Natalie Mesensky: Alles ist lebend tot

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Natalie Mesensky: Alles ist lebend tot
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783839222430

Informationen zum Buch

Seiten
313

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
In der Nacht auf Samstag starb Erich Hickel.

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Handlungsort

Stadt
Kontinent
Handlungsorte
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Eigentlich will Barbara Aubert nach dem Verkauf ihrer Wiener Firma ein ruhiges Leben in der Kleinstadt Tulln führen. Doch die provinzbürgerliche Idylle wird durch einen grausamen Raubmord gestört. Ein wichtiger Kunstsammler wird erschlagen und ein Bild von Egon Schiele gestohlen. Die Prominenz der Stadt gerät unter Verdacht. Der seltsame Professor, die Leiterin des Finanzamts und der Polizeikommandant - bald ist jeder verdächtig. Barbara glaubt sich außer Gefahr, bis sie auf ein Indiz stößt, das sie an Verrat denken lässt.

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Humorvoller Kunstkrimi

Barbara zieht von Wien in die nahe Kleinstadt Tulln. Kauft sich eine alte Villa und in ein Blumengeschäft ein. Sie will ein neues Leben beginnen. Doch mit der tratschenden Kleinstadt, die dann auch noch von einer Räuber- und Mörderbande heimgesucht wird, hat sie nicht gerechnet. Ist auch sie in Gefahr, wo doch durch den Kauf der Villa für alle Tullner offensichtlich zu sein scheint, dass sie reich ist?


Neben dem Kleinstadtidyll und der Krimihandlung mit Raub und Mord weist der Roman noch ein drittes Handlungselement auf: Kunst. Und zwar nicht irgendeine Kunst, sondern die des Tullner Malers Egon Schiele. Barbara findet so in ihrer Villa Kunstwerke und Fotografien, die auf eine Verbindung mit Egon Schiele hinweisen. So macht Barbara sich auf die Suche und recherchiert zu dem vor hundert Jahren verstorbenen jungen Künstler. Die Autorin macht das gut. Es gibt die Handlung rund um Egon Schiele, es gibt den Klatsch und Tratsch der Kleinstadt mit vielen seltsamen, aber auch netten Leuten und dann gibt es da die Raub- und Mordserie. Man denkt sich als Leser, dass irgendwie alles zusammenhängen muss, aber sieht das große Ganze nicht. Es ist also ein toller Roman zum Knobeln.


Für mich haben die handelnden Personen den Roman am meisten getragen. Wir treffen hier auf viele sehr unterschiedliche Charaktere. Und alle diese Charaktere sind irgendwie komisch, kauzig, seltsam, mit Spleens. Aber genau das macht den Roman aus. Denn ist nicht jeder irgendwie ein bisschen komisch? Hier ist es vielleicht an manchen Stellen auf die Spitze getrieben, aber ich fand sehr unterhaltsam, weil die Autorin das gekonnt mit einer schönen Prise (trockenen) Humor verpackt und so gab es - trotz der ernsten Handlung - immer wieder Momenten, in denen ich schmunzeln musste.


Dieser Humor macht auch den Schreibstil aus. Er liest sich zwar locker, ist aber nicht seicht sondern präzise und humorvoll. Hin und wieder gibt es ein paar österreichisch-gefärbte Redewendungen und Wörter, mal sind sie erklärt, mal ergeben sie sich aus dem Kontekt - ich als rheinische Deutsche, die dem österreichischen Dialekt sehr fern ist, konnte auf jeden Fall alles gut verstehen und für mich hat die österreichisch-eingefärbte Sprache einen schönen Flair gegeben.


Ein etwas anderer, aber wirklich toller Krimi, den ich nur wärmstens empfehlen kann, vor allem wenn man Tulln und Wien oder Egon Schiele interessiert ist.

