Eva-Ruth Landys: Pflicht und Verlangen

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Eva-Ruth Landys: Pflicht und Verlangen
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783937357461

Informationen zum Buch

Seiten
560

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Schlagworte
Erster Satz
Sie wird sich hoffentlich gut einfügen.

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Handlungsort

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Charlotte Brandon, die Tochter eines Paares, das einst durch seine unerlaubte Heirat einen gesellschaftlichen Skandal auslöste, wird nach dem Tod ihres Vaters von ihrem weichherzigen, aber schwachen Onkel adoptiert. Rasch muss sie erkennen, dass sie in ihrer eifersüchtigen Tante eine Feindin hat, die ihr kein gutes Leben gönnen will. Um das Familienvermögen zu sichern, soll sie – wie in ihren Kreisen üblich – bald mit einem möglichst reichen Schwiegersohn verheiratet werden. Da lernt sie den gut aussehenden Herrn des Nachbargutes kennen, Captain John Battingfield. Der weltoffene, wissenschaftlich hochinteressierte und sensible Marineoffizier verliebt sich heftig in die so schöne wie gebildete junge Frau, ist aber in einer unglücklichen Ehe gefangen. Obwohl Charlotte und John sich dagegen wehren, entwickeln sie schnell tiefe Gefühle füreinander. Vergeblich versuchen sie, der immer stärker werdenden Zuneigung zu widerstehen, um eine Katastrophe zu verhindern …

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Pflicht und Verlangen

Inhalt: Durch die Adoption ihres reichen aber schwer kranken Onkels wird aus dem einfachen Mädchen Charlotte Brandon eine adlige Miss Millford. Ihre Tante sorgt von nun an dafür, dass Charlotte sich dementsprechend verhält. Leider fürchtet die Tante auch um ihr Eignens ansehen und auskommen und so werden die beiden Frauen keine Freunde. Außerdem wird nach einem passenden Ehemann für Charlotte gesucht. Denn nur so kann das Familienvermögen gesichert werden. Nur ein Schwiegersohn kann dafür sorgen, dass die Frauen versorgt sind. Dann lernt Charlotte jedoch Captain John Battingfield kennen. Er ist der ihr Nachbar und leider auch verheiratet.

Meine Meinung: Mit bildhaften Worten schildert die Autorin aus dem Leben von Charlotte Brandon, von ihrer gesellschaftlichen Stellung und von ihrer Liebe. Mit Hilfe von Charlotte zeichnet sie aber auch ein glaubwürdiges Bild des 19 Jahrhunderts und vor allem von der Stellung die Frauen damals hatten. Mir hat das gut gefallen, auch fand ich ihren Sprachstil angenehm zu lesen, obwohl er dieser Zeit angepasst war und von daher vielleicht nicht immer einfach zu lesen ist. Die Liebesgeschichte um Charlotte und John fand ich ergreifend und mitfühlend aber nicht so überhandnehmend, dass es alles andere in den Schatten gestellt hätte. Gerade weil Charlotte ihr Charakter gut ausgearbeitet wurde und sie von Seite zu Seite intensiver wurde hat es mir gefallen. Auch die weiteren Figuren der Handlung haben ein Eigenleben und machen die Geschichte lebendig.

Mein Fazit:“Pflicht und Verlangen“ ist ein toller historischer Roman aus dem 19 Jahrhundert Englands. Er zeigt das Leben der Zeit. Vordergründig das von Frauen der Oberschicht und hat mich mit seiner Liebesgeschichte einige Stunden lang sehr gut unterhalten.

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Eine Liebesgeschichte mit Substanz

"Pflicht und Verlangen" ist Oberflächlich betrachtet vor allem ein Liebesroman und kommt auf den ersten Blick ähnlich wie ein Jane Austen Roman daher. Doch hier stehen vor allem auch die historischen Tatsachen im Vordergrund, die es Frauen sehr schwer machten, eine in der Gesellschaft nicht anerkannte Rolle ,ein zu nehmen ohne von dieser dann geächtet zu werden. Vor allem dann, wenn man so oder so schon mit einem "Makel" (in diesem Fall die unstandesgemäße Ehe der Eltern) behaftet war.

