Andreas Brandhorst: Das Schiff

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Andreas Brandhorst: Das Schiff
Verlag
ET (D)
2015
ISBN-13
9783492703581

Informationen zum Buch

Seiten
544

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Siet tausend Jahren schickten die intelligenten Maschinen der Erde lichtschnelle Sonden zu den Sternen.

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Handlungsort

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Seit tausend Jahren schicken die intelligenten Maschinen der Erde lichtschnelle Sonden zu den Sternen. Sie sind auf der Suche nach den Hinterlassenschaften der Muriah, der einzigen bekannten und längst untergangenen Hochkultur in der Milchstraße. Bei der Suche helfen die Mindtalker, die letzten sterblichen Menschen auf der Erde - nur sie können ihre Gedanken über lichtjahrweite Entfernungen schicken und die Sonden lenken. Doch sie finden nicht nur das technologische Vermächtnis der Muriah, sondern auch einen alten Feind, der seit einer Million Jahren schlief und jetzt wieder erwacht.

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Auf der Suche nach einer untergegangenen Hochkultur

Auf der Erde leben nur noch wenige Millionen Menschen – in Koexistenz mit dem Cluster, einer Gemeinschaft von intelligenten Maschinen, die sich um ihre Schöpfer, die Menschen kümmert. Die Maschinen suchen schon lange mit Hilfe von menschlichen Mindtalkern in den Weiten der Galaxie nach den Artefakten der Muriah, einer Hochkultur, die vor einer Million Jahren spurlos verschwunden ist. Als sie ein altes Schiff finden, erwecken sie jedoch auch eine alte Gefahr.

Der neue Roman von Andreas Brandhorst beginnt ziemlich überschaubar, nicht nur mir der Zahl der Protagonisten. Wir befinden uns auf der Erde in ca. 6000 Jahren, die Folgen der Klimaerwärmung sind deutlich zu spüren und es leben nur noch etwa 4 Millionen Menschen auf der Erde. Nachkommen gibt es kaum, jedoch erlangen die Menschen an ihrem dreißigsten Geburtstag durch eine spezielle Behandlung durch die Maschinen die Unsterblichkeit. Bis auf eine Handvoll Menschen, bei denen diese Behandlung nicht anschlägt. Dafür sind sie aufgrund ihrer Sterblichkeit in der Lage, ihr Bewusstsein kontrolliert über interstellare Entfernungen zu transferieren - eine Gabe, die sich die Maschinen bei ihrer Suche nach den Muriah zu Nutze machen.

Ich hatte öfters das Gefühl, dass in der Zukunft die Rollen von Menschen und Maschinen vertauscht sind, auch wenn Maschinen und Menschen friedlich nebeneinander leben.

Der sterbliche Mindtalker Adam, über 90 Jahre alt, leidet aufgrund seiner Tätigkeit an einer Art Alzheimer, Erinnerungen kommen und gehen, er kann sie nicht festhalten. So erscheinen auch seine Aufträge als Mindtalker wie Fragmente, die weder er noch der Leser anfangs zuordnen kann. Betreut wird er dabei von der Maschinenintelligenz Bartholomäus. Bis er Evelyn begegnet, einer Unsterblichen, die einer Organisation angehört, die der Herrschaft der intelligenten Maschinen kritisch gegenübersteht. Sie will ihm helfen, seine Erinnerungen aufzuzeichnen.

Auch wenn der Roman in weiten Zügen ruhiger als andere Romane des Autors ist, ist er nicht weniger interessant und spannend. Er befasst sich mit Fragen der Evolution und deren mögliche Entwicklung bei Mensch und Maschine und ob immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden.
Und was zählt mehr: die Freiheit des Einzelnen und seiner Gedanken oder das Wohl der Gemeinschaft? Und wie wichtig ist das Gleichgewicht zwischen den Lebensformen?

Das sind Fragen, denen Adam zunehmend begegnet und deren Antworten er auf eigene Faust herausfinden will. Spannend in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Maschinen diese Fragen unterschiedlich beantworten.

Mich konnte auch dieser Roman wieder voll überzeugen, auch weil er zum Nachdenken anregt.

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Auslaufmodell Mensch?

Inhalt
Vor 6000 Jahren ist beim Krieg zwischen Menschen und Maschinen die Menschheit fast zerstört worden. Seitdem sorgen die Maschinen für die restlichen Menschen, indem sie ihnen am 30. Geburtstag mit einer besonderen Behandlung Unsterblichkeit geben und dann mit allem versorgen, was sie für ein sorgenfreies Leben benötigen. So können sie ganz ihren Interessen und Vergnügungen nachgehen. Sie werden nie krank, bleiben immer körperlich und geistig jung und müssen sich nur vor tödlichen Unfällen in Acht nehmen.

