Dirk C. Fleck: Das Tahiti-Projekt

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Dirk C. Fleck: Das Tahiti-Projekt
Verlag
ET (D)
2007
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783492253628

Informationen zum Buch

Seiten
343

Sonstiges

Erster Satz
24. Mai 2022: Die vier Männer hinter den schwarz getönten Scheiben des Lieferwagens, der im Schatten einer Wacholderhecke unweit der Küstenstraße parkte, hatten keinen Sinn für die landschaftliche Schönheit Bornholms.

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Im Jahr 2022: Die Welt droht in einem Chaos aus natur- und menschengemachten Katastrophen unterzugehen. Nur auf Tahiti wächst ein neues ökologisches Paradies heran. Omai, der junge Präsident der Insel, versucht, sein Land zu beschützen. Der Hamburger Spitzenjournalist Cording lässt sich vom Idealismus Omais anstecken und wird unversehens in eine Affäre ungeheuren Ausmaßes hineingezogen, denn die Mächtigen der Welt haben es auf die Rohstoffvorräte Tahitis abgesehen ...

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"Das Tahiti-Projekt" ist ein Roman, der sich nicht so leicht in eine Schublade stecken lässt. Zwar steht das Prädikat "Öko-Thriller" auf dem Cover, damit wird der Leser allerdings etwas an der Nase herumgeführt, denn eigentlich verbirgt sich dahinter ein ganz anderes Buch. Aus der Perspektive des abgebrühten Kriegsreporters Mike Cording blicken wir auf die Welt im Jahre 2020, in der sich die globalen Probleme vervielfacht haben und in der das Leben kaum noch lebenswert erscheint. Umweltzerstörung, Ausbeutung der Ressourcen, soziale Ungerechtigkeit sind nur einige davon, und das alles im großen Stil.

Als Gegenentwurf zu dieser zerbrochenen Welt präsentiert der Autor uns ein alternatives Tahiti - hier wurden sämtliche Probleme zum Wohl von Mensch und Natur gelöst. Gemeinsam mit Mike Cording staunt der Leser über völlig neue Denkansätze und Konzepte, die hier ganzheitlich umgesetzt wurden und den Menschen ein komplett neues Leben ermöglichen. Einfach genial, wie hier auf leicht verständliche Art und Weise Informationen an den interessierten Leser vermittelt werden - ich fand es sehr spannend, den Tahitianern in ihrem utopischen Inselparadies über die Schulter zu schauen und saugte die Informationen auf wie ein Schwamm.

Energiegewinnung aus Sonne und Wind, Elektroautos aus Naturmaterialien, Straßenbeläge aus Reiskleie, Kleidung aus Brennesseln, aber auch Bildungseinrichtungen wie eine Umweltuniversität, neue politische Strukturen oder revolutionäre Gedanken zum Rechtssystem, alles hat einen wahren Kern und wurde so oder so ähnlich bereits heute in der Realität durchdacht und erprobt. Trotzdem erscheint diese heile Welt in ihrer Gesamtheit auf den ersten Blick schon sehr konstruiert, was in Verbindung mit der wunderbar poetisch dargestellten Inselatmosphäre ein Gefühl der Unwirklichkeit bei mir erzeugte. Dennoch konnte ich mich sehr gut auf die Geschichte einlassen und die weitreichenden Gedankenspiele des Autors fast immer mitvollziehen.

Das ist auch der Kern des Romans; ein gut verpacktes Sachbuch, das sich durch die begleitende Rahmenhandlung sehr flüssig und unterhaltsam weglesen lässt. Von meiner Erwartungshaltung hinsichtlich eines Thrillers konnte ich mich sehr schnell lösen, denn als Thriller kann man die Geschichte nun nicht gerade bezeichnen, obwohl ein entsprechende Komponente durchaus in der Rahmenhandlung enthalten ist. Außerdem ist eine etwas unbeholfene Liebesgeschichte integriert, die sich zwischen Cording und Omais Schwester Maeva abspielt; gut, um den Kontrast zwischen der europäischen und der polynesischen Kultur herauszuarbeiten, aber trotzdem für mich nicht unbedingt ein große Stärke des Romans.

Nein, mich hat das Buch durch seine positive Grundstimmung und die revolutionären Denkansätze überzeugt, die hier wirklich mit Herzblut geschrieben und mit großer Überzeugungskraft vorgestellt wurden - davon lebt der ganze Roman. Ich hoffe, dass er noch viele Leser finden wird, die ebenso begeistert wie ich sind und sich von Dirk C. Fleck davon überzeugen lassen, dass unsere Welt etwas besseres verdient hat, als an sich selbst zugrunde zu gehen.

