Bewertungsdetails

Science Fiction 2663
Die Verheißung vom ewigen Leben
Gesamtbewertung
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert
 
5.0
Charaktere
 
5.0
Sprache & Stil
 
5.0
Die Journalistin Sophia und ihr Kollege Borris erhalten den lukrativen Auftrag, ein Firmenporträt über den Biotechnologie-Konzern Futuria zu verfassen. Der Konzern hat durch seine gentechnische Heilung von Krankheiten wie Krebs in den letzten Jahren viel positive Aufmerksamkeit erlangt. Zudem wartet die Welt gespannt auf den angekündigten bevorstehenden Durchbruch bei der Unsterblichkeit. Doch dann erhält Sophia Hinweise darauf, dass der Konzern ein düsteres Geheimnis hütet – jedoch zögert die Journalistin, denn immerhin verdankt sie dem Konzern ihr Leben.

Wer träumt nicht davon: ein Leben in Gesundheit, der Sieg über unheilbare Krankheiten wie Krebs oder Aids und als Krönung das ewige Leben. Und das alles dank der CRISPR/Cas-Genschere, die ungeahnte Möglichkeiten in der modernen Gentechnik ermöglicht. Aber ein unsterbliches Leben birgt auch z.B. wirtschaftliche Risiken, wenn Menschen zwar geboren werden, aber nicht mehr sterben, von ethischen Fragestellungen ganz abgesehen. Werden alle Menschen in den Genuss der Unsterblichkeit kommen oder wird dieses Privileg bestimmten Gruppen vorbehalten bleiben?

Und die Kirche muss sich dann fragen, ob sie überhaupt noch eine Daseinsberechtigung hat, wenn der Mensch gottgleich den Lebensplan von sich selbst, Tier und Pflanzen manipulieren und entscheiden kann, nicht mehr sterben zu wollen.

Genau das sind die Themen, die von Andreas Brandhorst in seinem neuesten Thriller aufgegriffen und in einer spannenden Handlung verwoben werden, der in nicht allzu ferner Zukunft spielt.

Die Journalistin Sophia ist mit Futuria in besonderer Weise verbunden, denn ohne den Konzern wäre sie schon längst an erblichem Knochenkrebs gestorben. Zudem wurde sie von dem Konzern damit beauftragt, ein Porträt über den Konzern anläßlich seines 20-jährigen Firmenjubiläums zu erstellen. Aber ausgerechnet sie wird von dem mysteriösen Casper aufgesucht, der Zweifel an der Integrität des Konzerns sät und möchte, dass sie hinter die Kulissen sieht. Sophia ist nicht sehr begeistert, aber ihr Kollege Borris will den Andeutungen auf den Grund gehen.
Dass ausgerechnet die Protagonistin, die als Journalistin bekannt ist, die den Dingen gerne auf den Grund geht, gegen ihren Wohltäter recherchieren soll, macht die Handlung besonders delikat, denn man fragt sich natürlich, wie neutral kann Sophia überhaupt sein.

Der Autor beleuchtet aber nicht nur das biologische ewige Leben als Spielart der Unsterblichkeit, sondern auch die Möglichkeit in einer virtuellen Wirklichkeit namens Eden unsterblich zu werden. Eden ist ebenfalls ein Geschäftszweig von Futuria, in den seit Jahren stark investiert wird.

Eden hat bereits ein solch große Bedeutung, dass sogar der Vatikan eine Vertretung dort hat und Papst Pius bereit ist, Futuria sowie Eden seinen Segen zu geben. Denn Pius ist klar, dass die christlichen Kirchen Gefahr laufen, völlig unbedeutend zu werden, wenn den Menschen die Unsterblichkeit zur Verfügung steht und sie kein göttliches Gericht mehr nach dem Tod zu fürchten haben.

Während sich Pius mit Futuria arrangieren will, gibt es aber auch Menschen, die Futurias Pläne überhaupt nicht gutheißen und notfalls mit Gewalt dagegen vorgehen wollen, wie der Terrorist Jossul. Jossul ist davon überzeugt, dass Gott mit und aus ihm spricht und er den eindeutigen Auftrag hat, gegen die Unsterblichkeit vorzugehen. Jossul ist ein spannender Charakter, denn einerseits ist er in seinem religiösen Eifer und Fanatismus abschreckend und abstoßend, andererseits aber sind einige seiner Überlegungen durchaus berechtigt und absolut nachvollziehbar. Aber genau das ist auch eine der Stärken der Charaktere von Brandhorst, dass sie vielschichtig und damit nicht vorhersehbar gezeichnet sind.
Das Buch beleuchtet die Chancen und Fragen, aber auch die Macht, als Konzern über die Unsterblichkeit entscheiden zu können. Und das wieder auf spannende und unterhaltsame Weise.
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