Mary Doria Russell: Sperling

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Mary Doria Russell: Sperling
Verlag
ET (D)
2000
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The Sparrow
ET (Original)
1996
ISBN-13
9783453161801

Informationen zum Buch

Seiten
652

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Rückblickend betrachtet war es vorauszusehen gewesen.

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Als im Jahre 2019 Signale intelligenten Lebens auf der Erde empfangen werden, ist der junge Jesuitenpater Emilio Sandoz einer der ersten, der die fremdartigen, wunderschönen Gesänge der Außerirdischen zu hören bekommt - und er ist auch unter den ersten, die bald darauf den "anderen Kindern Gottes" von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. Denn während sich die UNO über die Kosten einer Expedition nicht einig wird, bereiten jesuitische Wissenschaftler in aller Stille und mit dem Segen des Papstes die Reise zum Planeten Rakhat vor. Wie so oft in ihrer jahrhundertelangen Geschichte brechen die Jesuiten auf, um den Ruhm Gottes zu mehren. Doch diese Mission führt sie an die Grenzen ihres Glaubens.

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Im Re-Read schlechter

Vorausschicken muss ich, dass ich das Buch, das ich im englischen Original gelesen habe, mit höchsten Erwartungen begann, denn ich hatte es vor Jahren schon einmal gelesen (damals aus der Bibliothek ausgeliehen) und es hatte mich so sehr beeindruckt, dass ich es mir später auch noch kaufte.

Um es kurz zu machen: Diese hohen Erwartungen konnte es nicht erfüllen. Zwar fesselte mich der zweigleisige Beginn ebenso sehr wie damals; sowohl die Entdeckung der fremden Gesänge im All, als auch der Strang um Emilio Sandoz, der nach seiner Begegnung mit den Bewohnern des fremden Planeten als physisches und physisches Wrack heimkehrt, boten Spannung und engagierten mich. Gerade die Tatsache, dass man von Anfang an von der Katastrophe wusste, der die Weltraumexpedition entgegen sah, aber nicht, wie diese aussah, war ein erzählerischer Trick, der mir sehr gut gefiel. Auch die langsame, zumindestens andeutungsweise Heilung Emilios war gut geschildert.

ABER: irgendwie ging mir alles zu glatt. Das wurde zwar auch im Roman thematisiert - es wurde eine mögliche Antwort geliefert, die ich bei der Erstlektüre willig "schluckte" und die einen guten Teil meiner Begeisterung für den Roman ausmachte, aber in der Wieholek konnte sie mich nicht mehr ganz überzeugen. Das lag nicht zuletzt an den "ach so guten" Expeditionsteilnehmern, die eine tiefe, ehrliche Freundschaft verband, die sich sooo gut verstanden und die sooo liebevoll und nachsichtig miteinander umgingen. Mir wurde das zu viel des Guten und es war mir zudem zu sehr im Detail geschildert.
Emilios Auseinandersetzung mit seinem Glauben hingegen – das war damals für mich das zentrale Thema des Buches – wurde viel knapper geschildert, als es in meiner Erinnerung der Fall war.
Die Begegnung mit den Bewohnern des Planeten wiederum ging mir auch zu problemlos vonstatten, was ich bei der Erstlektüre willig hinnahm, da es für mich - s. o. - nicht im Zentrum stand. Aber da mir jetzt eben jenes Zentrum fehlte, sah ich hier jetzt Schwächen.

Insgesamt ein durchaus lesenswertes Buch, aber nicht die Großtat, die ich in Erinnerung hatte.

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Im Jahr 2019 empfängt eine irdische Satellitenstation Signale, die die Existenz außerirdischen Lebens zu bestätigen scheinen. Offenbar handelt es sich um eine Art Musik, die das kleine Forschungsteam der Station richtiggehend verzaubert.

Während sich Politiker und Wissenschaftler noch über die Implikationen dieser Entdeckung klarzuwerden und eine Vorgehensweise zu entwickeln suchen, organisiert das Team unter der Leitung des Jesuitenordens, der für seinen Forscherdrang bekannt ist, eine private Mission und bricht zu einer Entdeckungsreise in den Weltraum auf.

