Michael Marrak: Lord Gamma

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Michael Marrak: Lord Gamma
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783404243013

Informationen zum Buch

Seiten
560

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Handlungsort

Handlungsorte
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Stan Ternasky verliert während eines Fluges von New York nach Los Angeles das Bewusstsein. Als er wieder erwacht, befindet er sich am Rande einer endlosen Wüstenstraße auf dem Rücksitz eines schrottreifen Pontiac. Schnell stellt er fest, dass mit der Welt, in die es ihn verschlagen hat, etwas nicht stimmt. Die Wolken bewegen sich nicht, die Straße führt immer bergab, und die Landschaft beginnt alle 180 Kilometer von neuem.

Entlang der Straße stößt er auf riesige, abgeschottete Bunker, in denen die Menschen nach einem vermeintlichen Nuklearkrieg ihr Dasein fristen. Keiner der Eingeschlossenen ahnt, dass er sich längst nicht mehr auf der Erde befindet und jede der zahllosen unterirdischen Stationen von denselben Individuen bevölkert wird, geklont für ein wissenschaftliches Experiment der Lords. Ein rätselhafter Rundfunksender namens Radio Gamma unterhält die Bewohner und sendet Nachrichten von der angeblich lebensfeindlichen Oberfläche. Die Menschen akzeptieren diese Meldungen und ihre unwirkliche Umgebung bedenkenlos.

Einzig Stan kennt das Geheimnis der im Verborgenen agierenden Außerirdischen. Ihm ist es möglich, die Barrieren zwischen den Bunkern zu durchqueren, ständig auf der Suche nach der Wahrheit und einem Weg zurück zur Erde. Dabei besitzt er in der Stimme von Radio Gamma einen Mentor, der ihn mit Informationen über die Pläne der Fremden versorgt. Von ihm erfährt Stan, dass der Schlüssel zur Flucht aus der Bunkerwelt ein einzelner Klon ist; eine Frau namens Prill. Verfolgt von den Jagdmaschinen der Lords und einer Wesenheit, für die Raum und Zeit keine Bedeutung besitzen, vertraut Stan auf den Pakt mit einem ebenso unsichtbaren wie undurchschaubaren Verbündeten.

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Stan Ternasky befindet sich auf einer anderen Welt, einer Bunkerwelt, die nur aus Wüste, sich nicht bewegendem Himmel und großen Bunkern besteht, die er immer nach 180 km auf der beständig abschüssigen Strasse antrifft. Stan weiss nicht, wie er in diese Welt kommt, er tut anfangs aber das, was Gamma ihm per Radiosender mitteilt. Warum er es tut, erfährt er nicht.

"Lord Gamma" ist eine abstruse Geschichte voller verrückter Einfälle und frecher Sprüche. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen und ist auch manchmal so abgefahren, dass man es nicht so schnell aus der Hand legen kann. Bis ganz zum Schluss tappt der Leser mit Stan im Dunkeln und fragt sich, was das eigentlich alles soll, wer denn nun die Guten und wer die Bösen sind. Was Gamma für ein Spiel spielt und ob Stan jemals die Erde und die echte Prill wiedersehen wird. Die Aufklärung ist dann so logisch wie faszinierend vom Autor aufgebaut - nichts ist schlimmer als ein Buch, das anfangs so gut ist, die Erklärung dann aber in ihrer Logik hinkt. Eigentlich lässt sich das Buch in nur wenigen Worten charakterisieren: Verrückt, abgefahren, frech, spannend.

Für Science Fiction Anfänger wird "Lord Gamma" wohl etwas schwer zu verdauen sein, da es sich im letzten Drittel zu einem waschechten Roman dieses Genres entwickelt und mit Zeittheorien nur so um sich wirft. Für alle anderen Leser wird dieses Buch so etwas wie das Lieblingsstück ihrer Sammlung werden.

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HANDLUNG:

Stan Ternasky war mit seiner zukünftigen Ehefrau Priscilla (genannt Prill) per Flugzeug unterwegs nach Las Vegas – das ist das letzte, woran er sich erinnert, als er auf der Rückbank eines alten Straßenkreuzers wieder zu sich kommt, der auf einer schnurgerade durch eine öde Landschaft führenden einsamen Straße steht. Seitdem sind mehrere Monate vergangen. Eine Stimme aus dem Autoradio, die er Gamma nennt, hat Stan darüber aufgeklärt, dass er in dieser unwirklichen Welt nach Prill suchen muss. Die, so behauptet Gamma, befindet sich in einer der unzähligen Bunkerstationen entlang der Strecke, in der immer die gleichen Menschen in den unterschiedlichsten Gesellschaftsformen leben. Stan fährt also immer weiter. Den Motor des uralten Pontiac hat er längst ausgebaut, denn die Straße verläuft wie mit dem Lineal gezogen und stets bergab, Gegenverkehr oder sonstige Hindernisse gibt es nicht. Stan begreift schnell, dass er sich in einer Umgebung befindet, die sich alle 180 Kilometer wiederholt. Die Straße ist immer dieselbe, die Berge, von denen sie eingerahmt wird, sind immer dieselben, der Himmel verändert sich nicht – und auch die Menschen in den Bunkern sind immer gleich. Oder vielmehr: Sie sind identische Klone, zu denen auch jeweils eine Prill und ein Stan gehört! Stans muss natürlich die echte Prill finden.

