Katie Khan: Schwerelos

 
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Katie Khan: Schwerelos
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Hold Back the Stars
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783453318434

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
"Das ist das Ende."

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Handlungsort

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Zwei Menschen, schwerelos und allein. Um sie herum: die Schwärze des Alls. Unter ihnen, zum Greifen nah und doch unerreichbar: ihr Zuhause, der blaue Planet. Jetzt haben Carys und Max bloß noch einander zum Festhalten – und nur noch Atemluft für neunzig Minuten. Gemeinsam blicken sie auf die Erde, die ihnen als Liebende keinen Platz bot. Die Erde, zu der sie nun um jeden Preis zurückkehren wollen. Doch die Zeit läuft gegen sie ... 

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Beklemmend, berührend. Einfach toll!

für die Phantastik-Bestenliste habe ich zuletzt dieses wunderbare Buch gelesen, das ich wirklich jedem ans Herz legen möchte. Man muss dafür gar nicht unbedingt Science Fiction lesen. Eine umfassende Rezension kann ich leider mangels Zeit nicht bieten, aber immerhin eine Kurzempfehlung.

Das Buch beginnt mit einer beklemmenden Situation: Carys und Max schweben in ihren Raumanzügen durch das Vakuum des Alls. Abgekoppelt von ihrem Shuttle und nur noch über ein Seil aneinander gesichert. Während sie durch das All trudeln, sich immer weiter vom Shuttle entfernen und wir genau wissen, dass sie nur noch für 90 Minuten Sauerstoff haben, denken sie in Gesprächen zurück, wie es zu der Situation kommen konnte. Wie sie sich kennen gelernt haben und welche Höhen und Tiefen ihre Beziehung durchlebte. Dann wechselt die Handlung wieder zu ihrer Gegenwart und diese Szenen sind das wirklich Bedrückende, denn die 90 Minuten werden weniger und immer weniger. Irgendwann sind es nur noch 10 Minuten (und noch rund 100 Seiten).

Carys und Max leben in einer Zukunft, die nicht sehr unrealistisch ist. Kriege haben die Welt erschüttert. Amerika und Saudi Arabien sind fast komplett zerstört. Es gibt nur noch Europia und sogar Russland will sich dieser Gemeinschaft anschließen. In Europia gibt es keine Identitäten mehr. Kein Nationalstolz.

Um dies zu erreichen, werden die Menschen schon von klein auf in sogenannte Rotationen innerhalb der Woiwoden (Bezirke) geschickt. Es gibt keine Länder mehr. Alle müssen viele verschiedene Sprachen lernen, sich auf neue Gegenden einstellen. Familiengründung ist erst ab Mitte, Ende Dreißig erwünscht, denn erst dann dürfen Paare zusammenziehen. Erst dann sind sie vorbereitet und hatten vorher den Kopf frei, für die Gemeinschaft etwas zu vollbringen. Ideen zu entwickeln, ohne von Liebe und Gefühlen ausgebremst zu werden.

Leute, lest dieses Buch! Es ist beklemmend, es ist berührend. Es ist einfach toll!

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Manchmal muss man sich überraschen lassen

Ich lese ungern reine Liebesgeschichten. Ich mag sie einfach nicht. Und doch kam dieses Buch daher und zeige mir, dass Liebesgeschichten durchaus ihren Reiz haben können. Erwartet hatte ich mehr Hardcore-Scifi, aber bekommen habe ich eine Liebesgeschichte in einer Utopie, vollgepackt mit Philosophie, die mich noch eine Zeit lang beschäftigen wird. Zwei Menschen, Carys und Max, die sich kennen und lieben lernen. Die Utopie hat eine Paarregel: Menschen dürfen erst mit 35 als Paar zusammenleben und Kinder bekommen. Carys und Max sind aber erst Mitte 20. Was tun also? Während die beiden nach der Zerstörung ihres Raumschiffs im Weltall treiben, verbleiben ihnen nur 90 Minuten Sauerstoff und in Rückblenden und Erinnerungen erfahren wir von ihrem Leben, ihrer Liebe und den Hindernissen in ihrem Weg, der sie dorthin gebracht hat, wo die Geschichte beginnt.

