Isabel Morland: Die Rückkehr der Wale

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Isabel Morland: Die Rückkehr der Wale
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783426521809

Informationen zum Buch

Seiten
480

Sonstiges

Originalsprache
deutsch

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Handlungsort

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Handlungsorte
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Einst hat Kayla ihren Mann geliebt. Doch immer öfter geraten die beiden in Streit, und Dalziel wird so wütend, dass sie Angst vor ihm hat. Da taucht ein Fremder auf der kleinen, abgeschiedenen Hebriden-Insel auf, über den bald allerhand Gerüchte in Umlauf sind. Auch Kayla ist nach der ersten Begegnung mit Brannan sofort fasziniert von diesem Mann, der ein Geheimnis zu hüten scheint. 

Ihre eigenen, immer stärker werdenden Gefühle für ihn, aber auch das Gerede der Inselbewohner treiben Kayla mehr und mehr in einen inneren Zwiespalt, aus dem es kaum einen Ausweg zu geben scheint …

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Leider nichts für mich

Kayla lebt mit ihrem Mann Dalziel auf der Insel Harris, wo sie gemeinsam ihren kleinen Hof oder, wie es dort heißt, Croft bewirtschaften. Aus der Wolle ihrer eigenen Schafe webt Kayla wunderschöne Tweedstoffe.

Einfach ist das Leben nicht gerade, und seit Iain, Dalziels Sohn aus erster Ehe, aus- und aufs Festland gezogen ist, steht es um die Stimmung zwischen den Eheleuten nicht gerade zum besten. Der sowieso schon verschlossene Dalziel ist dauerhaft übellaunig und aufbrausend. Manchmal weiß Kayla gar nicht so recht, wie sie das noch aushalten soll. Hinzu kommt der Tod ihrer Mutter vor kurzer Zeit und die Aufgabe, den elterlichen Haushalt aufzulösen, die sich wie eine unüberwindliche Mauer vor ihr auftürmt.

Als eines Tages Brannan Tait auf der Insel auftaucht, der den Walen nachgereist ist, die sich zeitweise in der Gegend tummeln, kommt Bewegung in das eintönige Inselleben. Er sieht gut aus, gibt sich manchmal etwas geheimnisvoll und spielt wunderschön auf der traditionellen Fiddle, und er berührt etwas in Kayla, das schon lange brachgelegen hat. Sie beginnt, mit Brannan und der kleinen Folkband aus dem Dorf zu singen, ein kleines Stück Freiheit, das sie sich gegen den Willen ihres eifersüchtigen Mannes erobert, und stellt irgendwann fest, dass sie sich rettungslos in Brannan verliebt hat.

Klingt nach einer handelsüblichen Dreiecksgeschichte? Ist es auch, und zwar keine besonders gute.

Das Schönste an dem Buch war für mich der Schauplatz, die faszinierend rauhe Insel Harris mit ihren Schafen und Tweedherstellern und traditionellen Psalmengesängen, die dortige Legendenwelt und ein paar interessante bis ulkige Bräuche. Die titelgebenden Wale hingegen werden nur ab und an erwähnt und spielen ansonsten keine großartige Rolle für die Handlung.

Selbige ist, wie das rosarot angehauchte Cover vermuten lässt, nichts anderes als ein ziemlich vorhersehbarer Liebesroman mit ziemlich klischeehaften Figuren - der unterdrückten Frau, der ständig suggeriert wird, dass sie mit Mitte dreißig alt und nicht mehr begehrenswert ist, dem grantigen, unausstehlichen, eifersüchtigen Ehemann, den patenten Freundinnen, der charakterlich ganz anderen jüngeren Schwester und natürlich dem geheimnisumwitterten, musikalischen, umwerfend attraktiven Fremden, der auch noch eine besondere Gabe besitzt.

Die Dialoge lesen sich über weite Strecken wie aus einer deutschen Vorabendserie - hölzern und unauthentisch - und die Liebesszenen schwülstig. Wie zutreffend die Darstellung der Religiosität auf Harris ist, weiß ich nicht, mir kam dabei einiges beim Lesen jedoch eher wie aus dem späten 19. Jahrhundert vor als aus dem frühen 21. Auch die zahlreichen gälischen Einsprengsel nerven irgendwann, zumal sie oft nicht erklärt werden. Fußnoten oder ein Glossar im Anhang hätten geholfen.

