Wesley Chu: Zeitkurier

 
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Wesley Chu: Zeitkurier
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Time Salvager
ET (Original)
2015
ISBN-13
9783453317338

Informationen zum Buch

Seiten
493

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Ein Lichtbalken bohrte sich durch das Nichts und schoss zum Zentrum der taktische Karte.

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Die Erde hat sich in der Zukunft in ein verseuchtes Ödland verwandelt, und die Menschheit musste ins äußere Sonnensystem ausweichen. Dort, in den Weiten des Alls, sind Ressourcen allerdings ein seltener Luxus, und so bedient sich die menschliche Zivilisation der Zeitreise als letztes Mittel. Sogenannte Zeitkuriere reisen in die Vergangenheit, um dort nach Ressourcen und Antworten zu suchen. Bei seinem letzten Auftrag macht der Zeitkurier James Griffin-Mars jedoch den größten Fehler: Er greift in die Zeitlinie ein – und rettet eine Frau. Jetzt bleibt ihnen nur noch die Flucht in die Gegenwart…

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(Aktualisiert: 31 August 2017)
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eine unterhaltsame Zeitreise

Bei Zeitreise-Romanen kann ich ganz selten nein sagen. Ich liebe es, den Autoren durch die Zeit zu folgen und die Gedankenschleifen nachzuvollziehen, die so eine Zeitreise zwangsläufig mit sich zieht. Auch Wesley Chus Roman „Zeitkurier“ hat mich hier nicht enttäuscht. Im Gegensatz zu vielen andere Büchern, die ausgehend von unserer Gegenwart in die Vergangenheit oder Zukunft reisen, ist hier die Ausgangslage, dass wir uns in einer dystophisch-verwüsteten Zukunft der Erde befinden und die Menschen versuchen durch Zeitreisen in die Vergangenheit – also unsere Gegenwart in etwa – ihre zur Neige gehenden Ressourcen aufzustocken. Um aber möglichst wenig in den Verlauf der Geschichte einzugreifen und um Himmels Willen nicht etwas unwiederbringlich zu verändern oder durcheinander zu bringen, schicken sie die Zeitreisenden nur dorthin, wo bekanntermaßen große Naturkatastrophen oder andere Unglücke sowieso zur Zerstörung der betreffenden Ressourcen geführt hatte. Es wird also etwas in die Zukunft transportiert, was nicht mehr fehlen kann im Weltgefüge, da es so oder so zerstört worden wäre.

Soweit alles klar? Gut, dann muss man jetzt noch wissen, dass Zeitreisen auch für die Menschen nicht ganz ohne sind. Allein schon die psychologische Komponente ist gewaltig, denn die Zeitkuriere treffen auf sehr viele Menschen, von denen sie ja wissen, dass sie demnächst zu Tode kommen werden. Diese Begegnungen sind für den Hauptakteur James eine ständig wachsende Belastung, die ihn immer mehr aus dem Tritt bringt. Schließlich beschließt er, jemanden zu retten. Damit löst er natürlich eine dramatische Kettenreaktion aus. Genau das, was ja eigentlich vermieden werden sollte.

Der Autor nimmt sich erst mal viel Zeit, den Leser in diese Welt einzuführen, deren Regeln und Konstruktionen zu erklären, die Charaktere zum Leben zu erwecken. Dabei gibt er sich große Mühe, seine Idee der Zeitreise auch mit technischen und wissenschaftlichen Methoden zu beschreiben. So etwas mag ich sehr gerne. Erst dann, nach etwa einem Viertel des Buches, zieht er das Tempo langsam an. Nein, Mr. Chu erfindet das Zeitreiserad nicht neu. Aber mir macht es einfach immer wieder großen Spaß, einem klugen Autor auf so einer Zeitreise zu folgen. Nachdem ich erst mit „Dark matter“ vor ein paar Wochen vergnügliche Stunden in diesem Genre verbracht habe, konnte mich auch „Zeitkurier“ gut unterhalten. Zur vollen Punktzahl fehlt ein bisschen, da das Ende etwas überstürzt daherkommt aber ich kann das Buch durchaus empfehlen.

Ach ja, auch ich möchte das tolle Cover noch einmal extra erwähnen.

