Bewertungsdetails

Science Fiction 2471
Im zweiten Teil der Flusswelt baut Mark Twain ein großes Schiff
Gesamtbewertung 
 
3.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
3.0
Wie alle anderen Menschen, die je auf der Erde existiert haben, wurde auch Samuel Clemens auf der Flusswelt wiedergeboren und hat seine ersten 20 Jahre in dieser seltsamen Welt hinter sich. Und er hat einen Traum. Er möchte ein Boot bauen. Einen großen Flussdampfer - doch ohne Metall ist das natürlich unmöglich. Und davon gibt es auf der Flusswelt keines!

Ein Meteorit, der in der Nähe einschlägt, verspricht aber, voller Erz zu sein. Und so beginnt Samuel Clemens - Mark Twain - einen Plan zu schmieden, der ihn zu seinem wunderbaren Schiff bringen soll...

Dass Mark Twain diesmal die Hauptrolle übernehmen darf, war ein nettes Extra, das mir gleich von Anfang an große Lust auf das Buch gemacht hat. Wirklich ans Herz gewachsen ist mir aber sein bester Freund, der Titanthrop Joe Miller. Ein über drei Meter großer und etwa 400kg schwerer Urmensch mit übergroßer Nase und mindestens genauso großem Herzen, der mit einem extremen Lispeln spricht. Joe Miller hat tatsächlich den Ursprung des Flusses gesehen. Und obwohl das Erlebnis nur kurz gedauert hat, hat es sich so in sein Gedächtnis eingeprägt, dass er diesen mysteriösen Ort seitdem genauer erkunden möchte. Denn genau wie Sam - und wie Sir Richard Burton in Band 1 - glaubt er, dass am Anfang des Flusses die Wesen leben, die für das Wiederbeleben der Menschheit verantwortlich sind.

Da die Regeln der Flusswelt in Band 1 sehr ausführlich beschrieben werden, hat sich der Autor dies hier komplett gespart. Das freut mich, habe ich doch gerade erst den ersten Teil gelesen, ist aber für Leute, die zwischen den Bänden etwas Zeit vergehen lassen, vermutlich weniger hilfreich. Famer wirft uns sogleich in die Handlung, in der von Beginn an mehr politische als andere Konflikte bestehen. Sam schließt eine unwillige Allianz mit König John von England (den ich mir immer als den mageren Löwen aus der Disney Robin Hood Verfilmung vorgestellt habe) und baut mit ihm einen kleinen Staat auf, in dem Metall produziert und das Schiff gebaut werden soll.
Doch die Nachbarstaaten möchte auch ein Stück vom äußerst seltenen Kuchen und so werden Allianzen und Handelsabkommen geschlossen, Kriege gerade so verhindert, Spione versendet und viel geredet. Dieses politische Element war für mich sehr interessant. Denn auf der Flusswelt haben alle genug zu essen und trinken, es muss theoretisch keiner arbeiten und die Menschheit könnte in Frieden leben. Dass Menschen so schlichtweg nicht funktionieren, ist keine Überraschung. Aber Philip José Farmers Beschreibung der ganz speziellen Konflikte haben mir gut gefallen.

So möchte etwa ein Nachbarstaat eine rein schwarze Bevölkerung erreichen und wirft schlichtweg alle Weißen (oder auch Araber, Asiaten und alle anderen nicht-schwarzen Völker) aus dem Staat.
Mark Twain ist ein sehr liebenswerter Charakter, der viel grübelt und von Gewissensbissen gequält wird - meistens völlig unnötig. Die Dynamik zwischen ihm und Joe Miller hat mir sehr gefallen.

Das Ende wurde nochmal richtig spannend und hält auch einiges an Action bereit. Obwohl das Ende wieder ziemlich offen ist, verrät Farmer im Nachwort ein bisschen von Band 3. Und zwar wieder so gekonnt, dass ich eigentlich gleich weiterlesen möchte...
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