Charlotte ist eine Figur, die zwar einerseits ihren eigenen Kopf hat und sehr gebildet ist, andererseits dennoch in den Konventionen gefangen ist und sich ihnen nur schwer entziehen kann. Sie bleibt daher sehr lange recht passiv und schluckt vieles hinunter, obwohl sie so gerne aufbegehren würde. Einerseits bleibt sie so eine realistische Figur, andererseits hab ich mich trotzdem darüber aufgeregt, weil ich sie eigentlich mochte und ich mir gewünscht hätte das sie endlich den Mund aufmacht. Gerade diesen Widerspruch hat die Autorin, wie ich finde, schön heraus gearbeitet. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Frauen in dieser Zeit öfter so ging.

Auch die Liebesgeschichte mochte ich sehr, sie kommt vor allem mit Blicken und Gesten aus und das fand ich gelungen. Zudem macht die Autorin es den Protagonisten wahrlich nicht einfach und bleibt lange immer wieder sperrig. Und zwar so, dass man sich nicht so ganz sicher sein kann was nun tatsächlich geschieht, es gibt dann ja theoretisch mehrere Möglichkeiten, wobei ich zugeben muss das ich einerseits das Ende schon befriedigend fand, andererseits mir hier mehr Sperrigkeit gewünscht hätte. Da gab es dann eine Entwicklung die einfach alles zu perfekt gelöst hat. Das passte nicht so ganz zum Rest. Allerdings war es schon sehr spannend geschrieben und ich habe mich damit wirklich sehr schön unterhalten. Für einen Schmökernachmittag also bestens geeignet. Und, wenn man mal eine Liebesgeschichte, in historischem Gewand, mit etwas Substanz lesen möchte ist man hier gut aufgehoben.

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Gelungene Buchüberraschung mit unglücklichem Titel



So positiv überrascht wie dieses Buch hat mich schon sehr lange kein Buch mehr. Aufgrund des doch eher für mich unglücklichen Titels bin ich doch etwas vorsichtig an die Lektüre des Buches herangegangen und die ersten 50 Seiten schien das Buch auch genau meine Vorurteile zu erfüllen: Charlotte, eine sehr gutherzige und liebenswerte junge Frau, erhält nach Jahren, in denen sie quasi keinen Kontakt zu ihrer Verwandtschaft hatte, das Angebot von ihrem Onkel bei ihm und seiner Frau zu wohnen und von ihnen adoptiert zu werden. Charlotte's Mutter hatte vor Jahren einen Skandal ausgelöst, als sie den nicht standesgemäßen Vater von Charlotte heiratete und mit ihm nach Griechenland ging. Leider verstarben die Eltern von Charlotte früh und so wurde sie das Mündel ihres Onkels. Dieser hätte sie gerne schon früher zu sich geholt, dessen missgünstige Frau wusste das aber zu verhindern.

Kaum bei ihrem Onkel und der Tante angekommen, merkt Charlotte schnell, dass sie es nie schaffen wird ihre Tante für sich zu gewinnen. Das einzige Ziel, dass ihre Tante mit ihr verfolgt, ist sie so schnell und gut wie möglich zu verheiraten. Da kommt es ihr wie gerufen, dass der adelige Gaylord Terency Interesse an ihrer Nichte zu bekunden scheint und sie setzt alles daran, dass diese Verbindung zustanden kommt. Jedoch verliebt sich Charlotte zum einen ausgerechnet in den gutaussehenden, jedoch verheirateten Captain John Battingfield und zum anderen hat Terency einige dunkle Geheimnisse, die schließlich zur Gefahr für Charlotte werden.

Zu Beginn habe ich mich mit dem Buch doch etwas schwerer getan. Die vielen gesteltzen Diskussionen, die geführt werden, fand ich teilweise doch sehr anstrengend und ermüdend. Hinzu kommt, dass die Autorin am Anfang mit sehr vielen Fußnoten arbeitet und viele Namen und Anspielungen in Form von Fußnoten erläutert werden. Das ist einerseits sehr informativ, andererseits haben mich diese Fußnoten immer wieder aus dem Lesefluss gerissen. Im Laufe des Buches verschwinden diese Fußnoten fast ganz, was ich als sehr angenehm empfunden habe.

