Andreas Brandhorst: Omni

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Andreas Brandhorst: Omni
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783492703598

Informationen zum Buch

Seiten
560

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Der Asteroid, ein Felsbrocken mit einem Durchmesser von knapp fünfhundert Kilometern, zog einsam seine Bahn am Ende des Perseusarms der Milchstraße, viele Lichtjahre vom nächsten Sonnensystem entfernt.

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Handlungsort

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Aurelius, vor zehntausend Jahren auf der legendären Erde geboren, ist einer von nur sechs Menschen, die Zugang zu Omni haben, einem Zusammenschluss von Superzivilisationen, der die Macht über die Milchstraße innehat. Nun erhält Aurelius seinen letzten Auftrag: Er soll verhindern, dass ein rätselhaftes Artefakt an Bord des im Hyperraum gestrandeten Raumschiffs Kuritania in falsche Hände gerät. Eine einflussreiche Schattenorganisation ist dem Wrack bereits auf der Spur. Der Agent Forrester und seine Tochter Zinnober sollen den Fund bergen und Aurelius entführen – denn mit seiner Hilfe könnte das Artefakt wieder aktiviert werden. Doch die Mission gerät außer Kontrolle – und Aurelius, Forrester und Zinnober finden sich in einem undurchsichtigen Spiel wieder, das die Zukunft der ganzen Menschheit bedroht ...

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Die Mission eines Reisenden

Inhalt
Wir befinden uns im Jahr 12063. Die Macht in der Milchstraße übt Omni aus, ein Zusammenschluss von 14 Superzivilisationen, zu denen die Menschheit nicht gehört. Jedoch sind sechs besondere Menschen, die noch auf der legendären Erde geboren wurden, in deren Auftrag unterwegs, und das schon seit 10.000 Jahren. Sie werden die Reisenden genannt und haben direkten Kontakt zu OMNI, die ansonsten fast nie in Erscheinung treten. Einer der Reisenden ist Aurelius, der in einer besonderen Mission unterwegs ist. Ein seit 200 Jahren vermisstes Raumschiff mit einem OMNI Artefakt an Bord, ist aufgetaucht und soll geborgen werden, bevor es ins falsche Hände gerät.

Die „Agentur“, eine besondere Organisation unter der Führung des Menschen Benedikt, möchte das Artefakt als Machtmittel ebenfalls in seinen Besitz bringen und zwingt den ehemaligen Mitarbeiter Forrester und dessen Tochter Zinnober aus deren Versteck heraus, in dem sie sich aus guten Gründen seit fünf Jahren verborgen halten. Forrester soll Aurelius entführen, denn nur dieser weiß, wie das geheimnisvolle Artefakt zu bedienen ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Meine Meinung
Mit „Omni“ hat der Autor wieder ein sehr interessantes und spannendes Universum geschaffen. Omni, der Zusammenschluss von Superzivilisationen, agiert dabei eher im Verborgenen, d.h. als Leser erfährt man vorerst gar nicht so sehr viel von Ihnen. Man spürt aber immer wieder, wie groß deren Macht ist und wie selbstverständlich deren Überlegenheit anerkannt wird. Ja, Sie nehmen gerne bei Bedarf hier und dort ein bisschen Einfluss, lenken dort ein bisschen und halten sich auch mal zurück. Wann sie dies tun, liegt dabei in ihrem Ermessen. So unscheinbar ihre Machtausübung auch wirkt, sie erscheint unangreifbar. So habe ich mich immer mal wieder wie Zinnober gefragt, warum sie zum Beispiel nicht eingreifen, wenn es durchaus sinnvoll gewesen wäre. Die Macht hätten sie doch offensichtlich dazu gehabt. Nach welchen Kriterien agieren sie? Insgesamt wirkt Omni hier sehr geheimnisvoll und unnahbar. Ich bin jetzt schon sehr gespannt, im nächsten Buch mehr über sie zu erfahren. Es ist jedenfalls kein Wunder, dass bei so einer selbstverständlich wirkenden Macht irgendwann Gegenspieler versuchen, dieses Gefüge zu ändern.