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Spannungsarm und leider etwas enttäuschend

Auf das Buch war ich nach dem Lesen des Klappentextes sehr gespannt, denn ich mag SciFi-Geschichten sehr gerne – vor allem wenn Zeitreisen ein Thema davon sind. Jedoch war ich nicht so begeistert, wie ich es erhofft hatte.

Der Schreibstil war ok. Es war auch ein schöner, bildlicher Lesefluss gegeben. Das machte es leicht der Story zu folgen. Doch vor allem am Anfang war es für mich schwer, denn die Story beginnt sehr schleppend und ich musste mich dazu zwingen, das Buch überhaupt weiter zu lesen. Richtige Spannung kam leider nicht auf. Auch danach lief es immer mal wieder schleppend. Es wurde kurzweilige Spannung aufgebaut, aber der große Knall blieb aus. Die Hintergrundinfos zu den Zeitreisen waren zwar sehr interessant, aber teilweise auch etwas verwirrend.
Am Besten gefallen hat mir die Figur des James, der als Zeitkurier arbeitet und darunter all die Jahre sehr gelitten hat. Er ist zu einem Alkoholiker geworden und hat es schwer, mit all seinen Erfahrungen klar zu kommen. Trotzdem ist er an mein Herz gewachsen und ich habe die Passagen mit ihm sehr gerne gelesen. Die anderen Figuren, mit deren Augen man die Story verfolgt, sind zwar auch mehr oder weniger interessant, aber niemand hat mich wirklich so gefesselt wie James.

Auch die Liebegeschichte konnte mich nicht wirklich fesseln. Da denkt man einfach, dass mehr drin ist, wenn James diese ganzen Strapazen auf sich nimmt, um seine Frau aus der Vergangenheit vor dem Tod zu retten. Aber richtig mitreißend war es leider nicht.

Das Ende hat mich jetzt auch nicht wirklich umgehauen, aber es sieht so aus, als würde es eine Fortsetzung geben, doch ich bin von dem Buch alles andere von begeistert. Also denke ich nicht, dass ich diese lesen würde. Schade, ich hatte einfach mehr erwartet – mehr als eine kurzweilige Unterhaltung ohne großartige Spannung wird hier leider nicht geboten.

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Kampf um Ressourcen

In ein paar Hundert Jahren ist die Erde fast unbewohnbar geworden und die Menschheit schon lange ins All übergesiedelt. Durch Kriege und Seuchen ist Wissen der Vergangenheit verloren gegangen, aber trotzdem haben sich einige Technologien erhalten und auch weiterentwickelt. Gut für die Menschheit, denn in dieser Zeit ist Energie in jeglicher Form Mangelware. Die Erde hat schon längst nichts mehr zu bieten und auch die anderen Planeten, Monde und sonstige Gestirne sind weitestgehend abgegrast. Wie gut, dass man mittels einer Technologie in die Vergangenheit reisen und Ressourcen beschaffen kann. Dies übernehmen die Chronauten, von der Chronocom ausgebildet und verwaltet, unternehmen sie Sprünge in die Vergangenheit und halten die Menschheit am Leben. Ressourcen werden immer nur kurz vor Katastrophen abgezogen, so dass kein Riss im Zeitgefüge entsteht und die aktuelle Welt verändert wird.

Einer der Chronauten ist James Griffin-Mars. Er ist ein Stufe 1 Chronaut, der auch in schwierige Zeiten und Gegenden reisen darf, da er genügend Erfahrung gesammelt hat. Aus einer Laune heraus – und ja, es ist auch ein wenig Liebe dabei – bringt er von einer Zeitreise nicht nur die geforderten Ressourcen mit sondern auch die Biologin Elise. Das ist nicht nur strengstens verboten, sondern auch die Auftraggeber, der Konzern Valta, ist ganz und gar nicht darüber amüsiert, dass Elise nun in der Gegenwart ist. Die Jagd auf James und Elise hat begonnen.

