Andreas Eschbach: Der letzte seiner Art

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Andreas Eschbach: Der letzte seiner Art
ET (D)
2003
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783785721230

Informationen zum Buch

Seiten
349

Sonstiges

Erster Satz
Am Samstagmorgen erwachte ich blind und halbseitig gelähmt.

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Handlungsort

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Duane Fitzgerald lebt zurückgezogen in Dingle, einem kleinen Ort an der irischen Küste. Er ist ein Mann in den besten Jahren und bezieht eine Pension von der US-Army. Doch er kann sie nicht recht genießen. Er weiß, dass er nie wieder normales Essen zu sich nehmen, nie mehr eine Frau lieben wird. Dafür besitzt er Fähigkeiten, um die ihn andere Menschen beneiden würden. Denn er ist das Ergebnis eines geheimen Experiments - eines Experiments, das auf schreckliche Weise fehlgeschlagen ist ... Es war der Versuch, perfekte Soldaten zu erschaffen, aus einer Verbindung von Mensch und Maschine. Wesen mit Knochen aus Titan und einem Herz aus Stahl, ausgestattet mit den letzten Errungenschaften der modernen Technik. Doch man hatte einen Faktor übersehen, der sich in allen komplexen Systemen zeigt. Und so wurden die Supermänner in den Ruhestand geschickt, ehe sie je zum Einsatz kamen. Für ihren Opfermut erhielten sie die Freiheit, dort zu leben, wo sie wollten. Dafür mussten sie versprechen zu schweigen.

Aber das Schweigen hat nun ein Ende. Ein Mann forscht nach Duane und wird in seinem Hotelzimmer ermordet. Die junge Wirtin des Dorfhotels verschwindet, und es heißt, sie stehe mit der IRA im Bunde. Die örtliche Polizei wird auf Duane aufmerksam, und er weiß, dass dies für ihn nicht gut ist. Doch weit größere Sorgen machen ihm die geheimnisvollen Fremden, die ihn beobachten. Duane Fitzgerald muss sich entscheiden. Was ist der Eid wert, den er geschworen hat? Und was ist die Freiheit wert, wenn er damit doch nur zum Spielball anderer Interessen wird - und alle in tödliche Gefahr bringt, die ihm nahe stehen?

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Eigentlich habe ich bei der Einordnung dieses Buches unter “Science Fiction” ein klein wenig ein schlechtes Gewissen, denn so eine Schublade wird ihm einfach nicht gerecht. Auch wenn der Protagonist ein Cyborg ist und der Plot in der Zukunft spielt, beinhaltet dieses Werk doch sehr viel mehr als nur typische Science Fiction-Kost; es hat nicht nur viel von einem klassischen Thriller, sondern ist auch eine einfühlsame Begegnung mit einem ungewöhnlichen Menschen - denn Duane Fitzgerald ist viel mehr Mensch als Roboter - und ist so auch für Nicht-Actionfans eine rundum gelungene Lektüre.

Duane hat als Kind die Fernsehserie “Der 6-Millionen-Dollar-Mann” gesehen und war seitdem ein Fan des mechanisch verstärkten Superhelden. Als die amerikanische Regierung ein Programm ins Leben ruft, in dem aus gewöhnlichen GIs durch Implantate und eingepflanzte Technologien Killermaschinen für Spezialeinsätze gemacht werden sollen, bewirbt er sich und wird nach einem mörderischen Auswahlverfahren mit wenigen anderen durch Dutzende unmenschlicher Operationen zum Cyborg mit einem Herzen aus Stahl, Knochen aus Titan und jede Menge Hochtechnologie im Innern. Doch das Experiment schlägt letztendlich fehl, die Technik funktioniert trotz horrender Kosten nicht so wie gedacht, und so werden die Soldaten schon vor ihrem ersten Einsatz in den Ruhestand geschickt. Duane verbringt diesen in einem geerbten Haus in einem kleinen Ort an der Küste Irlands und versucht, so unauffällig wie möglich zu leben. Zur Entspannung liest er Seneca - Texte, die sich damit beschäftigen, auch in schweren Situationen Zufriedenheit zu finden

