Lesley Turney: Das Haus der leeren Zimmer

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Lesley Turney: Das Haus der leeren Zimmer
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The Secret by the Lake
ET (Original)
2015
ISBN-13
9783492309462

Informationen zum Buch

Seiten
480

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Es war ein wunderschönes Schmuckstück, eine zierliche Goldkette mit einem Anhänger in Gestalt zweier Hände, die zu einem Herzen geformt waren, und darin eingefasst ein von winzigen Diamanten umgebener Rubin.

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Als Amy von ihrer Freundin Julia und deren kleiner Tochter um Hilfe gebeten wird, packt sie umgehend ihre Koffer und reist nach Somerset. Doch in dem düsteren Haus am See ist nichts so, wie es sein soll. Julia ist schwermütig, und die kleine Viviane hat kaum Spielgefährten. Bald beginnt das kleine Mädchen von einer unsichtbaren Freundin zu erzählen, Caroline. Doch Caroline ist auch der Name von Julias älterer Schwester, die im Haus der Familie unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Keiner der Dorfbewohner scheint über sie sprechen zu wollen – selbst der hilfsbereite Nachbar Daniel schottet sich ab …

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(Aktualisiert: 26 Februar 2017)
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Dunkle Geheimnisse

Amy arbeitet zu Beginn der 1960er Jahre in Frankreich als Kindermädchen, die 10jährige Viviane ist ihr ein und alles. Als Amy ins trostlose Sheffield zurückkehrt, um ihre sterbende Großmutter zu pflegen, ist das nur der Beginn einer schlechten Zeit für alle. Kurz darauf stirbt Vivianes Vater und Viviane und ihre Mutter Julia kehren praktisch mittellos in Julias leerstehendes Elternhaus in Somerset zurück. Auch ohne Bezahlung will Amy sie unterstützen und zieht zu ihnen, um ihnen über den Verlust hinwegzuhelfen. Doch das Haus birgt ein düsteres Geheimnis, hier starb Julias ältere Schwester Caroline, die von allen nur als böse beschrieben wird. Das glaubt Amy zwar nicht, kein Kind ist einfach böse und Carolines Zeichnungen, die sie findet, deuten auch eher auf jemand gefühlvolles hin. Trotzdem fühlt sie sich von ihr in gewisser Weise bedroht, Caroline wird schnell Vivianes „unsichtbare Freundin“ und auch die beiden Frauen hören und sehen seltsame Dinge.

Das Buch hat mich am Anfang ziemlich überrascht, es war nicht das was ich erwartet hatte. Die Geschichte entwickelte sich zunächst nämlich eher in Richtung Mystery als Familiengeheimnis, zudem fand ich den Zeitrahmen, Anfang der 1960er ungewöhnlich. Der positive erste Eindruck ließ allerdings dann schnell nach.

Die Mystery-Elemente entsprechen so ziemlich den üblichen Vorgaben des Genres, es gibt komische Geräusche, Schatten, einen häufig knurrenden Hund, der mehr wahrnimmt als die Menschen um ihn herum. Dabei wirken die Personen seltsam zwiespältig, was den Glauben an diese Elemente angeht. Zwar wird ein übersinnlicher Auslöser von ihnen eigentlich ausgeschlossen, aber auch nicht nach einem realen Alternativgrund gesucht. Die Autorin konzentriert sich in ihren Beschreibungen allerdings grundsätzlich stark auf Amy, die anderen Figuren existieren nur um sie herum und sind charakterlich nur schwach entwickelt. Das heißt leider nicht, dass Amys Charakter besonders toll herausgearbeitet ist, man erfährt zwar einige ihrer Gedanken und Gefühle, trotzdem bleibt der Eindruck oberflächlich und man entwickelt keine besondere Sympathie ihr gegenüber. Ihre positivste Eigenschaft ist ihre große Loyalität Viviane und Julia gegenüber, die meiner Meinung nach aber über die Vernunft hinausgeht. Die finanzielle Situation der drei ist katastrophal, aber Amy als einzige vernünftige Erwachsene, noch dazu mit einer Berufsausbildung, versucht gar nicht erst Geld zu verdienen, um eine langfristigere Perspektive zu schaffen. Ihr Verhalten ist mir unverständlich.