Der Reisende Aurelius hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Mit seinen 10.000 Jahren wirkte er sehr abgeklärt und auf seine Mission fokussiert. Seine Rückblicke, seine Gedanken waren oft berührend und Szenen mit ihm boten einige atmosphärisch irreal wirkende Momente.

Ebenfalls traumartig wirkende Sequenzen erlebte man mit den „Engeln“, Wesen in einer besonderen Umgebung, die versuchten mit Forrester Kontakt aufzunehmen, obwohl eine Kommunikation mit ihnen für ihn eigentlich nicht möglich ist.

Im Kontrast dazu sorgten Forrester und seine Tochter Zinnober für filmreife, temporeiche und spannende Szenen, eben für Action, wenn sie mit ihrem Raumschiff unterwegs waren. Denn auch wenn sie gezwungen waren, dem Auftrag der Agentur nachzugehen, so war es Forresters einzig wichtiges Anliegen, seine Tochter zu beschützen. Dass es ihn dabei tief in den Machtkampf hineinzog und dabei seine unschöne Vergangenheit wieder hochkam, machte es für ihn nicht einfach und zeigte einige negative Eigenschaften, die ihn mir nicht besonders sympathisch machten. Ich war einige Zeit oft wütend auf ihn.

Am sympathischsten war mir Zinnober, die kämpferisch war, aber sehr viel Empathie zeigte. Mit ihr fieberte ich besonders mit. Eine weitere sympathische Figur war für mich Cassandra, eine KI. Sie war der Intellekt von Forresters Raumschiff und ich vergaß immer mehr, dass sie kein Mensch war.

Wie bei Andreas Brandhorsts Büchern gewohnt, bietet auch diese Geschichte neben einer spannenden Handlung wieder faszinierende Welten und Organisationen, nachdenklich stimmende Gedanken und interessante Figuren. Schnelle Raumschiffe, unvorstellbare Technologie und spannende Artefakte, aber eben auch sehr viel Zwischenmenschliches, wobei es sich dabei nicht immer nur Menschen drehen muss. Auch dieses Abenteuer konnte mich wieder begeistern!

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Gefährliche Mission

Der zehntausendjährige Mensch Aurelius ist einer der sechs Reisenden, die im Auftrag von Omni handeln und mit ihnen in Verbindung stehen. Omni ist ein Zusammenschluss von vierzehn Superzivilisationen, die die Macht über die Milchstraße innehaben. Als das Wrack der vor zweihundert Jahren verschollenen Kuritania gefunden wird, befindet sich an Bord eine geheimnisvolle Maschine. Die Agentur, eine Organisation der Menschen, will diese Maschine in ihren Besitz bekommen und Aurelius entführen lassen, da er der Schlüssel ist, um die Maschine in Betrieb nehmen zu können. Mit der Entführung wird ein ehemaliger Mitarbeiter der Agentur, Vinzent Forrester, beauftragt, der mit seiner Tochter Zinnober auf einem vergessenen Planeten untergetaucht ist.

Mit diesem Roman schickt der Autor den Leser auf eine Reise in das Gesellschaftssystem der Milchstraße in vielen tausend Jahren: vierzehn Superzivilisationen bilden Omni und haben das Sagen – die Menschen gehören nicht dazu, was bei diesen zu Unmut führt, da sie teilweise nach mehr Macht und Einfluss streben.

Sechs Reisende, Menschen von der legendären Erde, sind im Auftrag von Omni unterwegs. Nicht nur verfügen sie über eine sehr lange Lebensspanne, auch organisch unterscheiden sie sich von den Menschen.

Sehr gespannt war ich darauf, mehr über Omni zu erfahren, wie sie ihre Macht gegenüber den anderen Zivilisationen ausüben. In diesem Buch bleibt Omni etwas vage, da im nächsten Jahr ein weiteres Abenteuer im Omniversum erscheinen wird. Aber das, was wir erfahren, macht mich sehr neugierig auf den zweiten Teil – und ich bin nicht überrascht, dass die Menschen nicht zu den Superzivilisationen gehören.

