Jennifer Benkau: Dark Canopy

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Jennifer Benkau: Dark Canopy
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783839001448

Informationen zum Buch

Seiten
528

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Ich hatte immer behauptet, der erste Percent, der in meinen Wurfradius tritt, würde ihn nicht lebend verlassen.

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Die Percents, für den dritten Weltkrieg geschaffene Soldaten, haben die Weltherrschaft übernommen und unterjochen die Menschen. Rebellenclans versuchen, außerhalb des Systems zu überleben. Mit ihnen kämpft die 20-jährige Joy gegen das Gewaltregime. Doch dann fällt sie dem Feind in die Hände und muss feststellen, dass sich auch unter den vermeintlichen Monstern Menschlichkeit findet. Und sogar noch mehr.

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unglaublich gut durchdachte Dystopie, spannend und fesselnd!

Zitat:
"Beim Chivvy wirst du fortlaufen, dich verstecken, bis es sicher für dich ist, Soldat."
(S. 229)

Inhalt:
Die Welt wird von den Percents beherrscht. Mit Dark Canopy, einer Maschine zur Verdunkelung der Atmosphäre, haben sie eine Düsternis über die Welt gelegt, in der die Percents besser sehen können als die Menschen. Körperlich sind sie den Menschen sowieso überlegen. Die Düsternis ist für die Percents überlebensnotwendig, da sie eine UV-anfällige Haut haben.
Zweimal im Jahr läuten die Kirchenglocken. Einmal im Frühjahr zum Tag der Eroberung; das andere Mal im Herbst zum Blutsonnentag. Am Tag der Eroberung müssen die Menschen den feiernden Percents zur Demütigung Spalier stehen. Am Blutsonnentag wird die Demütigung jedoch noch größer. Hier findet das Chivvy, die Menschenhetzjagd, statt. Das ist das Ereignis, an dem die Varlets unter den Percents zu Kriegern werden und sich ihr späterer Rang bestimmt.
An täglich 2 Stunden wird Dark Canopy abgeschaltet. Das ist das Mindestmaß an Zeit, um eine einigermaßen ausreichende Ernte sicherzustellen, damit vor allem für die Percents genügend Essen vorhanden ist. In diesen 2 Stunden können aber auch die Rebellen, die sich außerhalb der Städte versteckt halten, Kontakt mit den Städtern aufnehmen und Tauschhandel betreiben. Die Percents sind während der Sonnenstunden nur in überschaubarer Anzahl und in Schutzanzügen auf den Straßen.
Joy gehört zu einem Rebellen-Clan, der von Mars angeführt wird. Der Clan lebt in einer alten Coca-Cola-Fabrik. Ihr bester Freund ist Matthial, Mars' Sohn, mit dem sie auch schläft, wenn ihr danach ist. Mars führt den Clan mit harter Hand ohne Kompromisse. Die Situation ist gefährlich: Die Razzien der Percents finden tagtäglich statt. Der Unterschlupf des Clans wurde zum Glück bisher verschont.
Bei einem Tauschhandel in der Stadt geraten Joy und ihre beste Freundin Amber in eine Falle. Nur Joy schafft es, an diesem Tag zum Clan zurückzukommen...
Joy versammelt einige Clanmitglieder um sich, um Amber zu retten. Sogar ein unangenehmes persönliches Opfer nimmt sie für die Rettung von Amber in Kauf. Doch der Plan scheitert. Joy wird von den Percents gefangengenommen. Kurz darauf wird sie auf dem Markt als menschliche Ware angeboten und an den Percent Cloud verhökert. Cloud reicht sie jedoch gleich an seinen Varlet Neél weiter, der sie aber gar nicht haben will.
Joy ist nun Soldat! Neéls Soldat. Was das bedeutet, erfährt sie kurz darauf. Die Chivvy wurden den Percents zu langweilig, weil man Jagd auf untrainierte Menschen gemacht hatte. Auf Dauer fühlten sich die Percents gelangweilt. Das sollte nun anders werden. Jeder Varlet darf nun seinen eigenen Soldaten trainieren. Je später dieser im Chivvy stirbt, desto höher der spätere Kriegerrang des Varlet. Hat Joy überhaupt eine Chance, gegen die deutlich überlegenen Percents zu bestehen?