Wesley Chu zeichnet ein durchaus realistisches Bild von der Zukunft. Irgendwann werden wir vermutlich wirklich unsere Erde zugrunde gewirtschaftet haben. Ob nun in 100 oder 300 Jahren, das ist irrelevant, doch wir schöpfen ja jetzt schon die letzten Ressourcen um und gehen nicht gerade glimpflich mit den übrig gebliebenen um. Ob nun Zeitreisen möglich sein werden, sei dahin gestellt, doch die verwüstete Erde, die Chu darstellt, kann ich mir gut vorstellen. Das Meer von metertiefem Schlamm/Schaum bedeckt, die Städte verlassen, verfallen, nur einige wenige Menschen leben dort noch und mühen sich um die letzten verbliebenen Krumen, welche die Erde hergibt. Auch die Menschen auf den anderen Planeten haben es nicht allzu gut, einzig die paar riesigen Konzerne scheinen über ausreichend Ressourcen zu verfügen und bewachen diese mit Argusaugen. Auch die Chronocom bzw. die Chronauten verfügen über höhere Technologie – allerdings werden diese auch von den Konzernen ausgestattet.

James ist ein wahrer Draufgänger. Als Chronaut muss er das sein, denn nicht alle schaffen die Ausbildung. Chronauten werden fast schon verehrt, aber auch lieber gemieden. Mit den Revisoren, welche die Zeitreisen überwachen kommt er aber eher weniger aus. Elise gefällt ihm auf Anhieb, als er auf der Nutris-Plattform landet, um dort drei Ressourcen für Valta zu stehlen, kurz bevor die Plattform vernichtet wird. Er freundet sich in der kurzen Zeit tatsächlich mit ihr an und nimmt sie kurzerhand mit in die Zukunft und rettet ihr Leben. Dort angekommen fühlt er sich permanent für Elise verantwortlich, lässt sich von ihr aber auch zu jeglicher Idee, welche sie hat, überreden.

Elise. Ach, Elise. Sie lag mir nicht so richtig. Vielleicht, weil ich mir den Schock in die Zukunft transportiert zu werden doch nachhaltiger vorgestellt habe. Elise ist aber ein patentes Mädchen und findet sich nicht nur schnell damit ab, sondern versucht auch gleich alles zu ändern. Warum nicht gleich die Erde heilen? Ehrlich? Ich meine, kann es wirklich sein, dass James ausgerechnet genau die Biologin per Zufall mitgenommen hat, welche tatsächlich vielleicht das Wissen hat, die Erde zu heilen? Ach, ich weiß nicht. Und zusätzlich fand ich Elise einfach nicht sehr sympathisch. Sehr von sich eingenommen. Auf James hört sie schon gar nicht, obwohl sie sich ja gar nicht auskennt und permanent in Gefahr ist und einfach nur Glück hat, dass ihr nichts passiert.

Das Ende ist zwar abgeschlossen, aber doch offen. Ich weiß, verwirrend. Nennen wir es mal so: die erste Schlacht ist gewonnen, aber der Krieg ist noch im Gange. Ich gebe zu, das ist immer nicht mein Ende. Es setzt voraus, dass ich den nächsten Teil haben möchte, weil ich ja wissen will, wie es ausgeht. Allerdings dauert das ja meist, so dass ich bis dahin oft gar nicht mehr daran interessiert bin. Der Fluch der Serie sozusagen. Neben der nervigen Elise und dem leider nur halb abgeschlossenen Ende ist es dem Autor aber trotzdem gelungen mich über weite Strecken zu fesseln. Hauptsächlich mit der zukünftigen Welt, die vermutlich noch viel mehr zu bieten hat, als man darüber lesen konnte, aber auch weil er ein Thema aufgreift, welches durchaus auch aktuell ist: die Macht der Konzerne.

In Chus Zukunft gibt es nur noch ein paar, aber sehr mächtige Konzerne. So richtig tief lässt er dort noch nicht blicken, doch die Konzerne sind nicht nur besser ausgestattet als alle anderen Menschen oder Organisationen, sondern sie haben auch die Macht über die Chronocom – natürlich nur inoffiziell. Und damit lässt er bei mir die Frage entstehen: wie groß ist die Macht der Konzerne denn heute schon? Bestechung und Korruption, Abhängigkeit und Gedankenlosigkeit machen Organisationen und Kontrollstellen schwach und nutzlos – ein gefundenes Fressen für die Konzerne.

Fazit:
Ein spannender Blick in die Zukunft der Erde, der Fragen aufwirft, die man sich durchaus auch in unserer heutigen Gegenwart stellen kann. Trotzdem lag mir Elise einfach nicht und auch das offene Ende ist nicht mein Fall.

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