Stephen Baxter: Die letzte Flut

Stephen Baxter: Die letzte Flut

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Stephen Baxter: Die letzte Flut
Verlag
ET (D)
2009
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Flood
ET (Original)
2008
ISBN-13
9783453266308

Informationen zum Buch

Seiten
600

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Jedes Schlagloch, jeder Riss im Asphalt war mit Wasser gefüllt.

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Es ist das Jahr 2015 - der Meeresspiegel steigt rasant

Die Menschheit vor ihrer größten Herausforderung: Städte werden überflutet, Millionen von Menschen sind auf der Flucht. Es scheint, als könne niemand die verheerende Flut aufhalten. Da macht die Klimaforscherin Thandie Jones eine atemberaubende Entdeckung. Und der Wettlauf mit der Zeit beginnt ...

Was geschieht, wenn der Meeresspiegel steigt? Nicht nur um einige Meter - sondern um einige Kilometer? Was würde das für unsere Zivilisation, unser Leben, unsere Zukunft bedeuten? Dieses Szenario wird in Stephen Baxters Roman "Die letzte Flut" erschreckende Realität: Zahllose Städte werden überschwemmt, ganze Staaten verschwinden, Millionen von Menschen versuchen, sich in höher gelegene Regionen zu retten. Doch das Wasser steigt weiter, und überall beginnen hektische Aktivitäten, um die Menschheit vor dem völligen Untergang zu bewahren: Schwimmende Habitate sollen errichtet werden, ja man denkt sogar daran, einen Teil der Zivilisation ins Weltall zu verlegen. Bis eine Gruppe von Klimaforschern eine dramatische Entdeckung macht: Es scheint, als würde sich der Planet Erde durch die Flut von seinen Bewohnern befreien wollen. Aber kann das wirklich sein? Und was kann man dagegen ausrichten?· 2015: 5 Meter - Die Küstenregionen werden überflutet. Bangladesh und die Malediven versinken im Meer. · 2020: 60 Meter - Das Amazonasbecken wird überschwemmt. Große Teile Nordafrikas und Südostasiens verschwinden.· 2035: 800 Meter - Die USA und Europa verlieren die Hälfte ihrer Landmasse. Afrika verwandelt sich in eine Inselwelt.· 2041: 1,5 Kilometer - Nur noch Bergregionen können sich über Wasser halten ...

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Barcelona im Jahr 2016. Fünf Geiseln werden nach jahrelanger Verschleppung aus der Hand christlicher Fundamentalisten befreit. Das heißt: Für einen von ihnen kam die Rettungsaktion zu spät, die übrigen werden zunächst nach London gebracht. Und schnell stellen sie fest, daß sich die Welt in den letzten Jahren sehr verändert hat. Vor allem scheint man sich mit ausdauernden Regenfällen und ständigen Überschwemmungen arrangiert zu haben. Der Unternehmer Nathan Lammockson glaubt nicht an Zufälle und plant bereits für eine nassere Zukunft, denn alle Daten zeigen, daß die alten Klimamodelle nicht mehr taugen. Und er ist besonders an den Ex-Geiseln interessiert, da sein Sicherheitsdienst sie befreit hat. So geraten Lily Brooke, Hubschrauberpilotin der US Air Force, aber Halb-Engländerin, Gary Boyle, ein amerikanischer Klimatologe, Piers Michaelmas, Offizier der britischen Armee, und Helen Gray, Engländerin und Sprachlehrerin, in den Einzugsbereich des Magnaten. Noch während ihres Aufenthaltes in London erlebt die Stadt eine beispiellose Sturmflut, der das Themsesperrwerk nichts entgegenzusetzen hat. Die Menschen versuchen anschließend, sich in der verwüsteten Stadt wieder einzurichten, Lily sucht ihre Schwester Amanda und deren Kinder Benj und Kristie auf. Man arrangiert sich, aber der Meeresspiegel steigt offensichtlich, und das schneller und weiter als die dramatischsten Berechnungen der Klimawissenschaftler je vorausgesagt haben. Eine alte Freundin von Gary, Thandie Jones, hat eine Theorie über die Herkunft dieser Wassermengen, aber niemand glaubt ihr, zumal ihre Daten auch mit Unsicherheiten behaftet sind.

Nathan Lammockson sponsort Tiefseetauchfahrten zur Erforschung, vor allem aber entwickelt er immer wieder Pläne, wie er nicht nur sein Unternehmen AxysCorp profitabel hält, sondern auch sich selbst und ihm nahestehenden Menschen Sicherheit und Komfort bieten kann. Höher gelegene Landstriche müssen bald schon viele Flüchtlinge aufnehmen, und Geld zu haben, ist dabei eindeutig ein Vorteil. Der ständig steigende Meeresspiegel frißt immer mehr Land, drängt die Menschen in immer kleinere Gebiete zusammen. In Nordamerika ist das angesichts der Weite des Kontinent zunächst nicht so problematisch, in Europa schon. Lammockson landet mit seiner Truppe schließlich in Peru, aber ein selbsternannte Quechua-Führer hat ganz andere Ansichten von Revision der Kolonialgeschichte, zumal die wirtschaftliche Ausbeutung des Hochlandes nach dem Wegfall aller staatlichen Kontrollen auch nicht gerade zu mehr Lebensqualität für die Indios führt. Für Benj und Kristie erfüllt sich in Peru auf sehr unterschiedliche Weise ihr Schicksal. Und immer noch steigt der Meerespiegel an, ohne daß ein Ende in Sicht wäre ...