Meinung:
Ich habe im Vorfeld viel Gutes über "Dark Canopy" gehört. Entsprechend hoch waren natürlich auch meine Erwartungen. Und ich kann sagen, dass meine Erwartungen in jeglicher Hinsicht erfüllt wurden! Ich hatte noch nicht viele Bücher in der Hand, deren Gesamtpaket durchweg dermaßen überzeugen konnte!
Der Autorin ist es mit ihrem sehr schönen und flüssigen Schreibstil tatsächlich gelungen, dass ich von Anfang bis Ende der Geschichte förmlich in die Handlung hineingesaugt wurde. Ich kann mich an nicht eine einzige Seite im Buch erinnern, auf der ich mich durchquälen musste. Im Gegenteil: Die Autorin konnte das gesamte Werk durchweg spannend und fesselnd gestalten. Am liebsten hätte ich "Dark Canopy" gar nicht mehr aus der Hand gelegt.
"Dark Canopy" ist aus meiner Sicht ein einzigartiges Buch. Viele andere Autorinnen und Autoren dieses Genres sollten dieses Buch als Pflichtlektüre lesen, um von dem erfrischenden Stil Frau Benkaus lernen und profitieren zu können.
Die Charaktere sind zielgenau und einprägsam beschrieben. Es gab keinen Charakter, von dem ich nicht ein Bild im Kopf gehabt hätte.
Joy ist ein selbstbewusstes junges Mädchen. Sie hat zwar Angst vor dem Clanführer Mars, macht letztendlich aber trotzdem, was sie will. Sie wächst im Laufe des Buches förmlich über sich hinaus und beginnt Gefühle zu entwickeln und zu zeigen. Die rebellische Teenagerin reift nach und nach zur jungen Frau. Sie weiß, was sie will und gerät dennoch in eine fast aussichtlose Zwickmühle.
Matthial tat mir am Anfang irgendwie leid. Er ist zwar der Sohn des Clanführers, muss sich aber auch seinem Vater beugen. Dazu kommt dann noch, dass er mehr oder weniger von Joy ein bisschen "ausgenutzt" wird. Braucht Joy jemanden zum reden, geht zu sie zu Matthial. Braucht sie Trost, Matthial ist da. Gut, ausgenutzt kann man auch nicht für jede Situation sagen, denn schließlich schläft er auch mit Joy. Zumindest, wenn ihr mal danach ist. Ansonsten erfährt man in "Dark Canopy", wie sich Matthial von einem gehorsamen Teenager zu einem Anführer entwickelt.
Der Percent Neél ist anfangs selbstbewusst und arrogant. Gefühle scheint er nicht zu kennen. Genauso stellt man sich nach den Schilderungen der Autorin die Percents vor. Aber ich glaube, ich verrate damit nicht zu viel, wenn ich hier schreibe, dass wir von Neél völlig überrascht werden. Natürlich war mir bereits vor dem Lesen des Buches klar, dass hier eine außergewöhnliche Entwicklung stattfinden wird. Wie sich diese allerdings vollzieht und von der Autorin dargestellt wird, war für mich "die hohe Schule des Schreibens". Das muss man so erstmal hinbekommen. Respekt!
Alle Protagonisten sind im übrigen hervorragend beschrieben. Man kann sich in die jeweiligen Situationen gut hineindenken. Gedanken und Aktionen der Handelnden wurde sehr gut dargestellt und ich fühlte mich in der Geschichte gut aufgehoben.
Und, was gehört noch zu einem guten Buch, von dem es bekanntlich eine Fortsetzung geben wird...? Genau! Ich muss sagen, Frau Benkau ist mit dem Schluss des Buches ein richtig gemeiner Cliffhanger gelungen. Ich habe mich, nachdem ich mit dem Buch fertig war, gefragt, wo denn die für mich noch fehlenden 300 Seiten wohl geblieben sind. Das fand ich schon echt gemein! Aber, gemein gut.

Urteil:
"Dark Canopy" kommt mit einer erfrischenden, gut durchdachten Idee daher, gekrönt mit einem unvergleichlich guten Schreibstil. Wäre das Buch eine Endlosgeschichte, würde ich diese Jahr für Jahr weiterlesen. Ich wurde von der ersten bis zur letzten Seite absolut überzeugt und hatte einen grenzenlosen Lesegenuss. Das perfekte Buch für mich habe ich in "Dark Canopy" auf jeden Fall gefunden. Mir bleibt gar nichts anderes übrig, als für dieses Buch unumstrittene 5/5 Büchern zu vergeben.