Das große Geheimnis des Romans, das um Caroline, hatte ich schon nach den ersten mageren Informationen über sie vermutet, nur die genauen Beteiligten waren mir nicht vollständig klar. Die vollständige Auflösung der damaligen Geschehnisse enthielt dann aber, auch weil ich irgendwie eine andere Chronologie im Kopf hatte, doch noch eine kleinere Überraschung für mich.

Insgesamt bleibt ein mittelmäßiger Eindruck zurück. Alle Elemente sind wohlbekannt und wurden von anderen AutorInnen bereits besser beschrieben und Turney gelingt es leider auch nicht, stattdessen mit Figurenzeichnung oder Stil zu punkten. Kann man lesen, muss man aber nicht.

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Ein schreckliches Geheimnis

Amy muss die Familie Laurent, bei der sie tätig ist, verlassen, weil ihre Granny sterbenskrank ist und ihre Hilfe benötigt. Sie verlässt Viviane, Julia und Alain nur ungerne. Einige Monate später erhält sie einen verzweifelten Brief von Julia. Alain ist tot und Julia mit ihrer Tochter nach Somerset gereist. Sie benötigt dringend Amys Hilfe. Aber es ist etwas seltsam in dem alten, düsteren Haus und das hat Einfluss auf die Bewohner. Julia ist schwermütig und Viviane fehlt der Kontakt zu anderen Kindern. Sie schafft sich eine unsichtbare Freundin, die Caroline heißt - Caroline wie Julias ältere, verstorbene Schwester. Niemand will über Caroline reden. Was ist in der Vergangenheit wirklich passiert? Warum hält sich der hilfsbereite Daniel zurück?
Der Schreibstil ist einfach und gut zu lesen. Die Geschichte spielt im Jahr 1961. Doch diese geheimnisvolle Geschichte um Caroline reicht weit in die Vergangenheit.
Das Schicksal meint es nicht gut mit Julia Laurent, denn der unverhoffte Tot ihres Mannes wirft sie aus der Bahn, und dann steht sie mit ihrem Kind auch noch mittellos da. Zum Glück gehört ihr das Haus in Somerset, wo sie unterkommen können. Aber auch dort sind sie vom Wohlwollen der Dorfbewohner abhängig. Mir tut Viviane leid, da ihre Mutter sich zurückzieht, statt sich um ihr Kind zu kümmern. Alles hängt an Amy, die es auch nicht leicht hatte. Amys Mutter ist irgendwann einfach verschwunden und weder der Vater nur die Großmutter hatten eine liebevolle Beziehung zu dem Mädchen. Der Vater schenkte seinen Tauben mehr Zuneigung als seiner Tochter. Eigentlich habe ich mich zu keiner der Personen hingezogen gefühlt.
Erst als das Geheimnis aufgedeckt wird, hatten einige Personen mein Mitgefühl. Es ist einfach nur erschreckend, was Menschen anderen Menschen antun können. Aber genauso erschreckend ist es, dass es Menschen gibt, die solche Taten hätten verhindern können und einfach nur weggesehen haben.
Obwohl die Geschichte am Anfang etwas zähflüssig verlief, wollte ich doch wissen wie es weitergeht. Als dann klar wurde, worum es bei dem Geheimnis geht, über das niemand reden wollte, wurde es interessanter aber auch bedrückender.
Wirklich gepackt hat mich das Buch nicht.

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Ein düsteres Geheimnis am See

"Das Haus der leeren Zimmer" von Lesley Turney (im Original: "The Secret by the Lake") erschien als 4. Roman der englischen Autorin 2017 als tb im Verlag Piper. Übersetzt wurde er von Monika Köpfer. Die Geschichte rankt sich im klassischen Sinne um Familiengeheimnisse und tragische Personen, denen man im Roman begegnet. Das Cover dürfte besonders Frauen ansprechen, die sehr gerne das Genre 'Familiengeheimnis' mögen, wozu ich mich durchaus auch zähle.