Doch manchmal funktioniert die Umwandlung in die Unsterblichkeit nicht und man gehört zu den Unglücklichen, die sterblich bleiben. So auch Adam, der daraufhin für die Maschinen als sogenannter Mindtalker arbeitet. Diese sind gerade aufgrund ihrer Sterblichkeit fähig, ihr Bewusstsein Lichtjahre entfernt zu anderen Planeten zu transferieren. Während ihr sterblicher Körper geschützt auf der Erde bleibt, schicken die Maschinen regelmäßig die Gedanken der Mindtalker ins All, wo sie dann unterschiedliche Missionen für die Maschinen auszuführen.

Für den greisen 92jährigen Adam ist dies sein Alltag, er fühlt sich gut versorgt und durch seinen Maschinen-Betreuer Bartholomäus vertrauensvoll betreut. Doch als ein kristallisierter Muriah gefunden wird, ein Zugehöriger einer Spezies, die seit dem großen Weltenbrand vor einer Millionen Jahren als verschollen gilt, und immer mehr alte Artefakte dieser Wesen von den Maschinen eingesammelt werden, beginnen in Adam Zweifel zu nagen. Und warum produzieren die Maschinen immer mehr Waffen, warum verschwinden auf einmal Mindtalker und was hat es mit dem feindlichen Schiff auf sich, das auf einmal auftaucht und die Maschinen in höchste Alarmbereitschaft bringt? Und dann nimmt Evelyn, eine Unsterbliche, die einer Protestbewegung gegen die Herrschaft der Maschinen angehört, mit Adam Kontakt auf, um ihm etwas Wichtiges mitzuteilen ...

Meine Meinung
Die Bücher von Andreas Brandhorst sind für mich immer wieder sehr spannend zu lesen und bieten immer wieder Beschreibungen und Gedanken, die vor meinen Augen ganz besondere Bilder erzeugen. So auch hier wieder. Andere Planeten oder die in der Zukunft veränderten Städte der Erde und auch die Umgebungen und die Erlebnisse, die Adam während seiner vielen Bewusstseinstransfers beobachtete und durchmachte, waren für mich wieder interessant beschrieben und sorgten für eine tolle Atmosphäre. Andreas Brandhorsts Romane lassen für mich aufgrund seines Schreibstils immer eine ganz besondere Stimmung entstehen. Aber nicht nur das. Das Besondere für mich sind auch immer wieder die Themen, die er in seinen Geschichten anspricht, in diesem Fall ganz besonders die menschliche Unsterblichkeit und die Evolution der Menschen/Maschinen.

Hier im Roman ist es für die Menschen normal, unsterblich zu werden. Sie verlassen sich darauf, dass die Maschinen sie an ihrem dreißigsten Geburtstag einer Behandlung unterziehen, nach der sie Tausende von Jahren alt werden können und nichts weiter mehr tun müssen, als ihrem Vergnügen nachzugehen. Eine schöne Vorstellung so viel Zeit für alles zu haben! Doch trotzdem fragt man sich beim Lesen, ob das so richtig ist. Denn ein fader Beigeschmack bleibt dabei: die Abhängigkeit von den Maschinen, die sich um die komplette Versorgung kümmern. Man fragt sich auch, warum machen sie das? Wirklich nur aus Menschenfreundlichkeit? Oder sollen die Menschen einfach nur ruhiggestellt werden, während sich die Maschinenintelligenzen immer schneller weiterentwickeln? Der Mensch hat die Maschinen erschaffen, aber irgendwann hat er sie wohl aus den Händen verloren...oder ist es doch gut und richtig, dass sich Maschinen um alles kümmern, weil sie sich nicht wie der Mensch von irrationalen und intuitiven Handlungen leiten lassen? Es wirkt dann fast beruhigend, dass es ein paar Unsterbliche wie Evelyn gibt, die misstrauisch gegenüber der Herrschaft der Maschinen sind und daran zweifeln, dass diese die Menschheit wirklich schützen wollen, wie sie es durchaus glaubhaft immer wieder versichern.

Denn es liest sich gruselig, wie weit die Maschinenintelligenzen sich weiterentwickelt und im All vernetzt haben. Man fragt sich schnell, wie lange die Maschinen die Menschen überhaupt noch brauchen, auch wenn es hier in der Geschichte noch eine Sache gibt, die der Mensch für sie tut. Eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine scheint also gegenüber dem Feind, der sie beide bedroht, noch notwendig zu sein – oder nicht?