Der Planet Rakhat entpuppt sich als paradiesisch schön, der höchst sprachbegabte Jesuit Emilio Sandoz lernt rasch die Sprache der dortigen Bevölkerung, und die Forschermannschaft schließt Freundschaft mit dem Volk der Runa. Doch es gibt noch eine zweite, herrschende Rasse auf Rakhat, die unnahbaren Jana’ata – und auch auf Rakhat existieren Zwietracht und Gewalt.

Jahrzehnte später ist Emilio Sandoz, schwer mitgenommen, endlich zurück auf der Erde und berichtet von den Ereignissen auf Rakhat, die selbst einem so gläubigen Mann wie ihm das Äußerste abverlangt haben.

Wer beim Schlagwort „Entdeckung fremder Welten“ und „außerirdisches Leben“ an einen klassischen Science-fiction-Eroberungsroman denkt, wird sich bei der Lektüre von „Sperling“ wundern.

Zunächst einmal lernt man die Expeditionsteilnehmer und die Beziehungen innerhalb der Gruppe eingehend kennen, und auf Rakhat geht es nicht um fiese Aliens und Weltraum-Actionszenen, sondern vielmehr um die Annäherung an ein fremdes Volk, Gruppendynamik, das herrschende Gesellschaftsmodell und um Macht und deren Auswirkungen. Selbst Gewaltszenen kommen eher still und ruhig daher und hinterlassen dadurch einen umso tieferen Eindruck.

Ein außergewöhnliches, empfehlenswertes Buch, das im Deutschen nur leider ein wenig an der Übersetzung krankt.

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Die Gesänge, die im Jahre 2019 von einer Satellitenstation der Erde empfangen werden, sind wunderbar - und völlig unbekannten Ursprungs. Ihr Entdecker ist Jimmy, Student und Freund des Jesuitenpaters und Linguisten Emilio Sandoz. Schon bald kann der ungewöhnlich große junge Mann herausfinden, dass sie von einem nicht allzuweit entfernten Planeten unserer Galaxie gesendet werden. Der Beweis für intelligentes Leben? Emilio ist fest davon überzeugt und bricht gemeinsam mit einer Gruppe Freiwilliger nach dem fremden Planeten Rakhat auf, um die anderen Kinder Gottes kennen- und liebenzulernen. Im Jahre 2060 kehrt er zurück - alleine, gebrochen und mit verlorenem Glauben.

Wer in diesem Roman Technik und Weltraumschlachten erwartet, wird bitter enttäuscht. Nicht so sehr Science Fiction, vielmehr Social Fiction ist "Sperling", das Romandebüt der Autorin Mary Doria Russell. Tatsächlich finden wir eingehende Charakter- und Verhaltensstudien, die niemals langatmig, sondern meistens humorvoll und manchmal bedrückend geraten sind. Alle Hauptprotagonisten werden von der Autorin liebevoll ausgearbeitet und schnell hat man das Gefühl, dass man solche Menschen doch einfach selbst kennen müsste. Dies macht die von Anfang an feststehende Tatsache, dass Emilio der einzige Überlebende der Expedition sein wird, umso schlimmer.

Mit dem Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten. Zu verwirrend empfand ich zahlreiche Zeitsprünge zwischen der Gegenwart (2060, in dem Emilio von der Reise erzählt) und der Vergangenheit (ab 2019, als die ersten Gesänge empfangen werden bis hin zur Expedition). Der Wechsel zwischen den Zeiten gestaltet sich jedoch im Laufe des Buches immer flüssiger, die Übergänge werden fließender. Auch mit den vielen Namen fühlte ich mich anfangs etwas überfordert (zumal ich ein wirklich schlechtes Namensgedächtnis habe). Doch Mary Doria Russell schaffte es - obwohl der Schluss eigentlich feststeht - ein Buch zu schreiben, das von Anfang an Lust auf das Weiterlesen macht. So fragt man sich auch nicht so sehr, WAS passiert ist, sondern WARUM es passiert ist, WIE es zu der Misshandlung kommen konnte und weshalb Emilio als einziger zurückkehren konnte.