"Als Amy von ihrer Freundin Julia und deren kleiner Tochter (Vivi) um Hilfe gebeten wird, packt sie umgehend ihre Koffer und reist nach Somerset. Doch in dem düsteren Haus am See ist nichts, wie es sein soll. Julia ist schwermütig, und die einsame kleine Viviane tröstet sich mit einer unsichtbaren Freundin, Caroline. Aber Caroline ist auch der Name von Julias älterer Schwester, die in ihrer Jugend unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Keiner der Dorfbewohner scheint über sie sprechen zu wollen - selbst der hilfsbereite Nachbar Daniel schottet sich ab...." (Quelle: Buchrückentext)

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, das im Somerset des Jahres 1931 angesiedelt ist, in dem das Hausmädchen im Herrenhaus der Aldridges eine wertvolle Kette mit einem Rubinanhänger an sich nimmt...

Die Hauptprotagonistin Amy kümmert sich als Erzieherin um die Tochter ihrer Freundin Julia im südlichen Frankreich Anfang der 1960er Jahre; Julia muss mit Vivi, ihrer Tochter, nach dem Tode ihres Mannes Frankreich verlassen und zieht in das geerbte Cottage in Blackwater, North Somerset, England. Hier beginnt die Geschichte sich zu entfalten, als Amy ihre Freundin Julia unterstützen möchte und sich wiederum um deren Tochter kümmert. Nach einiger Zeit findet sie mit Hilfe von Daniel Aldridge, der nach dem Dach schaut, in einem alten Schulranzen den wertvollen Rubinanhänger - und verliebt sich in den netten Sohn des Nachbarn, dessen Familie seit langem mit der Familie Julias zerstritten ist...

Der Roman ist eingängig und sehr leicht zu lesen, allerdings wirkte auf mich vieles etwas hölzern und konstruiert; auch die Schauerelemente, die stilistisch des öfteren anzutreffen sind, fand ich teils eher störend. Sie manifestieren sich in fremden Stimmen am Telefon, Schritten im Haus, Tassen fallen vom Kaminsims etc. Positiv möchte ich aber die atmosphärische Dichte erwähnen, die sich in der reizvoll beschriebenen Landschaften des englischen Somerset und dem See wiederspiegeln.

Die Rolle Amy's ist sehr aufopferungsvoll und gleicht zuweilen der einer Sklavin: Julia, die nach dem Tod ihres Mannes in Depressionen verfällt, kommt trotz fehlender Mittel keinesfalls auf die Idee, dass auch sie etwas an der Situation verbessern könnte; im Verlauf des Romans wird sie mir immer unsympathischer: Verwöhnt, handlungsunfähig und depressiv, Amy's Hilfsbereitschaft ausnutzend. Auch Amy konnte mich als Hauptfigur nicht richtig überzeugen, da es eigentlich über die Kräfte einer Person geht, zwei Menschen derart und auf Dauer zu unterstützen und dabei so selbstlos zu sein. Auch die Sprache fand ich zuweilen übertrieben ("Liebes").

Der Unterhaltungsfaktor ist extrem hoch, an Klarheit und Tiefgang mangelt es hingegen; in der Romanmitte gibt es Längen, die mein Leseinteresse eher erlahmen ließen, da sich inhaltlich und sprachlich vieles wiederholte. Auch die große Demut Amy's begann mich zu nerven. Gegen Ende des Romans spitzt sich die Dramatik zu, jedoch gib es m.E. inhaltliche Fehler, die dem aufmerksamen Leser nicht entgehen...

Welche Rolle spielt der Pfarrer, der Lehrer und Mr. Croucher, der pensionierte Arzt, die allesamt die verstorbene Schwester von Julia, Caroline, als boshaft und niederträchtig beschreiben? Ob der schwere Schrankkoffer aus dem Schuppen Zeugnis ablegen kann, was damals wirklich passierte?

Gibt es manches Vorhersehbare in diesem Roman, so hat mich der Plot doch im Positiven überrascht, vertieft die Aussagekraft des Romans und war so nicht absehbar. Die letzten Seiten sind dann fast allzu 'stimmig'; passen jedoch zum Schreibstil der Autorin.

Fazit:

Ein Frauenroman um ein düsteres Familienkapitel mit Schauerelementen; in eingängiger Sprache geschrieben und atmosphärisch, der mich dennoch leider nicht überzeugen konnte. Von mir gibt es 3 * und 76° in der Werteskala.

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