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Liebesgeschichte vor dystopischem Hintergrund

Inhalt: Die Percents, eine Art genetisch manipulierte Supersoldatenart, haben nach dem dritten Weltkrieg die Menschheit unterjocht. Außerhalb der Städte leben kleine Clans, die ums Überleben außerhalb und gegen die Percents kämpfen. Zu einem dieser Rebellenclans gehört Joy, die in die Gefangenschaft der Percents gerät. Doch sind alle Percents der Feind? Joy lernt Menschlichkeit unter den vermeintlichen Monstern kennen. Percents, die es nicht richtig finden was passiert.

Meine Meinung: Für mich liegt der Fokus in diesem Buch eindeutig auf der Liebesgeschichte. Die Dystopie stellt lediglich gut ausgearbeitetes Beiwerk dar. Über dieses Beiwerk hätte ich gerne mehr erfahren. Und so grausam die Dinge auch sind, die die Autorin andeutet, so fern bleiben sie meistens, da es der Protagonistin bspw. im Vergleich zu ihrer Freundin Amber recht gut ergeht. Die Welt wird als düster beschrieben, aber die Atmosphäre will bei mir beim Lesen nur halb aufkommen. Besser beschrieben ist dafür die Liebesgeschichte, auch wenn die Entwicklung selbst wenn man die Inhaltsangabe des Verlags nicht kennen würde, doch noch sehr vorhersehbar wäre. Das nimmt leider die Spannung. Trotzdem: die Wandlung Joys, die in den Percents erst nur den Feind sieht und erkennen muss dass dort nicht alle die gefühlskalten Monster sind, für die sie gehalten werden, ist nicht überstürzt und glaubhaft beschrieben. Man kann mitfühlen.

Abseits der Liebesgeschichte ist leider auch die Handlung nicht sonderlich spannend. Joy trainiert für das Chivyy (wird trainiert), lernt einige Percents kennen und mögen, lernt das nicht alle Percents mit dem was die übrigen Tun einverstanden sind … dann kommen noch einige geheimnisvolle Vorgänge hinzu, die vermutlich im nächsten Band behandelt werden … aber viel passiert einfach nicht. Erst zum Ende hin steigt die Spannung an, das Ende ist dann aber viel zu schnell da. Eigentlich Schade, wenn …

… ja, wenn sich der Stil nicht trotzdem so angenehm lesen würde, dass man ab dem ersten Satz in der Geschichte drin ist und mit Joy mitfühlen kann. Jennifer Benkau hat das Talent mich in den Bann zu ziehen, trotz der für meinen Geschmack eher schalen Spannung. Und weil ich das Buch deshalb trotzdem gerne gelesen habe ist das ein Pluspunkt.

Das Ende ist übrigens ein fieser Cliffhanger. Zum Schreien. Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber irgendwie auch passend. Obwohl ich mir eine intensivere Atmosphäre gewünscht hätte, so passt das Ende doch zu der Atmosphäre, die ich mir gerne vorstellen würde. ;-) Ich tröste mich jedenfalls jetzt damit dass dies keine Trilogie werden wird und wir nur noch auf den zweiten Band warten müssen..

Fazit: Nicht sonderlich spannend, aber dank des angenehmen Stils trotzdem schnell gelesen. Eine langsam aufgebaute Liebesgeschichte zum Mitfühlen. Allerdings hätte ich über die Welt noch gerne mehr erfahren. 4 Sterne.

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(Aktualisiert: 09 April 2012)
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Mit dem Herzen und dem Verstand...

Wenn das jetzt sehr kitschig wird, kann ich es nicht ändern. Aber es muss raus, ich bin auch nur ein Mädchen. ;)

Joy gehört zu einem Rebellenclan. In der Wildnis kämpfen sie für ihre Freiheit und für das Überleben. Doch der Wille etwas ändern zu wollen, ist längst schleichender Resignation gewichen. Die Percents haben die Städte unter Kontrolle. Sie sind ehemalige Forschungsprojekte der Menschen - geschaffen als Soldaten für den Krieg. Die Machtverhältnisse haben sich vor langer Zeit gewandelt. Nun werden die Menschen versklavt und stellenweise wie Tiere gehalten. Mit viel Glück gerät man aber an einen Percent, der die Zustände ebenso verurteilt. Doch damit beginnt erst der größte Kampf: Rebellin und Mutant müssen es zulassen, voneinander zu lernen, sich zu respektieren und Vertrauen zu haben - entgegen aller Vorurteile.