Vinzent Forrester und seine Tochter Zinnober sind zwei sehr interessante Charaktere: da nach ihnen gesucht wird, tauchen sie auf einem namenlosen Planeten unter. Für Vinzent steht die Sicherheit seiner Tochter an oberster Stelle, da er sich für den Tod ihrer Mutter verantwortlich fühlt. Allerdings trifft er dabei Entscheidungen, dich mich fassungslos machten, zumal sie fatale Folgen haben. Dadurch hatte es Vinzent bei mir deutlich schwerer als Zinnober, was meine Sympathie für ihn angeht. Eine weitere spannende Figur ist Cassandra, die künstliche Intelligenz an Bord von Vinz' Raumschiff, die sehr menschlich anmutet.

Absolut faszinierend und geheimnisvoll sind die sogenannten Engel: bei ihnen handelt es sich um Wesen, die im Sprawl leben, einem übergeordneten Medium, in welchem sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht werden können. Unter normalen Umständen kann ein Mensch mit den Engeln nicht kommunizieren, jedoch üben sie auf Vinzent eine besondere Anziehungskraft aus.

Ebenso geheimnisvoll ist die Maschine an Bord der verunglückten Kuritania: woher kommt sie, welchen Zweck hat sie und wie kann man sie einsetzen? Oder sollten ihre Geheimnisse lieber weiterhin verborgen bleiben?

Während des Lesen schält sich immer mehr die Frage heraus, ob man bestimmte Ereignisse eigentlich ändern kann oder das Ergebnis immer im Voraus feststeht. Welche Auswirkungen hat der berühmte Flügelschlag eines Schmetterlings auf die Milchstraße?

Auch wenn ein paar Ahnungen von mir in die richtige Richtung wiesen, hat mich das Ende dennoch überrascht. Mir hat auch dieses Buch von Andreas Brandhorst wieder sehr gut gefallen, die ausgewogene Mischung zwischen einzelnen Kampfszenen und den ruhigen Momenten sowie den intelligenten Überlegungen machen immer den besonderen Reiz seiner Bücher aus.

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(Aktualisiert: 19 November 2016)
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Fantastisches Weltraum Epos

Inhalt:

Da das Buch 530 Seiten umfasst, ist es einigermaßen schwierig den Inhalt zusammenzufassen, zumal unter der Prämisse, keine Spoiler zu schreiben.

Kurz gesagt: während Vinzent Forrester und seine Tochter Zinnober im Auftrag der mächtigen 'Agentur' versuchen, ein lange Zeit verschollenes Artefakt an sich zu bringen, hat Aurelius, ein Vertreter Omnis, das selbe Ziel, nur, dass er das Artefakt nicht zu seinen Zwecken ausnutzen, sondern seiner ursprünglichen Bestimmung zuführen will. Natürlich sind diverse Organisationen hinter dem Artefakt her, heißt es doch, wer das Artefakt beherrscht, beherrscht die Welt -- aber ist dem wirklich so? Eine atemberaubende Jagd beginnt. Wer wird der Sieger sein, und wie hoch ist der Preis?



Meine Meinung:

Konnte der Autor mich vor gut einem Jahr schon mit seinem preisgekrönten Roman Das Schiff überzeugen, hat er mit Omni noch was draufgelegt. Omni ist ein richtiges Weltraumabenteuer, mit Krawumm, einer tollen Welt, und einer Menge sehr gut durchdachter Ideen -- auf gut Neudeutsch: es ist voll der Burner.

Wir treffen zuerst auf Aurelius, einen 10000 Jahre alten Menschen, der im Dienste Omnis steht.