Ich war anfangs wirklich skeptisch. Die Leseprobe klang vielversprechend und ich wagte den Schritt, das Ebook anzufragen. Es hat auch etwas gedauert, bis ich mit der Geschichte warm wurde. Mit Carys und Max konnte ich anfangs so gar nichts richtig anfangen. Aber Katie Khan hat hier wirklich eine interessante Utopie geschaffen. Die überlebenden Menschen, denen es gut geht, leben in einer Woiwodschaft zusammen. Junge Menschen begeben sich auf Rotation innerhalb der Woiwoden. In jeder leben sie 3 Jahre allein und lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, selbständig zu werden und vor allem, sich selbst kennen. Nicht abgelenkt von festen Beziehungen, können sie sich ganz darauf konzentrieren, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

Mal ehrlich, jeder kennt das: man ist ein einer Beziehung, vielleicht sogar verheiratet und trotzdem entwickelt man sich weiter. Gerade in jungen Jahren. Dann ist es oft schwierig, diesen Drang, sich selbst als Mensch zu verwirklichen und trotzdem dem Partner gerecht zu werden, miteinander zu vereinbaren. Immer diese Mischung aus Ehrgeiz und Schuldgefühlen. Ich selbst war sehr jung, als ich in einer festen Beziehung landete. Im Nachhinein habe ich viele Fehler gemacht, genau wie mein damaliger Partner. Es hielt natürlich nicht. Auch die nächste Beziehung hielt nicht. Oder die danach. Erst so richtig aufgeblüht bin ich, als ich länger Single war, und da war ich schon fast 35. Erst da erkannte ich, wer ich wirklich bin, wer ich sein will, was ich kann und was ich will.

Danach eine Beziehung einzugehen, meine jetzige, war eine Herausforderung. Ich war definitiv bereit aber ich hatte auch Angst. Meine Erfahrungen hatten mich geprägt, genauso wie seine Erfahrungen meinen Lieblingsmenschen geprägt haben. Je mehr Ballast man im Laufe der Jahre auf der Seele hat, desto schwieriger wird es. Trotzdem fanden wir zueinander zum für uns richtigen Zeitpunkt. Vielleicht ist es genau der Grund, warum mich dieses Buch nicht genervt oder gelangweilt hat. Es bietet einen realistischen Blick auf Beziehungen. Mit allen Höhen und Tiefen. Mit der unbeschwerten Verliebtheit am Anfang und der langsam wachsenden Erkenntnis, dass auch diese Beziehung ohne Arbeit keinen Bestand haben wird. Khan schreibt das sehr realistisch und äußerst treffend. Sie konfrontiert den Leser in einem utopischen, äußerst interessanten Setting mit der Liebe, die nie im Leben für irgendjemanden einfach ist. Wir alle kennen es. Wir alle haben es erlebt, erleben es gerade oder haben es noch vor uns. Es bleibt uns allen nicht erspart. Und das ist wichtig, denn nur so wachsen wir als Menschen für uns selbst und für andere.

Fazit
Das Buch hat bei mir echt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Figuren wuchsen vor meinen Augen, entwickelten sich. Ich möchte es nicht als das beste Buch aller Zeiten anpreisen, denn das ist es sicher nicht, aber es hat bei mir genau den richtigen Nerv getroffen. Vielleicht, weil meine eigenen Erfahrungen mit einer neuen Beziehung noch nicht allzu lange her sind. Vielleicht, weil ich erst jetzt nachfühlen kann, was es heißt, den einen Menschen zu treffen, mit dem ich mir vorstellen kann, den Rest meines Lebens zu verbringen. Vielleicht, weil ich mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen kann. Vielleicht, weil das Buch gerade zur richtigen Zeit auf meinem Bluefire-Reader landete. Definitve Leseempfehlung und wahrscheinlich die höchste Bewertung, die ich je für eine Liebesgeschichte gegeben habe.

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