Wie es bei Andreas Büchern ist, gibt es nicht einfach nur Schwarz und Weiß und so wird man beim Lesen immer mal wieder verunsichert, was nun Wahrheit ist und was nicht. So entstand bei mir trotz des allgemeinen Misstrauens gegenüber den Maschinen doch gerade bei Adams Maschinen-Betreuer Bartholomäus eine unerwartete Sympathie und seine Beweggründe erschienen ehrlich besorgt. Hat er recht? Kann der Mensch nicht mehr alleine überleben? Und Evelyn, auf deren Seite ich schnell stand, zeigte dagegen immer mal eine rücksichtslose Seite, die mich an ihrer Motivation manchmal zweifeln ließ. Könnte es sein, dass sie einer fixen Idee erlegen ist und mit ihrem Widerstand den Menschen eher schadet? So wurde für mich Adam zum Spielball zwischen überzeugenden Argumenten, versteckten Lügen, verschwundenen und wieder zurückgegebenen Erinnerungen und mühsam gesammelten eigenen Erfahrungen, während der Feind mit seinem Schiff in vernichtender Weise immer näher kam.

Es war berührend zu lesen, wie Adam durch die neu gewonnenen Erkenntnisse emotional aus seinem bisher irgendwie akzeptierten Lebensbild gerissen wurde. Es war spannend zu lesen, wie Adam nun trotz seines greisen Alters und seines geschädigten Bewusstseins beharrlich versuchte, die Wahrheit zu finden und dafür den Kampf nicht nur gegen den unbekannten Feind, sondern auch gegen seine eigene Schwäche und Sterblichkeit aufnahm. Und es war aufregend zu lesen, in welchen Dimensionen sich die Maschinenintelligenzen ausbreiteten und weiterentwickelten, auf den ersten Blick vielleicht unvorstellbar, aber doch mehr und mehr vorstellbar... und es war überraschend zu lesen, wie Adam am Ende agierte. Für mich ist dieses Buch auf jeden Fall wieder eine intelligente und sehr zum Nachdenken anregende Geschichte, die mir sicherlich noch eine ganze Weile im Kopf bleiben wird.

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Über intelligente Maschinen und Menschen

Ein immer wiederkehrendes, aber trotzdem nicht langweiliges Thema in der Science Fiction ist die künstliche Intelligenz und wie sie irgendwann die Menschheit überflügeln wird. In "Das Schiff" von Andreas Brandhorst ist etwas ähnliches schon längst geschehen: Intelligente Maschinen haben angefangen sich selbst weiterzuentwickeln und sind dabei immer besser geworden. Nun sind es die nach der großen Flut übrig gebliebenen Menschen, die ohne die Maschinen gar nicht mehr überleben können. Diese können nicht nur ewiges Leben vergeben, sondern haben auch Brüter entwickelt, die den Unsterblichen ihr Leben so bequem wie möglich machen. Bei der Hauptperson Adam jedoch ist die Operation, die Unsterblichkeit verleiht, fehlgeschlagen und er wurde zum Mindtalker ausgebildet. Diese können im Gegensatz zu den unsterblichen Menschen mit ihrem Bewusstsein die komplette Galaxie bereisen. Adam und seine Kollegen werden also losgeschickt, um sich auf die Suche nach dem verschollenen Volk der Muriah zu machen, entdecken dabei allerdings einen alten und mächtigen Feind.

Die Atmosphäre in diesem Buch ist eine ganz andere als in den Büchern, die ich von Andreas Brandhorst bereits gelesen habe: "Das Kosmotop" und "Ikarus". Beide Bücher haben extrem spannend angefangen und sind rasant und mit viel Action zum Ziel gelangt. Spannung und Action gibt es in "Das Schiff" zwar auch, aber insgesamt erschien mir dieser Roman um einiges ruhiger. Hier wird viel beobachtet und nachgedacht, der Leser bekommt Einblicke in viele Gedanken und Leben. Besonders eindringlich wird hier die Kluft zwischen den Mindtalkern und den Unsterblichen erzählt. Adam, der an seinem 30. Geburtstag erfahren musste, dass er nicht mit seiner Familie unendlich lange leben kann, ist ab diesem Moment komplett von seiner ursprünglichen Umgebung abgeschnitten. Was sind schon um die 100 normale Menschenjahre für einen Unsterblichen? Ein einziger, kleiner und unwichtiger Moment. Als Adam, nun ein alter Mann, viele Jahre später seinem unsterblichen Vater begegnet, erkennt dieser seinen Sohn nicht einmal wieder. Eine Unsterbliche taucht allerdings immer wieder bei Adam auf und scheint ihn nicht zu vergessen: Evelyn. Sie offenbart ihm, dass sie zur Gruppe Morgenrot gehört, die den Maschinenintelligenzen und dem Cluster überhaupt nicht vertrauen. Sind sie bloß Revolutionisten? Verschwörungstheoretiker? Adam fängt langsam an darüber nachzudenken, was er im Auftrag der Maschinen tagtäglich im All erledigt.