"Man kann lesen und schreiben lernen, man kann lernen zu reiten und zu kämpfen und Pläne zu machen. Was man nicht lernen kann, ist, richtig auf jemanden zu reagieren, der das eigene Weltbild in Schwanken bringt."

Mein erstes Buch von Jennifer Benkau hat mich direkt überzeugt. Ich war kaum ansprechbar und habe die Geschichte richtig inhaliert. Mit Joy und Neél hat die Autorin mich auf der emotionalen Ebene erwischt. Sehr erschreckend wie sie das Bild einer Sklavenwelt zeichnet, in der Menschen unter künstlich verdunkeltem Himmel leben, ihr Hass sie antreibt und das Elend nicht zu übersehen ist. Und doch bleibt immer Hoffnung auf ein besseres Leben und Träume vom Sonnenlicht.
Was ich total gern mochte waren die wundervollen Sätze. Der Sprachstil ist wie ein Flash: voller Witz, traurig, rührend oder alles zusammen. Ich konnte als Leser vor Freude und Wut Tränen verdrücken, einfach unglaublich.

"Wir Menschen hassten die Dunkelheit, weil sie uns aufgezwungen wurde. Würden wir die Nacht mit anderen Augen sehen, wenn es keine Unterdrückung, keinen Hass und keine Kämpfe gäbe?"

Die Anspielungen auf die kleinen Dinge im Leben, die Freude bereiten, sind so nett verpackt in einer schrecklichen Geschichte. Das ist eine Achterbahnfahrt und beschäftigt auch noch lang über das Lesen hinaus. Ich könnte keine Lieblingsszenen nennen, weil der Roman so voller Eindrücke ist, dass er auch Erschreckendes gnadenlos ins Herz des Lesers transportiert. Schönheit ist dann das, was man auf die Beine stellen und ändern kann/könnte.

"Manchmal muss man falsche Wege gehen, um die richtigen zu finden."

Das Buch endet völlig ungewiss mit einem Cliffhanger. Er passt aber zur Geschichte und dem Sinn dahinter. Ein anderer Abschluss wäre unrealistisch und ich bin froh, dass die Autorin dieser harten Linie treu geblieben ist. Die Natur des Menschen lässt sich nicht einfach ändern. Es bedarf erst einer reinen Erkenntnis ... und das ist ein langer Weg. Ich fiebere Teil 2 entgegen.

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Dark Canopy

Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

Mit diesem Zitat von Albert Einstein beginnt das neue Buch von Jennifer Benkau.

Wir befinden uns in Großbritannien in einer Zeit nach dem dem dritten Weltkrieg. Die Menschheit lebt größtenteils unter der Herrschaft der Percents, einer künstlich geschaffenen Rasse von Soldaten. Da die Percents kein Sonnenlicht vertragen, wurde Dark Canopy entwickelt und die Welt wird in einem künstlichen Dunkel gehalten. Nur zwei Stunden am Tag darf die Sonne scheinen, um wenigstens ein Mindestmaß von Pflanzenwachstum zu gewährleisten. Während die meisten Menschen zwar unterdrückt, aber halbwegs sicher in den Städten der Percents leben, gibt es außerhalb der Städte Rebellenclans, die zwar wenig gegen die Percents ausrichten können, sich diesen aber zumindest nicht unterwerfen wollen. Zu einem dieser Clans gehört Joy. Als sie nach einer gescheiterten Aktion in die Hände des Feindes fällt und vor allem einen von ihnen näher kennenlernt, muss sie anfangen, ihr bisheriges Wissen über die Percents zu überdenken.


Meine Meinung:

Der Einstieg in diese Geschichte fiel mir einerseits leicht, denn der Schreibstil der Autorin liest sich wunderbar und die Charaktere haben mich von Anfang an „mitgenommen“, auch wenn ich sie nicht immer sympathisch fand. Etwas schwierig fand ich die Vorstellung dieser zukünftigen Welt, denn es wird am Anfang wenig erklärt, der Leser muss das alles als gegeben hinnehmen. Details beispielsweise zur Funktionsweise von Dark Canopy oder zur Geschichte der Percents gibt es in der ersten Hälfte des Buches praktisch gar nicht.