Die Grundidee fand ich sehr interessant, die Ausführung dagegen weniger. Gegliedert ist der Roman in fünf Teile, die jeweils einen benannten Zeitraum von mehreren Jahren und einen bestimmten Anstieg des Meeresspiegels umfassen. Dagegen ist nichts zu sagen, aber die Gewichtung der einzelnen Teile zueinander und ihre Schwerpunkte waren doch eher unglücklich gewählt. Die Beschreibung der Flut in London im ersten Teil war derart ausführlich, daß ich das Gefühl hatte, von jeder Mülltonne zu erfahren, wie hoch im Wasser sie schwamm. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Ganz so ausführlich geht es später z. B. in New York nicht mehr zu, aber dafür habe ich mich dann manches Mal gefragt, ob Baxter die Höhenmeter durcheinander geraten sind. Da wird ein Schiff, wie mehrfach betont wird, in halber Andenhöhe gebaut (was ja in Ordnung ist, wenn man davon ausgehen muß, daß das Wasser schon bis dorthin kommen und der Stapellauf mithin kein Problem sein wird), aber der genannte Ort liegt an sich – jedenfalls nach gegenwärtigen Karten – so nah an Lima, daß er zu der Zeit schon längst überflutet sein müßte und zudem so weit weg von Cuzco, wo sich Lammockson sein Project City errichtet hat, daß man in der betreffenden Situation gar nicht so schnell zum Schiff kommen konnte. Sollte der Ort aber doch so hoch gelegen sein, daß das mit der „halben Andenhöhe“ stimmt, dann dürfte das Schiff noch nicht schwimmen, wenn kurz danach erst Jerusalem untergeht. Solcher Art Logikbrüche gab es doch einige, auch bei den Entscheidungen und Motiven der Hauptpersonen.

Nun kann man sich sicher gut vorstellen, daß Leute mit Geld, und erst recht solche mit richtig viel Geld, in einer Ausnahmesituation auch mehr Möglichkeiten haben, sich und andere zu retten, weil sie sich Sicherheit bis zu einem gewissen Grad kaufen können. Das ging daher völlig in Ordnung. Allerdings ist mir bis zum Ende nicht richtig klar geworden, warum Nathan einen solchen Narren an den Ex-Geiseln gefressen hat. Und gerade weil die Erzählperspektive den gesamten Roman über diese Luxusgruppe nicht verläßt, man also alle technischen Spielereien zur Verfügung hat, die die Welt zu bieten hat, hat die Erzählung lange eher etwas von purem Katastrophentourismus als von echter Bedrohung. Im übrigen habe ich auch das Gefühl, jetzt genau zu wissen, wie man einen Hubschrauber fliegt, im Hinblick auf solche Aspekte wiederholte sich ein bißchen arg viel.

So frage ich mich, was eigentlich Baxters Absicht hier war. Für einen Wissenschaftsthriller war es (mir jedenfalls) doch zu wenig Wissenschaft. Das kommt zwar vor, weil schließlich genügend Klimaforscher, Ozeanographen, Meteorologen und ähnliche Wissenschaftler durch das Buch stapfen, aber als roter Faden taugte es nicht. Interessant hätten die Konflikte sein können, die sich aus der sich vermindernden Landfläche ergeben, egal ob es nun um pure Verteilungskämpfe über Ressourcen geht oder um die Veränderungen, die dergleichen zwangsläufig im menschlichen Charakter und in der Moral anrichtet. Da wird zwar einiges angedeutet, aber bleibt doch eher im Ungefähren. Dafür ist die gewählte Erzählperspektive auch nicht geeignet, denn Lammockson und seine Leute haben lange Zeit im Vergleich zum Rest der Welt doch eher exklusive Sorgen, wenn man sich immer noch über gekühlten Champagner Gedanken machen kann.

So bleibt im wesentlichen festzuhalten, daß man es schon zügig runterlesen kann, vor allem, wenn man keine zu hohen Ansprüche an die Sprache stellt, die hier doch über weite Strecken recht schlicht daherkommt. Immerhin vermitteln die beigegebenen Karten vorne und hinten einen Eindruck davon, was bei den jeweiligen Meereshöhen von unserer bekannten Welt noch als festes Land zur Verfügung steht, was auf jeden Fall eindrücklicher als die puren Beschreibungen im Text ist.

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