Als Mindtalker arbeitet Adam für Bartholomäus, eine Maschine, die sich auf Strategie spezialisiert hat. Bartholomäus versichert ihm immer wieder, wie wichtig er sei und wie gut die Maschinen auf seinen sterblichen Körper Acht geben würden. Bartholomäus und andere intelligente Maschinen, die im Roman immer wieder auftauchen, sind ein unglaublich interessanter Aspekt dieses Romans. Verschiedenste Maschinen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Geht das überhaupt? Können intelligente Maschinen, die nicht leben und von denen man nicht annehmen würde, dass sie ein Bewusstsein oder eine Seele hätten, eigene Persönlichkeiten haben? In "Das Schiff" geht das. Die Charakterisierung der Maschinen, was überhaupt künstliche Intelligenz ausmacht und was daraus erwachsen kann, ist ein wichtiger Teil dieser Geschichte. Genau dies führt auch unter anderem dazu, dass es hier etwas ruhiger zugeht, langweilig ist es deshalb aber keinesfalls.

Andreas Brandhorst, der Mann mit dem außergewöhnlich riesigen Vokabular, hat mit "Das Schiff" wieder eine tolle Reise durch das Weltall geschrieben. Wie immer strotzt hier alles nur so vor technologischen Fortschritten und deshalb natürlich auch Fremdwörtern. Nicht immer habe ich genau verstanden, wer jetzt wie und wo oder auf welche Weise herumläuft, dafür waren mir die technischen Details manchmal zu hoch und zu dicht. Meinetwegen hätte die Geschichte viel weniger solcher Erklärungen haben können, denn so wirkte es oft sperrig. Zunächst habe ich mir vorgenommen diese Aspekte einfach zu ignorieren und der Geschichte zu folgen, was auch wunderbar geklappt hat. Später jedoch haben solche detaillierten Erklärungen die Kapitel mitunter ein wenig lang gezogen. Die wichtigste Botschaft ist aber trotzdem diese: Ich musste nicht jede Maschine zu 100% verstehen, um die Geschichte an sich verstehen zu können. Und die war wunderbar. Außergewöhnlich, abwechslungsreich, spannend und nachdenklich, oft auch philosophisch. "Das Schiff" empfehle ich jedem weiter, für den sich eine Geschichte über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz interessant anhört.

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Hochinteressant - und hochtechnisch

Inhalt:

Auf der Erde gibt es nur noch eine überschaubare Anzahl an unsterblichen Menschen, sowie eine sehr geringe Anzahl an sterblichen Menschen. Die intelligenten Maschinen sorgen für Alle und Alles.

Adam, einer der Sterblichen, ist ein Mindtalker der den Maschinen dabei hilft (mittels Gedankentransfer) weit draußen im Weltall nach der untergegangenen Kultur der Muriah zu suchen.

Dabei macht er eine folgenschwere Entdeckung, die alles, was er sein Leben lang geglaubt hat, in Frage stellt.


Meine Meinung:

Normalerweise äußere ich mich nicht zum Cover, aber als eingefleischter Star Trek Fan fühlte ich mich von diesem magisch angezogen. Auch der Klappentext sprach mich an, also bewarb ich mich kurz entschlossen für die Blogtour zum Buch die heute (Montag, 05.10.2015) gestartet ist.

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich tatsächlich einen Science Fiction Roman gelesen habe, üblicherweise konsumiere ich nur die televisuelle Kost.

Beim Lesen des Klappentextes dachte ich sofort an Avatar, und auch während des Lesens des Buches fühlte ich mich hier und da an bekannte Science Fiction Serien erinnert -- aber damit hier kein falscher Eindruck entsteht -- alles hier im Buch ist ganz anders als alles was ich bislang so kannte.

Natürlich gibt es Elemente ohne die kein guter Science Fiction Roman auskommt, von daher ist einem dieses oder jenes Prinzip schon vertraut, aber letztendlich kommt es darauf an, was der Autor damit macht; wie er es verpackt und anwendet.