Für mich also kein Highlight, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich einfach nicht zur Zielgruppe gehöre. Fans des klassischen Liebesroman-Genres mögen das anders sehen. Bei mir kamen statt der beabsichtigten Romantik leider nur Stereotypen und Langeweile an.

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Die Rückkehr der Wale

Die Äußeren Hebriden sind kein leichtes Fleckchen Erde. Die Menschen hier leben hauptsächlich vom Fisch- und Krabbenfang und züchten Schafe, daneben gibt ein wenig Tourismus. Ein ewiger Wind weht über die kahle, torfreiche Landschaft mit endlosen Mooren, Wiesen und Heiden.

„Obwohl der Wind zornige Wolken vor sich hertrieb, die alles Blau in sich aufzusaugen und in dämmriges Zwielicht zu verwandeln schienen, wirkte der Himmel grenzenlos weit.“ (Seite 287)

Der Glaube an Gott und an Sagen, Legenden und Mythen ist gleichermaßen in den Menschen verwurzelt. So verschließt sich auch Kayla ihren schottischen Genen diesbezüglich nicht, obwohl die Realität sie viel zu fest im Griff hat. Und die sieht traurig aus. Ihre Ehe mit Dalziel steht unter keinem guten Stern, wenngleich Kayla – ob aus Pflichtgefühl oder aus Liebe – noch daran festhält. Die Stimmung in ihrem Zuhause ist düsterer denn je, nachdem Dalziels Sohn Iain mit seinem gutmütigen und fröhlichen Wesen dieses verlassen hat, um entgegen dem Willen seines Vaters seinen eigenen Weg zu gehen.

Eines Tages erscheint ein Fremder auf der Suche nach einer Beschäftigung auf die Insel. Er ist zurückhaltend und offenbart seine Herkunft nicht. Ihn umgibt eine geheimnisvolle Aura, zudem geht eine unerklärliche Kraft von ihm aus. Brannan ist aufmerksam und mitfühlend und hat wie Kayla eine besonderes musikalisches Empfinden. Dieser Mann löst eine ungeahnte, vibrierende Sehnsucht in ihr aus und bringt sie dazu, Dinge zu wahrzunehmen, von deren Existenz sie bislang nicht einmal ahnte. Zwischen den beiden entwickelt sich etwas, das sich nicht in Worten fassen lässt. Kayla beginnt, ihr bisheriges Leben und die Gefühle für Dalziel zu hinterfragen.


Isabel Morland erzählt in "Die Rückkehr der Wale" eine ruhig dahingleitende Geschichte, die mit mythischen und mystischen, traurigen und freudigen, bitteren und hoffnungsvollen Elemente aufwartet. Sie nimmt sich dabei Zeit, viele Naturbeschreibungen einfließen zu lassen und zu zeigen, wie die Menschen in ihrer Umgebung agieren. Dadurch wird die Natur zu einem wesentlichen Bestandteil der Handlung, und der Leser erhält ein Bild von der einfachen und herben Schönheit und ebenfalls von ihren Bewohnern geboten.

„Die Luft war ätherisch, beinahe kristallen, ein zarter Duft von Blüten lag über den Gräbern, in der Ferne erklang der zwitschernde Gesang einer Seeschwalbe.“ (Seite 400)

Außerdem legt die Autorin Wert auf die ausgewogene Gestaltung ihrer Protagonisten. Sowohl die Hauptfiguren, als auch die in zweiter Reihe auftretenden Personen sind mit Behutsamkeit ausgearbeitet worden und ergeben einen bunten Reigen unterschiedlicher Charaktere mit all ihren positiven und negativen Eigenheiten, die das Eiland hervorgebracht haben könnte. Sie lässt sie oft in ihrer gälischen Muttersprache zu Wort kommen, was sich manches Mal allerdings als störend für den Lesefluss herausstellt.