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Ein unterhaltsamer Kunst-Krimi

Barbara Aubert hat dem Stadtleben in Wien ade gesagt und sich in der Kleinstadt Tulln eine alte Villa gekauft und sich in eine Gärtnerei mit Blumenladen eingekauft. Nach dem Tod ihres Ehemannes muss die Inhaberin Leonie Bogner für ihre beiden kleinen Mädchen alleine sorgen und ist wohl froh, dass Barbara ihr so eine Sorge abgenommen hat.
Der Frieden der Stadt wird durch den Mord an Professor Erich Hinkel erschüttert. Aus der Villa des alten Kunstsammlers wurde auch ein Gemälde von Egon Schiele gestohlen.


Mich hat das Cover und der ungewöhnliche Titel veranlasst das Buch zu lesen. Und ich muss sagen, es war mein erster „Kunst“-Krimi und er hat mir sehr gut gefallen.

Durch den Mord gleich zu Beginn der Geschichte bin ich schnell in Tulln angekommen. Von den Ermittlungen bekomme ich noch nicht viel mit. Eher lerne ich Barbara, ihr Umfeld und einige Tullner Bürger kennen. Getratscht wird in Tulln wie in jeder Kleinstadt. Jeder weiß von jedem alles, oft früher als der Betroffene selbst. Viele verschiedene Namen der interessanten und vielschichtigen Protagonisten, die ich aber durch eine ausführliche Namensliste zu Beginn des Buches sehr gut auf die Reihe bekomme.
Der Schreibstil ist flott, sehr bildhaft und für mich sehr gut zu verstehen. Die österreichischen Begriffe sind als Fußnote erklärt oder sie erklären sich im Text selbst. Die Atmosphäre kommt sowohl zwischen den Personen als auch örtlich sehr gut rüber.

Nach einem weiteren Mord steigt auch die Spannung, die Ermittlungen nehmen Fahrt auf und nun war auch ich ans Buch gefesselt und hier und da richtig geschockt. Ich habe mich auf eine falsche Fährte führen lassen und es gibt ein paar Wendungen, die ich so nicht erwartet habe.

Egon Schiele kannte ich bisher nur dem Namen nach. Hier werden Bruchstücke seines Lebens, seiner Malerei und seiner Werke gut und passend neben den Mordfall eingeführt.

Hier und da kommt es zu Szenen, wo ich merke, hier fehlt mir etwas. Ist aber für die Mordfälle, um die es hier geht, nicht relevant.

Egon Schiele, ein interessanter Aufhänger, vier Morde, bei deren Aufklärung ich mittendrin war und eine österreichische Kleinstadt, die mein Interesse geweckt hat.
Mich hat „Alles ist lebend tot“ sehr gut unterhalten.

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Guter Krimi!

Barbara Aubert zieht nach dem Verkauf ihrer Firma von Wien ins beschauliche Tulln. Dort erfüllt sie sich einen Traum und kauft sich in eine Gärtnerei mit Blumenladen ein. Die Inhaberin, Leonie, ist nach dem Tod ihres Mannes alleinerziehend und arbeitet von früh bis spät, um das Geschäft behalten zu können. Das idyllische Städtchen wird erschüttert, als der Kunstsammler Erich Hickel getötet wird. Er wird nachts in seinem Haus überfallen, getötet, und dabei wird ein bedeutendes Bild gestohlen.