Das ist in diesem Fall fantastisch gelungen. Das Prinzip der Mindtalker hat mich total fasziniert. Adam ist eine ungemein faszinierende Persönlichkeit, und auch die anderen Charaktere sind sehr überzeugend, mit ihren Stärken und Schwächen, ihren Ecken und Kanten.

Es gibt diverse überraschende Wendungen und einen sehr überraschenden Schluss.

Das Buch ist intelligent, hat Witz (leider würde ich spoilern, verriete ich jetzt die Stelle, an der ich laut aufgelacht habe, so bissig war die Ironie dort), und hält einen bis zum Schluss in seinem Bann.

Etwas getrübt wurde mir der Lesegenuss nur durch die unglaublich vielen technischen Details. Dafür gibt es Punkteabzug.

Ich fand, sie schütteten den Inhalt ein wenig zu, und das wäre meiner Meinung nach gar nicht nötig gewesen. Ich persönlich muss nicht wissen, wie etwas funktioniert, mir genügt es in der Regel, dass etwas funktioniert, und dass ich jemanden kenne der weiß, wie es funktioniert, falls ich Probleme habe. Andererseits hat Scifi vermutlich gerade wegen des technischen Aspektes viele Fans, und ich bin recht geübt darin, quer zu lesen wenn ich merke, dass etwas im Text nicht wirklich relevant für das Vorankommen der Handlung ist.

Allen Science Fiction Fans kann ich dieses Buch guten Gewissens ans Herz legen. Für Einsteiger, oder Leute, die in dem Genre nicht so recht bewandert sind, ist es vielleicht nicht so geeignet, aber das ist natürlich schwer einzuschätzen, schließlich gehöre ich nicht zu dieser Kategorie.

Fazit:

Ein Lesegenuss den ich unbedingt weiterempfehlen kann, die Ideenwelt hier ist großartig und sehr gelungen. Ich werde sicher noch andere Bücher dieses Autors lesen, ich bin jetzt total neugierig geworden.

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Ein Blick in die Zukunft

Ich kenne ja nun schon einige Bücher von Andreas Brandhorst, angefangen von der Kantaki Reihe mit sechs Bänden bis hin zur Stadt oder dem Artefakt. Diesmal geht es um das Schiff. Und ich muss zugeben, dass meine Erwartungshaltung eigentlich immer sehr hoch ist, und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht.

Was mir an Andreas Büchern so gut gefällt: es gibt kein schwarz/weiß Denken. Jede Gruppe, sei es nun die Menschen oder die Maschinen, hat sowohl gute als auch schlechte Seiten. Und bei einigen Figuren, wie Bartholomäus, einer Maschine, war ich mir bis zum Schluss nicht sicher ob die Absichten nun positiv oder negativ sind.

Besonders leid getan hat mir der greise Adam, er ist ein Mindtalker, der mit seinem Bewusstsein durch die Galaxis reist. Er wurde um seine Unsterblichkeit betrogen, die alle Menschen mit 30 Jahren erhalten sollten. Bei einigen funktioniert das Verfahren allerdings nicht. Diese Menschen werden dann rund 100 Jahre alt, haben aber die Möglichkeit durch die Galaxis zu reisen, das bleibt Unsterblichen verwehrt.

Im ganzen Roman stellt man sich die Frage: Was würde man selber als Unsterblicher machen? Wenn man weiß, dass man Hunderte oder sogar Tausende Jahren leben könnte. Oder anders herum: Wie würde man die Zeit als Mindtalker nutzen, die begrenzt ist.

Eine weitere Figur, die ich sehr gut gemacht fand, ist Evelyn. Sie steht den Maschinen skeptisch gegenüber und versucht Beweise zu finden, dass die Maschinen sich in eine Richtung entwickeln, dass sie irgendwann keine Menschen mehr brauchen, schon gar keine Unsterblichen. Ihre Suche nach der Wahrheit, ihr Zusammentreffen mit Adam und wie sie beide dann versuchen herauszufinden was wirklich gerade geschieht ist echt super zu lesen.

Am Schluss geht es sehr rasant zu und zudem Schlag auf Schlag. Mit einem etwas mulmigen Gefühl habe ich das Buch geschlossen, denn wir entwickeln gerade Maschinen die einmal selbstständig denken und sich weiter entwickeln sollen. Es wäre spannend zu sehen wo die Menschheit in ein paar Tausend Jahren tatsächlich steht.

Für mich eine absolute Buchempfehlung.

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