Andreas Eschbach: Ein König für Deutschland

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Andreas Eschbach: Ein König für Deutschland
ET (D)
2009
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783785723746

Informationen zum Buch

Seiten
491

Sonstiges

Erster Satz
"Betrachten Sie das Folgende bitte als deutliche Warnung", sagte der Richter und sah Vincent eindringlich an.

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Vincent Wayne Merrit, ein US-Amerikaner deutscher Abstammung, kann vielem widerstehen, aber keiner Herausforderung, seine Fähigkeiten als Programmierer unter Beweis zu stellen. Auch nicht, als er im Herbst 2000 beauftragt wird, mal eben ein Programm zu schreiben, mit dem man über Wahlcomputer abgegebene Stimmen fälschen könnte. Nur ein Prototyp, heißt es, zu Studienzwecken. Noch ahnt niemand, dass den USA die umstrittensten Präsidentschaftswahlen aller Zeiten bevorstehen. Kommt Vincents Programm zum Einsatz, um George W. Bush an die Macht zu bringen? Vincent weiß es nicht, aber die Hinweise mehren sich.Acht Jahre später wird Vincent erpresst, noch einmal ein solches Programm zu schreiben. Um sich abzusichern, schickt er alles heikle Material nach Deutschland, zu seinem Vater Simon König. Bloß versteht der nichts von Computern und begreift deshalb erst, als er mit ein paar jungen Computerfreaks und Wahlcomputergegnern zusammenkommt, was das alles bedeutet. Gemeinsam entwickeln sie den Plan, eine Partei zu gründen, damit die Wahlen zu gewinnen und auf diese Weise die Gefährlichkeit von Wahlmaschinen zu entlarven. Und was könnte absurder sein als eine Partei zur Wiedereinführung der Monarchie? Es kommt, wie es kommen muss: Simon König gewinnt. Doch warum den Schwindel aufdecken? Warum nicht wirklich König von Deutschland werden?

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Auch diesmal konnten mich die Denkanstöße und Hintergrundinformationen à la Andreas Eschbach wieder einmal grundlegend überzeugen.

Mit "Ein König für Deutschland" ist es dem Autor gelungen, die Grenzen zwischen Fiktivem und Realität fast gänzlich zu verwischen.

Mit großer Neugier hing ich dann auch an den Seiten um mit Spannung den Geschehnissen rund um das Thema Wahlmanipulation zu folgen. Voll gestopft mit Zusatzinformationen zu den verschiedensten Themen rund um Wahlcomputer, deren Manipulation, menschlichem Streben nach deren Aufdeckung sowie wandelbare Empfindungen zum Thema Macht, wurde mir dieses Buch nie langatmig oder überproportioniert. Nein, für mich war es ein Genuss und eine Bestätigung obendrein, all jene Entwicklungen zu verfolgen, welche mit einer relativ kleinen Herausforderung begonnen hatten. So war es nicht schwer, sich in die Rolle des jungen Vincent hineinzuversetzen, der durch das Kreieren eines Programms zur Manipulation von Wahlcomputern in der USA, plötzlich in einen Strudel hineingezogen wurde, welchen sich seine unbedarfte Persönlichkeit zunächst niemals vorgestellt hätte. Als ihm dann klar wurde, in welche Fänge er geraten war, war nichts mehr zu bremsen.

Aber auch bei seinem von nichts ahnendem Vater Simon König in Deutschland, beginnen nach der Zuspielung des besagten Programms, die Dinge aus dem Ruder zu laufen. Während ein machtgieriger Zaubertrickkünstler versucht an das Programm heranzukommen, erwartet sich eine Gruppe junger Leute die öffentliche Aufdeckung eben dieser Manipulationsmöglichkeit. Doch dann kommt nach und nach doch alles ein wenig anders als geplant...

Dabei empfand ich die doch sehr verschiedenen Figuren in diesem Buch sehr gut dargestellt, auch wenn die Story für mich eigentlich nur Mittel zum Zweck war. Die vielen beigefügten Fußnoten verliehen dem Roman einen derart authentischen Touch, das ich mich stets immer wieder fragte, ob es nicht tatsächlich und wirklich so gewesen sein könnte. Für Fans von Andreas Eschbach bzw. seinen Büchern ein stets sehr charakteristisches Merkmal, welches ich auch diesmal nicht missen musste. Und so werde ich "Ein König für Deutschland" gerne jederzeit weiterempfehlen und kann nur hoffen, dass es möglichst viele Leser finden wird.

