Nick Harkaway: Die gelöschte Welt

Nick Harkaway: Die gelöschte Welt

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Nick Harkaway: Die gelöschte Welt
Verlag
ET (D)
2009
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The Gone-Away World
ET (Original)
2008
ISBN-13
9783492267045

Informationen zum Buch

Seiten
728

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Um kurz nach neun ging in der Bar ohne Namen das Licht aus.

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Handlungsort

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Die »Große Löschung« hat alle Informationen auf der Welt vernichtet. Die Zivilisation ist beinahe vollständig zerstört. Die Überlebenden scharen sich um die Jorgmund Pipeline, ein gigantisches Röhrensystem, das einen lebenswichtigen Stoff verbreitet. Doch jetzt steht die Pipeline in Flammen. Gonzo Lubitsch, Problemlöser für alle Fälle, wird engagiert, um das Feuer zu löschen. Hinter dem Brand und der Pipeline steckt jedoch weit mehr, als Gonzo ahnen kann. Sein Auftrag führt ihn in die Vergangenheit der zerstörten Welt, in apokalyptische Kriege und Zeiten der Liebe und des Verlusts, zu Politikern, Piraten und ins dunkle Herz der geheimnisvollen Jorgmund Company.

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Eigentlich begann alles mit dem "Nicht-Krieg" mit dem kleinen Staat Addeh Katir. Um diesen nicht in einen Krieg ausarten zu lassen, beschloß man eine neue Wunderwaffe einzusetzen. Löschbomben. Diese löschten alles in ihrem Wirkungskreis aus, d. h. sie löschten die Informationen, aus denen alles bestand. Und so verwandelte sich Materie in nichts. Doch leider waren auch andere Staaten im Besitz einer solchen Waffen und dieser kleine Konflikt verwandelte sich innerhalb kürzester Zeit in einen Weltkrieg. Große Teile der Welt wurden gelöscht. Nur wenige Ortschaften und Menschen blieben verschont.

Die zurückbleibenden weißen Flecken der gelöschten Welt waren aber nicht leer. Vielmehr hatte sich alle gelöschte Materie in Zeug verwandelt, das nun nach neuen Informationen gierte, um sich erneut in Materie verwandeln zu können. Die nötigen Informationen lieferten unbewußt die verbliebenen Menschen. Der Ursprung: Ihre Träume, Ängste und Vorstellungen. Somit verwandelte sich die Welt in ein Horrorkabinett.

Rettung kam in Form der Jorgmund Company, die rund um die Welt ein Rohr verlegte, das die unbekannte Substanz FOX versprühte. Überall wo FOX wirkt, war Leben in der normalen Form möglich. Das Zeug und seine Umwandlungsformen waren ausgesperrt. Entlang dieser Röhre entstanden neue Siedlungen. Außerhalb war das Leben gefährlich und man hielt Abstand.

Als eines Tages dieses Rohr Feuer fing, das sich durch einfachen Einsatz nicht löschen ließ, wendete sich Jorgmund an das Team von Gonzo Lubitsch und seinen Freunden, die ehemals am Aufbau des Rohres beteiligt waren. Wegen eines Interessenkonflikts verliessen die einstigen Kriegsteilnehmer die Company und gründeten die Haulage & Hazmat Emergency Civil Freebooting Company of Exmoor County mit Hauptsitz in der Bar ohne Namen. Trotz einer Warnung eines Unbekannten, den Auftrag nicht anzunehmen, machen sich die Freunde auf um die Welt zu retten.

Der Titel des Buches sowie die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken lassen einen eher in Richtung Si-Fi-Thriller denken. Erschienen ist das Buch in der Fantasy-Abteilung. Das ist es auch, aber auch noch viel mehr. Am Beginn der Geschichte steht die Bar ohne Namen und die Meldung über den Brand des Rohres. Die Überschrift dieses Kapitels beginnt mit den Worten Wie alles begann. Viele, viele Seiten lang fragte ich mich, was das eigentlich sollte. Denn ab dem zweiten Kapitel bewegte sich alles in der Vergangenheit. Wie kann der Autor dann das erste Kapitel mit diesen Worten überschreiben? Wer das Buch liest, weiß, dass es sowohl eine Lüge als auch die Wahrheit ist.

Neugierig?

Etwa vierhundert Seiten lang wartete ich auf das, was ich eigentlich erwartet hatte und wußte nicht, dass ich schon lange darauf vorbereitet wurde. Der Autor ist ein Geschichtenerzähler. Und das beherrscht er virtuos. Denn während wir die Geschichte lesen, erzählt er uns die Geschichte der handelnden Personen, die beeinflußt wird und wurde durch die Ereignisse einer ganz anderen Geschichte. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich. Da ist der kleine Gonzo, dessen älterer Bruder im Krieg gefallen ist und der nun mit seiner Trauer fertig werden muss. Die Geschichte des Ich-Erzählers, der keinen Namen hat, und doch der beste Freund von Gonzo ist. Geschichten um Ninjas. Die Geschichte von Zaher Bey. Und viele andere, die alle Teil dieser einen großen Geschichte sind.

Der Ich-Erzähler, wie schon erwähnt, hatte keinen Namen. Er war der beste Freund Gonzos, seit dem Sandkasten. Er ist wie ein Schatten. Teilweise erschien mir sein Verhalten unnormal. So kann sich doch auf Dauer keiner verhalten, dachte ich mir. Auch einige andere Sachen erschienen mir zu haarsträubend um sie akzeptieren zu können. Doch wie sich im Verlaufe der Handlung herausstellte, gelang es Harkaway die einzelnen Stränge plausibel zusammenzuführen.

Das Buch ist ausschweifend erzählt. Durch den Sprachwitz gelingt es dem Autor jedoch den Leser diese Exkursionen auf Dauer schmackhaft zu machen. Was mich störte, waren die vielen Klammersetzungen. Ich denke, es sollte eine Eigenheit des Ich-Erzählers darstellen.

Nicht nur eine überraschende Wendung, sondern viele Vorgänge in Verlauf der Geschichte regen zu Überlegungen über das gegenseitige Verhalten als auch Neuem gegenüber an.

Hier gibts fast alles. Weitschweifigkeit, Witz, Liebe, Freundschaft, Horror, Wahnsinn und die Sinnlosigkeit aller Kriege.

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