Jean Marc Ligny: Aqua TM

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Jean Marc Ligny: Aqua TM
ET (D)
2009
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Aqua TM
ET (Original)
2006
ISBN-13
9783785723586

Informationen zum Buch

Seiten
816

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
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2030: Tornados, Überschwemmungen, Hitze. Die Klimakatastrophe ist Wirklichkeit geworden. Die Welt muss sich mit chaotischen Wetterbedingungen abfinden. Eine Sekte begeht mörderische Attentate, um die Ausrottung des vermeintlich Bösen zu betreiben. Bei der Sprengung eines Damms sterben Hunderttausende, auch Rudy verliert Frau und Kind. Das Angebot, als Fahrer für eine Hilfsorganisation zu arbeiten, kommt ihm gerade recht. In Afrika, das unter einer tödlichen Dürre leidet, ist ein riesiges Wasserreservoir entdeckt worden, auf das ein amerikanisches Unternehmen Anspruch erhebt. Die Hilfsorganisation eilt dem afrikanischen Land mit Bohrmaterial zu Hilfe. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

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2030 - die nahe Zukunft unserer Erde. Tornados und Tsunamis gehören schon fast zum täglichen Leben. Die Malaria hält Einzug in die westeuropäischen Länder und die Wüste Afrikas erobert sich Tag für Tag mehr Land. Eisberge schmelzen und Küstenländer drohen, vom Meer verschluckt zu werden. Die "Outer", die ärmere Bevölkerung, muss draußen um ihr Überleben kämpfen, während sich die Privilegierten in sogenannte "Enklaven" - kleine, autarke Städte - retten. Das Erdöl und der Golfstrom sind längst Vergangenheit und inzwischen ist sauberes Trinkwasser das kostbarste Gut.

In dem kleinen afrikanischen Land Burkina Faso wird über modernste, amerikanische Satellitentechnik ein riesiger unterirdischer Wasserspeicher entdeckt und das amerikanische Unternehmen unter Leitung Anthony Fullers ist der Meinung: Wir sind die Entdecker, also gehört uns das Wasser. Doch die Menschen in Burkina Faso verdursten täglich auf ihren Straßen und die Präsidentin des Landes, Fatimata Diallo-Konaté, weiß wie wichtig dieses Wasser für ihr Land ist. Hilfe erhält sie von der Hilfsorganisation Save OurSelves (SOS): Diese schickt die 30-jährige Französin Laurie gemeinsam mit den Holländer Ruud in einem mit Bohrmaterial beladenen LKW quer durch die Wüste.

Der Franzose Jean Marc Ligny surft ganz auf der Tsunamiwelle der Katastrophen-Öko-Thriller, die mit Frank Schätzings "Der Schwarm" ihren letzten Höhepunkt erreichte. Im Gegensatz zu dem deutschen Autor schafft es Ligny jedoch mit "Aqua TM" eine sehr authentische Geschichte vorzulegen. Die geschilderten Katastrophen geschehen schon jetzt oder zeichnen sich massiv ab, weshalb man das Buch nur mit einem sehr mulmigen Gefühl lesen kann. Ein weiterer Pluspunkt ist hier auch, dass sich in dem Buch nicht eine Katastrophe an die andere reiht. Die Handlung entwickelt sich, baut sich auf und kommt ohne Effekthascherei aus. Manch' Unglück wird gar nur nebenbei am Anfang eines Kapitels erwähnt in News-Tickern oder Mails.

Angenehm ist auch, dass die nordamerikanische Regierung endlich mal nicht als allumfassender Weltenretter dargestellt wird. Europa darf eigenständig und weitgehend unabhängig agieren. Hauptcharaktere sind Laurie und Ruud (Rudy) neben dem afrikanischen Kontinent und dessen Bevölkerung, doch "Aqua TM" lebt von vielen Geschichten und Charakteren. Neben Anthony Fuller, der so böse ist und mit dem man am Ende doch noch Mitleid hat tummeln sich da noch die Anhänger der Göttlichen Legion, die den Untergang der Welt mit Terrorakten beschleunigen möchte. Schätzing wie auch Ligny bringen übernatürliche Aspekte unter, wobei mir der von Ligny beschriebene Geisterkult der Afrikaner plausibler erscheint.

Das Buch ist im Präsens geschrieben, was ich anfangs als etwas gewöhnungsbedürftig empfand. Es bleibt nicht aus, dass ein Buch von 800 Seiten manchmal ein paar Längen hat, doch wo ich bei Schätzing nach der Hälfte schon das Gefühl hatte, die Luft sei raus, wurde ich von Ligny eigentlich konstant bei Laune gehalten. Trotzdem ist "Aqua TM" mit Vorsicht zu genießen, denn der Franzose nimmt kein Blatt vor den Mund und so darf man mit expliziten Gewaltdarstellungen und sexuellen Beschreibungen rechnen, die kurz vor dem Abrutschen ins Pornografische sind. Zu seiner Ehrenrettung muss ich aber sagen, dass sich dies auf zwei, drei Szenen im ganzen Buch beschränken (welche aber dann wirklich nichts für Zartbesaitete sind).

Insgesamt also eine eher verstörende, deprimierende Dystopie in nicht allzu ferner Zukunft. Der sich offenbarende Hoffnungsschimmer am Ende ist fast weniger als nichts - ein realistisches, augenöffnendes Buch, das ohne furioses Weltrettungsfinale auskommt und dem ich gerade deshalb viele Leser wünsche.

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