Dabei gibt es allerdings mehrere Probleme, von denen die Aufgabe, sich möglichst unauffällig in den Bunkern nach Prill umzusehen, zu den leichtesten gehört. Sobald Stan nämlich einen Prill-Klon gefunden und überredet hat, den Bunker zu verlassen (was nicht so einfach ist, da die Menschen glauben, außerhalb der Bunker sei die Welt nach einem Atomkrieg radioaktiv verseucht), muss er sie mit einem speziellen Gerät einem Test unterziehen. Dieser Test ist bisher immer negativ verlaufen – und das bedeutet, dass Stan den Prill-Klon nicht laufen lassen darf. Denn die Welt wird von den geheimnisvollen Lords beobachtet, und die dürfen nicht erfahren, was Stan und Gamma vorhaben. Nimmt Stan den Prill-Klon jedoch mit, dann muss er dieses denkende, fühlende Wesen, das seiner geliebten Frau in allen Punkten gleicht, früher oder später töten. Würde er mit ihr nämlich jene unsichtbare Grenze überqueren, die die einzelnen Abschnitte der sich ewig wiederholenden Welt voneinander trennt, dann würde der Klon qualvoll verglühen.

Viel zu oft hat Stan diese Aktion nun schon durchgezogen, immer verfolgt von den Läufern, angriffslustigen Spinnenrobotern, die sich in der Wüste und in den Bunkern verstecken. Nie hat er Gammas Behauptungen in Frage gestellt, obwohl die Stimme aus dem Radio äußerst knauserig mit Informationen umgeht. Einmal mehr macht Stan sich auf, in die bizarre Welt der Bunkerbewohner einzudringen. Er ahnt nicht, dass er mitten in einem gigantischen Experiment steckt, dessen Ziele weit phantastischer sind, als er es sich je zu träumen wagte…

KRINGELS MEINUNG:

Dies ist eines jener Bücher, die unheimlich stark anfangen, so dass man sie nicht wieder aus der Hand legen kann – die dann aber irgendwann ebenso stark nachlassen und am Ende einen etwas schalen Nachgeschmack hinterlassen. Die Geschichte zieht den Leser gleich zu Anfang in ihren Bann. Man möchte mehr über diese seltsame Welt erfahren und hofft, Stan möge endlich die echte Prill finden. Dann jedoch wechselt zunächst einmal die Erzählebene, denn "Lord Gamma" ist in drei Handlungsstränge unterteilt, die erst am Ende zusammenlaufen. Während man der Kerngeschichte um Stan noch leicht folgen kann, versteht man bei den beiden anderen Ebenen zunächst einmal nur Bahnhof. Wenn Stan wieder einmal in einen Bunker einsteigt und sich dort auf der Suche nach Prill in Gefahr begibt, dann kann man mitfiebern. Nach und nach findet man immer mehr Hinweise darauf, was die drei Ebenen miteinander verbindet, man wird immer gespannter auf die Auflösung. Die ist dann aber vielleicht einen Tick zu verzwickt und wird vor allem innerhalb eines einzigen erklärenden Kapitels abgehandelt.

Das ist eine der Schwächen dieses Romans. Zuviel wird in direkter Rede erklärt – besser wäre es, wenn die Erkenntnisse, die der Leser für das Verständnis der Geschichte braucht, sich aus dieser Geschichte selbst ergeben würden. "Aha, so ist das also gemeint, na toll", denkt man dann, "und dafür habe ich jetzt 500 Seiten gelesen?" – von einem Höhepunkt in der Handlung kann dann nicht mehr die Rede sein, eher hat man das Gefühl, der Autor habe gerade eine Vollbremsung hingelegt. Die Auflösung wird, so phantastisch sie sein mag, einfach zu unspektakulär, zu langweilig präsentiert – und ist darüber hinaus auch noch ziemlich schwer zu verstehen. Es ist ja schön und gut, dass man als Leser auch mal selbst ein bisschen nachdenken muss, aber wenn ein doch recht deutlich auf Spannung und Action ausgelegter Roman plötzlich in eine endlose wissenschaftliche Abhandlung ausartet, dann ist der Autor meiner Meinung nach deutlich übers Ziel hinausgeschossen. Vor allem fragt man sich, was die ganze Vorgeschichte eigentlich für einen Sinn hatte. Die Motivationen der Beteiligten – Stan ausgenommen – bleiben bis zuletzt verschwommen oder sogar unverständlich. Michael Marrak hatte eine extrem gute Idee, aber er hat sie suboptimal vermittelt, könnte man sagen.

Eine zweite Schwäche besteht darin, dass der Autor zu oft vom Kern seiner Geschichte abschweift. Da wird seitenlang eine völlig unwichtige Figur eingeführt oder Erlebnisse aus Stans Vergangenheit werden lang und breit erzählt, ohne dass sie für die weitere Handlung oder für das Verständnis der Figur von Bedeutung wären. Auch hier wieder: Viel zu lange Absätze mit weitschweifigen Erklärungen in direkter Rede. Als dritte Schwäche würde ich den Stil bezeichnen, oder wenigstens die Tatsache, dass viel zu viele umgangssprachliche Ausdrücke, Amerikanismen und Lautmalereien verwendet werden. Sollte der Autor damit das Ziel verfolgt haben, Stan als etwas einfach strukturierte Person zu charakterisieren, dann ist ihm das nur zum Teil gelungen – vor allem hätte er es sich sparen müssen, auch Gamma diese Sprechweise in den Mund zu legen. Denn Gamma ist ja… upps, jetzt hätte ich fast zuviel verraten!

Jetzt behaupte ich nur noch, dass der Roman sich über weite Strecken wie eine Mischung aus "Otherland", "Mad Max" und dem alten Film "Millenium" liest, dann höre ich aber auch schon auf zu meckern. Denn insgesamt ist "Lord Gamma“ ein fast bis zum Schluß spannender, ideenreich geschriebener Roman mit einigen wundervollen Szenen und Wendungen, die man so nicht erwarten konnte. Gutes Lesefutter also – wenn auch mit leichten Abzügen in der "B-Note"…

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