Omni ist eine Supermacht die im Grunde handeln kann, wie sie will, da ihre Überlegenheit von allen im Universum anerkannt wird. Vermutlich liegt das daran, dass sie technisch extrem hoch entwickelt sind, und den Eindruck erwecken, als seien sie omniscient, omniferous und omnipotent. Ob der Name dieser Superzivilisationen deswegen ausgewählt wurde weiß ich nicht, ich vergaß zu fragen, aber der Autor wählt alle Namen mit Bedacht, darum liegt es für mich nahe.

Dann sind da noch Vinzent und Zinnober, ein Vater-Tochter-Duo, die auf der Schattenseite stehen. Vinz ist ein abgehalfterter Agent mit einer zwielichtigen Vergangenheit, seine Tochter Zinnober ein eigenwilliger Teenager der sich nichts gefallen lässt. Es gibt noch weitere Spieler, aber ich möchte nicht zu viel verraten. Vinzent und Zinnober werden von Cassandra unterstützt, der KI (künstlichen Intelligenz) ihres Raumschiffes.

In Omni wird das gesamte Spektrum abgedeckt, das man aus der Science Fiktion kennt: tolle Technologien, atemberaubende Planeten, faszinierende Rassen mit zum Teil furchterregenden Eigenschaften; Verfolgungsjagden, Kämpfe, Kulturen und Bräuche, und hinter all dem eine Philosophie, Gedankenspiele, Ethik- und Moralvorstellungen. Die Verknüpfung all dieser Elemente ist super gelungen, zum Teil liest sich das Buch wie ein Agententhriller, dann wieder gibt es leise Töne die einen nachdenklich machen. Die Frage nach dem Wahrheitsgehalt des Sprichwortes: Nomen est Omen drängt sich auf, und es lohnt sich, die Bedeutung einiger Namen nachzuschlagen.

Nehmen wir nur mal den Namen Aurelius: ist er der aus Gold gemachte, oder ist er angelehnt an Marc Aurel bzw. Marcus Aurelius, den römischen Kaiser und Philosophen, der der letzte bedeutende Vertreter der jüngeren Stoa war? Wenn man weiß, dass unser Wort 'stoisch' direkt von Stoa abgeleitet ist, ist der Zusammenhang eindeutig -- oder doch nicht?

Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen. Es ist spannend genug dass man es in einem Rutsch durchlesen könnte -- wäre da nicht der Umfang von 530 Seiten. Es gibt aber so viele wichtige Details und Ideen, dass man sich Zeit nehmen sollte.

Ich hatte das Glück, das Buch in einer Autoren-begleiteten Leserunde lesen und diskutieren zu dürfen, wovon mein Verständnis des Buches sehr profitiert hat. Da jeder eine andere Wahrnehmung hat, und man aufgrund der Fülle der Informationen natürlich nicht jede Nuance gleich gewichtet, ist der Austausch mit MitleserInnen ein großes Plus. Aber auch wer allein liest wird nicht enttäuscht werden, es ist auf jeden Fall für alle Geschmäcker was dabei und mehr.

Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Abschließend möchte ich mich beim Piper Verlag bedanken, der mir zu meiner großen Überraschung und Freude ungefragt ein Rezensionsexemplar zuschickte, bei Leserunden für die Organisation und Durchführung dieser ausführlichen Leserunde, und natürlich beim Autor, der uns geduldig durch die Leserunde begleitete und das Buch mit uns diskutierte.

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Öffnet neue Welten

"Omni" ist das vierte Buch von Andreas Brandhorst, das ich direkt nach Erscheinen gelesen habe. Das ist an sich auch schon eine Aussage. Die Zukunftsvisionen, die der Autor mir in seinen Büchern lebhaft präsentiert, gefallen mir. Nicht unbedingt, weil ich mir wünsche, dass es für die Menschheit so eintritt, sondern weil mir die Eindringlichkeit und die Detailfülle gefallen, mit denen Andreas Brandhorst diese Bilder heraufbeschwört. In "Omni" sind es diesmal nicht die künstlichen Intelligenzen, die die Herrschaft über das Weltall an sich gerissen haben (wie es noch in Das Schiff war), sondern Superzivilisationen, die sich zu "Omni" zusammengeschlossen und einen höheren Entwicklungsstand als die Menschen oder ähnliche Spezies haben.