Eines Tages taucht ein mysteriöser Asiate an seinem Zufluchtsort auf, der offensichtlich auf der Suche nach ihm ist. Spätestens als Duane erfährt, dass seine ehemaligen Cyborg-Kollegen und Leidensgenossen einer nach dem anderen einem Unfall zum Opfer gefallen sind wird ihm klar, dass sein zurückgezogenes und friedliches Leben nun ein Ende hat. Immer mehr Interessensgruppen schalten sich in die Jagd nach ihm ein, und als seine wenigen Freunde in Gefahr geraten und sogar umgebracht werden, entschließt er sich, selbst zu handeln anstatt nur als Beute für Geheimdienste und Technologiejäger herzuhalten.

Schon auf den ersten Seiten wird der Mythos vom unbesiegbaren Maschinenmann (Steel Man) gleich vollkommen ausgehebelt - ein Einstieg, der sehr gut auf den Gesamttenor des Romans einstimmt. Obwohl Eschbach auf vordergründige Action fast völlig verzichtet, ist dieses Buch unglaublich faszinierend. Die Geschichte hat - auch sprachlich - viel Kraft und strebt einem (unvorhergesehenen) Höhepunkt zu, gleichzeitig wird die Entwicklung des Mannes Duane Fitzgerald, seine Beweggründe, seine Wünsche und Sorgen in bemerkenswert leisen, einfühlsamen Tönen erzählt. Die Einschübe von Seneca-Passagen und Duanes Reflexionen über diese Texte machen einen weiteren Reiz aus.

Seine Wandlung vom pflichtbewussten Elitekrieger, der seinem Land treu ergeben ist hin zum Rächer von Menschenverachtung und Profitgier ist nicht zuletzt deshalb so glaubwürdig dargestellt, weil er durchgehend ein Charakter ist, der trotz seines Soldatendaseins immer Verantwortung für seine eigenen Handlungen übernommen hat und übernimmt. Nur so lässt sich auch das Ende des Buches erklären, das von vielen als “unbefriedigend” abgetan wurde, mir aber wie eine schlüssige und konsistente Folge der Ereignisse und von Duanes Charakter erschien.

Auch ist dieses Buch ein Plädoyer für die Erkenntnis, dass Technik und Wissenschaft eben nicht in jedem Fall der Weisheit letzter Schluss sind, und dass es Grenzen gibt, die ein mit ethischem Bewusstsein ausgestattetes Lebewesen nicht überschreiten sollte.

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Als Kind der 70er erinnert man sich bestimmt an die Serie, die Ende der 80er im Fernsehen lief: "Der 6 Millionen Dollar Mann" mit Lee Majors als Steve Austin in der Hauptrolle. Wie Steve Austin werden auch Duane Fitzgerald in "Der letzte seiner Art" menschliche Körperteile durch elektromechanische Geräte ersetzt: Muskeln, Knochen und sogar ein Auge. Das Projekt "Steel Man", wie es inoffiziell in den USA genannt wurde, ging jedoch daneben. Zu viele Soldaten starben bei den schweren Operationen oder sogar danach an Fehlfunktionen ihrer neuen Gliedmaßen, wie beispielsweise dem Kraftverstärker. Die Cyborgs - halb Mensch, halb Maschine mit übermenschlichen Kräften - kamen nicht zum Einsatz. Abgeschoben und zum Schweigen verpflichtet lebt Duane Fitzgerald nun unauffällig in dem kleinen irischen Städtchen Dingle und schwärmt heimlich von der Hotelmanagerin Bridget: Bis ihn schließlich der asiatische Rechtsanwalt Itsumi auffindet. Kurz bevor er Duane neue Informationen geben kann, wird er im Hotelzimmer ermordet und Bridget verschwindet spurlos.