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Meine Meinung:

Wahlmanipulation und Wahlcomputer - dieses Themen interessieren mich brennend und als ich davon las, dass der neue Roman von Andreas Eschbach genau davon handelt, konnte ich es gar nicht mehr erwarten, das Buch in meine Griffel zu bekommen. Und ich wurde nicht enttäuscht; Andreas Eschbach hat sich wieder einmal eine brisante Geschichte ausgedacht, in der die Unterhaltung nicht zu kurz kommt, die aber vor allem aufrüttelt und mich sehr nachdenklich und bestimmt auch mit einer geschärften Wahrnehmung zurücklässt.

Der erste Teil, der seinen Schauplatz in den USA hat, hat auf mich schon fast einen sachbuchartigen Eindruck gemacht; sämtliche Aspekte zum Thema Wahl werden hier anhand der beiden Präsidentschaftswahlen, aus denen George W. Bush als Sieger hervorging, beleuchtet. Dabei werden die ganzen präsentierten Fakten anhand von Fußnoten belegt und wer Lust hat, kann anhand der vielen Links auf eigene Faust auf Spurensuche gehen und sich über das Thema noch sehr viel intensiver informieren. Ansonsten ist aber auch eine interessante Rahmenhandlung geboten, die den Leser in die Welt der Computerfirmen führt und die gekonnt mit der späteren Haupthandlung verknüpft ist.

Der Wechsel des Schauplatzes nach Deutschland bringt uns zur eigentlichen Handlung, und während die Hauptfigur Simon König, seines Zeichens Lehrer, eingeführt wird und dabei etliche kritische Gedanken zum aktuellen Schulsystem anklingen, steuert das Land auf die Bundestagswahl zu, die mit Spannung erwartet wird. Sehr schön, wie die Hessenwahl mit ihrem bekannten Patt-Ausgang in die Geschichte mit eingebunden ist und damit einmal mehr dem Leser das Gefühl vermittelt wird, ja, so könnte es tatsächlich gewesen sein...

Simon König stolpert recht unbedarft in seine Rolle als zentrale Figur einer geplanten Wahlmanipulation und ich fand es faszinierend, seine Entwicklung zu beobachten. Ist er sich zunächst seiner Position als Schwindler durchaus bewusst, nimmt er mehr und mehr den Charakter eines Wahlkandidaten an und glaubt an das, was er sagt. Sein Leben ändert sich drastisch und er findet immer mehr Gefallen daran, an der Macht zu schnuppern.

Der Ausgang der Bundestagswahl ist letztendlich keine große Überraschung, weil der Leser ja von einer Manipulation ausgehen darf. Umso überraschender fand ich es, dass genau diese Frage nicht wirklich geklärt ist und letztendlich offen bleibt - ein sehr raffinierter und brillanter Schachzug des Autors. Einen großen Reiz machten für mich auch die teilweise revolutionären Gedankenspiele zu zahlreichen politischen und gesellschaftlichen Themen aus, die während des Wahlkampfes zur Sprache kommen und mich mit recht originellen, wenn auch nicht unbedingt praktikablen Lösungen beeindruckten. Auf dieser Spielwiese hat sich Andreas Eschbach ordentlich ausgetobt und mich gleichermaßen zum Staunen, Lachen und Nachdenken gebracht.

Auch den letzten Teil des Romans fand ich sehr gelungen - während der Autor uns zunächst einen recht skurillen und doch irgendwo interessanten Blick auf die Folgen einer manipulierten Wahl erlaubt, kriegt die Demokratie dennoch die Kurve und das Volk das, was es verdient.

Wenn auch auf diese Weise weniger Action als gewohnt zum Einsatz kommt, mich hat die ruhige und doch unterhaltsame Art dieses Politthrillers überzeugt. Sprachlich gesehen hat mir der griffige Schreibstil von Andreas Eschbach einmal mehr gefallen, der ein flüssiges Lesen erlaubt, auch und vor allem wenn es um eigentlich trockene Informationen geht. Ich fand "Der König von Deutschland" sehr raffiniert konstruiert, gekonnt ausgearbeitet und ebenso informativ wie unterhaltsam präsentiert - was will man mehr?

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