Großartig dargestellt fand ich die Entwicklung der Hauptcharakere Neél und Joy sowie deren Beziehung untereinander. Auf absolut glaubhafte Weise lernen beide sich näher kennen, bauen beiderseitige Vorurteile ab und zeigen so auch dem Leser nach und nach mehr aus beiden Welten.

Zum Glück wusste ich von Anfang an, dass es sich bei dieser Geschichte um einen Zweiteiler handeln wird. Das Ende ist nämlich ein wirklich gemeiner Cliffhanger, der mich schon etwas fassungslos nach weiteren Seiten suchen ließ – aber für die Fortsetzung muss ich mich nun wohl oder übel bis Anfang 2013 gedulden.

Laut Autorin ist die Zielgruppe Junge Erwachsene, so ab 16 – jüngeren Lesern würde ich das Buch wohl auch nicht unbedingt empfehlen, denn es ist teilweise schon recht drastisch in den Beschreibungen von Sex und vor allem Gewalt.

Für mich ein absolut empfehlenswertes Buch, das sich spannend aus der breiten Masse der zurzeit so zahlreichen Dystopien heraushebt!

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Jennifer Benkau – Dark Canopy

Die Zukunft Großbritanniens sieht düster aus, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eine genmanipulierte Rasse Supersoldaten hat die Führung an sich gerissen und sorgt dafür, dass der Himmel zum größten Teil des Tages verdunkelt bleibt, denn sie vertragen kein Sonnenlicht. Menschen werden nur noch als Sklaven oder Diener geduldet. Joy, die zu einem Rebellenclan außerhalb einer großen Stadt gehört, gerät bei einem Angriff auf die sogenannten Percents in Gefangenschaft. Sie soll trainiert werden, um am Blutsonnentag in Gedenken an einen blutig niedergeschlagenen Aufstand der Menschen bei einer Hetzjagd teilzunehmen - als Beute versteht sich.

Was zunächst eine weitere Version der Hunger-Games Trilogie zu sein scheint, entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu viel viel mehr. Jennifer Benkau überzeugt mich mit jedem ihrer Bücher mehr von ihrem Können. Mit genau der richtigen Prise Humor entwirft sie das Bild einer jungen Frau, die stark und stolz ist, und sich doch ihrem "Trainer", dem jungen Percent Neél, unterwerfen muss. Die Geschichte ist spannend erzählt und schon bald zeigt sich, dass sie mit den Hunger-Games nur am Rande zu tun hat. Hier geht es um mehr, um Vorurteile und Arroganz, um Verrat und Grausamkeit und nicht zuletzt um Freundschaft und die Liebe.
Das Ende hat mich sehr überrascht. Im Nachhinein betrachtet, musste die Geschichte so oder so ähnlich enden, um nicht ihre Glaubwürdigkeit einzubüßen - aber im ersten Moment war ich wirklich schockiert. Ein ungewöhnliches Ende für ein Jugendbuch.

Sprachlich hat sich Jennifer Benkau dieses Mal etwas zurückgenommen. Pflegt sie sonst einen recht verschnörkelten Stil, ist sie in diesem Buch deutlich geradliniger. Dennoch ist die Sprache nicht zu einfach oder langweilig, sie ist poetisch und schön - nur eben im Vergleich mit Benkaus Büchern für Erwachsene etwas einfacher gestrickt. Junge Erwachsene mit einem Faible für schöne Sprache werden sicher auf ihre Kosten kommen. Ein paar Beispiele:

Zitat
"Sein Blick war Frost auf grauem Stein."
Zitat
"Es war so ruhig. Mir war, als hätte ich einzelne Schneeflocken auf dem Boden zerbrechen hören müssen."
Zitat
"Glasige Augen starrten an Matthial vorbei ins Leere. Es war unmöglich, dem Tod ins Auge zu blicken. Der Tod ließ sich nicht dazu herab einen Blick zu erwidern."

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Benkau hier einen hellen Stern am Dystopienhimmel geschaffen hat, der den Vergleich mit seinen "prominenten Geschwistern" keinesfalls scheuen muss. Ich habe das Buch in nur zwei Tagen gelesen, weil es mich einfach nicht losgelassen hat.

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