Wunderbar! Schon auf den ersten Seiten startet mit der Beschreibung des Überfalls auf Erich Hickel dieses Buch genregerecht. Was spannend beginnt, flacht in der Beziehung leider danach erst mal ab. Nach Überfall und Mord, wird man als Leser nämlich zuerst in die Lebensumstände von Barbara eingeführt. Zwar sind die und die Einführung in Land und Leute nicht uninteressant beschrieben. Doch für meinen Geschmack doch etwas zu sehr in die Länge gezogen. Hier hat sich zwischen den Zeilen, und erst im Nachhinein für mich verständlich, schon sehr gut herauskristallisiert, wer es nicht so gut mit Barbara meint. Tulln ist ein kleines Dorf, in dem ordentlich getratscht wird. Manchmal war mir das etwas unübersichtlich, wer denn nun genau wer ist und in welcher Beziehung zu den anderen steht. Das Personenglossar zu Beginn des Buches hat hier Abhilfe geschaffen. Immer wieder begegnen dem Leser österreichische Ausdrücke, die anhand von Fussnoten sehr gut übersetzt wurden. Nach dem ersten Drittel nimmt der Krimi wieder Fahrt auf. Ein zweiter Mord geschieht und plötzlich war buchstäblich jeder verdächtig. Von da an hat mich das Buch nicht mehr los gelassen. Zu spannend die Frage, wer denn nun wie genau in den Taten drin hängt und was das Motiv ist.
Der Schreibstil hat mir gefallen. Sehr gut hat die Autorin die Atmosphäre in dem Dorf, sowie die Eigenheiten der Figuren beschrieben. Gerade in den Landschaftsbeschreibungen empfand ich den Schreibstil fast poetisch. Es geht zu grossen Teilen auch um Kunst. Nämlich um den Maler Egon Schiele, seine Werke, sein Leben und sein Schaffen. Ich kannte den Maler vorher nicht. Und durch die ganz und gar nicht trockene Einführung, die zudem hervorragend in den Krimi eingewoben wurde, habe ich nun auch eine Ahnung von diesem Maler und seinem Leben. Einige Male bin ich über Details, die aus den vorderen Bänden stammen, gestolpert. Da hat mir einfach das Vorwissen gefehlt. Ebenfalls empfand ich ein, zwei Handlungssprünge, als überraschend und bei denen ich das Gefühl hatte, ein " Handlungsloch " zu haben.
Ich habe mich gut unterhalten mit " Alles ist lebend tot ", meine "Krimi - Nase " war gefordert und ich empfand bis auf die etwas lange Einführung in die Figur Barbara und das Dorfgefüge die Story als spannend.

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Ein Haus, in dem ganz schön was steckt

Ein Haus, in dem ganz schön etwas steckt

Tagebücher, Möbel und anderes nämlich - denn Barbara Aubert, die ihre Wiener Firma aufgibt und im beschaulichen Tulln ein neues Leben beginnt, hat das Haus mit allem drum und dran gekauft. Und das hat es in sich, wird der frühere Besitzer doch mit Egon Schiele, ja, genau, dem heute bekannten Maler, in Verbindung gebracht. Sein Jugendfreund soll er gewesen sein. Steckt mehr dahinter? Vielleicht ja sogar Wertvolles? Warum wohl geistert so ein merkwürdiger Zeitgenosse um das Haus herum, der behauptet, es hätte seinem Opa gehört und er wolle mal reinschauen.


Barbara bleibt vorsichtig und das ist gut so: denn erstens hat sie alle Hände voll zu tun. Sie hat sich nicht nur ein neues Zuhause geschaffen, sondern mit dem Erwerb der Mehrheitsanteile an der örtlichen Gärtnerei auch ein neues Standbein versorgt - auch wenn Gärtnerin Leonie, gleichzeitig die frühere Besitzerin, sie aus dem Tagesgeschäft raushalten möchte. In ihrem eigenen oder in Barbaras Interesse?


Barbara hat kaum Zeit, darüber nachzudenken, denn bald schon gibt es Tote. War es Selbstmord oder Mord und wie hängt das Ganze mit Fällen zusammen, die vor Barbaras Zeit geschahen? Gut, dass Barbara Freunde in Wien hat, die sie zur Hilfe holen kann.


Ein ebenso stimmiger wie stimmungsvoller Kriminalfall, bei dem ich vor allem die Einbindung des Malers Egon Schiele, seiner Bilder und seiner mir bislang unbekannten Texte genossen habe. Das hat wettgemacht - dass es mir manchmal zu voll wurde in dem Krimi - sowohl in Bezug auf das Personal als auch bezüglich vorheriger Ereignisse, Verbindungen und Animositäten. Denn in dem Band kommen eine ganze Reihe von Figuren vor, die bereits in früheren Büchern der Autorin eine Rolle gespielt haben - da fühlte ich mich als Leserin des Öfteren mal vor vollendete Tatsachen gestellt.


Dem interessierten Leser würde ich also raten, die vorher erschienenen Werke der Autorin zu genießen, bevor er sich an dieses macht - das erspart mit Sicherheit die ein oder andere Verwirrung und trägt dazu bei, den Genuss vollkommen werden zu lassen!

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