Sehr faszinierend war für mich die Beschreibung der beiden unterschiedlichen, auf Rakhat lebenden intelligenten Rassen. Einflüsse auf die Biosphäre des Planeten durch die Fremdlinge sind meiner Meinung nach genauso zufriedenstellend behandelt wie auch die Glaubenskonflikte, in denen Emilio sich zu Ende seiner Reise befindet. Daneben machte das Buch einfach Spaß, wenn sich Jesuiten, Agnostiker und Jüdin über ihren Glauben unterhielten. Am Ende stehen werden wir von der Autorin alleine gelassen mit einer der ältesten Fragen der Menschheit: Gibt es einen Gott? Falls ja: warum ist er dann so grausam?

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Ein ganz besonderes Buch ist der Autorin Mary Doria Russell hier gelungen. Die Geschichte der Jesuiten-Expedition zum Planeten Rakhat ist nichts für Anhänger "herkömmlicher" Science-Fiction, hat keine Raumschlachten und seitenlange physikalische Abhandlungen zu bieten, keine Telepathen, keine Bedrohung von globalem Ausmaß und keine Antwort auf die Frage nach dem Ursprung. Vielmehr konzentriert sich das Buch auf seine Charaktere und ihre Beweggründe, ins Unbekannte aufzubrechen. Bereits ganz zu Beginn wird klar, das irgendetwas schrecklich schiefgelaufen ist, denn nur einer der Wissenschaftler kehrt zurück, als geistig wie körperlich gebrochener Mann, der mit seinem Schicksal hadert, seinen Gott für die Geschehnisse verantwortlich macht. Umso bedrückender wird damit die Tatsache, dass man die Protagonisten wirklich kennenlernt, mit ihnen hofft und leidet. Hier werden Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen dargestellt, keine x-beliebigen Schablonen gezeichnet. Stilistisch hervorragend gemacht, lässt das Buch den Leser nach einem gewöhnungsbedürftigen Anfang nicht mehr locker, hohe Aufmerksamkeit ist gefragt. Das Ende ist ein hervorragendes Beispiel menschlichen Scheiterns, verursacht durch den Zusammenprall zweier Kulturen, die sich gegenseitig nicht verstehen.

Fazit:

Kein Buch für Technik-Freaks und Star-Wars-Adepten, aber Science Fiction wie ich sie mir öfter wünsche.

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Außerirdisches Leben wird entdeckt, was für den Jesuitenpriester Emilio ein Zeichen ist, daß Gott wünscht, daß er und alle die daran beteiligt waren, zum fernen Planeten reisen, um die anderen Geschöpfe Gottes zu treffen. Eine Mission, die katastrophal endet.

Auf 600 Seiten werden die Ereignisse parallel in zwei Zeitebenen, der Vergangenheit und der Zukunft, geschildert, bis sie sich einander annähern, und der große Knall, auf den man die ganze Zeit gewartet hat, eintritt. Durch den Rückblick aus dem Mund des einzigen Überlebenden Emilio weiß man von Anfang an, wie es ausgeht. Aber man weiß nicht, warum. Das Warum ist wohl auch das erstaunlichste an der Geschichte. Daran hätte man wohl am wenigsten gedacht.

Daß dieses sehr dichte, und vor allem gegen Ende stark emotional aufwühlende Buch ein Erstlingswerk ist, habe ich nur an einem Aspekt gemerkt, der mich zwar irritiert hat, der aber nicht weiter ins Gewicht fällt.

Ein intelligentes Buch, das den Leser am Ende mit einer hochmoralischen Frage zurückläßt, deren Antwort jedoch uns selbst überlassen bleibt, da die Autorin keine Wertung mitliefert.

Sehr empfehlenswert.

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