Was in der Fernsehserie Action war, regt hier zum Nachdenken an. "Der letzte seiner Art" ist eher ein ruhiger Roman, der das schwierige Leben und Empfinden eines "Halbmenschen" darstellt. Duane Fitzgerald fühlt und denkt wie ein Mensch, sein Körper ist jedoch mit Eisen und atombetriebenen Geräte, die nur unzuverlässig funktionieren, durchsetzt. Seine Nahrung besteht aus scheußlich schmeckenden Konzentraten, sein Leben aus Schmerzen. Einziger Lichtblick sind seine Spaziergänge durch Dingle und der Anblick der Hotelmanagerin Bridget. Trotz aller Widrigkeiten erträgt er sein Leid und bleibt loyal seinem Land gegenüber, das ihm dieses Schicksal zugedacht hat.

Als Duane jedoch immer mehr erfährt, wie rücksichtslos die Weichen des Schicksals damals gestellt wurden, wird er immer mehr zum Rächer als zum Opfer. Dabei vermeidet Andreas Eschbach es jedoch, den Cyborg als dumme, immer funktionierende, mit überdimensionalen Kräften ausgestattete Kampfmaschine darzustellen. Duane ist und bleibt ein fühlender Mensch, der uns die Verwerflichkeit eines solchen Projektes vor Augen führt. Fürs Leben gezeichnet und nie mehr fähig, zu lieben, normal zu essen oder sich des Lebens zu freuen, bleibt zu hoffen, dass die Menschheit niemals auf die Idee kommt, ein Projekt "Steel Man" zu verwirklichen.

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Duane Fitzgerald ist wohl der einsamste Mann auf Erden - seine Geschichte ist nicht einfach die Geschichte eines „Sechs-Millionen-Dollar - Manns“, der Heldentaten vollbringt. Er sitzt fest in einem kleinen Fischdörfchen, schwärmt heimlich für die Hotelbesitzerin und liest Senecca. Und er ist angewiesen auf bestimmte Pakete - Pakete, die eines Tages ausbleiben. Es dauert einige Zeit, bis er zwei und zwei zusammenzählt und die Verschwörung erkennt: nur noch eine Handvoll Männer seiner Art ist übrig und jetzt scheitert jeder Versuch, Kontakt mit ihnen aufzunehmen…

Als ich das Buch in die Hand nahm, wollte ich eigentlich nur mal kurz hineinschauen - lesen wollte ich etwas ganz anderes. Aber schon auf der ersten Seite hing ich am Haken und hatte mich festgelesen. Schön ist, daß es dem Autor gelingt, diese Spannung das ganze Buch hindurch aufrechtzuerhalten. Trotzdem kamen mir einige Stellen unlogisch vor, so erhält Duane z.B. die Hilfe einer Untergrundorganisation - wer aber ist diese Organisation? Die IRA? Und warum will sie ihm helfen? Das Ende der Geschichte ist dann zwar logisch, stimmt aber doch traurig.

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Der letzte seiner Art

Dieser Thriller ist utopisch aber die Geschichte, obwohl frei erfunden, gar nicht so abwegig. Keiner von uns kann wissen, was letztendlich in militärischen Labors entwickelt und auch erschaffen wird, aber nach vielen negativen Erfahrung mit dem Wesen der Menschheit, können wir uns nicht sicher sein, wo Einhalt geboten wird, inwieweit moralische und ethische Richtlinien bindend und relevant sind. Das Buch ist spannend, kurzweilig und der Schluß hebt sich positiv von so vielen anderen Thrillern ab.??

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Das Buch gehoert fuer mich nicht zu Eschbachs staerkstem, ist aber trotzdem lesenswert. Es ist spannend geschrieben und man bekommt mit zuhnemendem Lesen, auch eine Art von Mitleid fuer den Hauptcharakter. Er erinnert auch sehr stark an "Wolverine", vom Film X-Men! Ein wirklich sehr gutes Buch von Andreas Eschbach, ist das Jesus-Video.

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