr impulsiv, Vernunft scheint ein Fremdwort für sie zu sein. Mit dem ständigen Hinterfragen der eigenen Handlungsweise sorgt sie für den einen oder anderen Lacher. Im Hinblick auf sie stimmt der Anfang der Inhaltsangabe übrigens. Pink ist ihr ein und alles, und bevor sie in dieses Abenteuer eintaucht, ist eine ihrer größten Sorgen, dass ein Nagellackhersteller die Produktion einer bestimmten Farbe einstellt, weil sie dann nichts mehr hat, was zu ihrem Lieblingsrock passt. Dieser flapsige Stil erschüttert allerdings gleichzeitig die Glaubwürdigkeit der ernsthaften Sidhe-Seherin und Jägerin des Bösen mehr als einmal. Zudem wirkt sie hin und wieder zu zickig und ihre grenzenlose Naivität mehr als enervierend. Sie schießt zu oft übers Ziel hinaus und agiert oder vielmehr reagiert nicht immer folgerichtig.

Demgegenüber steht der extrem steif, ja verknöchert und behäbig wirkende, und leider von Anfang bis Ende etwas blass bleibende, Jericho, bei dem ich bis zur letzten Seite gerätselt habe, ob er jetzt der Vampir ist, in dessen Bann MacKayla geraten sein soll. Er ist geheimnisumwoben, daneben gut aussehend, reich, klug, nachdenklich, emotionslos, kalt und wirkt irgendwie alt.

Ihre Wege kreuzen sich auf der Suche nach der Wahrheit über den Tod von MacKayla Schwester immer wieder. Ihre Schwester, die irgendetwas mit dem gleichermaßen geheimnisumwobenen wie machtvollen Buch Sinsar Dubh zu schaffen hatte. Oder die, genau, wie sie, plötzlich feststellen musste, dass die Realität in der sie bis zu ihrem Eintreffen in Irland lebte, nicht die Einzige ist. Dass es Artefakte gibt, die es zu suchen gilt, damit die sich mehr und mehr öffnenden Tore zwischen den Welten wieder geschlossen werden können. Die Suche ist es, die Jericho und MacKayla dazu bringt, sich zusammenzuschließen und gemeinsam vorzugehen, ohne allerdings wirklich ein Team zu bilden. Ob die beiden zusammenkommen oder nicht, ob es da mal tatsächlich knistert oder nicht, bleibt auch nach dem Lesen der letzten Seite offen – ob der Folgeband „Im Reich des Vampirs“ diese Frage klärt, allerdings auch.

Die Bösewichte, die bekämpft werden, sind an manchen Stellen überaus eindimensional und zu klischeehaft dargestellt. Warum wer wie handelt, bleibt ein absolutes Rätsel, was durchaus daran liegen kann, dass es sich eben nur um den Auftaktroman der Serie handelt. Dennoch bleibt ein unbefriedigendes Gefühl beim Lesen, zumal noch nicht einmal der Tod von MacKaylas Schwester wirklich aufgeklärt wurde. Das Einzige, was klar zu sein scheint, ist, dass bestimmte Feenwesen nur auf eins aus sind …

Fazit: Nach der anfänglichen Enttäuschung ein Lesequickie ohne wirklichen Tiefgang, der jedoch förmlich nach einem Folgeband schreit, weil einfach zu viele Fragen offenbleiben.

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