Tal M. Klein: Der Zwillingseffekt

Tal M. Klein: Der Zwillingseffekt

 
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Tal M. Klein: Der Zwillingseffekt
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
Originaltitel
The Punch Escrow
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783453319288

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
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Wir schreiben das Jahr 2147. Nanotechnologie verhindert den Alterungsprozess, genmodifizierte Mücken ernähren sich von Kohlenstoffdioxid statt von Blut und man reist nicht mehr mit dem Flugzeug sondern via Teleportation. Es ist die Welt von Joel Byram. Ein durchschnittlicher Typ mit durchschnittlichen Problemen – sein Job als KI-Coach langweilt ihn und seine Ehe mit der hübschen Sylvia steht vor dem Aus. Ein Kurztrip nach Costa Rica soll neuen Schwung in die Beziehung bringen, doch dann passiert es: Joel wird beim Teleportieren versehentlich dupliziert. Nicht genug damit, dass Sylvia nun mit seinem Doppelgänger urlaubt, jetzt wird Joel auch noch von dem mächtigen Konzern International Transport gejagt ...

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Schnell gelesen, aber nicht so gut wie erwartet

Der Klappentext klang ziemlich interessant, auch wenn ich mich bei der deutschen Version sehr daran störe, dass die Ehe mit der ‚hübschen‘ Sylvia vor dem Aus steht. Nicht, die Tatsache, dass die Ehe zerrüttet ist, sondern die Tatsache, dass Sylvia als ‚hübsch‘ beeichnet werden muss, wenn man doch nach dem Lesen des Buches erkennt, dass sie hier definitiv das ‚Gehirn‘ der Beziehung ist. Offenbar ist ‚hübsch‘ eine wichtige Eigenschaft und scheint nicht so interessant für den Leser zu sein, wie ‚Computerwissenschaftlerin Sylvia‘, ‚Sylvia, die für das ganze Debakel verantwortlich ist’…da gibts bestimmt noch mehr, was man anführen könnte.

Nun gut. Hauptfigur Joel erscheint der stereotype junge Mann zu sein, der so dahindriftet, hier und da ein bisschen was verdient, am liebsten daheim in Unterwäsche vorm PC arbeitet und zu allem Überfluss eine ziemlich große Klappe hat, die man ihm gern abkaufen würde, aber die einfach nur aufgesetzt rüberkommt und mit der Zeit einfach nur noch anstrengend ist.

Alles in allem war mir Joel kein bisschen sympathisch und erinnerte mich viel zu sehr an diverse Männer, die ich kenne und mit denen ich nichts mehr zu tun haben will. Wer meint, ich sei deswegen verkappt, sei’s drum.

Die Ehe mit Sylvia läuft nicht so gut und hieran haben beide irgendwie Schuld, auch wenns aus Joels Perspektive immer so ein bisschen nach „meine Frau arbeitet zuviel und hat kaum Zeit für uns“ klingt. Die beiden wollen spontan nach Costa Rica auf eine Art zweite Flitterwochen. Sylvia reist schonmal voraus und Joel teleportiert irgendwann hinterher. Nur dass er nicht ankommt. Also, nicht er. Ich würde ja gern sagen, etwas geht schief und plötzlich gibts da zwei von ihm, aber so einfach ist das nicht. Joel bleibt am Ausgangspunkt hocken und Joel² ist derjenige, der in Costa Rica ankommt. Also, eigentlich nicht richtig ankommt, sondern ‚fabriziert‘ wird, aber das wäre jetzt ein zu großer Spoiler, darauf näher einzugehen.

Joel sucht also nach Joel² und Sylvia, wird dabei aber gejagt vom Teleportationskonzern (IT, wo zufällig auch Sylvia eigentlich arbeitet, an streng geheimen Sachen) und einigen religiösen Fanatikern, die in der Teleportation das Böse sehen, das gegen den Willen Gottes sei.

Dabei gehen so einige Dinge schief und irgendwie auch wieder nicht. Joel und Joel² bekommen jedenfalls beide genug Gelegenheit, ihre große Klappe zur Schau zu stellen (habe ich schon erwähnt, dass das einfach nur anstrengend ist?).

Klein versucht auch, die Herzen von 80er-Jahre-Nerds höher schlagen zu lassen mit gezielt eingestreuten Referenzen zur Popkultur dieser Zeit, erreicht dabei aber nicht den Effekt, den Ernest Cline mit seinem Ready Player One erzielen konnte.

Zu allem übel stehen die wirklich interessanten Dinge, der ‚hard‘-Teil von Hard-Science-Fiction in Fußnoten und mir persönlich hätte es dem Buch sehr geholfen, diese Fakten in die Geschichte direkt einzubauen, statt den Leser immer wieder aus dem Lesefluss herauszureißen. Ich vermute aber, dass dies erfordert hätte, dass Joel wesentlich mehr Grips und Ernsthaftigkeit zur Schau stellt, was meiner Meinung nach aber auch ein großer Pluspunkt für die Geschichte gewesen wäre.

Fazit
Alles in allem ist die Geschichte schnell gelesen, beinhaltet aber nichts neues, herausragendes oder besonders erwähnenswertes. Ich möchte mich hier möchte dem Urteil eines anderen Rezensenten anschließen, dass Scifi-Neulinge damit sicherlich Spaß haben könnten, während der erfahrenere Scifi-Leser am Buch vielleicht nicht den gleichen Gefallen haben könnte. Kleiner Lesesnack für Zwischendurch.

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