Aldous Huxley: Schöne neue Welt

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Aldous Huxley: Schöne neue Welt
Verlag
ET (D)
1953
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Brave new World
ET (Original)
1953
ISBN-13
9783596200269

Informationen zum Buch

Seiten
252

Sonstiges

Erster Satz
Ein grauer gedrungener Bau, nur vierunddreißig Stockwerke hoch.

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Die schöne neue Welt, die Huxley hier beschreibt, ist die Welt einer konsequent verwirklichten Wohlstandsgesellschaft »im Jahre 632 nach Ford«, einer Wohlstandsgesellschaft, in der alle Menschen am Luxus teilhaben, in der Unruhe, Elend und Krankheit überwunden, in der aber auch Freiheit, Religion, Kunst und Humanität auf der Strecke geblieben sind. Eine totale Herrschaft garantiert ein genormtes Glück. In dieser vollkommen »formierten« Gesellschaft erscheint jede Art von Individualismus als »asozial«, wird als »Wilder« betrachtet, wer - wie einer der rebellischen Außenseiter dieses Romans - für sich fordert: »Ich brauche keine Bequemlichkeit. Ich will Gott, ich will Poesie, ich will wirkliche Gefahren und Freiheit und Tugend. Ich will Sünde!«

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Ich fand "Schöne neue Welt" genial! Kaum zu glauben, dass der Roman im Jahr 1932 geschrieben wurde und ich bin sehr beeindruckt von der visionären Kraft dieses Autors. Denn manche Szenen sind aus unserer heutigen Sicht durchaus vorstellbar, zumindest was die technische Machbarkeit und den Stand der Wissenschaft betrifft.

Mich hat das ganze Szenario sehr nachdenklich gestimmt und Überlegungen in vielerlei Richtungen angeschoben. Erschreckend fand ich die Selbstverständlichkeit, mit der diese fiktive Gesellschaft der Zukunft ihre Normung auf Glück und Gleichstand akzeptiert, und zwar auf allen Ebenen. Alle Bedürfnisse werden sofort und gezielt gestillt, das Leben durchläuft vom ersten Moment an eine präzise Planung, die niemals von der Norm abweicht, und Fehlfunktionen der menschlichen Seele werden mit Drogen übertüncht.

Das ungute Gefühl beim Lesen hat mich nie ganz verlassen, selbst als Figuren ins Spiel kamen, die nicht nach Normung tickten, sondern ihr Heil bei Shakespeare suchten. Seine Poesie steht im krassen Gegensatz zu den Aufzählreimen des Systems, mit denen die Menschen von Kindheit an beeinflusst werden.

Die Verlagerung des Schauplatzes der deutschen Fassung von London nach Berlin hat mich nicht gestört; für mich hat die Geschichte funktioniert, so wie sie ist, und zwar ganz unabhängig vom Ort. Da auch die Namen der Protagonisten eingedeutscht wurden, ergibt sich für mich ein rundes Bild. Sprachlich fand ich das Werk außergewöhnlich, und insbesondere der zeitweise sehr rasche Perspektivenwechsel brachte eine faszinierende Eigendynamik mit ins Spiel.

"Schöne neue Welt" ist eine Lektüre der anspruchsvolleren Art und hat mir keinesfalls Unterhaltung, aber dafür sehr viel Stoff zum Denken und Nachsinnen gebracht. Am Ende steht die Frage, ob immerwährendes Glück ein Segen oder ein Fluch ist und ob die Aufgabe jeglicher Individualität nicht ein zu hoher Preis für dieses Ziel ist.