Kayla ist Mitte Dreißig, über romantische Schwärmereien längst hinaus, eine äußerst bodenständig und warmherzige Frau. Der tägliche Kampf ums Dasein hat sie geprägt, das Leben hier fernab von Städten und Luxus verhätschelt die Menschen nicht. Sie hat Dalziel aus Zuneigung geheiratet, und so denkt sie nicht daran, trotz aller Komplikationen in ihrer Beziehung, das ihrem Mann vor Gott gegebene Versprechen leichtfertig zu brechen.

Aber Kayla ahnt nicht, dass Dalziel noch an seiner ersten Frau – seiner großen Liebe – hängt. Zwar bemerkt sie seine Alpträume, doch Dalziel ist verschlossen. Da er sich weigert, mit Kayla darüber zu sprechen, was ihn bewegt, wird der Zustand ihrer Ehe für beide von Tag zu Tag erdrückender. Sie entfernen sich immer mehr voneinander. Hierzu trägt ebenfalls bei, dass Dalziel Kayla gegenüber ein unbeherrschtes und rüdes Verhalten an den Tag legt und auch eifersüchtig auf jede Begegnung mit Brannan reagiert.

Erst das Zusammentreffen mit Brannan lässt in Kayla eine Seite erklingen, die fast verstummt gewesen ist. Und Brannan erwidert ihre Liebe mit einer leisen, sinnlichen Intensität. Bei ihm hat Kayla den Eindruck, dass er die Fähigkeit besitzt, in ihr zu lesen wie in einem offenen Buch. Wobei sie damit der Wahrheit ziemlich nahe kommt. Denn Brannan verfügt über eine Art Hellfühligkeit, die ihn die Gefühle der ihn umgebenden Menschen zu spüren vermag. Das ist jedoch der Grund für seine Rastlosigkeit, Bindungen einzugehen ist nicht Teil seiner Natur. Brannan zieht immer dann weiter, bevor er mit den Leuten in seiner Umgebung vertraut wird und bleibt so stets ein Fremder...

"Die Rückkehr der Wale" ist mehr als eine gewöhnliche Liebesgeschichte. Der Roman besticht durch die emotionale Beschreibung eines Landstrichs und seiner Bewohner und lässt Raum für Fantasie und Glaube an die Hoffnung.

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Eine mystische Liebesgeschichte

Das Leben auf den Hybriden ist rau und beschwerlich. Hier bewirtschaften die Gillans ein Croft, doch Geld fehlt an allen Ecken und Kanten . Kaylas Ehe mit Dalziel ist nicht einfach, denn er trauert immer noch seiner früheren Frau nach. Es gibt immer öfter Streit und Kayla fürchtet ihren Mann. Dalziel erwartet von seinem Sohn, dass der in seine Fußstapfen tritt, doch Iain will etwas anderes und verlässt im Streit das Haus.

Als eines Tages ein Fremder namens Brannan auftaucht, fühlt sich Kayla gleich zu ihm hingezogen. Brannan ist ungewöhnlich und es gibt Gerede. Kayla sitzt zwischen zwei Stühlen; einerseits zieht sie alles zu Brannan, andererseits ist da die Verantwortung in ihrer Ehe.

Dieses ungewöhnlich Buch liest sich wundervoll. Grandios ist die Landschaft beschrieben, die beeindruckend und abweisend sein kann. Auch die Menschen, die in dieser kargen Gegend leben, sind sehr gut und authentisch dargestellt. Sie sind so rau wie die Landschaft, die ihnen ihr Auskommen beschert. Sehr gut gefallen haben mir auch die mystischen Passagen, in den wir die alten Sagen kennenlernen.

Kayla hat ihren Mann geliebt, doch das Leben ist hart und er ist grob. Als sein Sohn das Weite sucht, lastet er das Kayla an. Er ist aggressiv und der Alkohol macht alles nicht besser. Kein Wunder, dass sich Kayla von der aufmerksamen Art Brannans angesprochen fühlt. Sie besinnt sich wieder auf sich und ihre Gefühle. Aber kann es eine Zukunft mit ihm geben?. Kaylas Zerrissenheit ist sehr gut spürbar, sie muss eine Entscheidung treffen.

Das Ende habe ich so nicht erwartet, aber es ist passend.

Man kann diese Buch nicht in eine bestimmte Schublade stecken und ich glaube, dass es auch nicht jedermanns Sache ist. Mir aber hat es sehr gefallen.

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