Forrester und Zinnober sind Vater und Tochter, die sich vor kurzem erst gefunden haben und nun gezwungen sind, einen Auftrag der "Agentur" auszuführen. Sie sollen den Zehntausendjährigen Aurelius entführen, da dieser einer von sechs Menschen ist, die Zugang und Kontakt zu Omni haben, und die Agentur das offenbar ausnutzen möchte. Welche Motive sich genau dahinter verbergen, ist zunächst unklar, und Zinnober und Forrester machen sich nur widerwillig auf den Weg. Dieser ist immerhin sehr rasant, viel rasanter als vielleicht gewünscht.

Wie es für ein Weltall aus Brandhorsts Feder üblich ist, führt uns diese Reise durch eine Fülle von Planeten und Sonnensystemen. Dabei begegnen wir verschiedenen Spezies mit unterschiedlichen Entwicklungsstufen und interessanten Kulturen. Forrester und Zinnober haben natürlich gewisse Pläne, wie sie den Auftrag ausführen könnte, aber was wäre das denn für ein Spannungsbogen, wenn es immer genau so klappen würde? So einiges geht natürlich schief, mit den ein oder anderen Konsequenzen, doch die beiden sind anpassungsfähig. Bis zu einem bestimmten Grad? Hilfe bei ihrer Aufgabe bekommen sie unter anderem von ihrer Schiffsintelligenz Cassandra, deren Darstellung mir besonders gefallen hat. Nicht nur Forrester und Zinnober entwickeln sich weiter, sondern auch diese Stimme des Schiffes, die immer anwesend ist. Im Laufe des Buches wachsen die drei immer mehr zu einem Team zusammen, das den Auftrag gemeinsam erfüllt und aufeinander aufpasst. Insgesamt wird also neben dem spannenden Auftrag also auch noch viel Wert auf Charakterentwicklung und ihre Beziehungen zueinander gelegt, sowohl auf die Vater-Tochter-Beziehung als auch die Beziehung der beiden zu Cassandra.

"Lichter glühten und schimmerten in ihnen, wie die Funken in den Säulen des Schiffes, das gar kein richtiges Schiff war, und wo sie sich trafen, ertönten Millionen von Stimmen — Aurelius hörte sie als dumpfes Rauschen in der Ferne. Über den Türmen und dem oberen Netz, wo die Inper miteinander sprachen und Datenchöre sangen, schwebten und rotierten mit den Kontinua verbundene orbitale Städte." (S. 370)

In "Omni" werden Technologien, Umgebungen und Kulturen wie gewohnt detailreich und auch mit vielen Fremdwörtern beschrieben. Diese werden oft wie selbstverständlich benutzt und sind durch den Kontext einfach zuzuordnen. Für Unsicherheiten gibt es allerdings wie immer ein umfangreiches Glossar und zusätzlich eine Chronologie, was auf der Erde und im Weltall geschehen ist, bis es zu der aktuellen Situation kam. Die Geschichte selbst wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt — auf der einen Seite erleben wir die Reise von Forrester und Zinnober, auf der anderen den Weg des Zehntausendjährigen Aurelius, zusätzlich gibt es Einblicke in die Gedankengänge einiger Gegenspieler. Dies bringt noch mal mehr Abwechslung in das Buch, weil all diese Charaktere individuell und unvorhersehbar sind; besonders Aurelius, den ich bis zum Schluss schwer einschätzen konnte, diesen genialen Kerl. Es lohnt sich, "Omni" zu lesen. Für Leser*innen, die sowieso schon gern Science Fiction lesen, sowieso; für alle anderen auch. Traut euch. Es ist spannend und öffnet im wahrsten Sinne des Ausdrucks neue Welten.

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