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Im Jahr 2022 hat sich die Welt verändert. Die Umweltverschmutzung hat ungeahnte Ausmaße angenommen, die sozialen Probleme in den westlichen Gesellschaften sind nur noch mit drastischen Mitteln im Griff zu behalten, Rohstoffe werden allerorten knapp und der Kampf um die verbleibenden Ressourcen wird mit allen Mitteln ausgetragen. Von all diesen Themen und geradezu „Kriegsschauplätzen“ berichtet Cording, ein Journalist, der angesichts dessen, was er überall beobachten muß, zwischen Frust, Zynismus und eigenen Weltverbesserungsgedanken schwankt. Allerdings gibt es inmitten dieses weltweiten Katastrophenszenarios eine geradezu paradiesische Ausnahme: Tahiti. Von dort ist eine Einladung an Reporter ergangen, sich das Projekt einer ökologischen und sozialen Umwandlung vor Ort anzusehen und darüber zu berichten. Auch Cording wird geschickt, mit einem klaren Auftrag: Das Haar in der Suppe zu finden und die Negativseiten aufzublasen. Zu allem Überfluß soll er auch noch den Sohn der Londoner Chefredakteurin, Steve, mitnehmen, der sich aber ständig in ein Computerspiel vertieft.

Auf Tahiti angekommen wird Cording schnell von den überall sichtbaren Veränderungen gefangen genommen. Seine Erinnerungen stammen aus der Zeit der Unabhängigkeit, ebenso wie seine Kontakte zu Präsident Omai. Je länger Cording bleibt, je mehr er von seiner tahitianischen Führerin, Omais Schwester Maeva, über politischen, sozialen und ökonomischen Strukturen und die zugrundeliegenden Konzepte sowie die eingesetzten Technologien erfährt, umso mehr erscheint ihm hier die Lösung der Probleme in greifbare Nähe gerückt, wenn nicht sogar schon erreicht. Aber auch dem Paradies Tahiti droht Gefahr, denn vor seinen Küsten sollen – illegal – mit Spezialschiffen wichtige Metalle gefördert werden. Dahinter stecken ein amerikanischer Konzern, der die halbe US-Regierung gekauft hat, sowie China, und beide gehen zur Erreichung ihrer Ziele buchstäblich über Leichen. Cording bekommt Informationen über die Machenschaften zugespielt, und das ist der Auslöser für eine gigantische Unterstützungskampagne für Tahiti, seine Menschen und sein gesellschaftliches Projekt ...

Vorab: Vom Verlag wird der Roman als „Öko-Thriller“ vermarktet, Öko ist auch richtig und gut, aber wer einen Thriller sucht, der sollte ein anderes Buch wählen. Was bekommt man also stattdessen? Ein bißchen Science Fiction, im wesentlichen aber ein gut als Roman getarntes Sachbuch mit zahlreichen Informationen über bereits existierende Konzepte und (technologische) Lösungen gegen den Ökozid und zur gerechteren Umgestaltung der Gesellschaften. Auf dieser Ebene funktioniert der Roman sehr gut und gibt eine Vielzahl von Denkanstößen. Manches klingt recht unglaublich, erweist sich aber nicht nur beim Blick ins beigegebene Glossar sondern auch bei weiteren Recherchen im Internet als höchst real.

Trotz dieses sehr positiven Aspektes stehe ich auch noch Tage nach Beendigung der Lektüre dem Roman insgesamt recht zwiespältig gegenüber. Auch wenn ich den Thrilleranteil nicht wirklich vermißt habe, so hätte ich auf die Liebesgeschichte in diesem Umfang auch verzichten können, aber gut. Schwerer wiegt für mich schon die Vielzahl loser Enden, die einfach kein rundes Bild am Ende entstehen lassen. Das betrifft den von Steve aufgezogenen Internetprotest und die gesammelten Gelder, über die kein Wort mehr verloren wird. Das betrifft auch das weitere Verhalten der USA und Chinas. Das betrifft auch die am Anfang ausgestreute Spur der Ruhigstellung von Arbeitslosen in Hamburg, die schlicht und einfach im Sande verläuft. Und das betrifft auch das von Steve so lange praktizierte Internetspiel, dem ein paar Hintergründe mehr gut getan hätten. Auch insgesamt hätte ich mir, rein auf die Anteile bezogen, die Verteilung zwischen der Darstellung des tahitianischen Paradieses und der äußeren Bedrohung etwas ausgewogener gewünscht. Das Idyll auf der Insel wurde für meinen Geschmack schon ein bißchen überstrapaziert.

Eigentlich müßte ich unter diesen Umständen zwei Bewertungen vergeben, eine für die inhaltliche Ebene des vermittelten Sachwissens und eine für die Rahmenhandlung als „Verpackung“. Da das aber nicht geht, versuche ich es einigermaßen zu mitteln, auch auf die Gefahr hin, dem Roman damit nicht mehr ganz gerecht zu werden.

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