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Aldous Huxleys Dystopie „Schöne neue Welt“, stellt die uns bekannte Welt und deren Gesetze auf den Kopf, um nicht zu sagen, sie kehrt sie quasi um. In einem futuristischen Staat, der einer strengen Kontrolle durch dessen Oberhäupter unterliegt, werden Menschen gezüchtet und absichtlich durch verschiedenste Methoden so erschaffen, dass sie in unterschiedliche Kasten passen. Innerhalb dieses Systems werden die Menschen im Schlaf (oder auf andere Weise) von klein auf einer Art Gehirnwäsche unterzogen, von der sie selbst aber nichts wissen, geschweige denn das es sie stört. Die Mitglieder der unteren Kaste sind zudem nicht mit ausreichend Intelligenz ausgestattet, um sich überhaupt Gedanken über ihre Herkunft zu machen. In jedem Bereich des Lebens herrscht strengste Kontrolle, und so können sich auch die Beziehungen untereinander nicht frei entfalten, wenn man in einem Staat ohne eine uns bekannte „Familie“ überhaupt von emotionalen Beziehungen sprechen kann. Sexualität wird schon im Kindergartenalter frei ausgelebt und Kinder wachsen gemeinsam, anstelle in ihren Familien auf, da schnell störende Emotionen entstehen können, wenn Menschen immer in einer Institution wie der Familie zusammen sind. Die Religion wird zwar groß geschrieben, gleicht aber dem Zusammenhalt einer Sekte untermalt von Ritualen, die wieder einmal an Gehirnwäsche erinnern.

Innerhalb dieser bizzaren Welt lebt Sigmund Marx, der Protagonist von Huxleys Werk und da er der obersten Kaste angehört macht er sich einige Gedanken über sich und seine Herkunft, auch wenn er sich nur wenigen anvertrauen kann, da selbstständiges Denken quasi nicht gestattet ist. Er lernt Lenina Braun kennen, aber die „Beziehung“ der beiden steht unter einem schlechten Stern, da Sigmund ihr Angst macht mit seinen schier revolutionären Denkansätzen (für ihre Verhältnisse) und im Übrigen werden Beziehungen zwischen Mann und Frau die eine emotionale Basis haben auch nicht gern gesehen. Auf einem Ausflug in das was von „unserer“ Welt zurück geblieben ist und was von den „Wilden“ bewohnt wird, entdecken die Beiden ein Geheimnis, welches mit einem der Staatsoberhäupter zu tun hat und das sie zuerst kaum glauben können.

Huxleys Dystopie ist ausgesprochen anspruchsvolle Kost. Die Sprache ist sehr anstrengend und nicht so locker wie bei den meisten Romanen. Auf den Ausflug in dieses Horrorszenario von einer Welt, die natürlich Gesellschaftskritik pur bietet, muss sich der Leser erst einmal einlassen. Was man alles an Grundsätzlichem von dieser Welt und den Mechanismen die sie antreiben erfährt finde ich durchaus interessant, die Geschichte um Sigmund und das bereits erwähnte Geheimnis wirkt jedoch unpassend und wie in den erklärenden Teil hinein gezwungen. Ab dem Teil als im dritten Kapitel die Orte und sprechenden Personen in jedem Absatz wechseln, die Absätze aber irgendwann nur noch aus zwei Zeilen bestehen, und nicht einmal mehr gesagt wird wer spricht, ist mir die Handlung völlig entglitten und ich konnte mich nur schwer wieder ein finden, was zusätzlich durch die Abkürzungen der einzelnen Berufsbezeichnungen der Personen verstärkt wurde.

Insgesamt sicherlich interessant um sich ein Bild einer grausamen Welt zu machen, die aus heutiger Sicht auch längst nicht mehr so überzeichnet ist, wie es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gedacht war. Ein komplettes Gegenteil des bekannten „Utopia“ von Thomas Morus, welcher sich seinerseits ja nur auf die Beschreibung seines Staates konzentrierte und keine Handlung in den Kontext gesetzt hat in der es um einzelnen Figuren geht.

Kurz gesagt: Anstrengend geschrieben, eine vorhersehbare Handlung und schreckliche Verhältnisse in denen Menschen wie Tiere gehalten werden und keinen freien Willen mehr haben. Als Kritik an der Gesellschaft durchaus wirkungsvoll, als Lektüre eher schwach.

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