Charlotte ist eine sehr sympathische Hauptfigur, die ich sofort ins Herz geschlossen hatte und die mir auch gleich sehr leid getan hat. Besonders gut gefallen hat mir jedoch, dass sie keine schwache Persönlichkeit ist, sondern sich sehr gut zu behaupten weiß und zwar versucht dem Frauenbild der damaligen Zeit zu entsprechen, jedoch gleichzeitig ihren eigenen Kopf besitzt. Gut gelöst fand ich die Erklärung, warum Charlotte so wissbegierig ist und wieso sie nicht einfach den Normen entspricht. Gut gelungen ist auch die Darstellung, dass sie mit ihrer Art und Weise einige Leute doch vor den Kopf stößt, andere sie aber genau deswegen mögen. Wie der überaus charmante John Battingfield, in den auch ich mich sofort verliebt hätte!

Schön ist auch bei allen anderen Figuren dargestellt, wie sie durch die Moral- und Wertevorstellungen ihrer Zeit geprägt sind. Gerade bestimmte Formen des Auftretens, des Benehmens etc. werden detailliert beschrieben und charakterisieren gut die damalige Zeit.

Eine große Wende leitet das Buch ein mit dem Auftritt von Terency. Der wahre Bösewicht der Geschichte, aber darin so gut dargestellt, dass sogar ich etwas entsetzt war, was da alles zu Tage kommt. Er bedeutet nichts Gutes für Charlotte und meine Vorurteile, dass das Buch es nicht zulässt, dass etwas Schlimmes passiert, haben sich schnell aufgelöst. Die Autorin ist in dieser Hinsicht nicht zimperlich.

Was mir jedoch besonders gut gefallen hat, sind die vielen gesellschaftlichen Aspekte, die die Autorin vortrefflich herausgearbeitet hat. Zum einen wird die schlechte Stellung der Frau, ihre wenigen Rechte und kaum Perspektiven sehr gut dargestellt. Dabei erhebt die Autorin nicht den Zeigefinger und will den Leser belehren, sondern stellt einfach nur Tatsachen dar. Faszinierend dabei fand ich, dass das Buch, obwohl wir heute zum Glück in Europa schon sehr viel weiter sind, trotzdem zum Nachdenken anregt und mir vor Augen geführt hat, dass es wichtig ist für seinen Standpunkt und seine Rechte einzustehen.

Weiterhin wird die Doppelmoral der gehobenen Schicht sehr gut dargestellt. Während die einfache Bevölkerung für kleinste Verbrechen drakonisch bestraft wird, kann ein hochgestellter Adeliger tun und lassen was er will, ohne wirklich eine Strafe befürchten zu müssen.

Sehr interessant fand ich auch die eingestreuten Hinweise auf bekannte Forscher, Erfinder und Wissenschaftler, die zu der Zeit auch sehr aktiv waren und gekonnt in die Geschichte mit eingebaut werden.

Meinen absoluten Höhepunkt stellte dann noch ein sehr ausführliches Nachwort dar, in dem die Hintergründe zur Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Stellung der Frau zu der Zeit nochmal ausführlich erläutert werden und erklärt wird, was Realität und was Fiktion in dem Buch ist.

Das Ende insgesamt ist sehr positiv und hat mich mit einem sehr guten Gefühl zurück gelassen. Gut hat mir dabei auch gefallen, dass es keine langen Verwirrspielen oder Hin- und Hergerangel gibt, sondern die Geschichte einfach direkt und ohne viele Komplikationen weiter geführt wird. Chancen werden ergriffen wenn sie da sind und Entscheidungen einmal getroffen und dann aber auch stringent befolgt.

Alles in allem ein sehr tolles Buch, dessen Titel sehr unglücklich gewählt wurde, dass aber dafür mit einigen gelungenen Überraschungen aufwartet.

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Ein Hype für Liebhaber englischer Literatur

Das Buch ist hervorragend geschrieben. Die Handlung ist hochspannend und die geschichtlichen Hintergründe werden präzise und interessant eingefügt bzw. erklärt. Man kann sich genau in die Personen und in die beschreibende Umgebung eindenken und hat das Gefühl, direkt dabei zu sein. Das sprachliche Stilmittel ist sehr gehoben und herrlich zu lesen. Liebe Frau Landys, weiter so!

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