Miranda Richmond Mouillot: Anna und Armand

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Miranda Richmond Mouillot: Anna und Armand
Untertitel
Wie meine Großeltern im Krieg die Liebe fanden und das Leben sie doch für immer trennte
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
A fifty-year silence
ET (Original)
2015
ISBN-13
9783809026549

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Als ich auf die Welt kam, knotete mir meine Großmutter ein rotes Band um das linke Handgelenk, um den bösen Blick abzuwehren.

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Sie fanden die Liebe. Sie überlebten. Und sprachen 50 Jahre kein Wort mehr miteinander.

1948, nachdem sie gemeinsam den Zweiten Weltkrieg überlebt haben, kaufen Anna und Armand – die Großeltern der Autorin – ein altes Steinhaus in einem abgelegenen, malerischen Dorf in Südfrankreich. Fünf Jahre später packt Anna ihre Sachen und verlässt Armand. Die Schreibmaschine und die Kinder nimmt sie mit. Abgesehen von einer kurzen Begegnung, haben die beiden nie mehr miteinander gesprochen, nie neu geheiratet oder irgendjemandem offenbart, was sie so unwiederbringlich entzweit hat.

Dieses Buch ist die mitreißende Geschichte der Reise, die Miranda Richmond Mouillot unternahm, um zu den Wurzeln dieses verbitterten, unbeugsamen Schweigens vorzudringen. Einer Reise, auf der sie lernte, wie man nicht nur überlebt, sondern das Leben in all seiner Schönheit umarmt – indem sie das alte Steinhaus und das kleine südfranzösische Dorf zu ihrem Zuhause machte und die Liebe fand …

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Auf den Spuren der Großeltern

Die US-amerikanische Autorin Miranda Richmond Mouillot auf den Spuren ihrer Großeltern.

Anna und Armand überleben die Gräuel der Shoa und kaufen sich einige Zeit später ein Haus in Südfrankreich. Gerade einmal fünf Jahren später nimmt Anna die Kinder und ihre Schreibmaschine - und geht. Das einstige Paar wird fünfzig Jahre lang kein Wort miteinander wechseln...
Miranda Richmond Mouillot kennt diese Situation um ihre Großeltern nicht anders. Als Jugendliche kommt sie von North Carolina auf ein französisches Internat. Ihr Großvater, der am Genfer See lebt, ist sehr verschlossen, was die Vergangenheit mit Mirandas Großmutter angeht. Aber auch ihre Oma schweigt freundlich, aber beharrlich, wenn die Rede auf ihren ehemaligen Ehemann kommt.
Doch Miranda versucht die wenigen Fetzen, die sie über diesen schwarzen Fleck in der Vergangenheit ihrer Familie, weiß, zusammenzusetzen. Als die Großmutter das alte Steinhaus in Frankreich verkaufen möchte, der Großvater sich jedoch beharrlich weigert, fährt Miranda erneut nach Frankreich. Dort verliebt sie sich nicht nur in das alte Gemäuer und die Sehnsucht, das Geheimnis ihrer Großeltern endlich zu lüften, wird immer wichtiger.
Die Lebensgeschichte dieser beiden sehr willensstarken Personen hat mich stark fasziniert, aber ehrlicherweise liegt der Fokus dieses Buches eher auf der Ich-Erzählerin, sprich der Autorin selbst. Es geht um ihren Blickwinkel, um ihre Nachforschungen und ihre Entwicklung während ihrer Suche nach der Wahrheit. Um dies nachvollziehen zu können, findet sich im Buch ein Karte mit den Eckdaten von Anna und Armand, so dass ich das Gefühl hatte, das Zusammenfügen der Puzzleteile noch besser nachvollziehen zu können.

Das die Geschehnisse nicht direkt, sondern nach und nach über die Perspektive der Autorin einfließen, macht sie nicht weniger bewegend. Nachdem Anna und Armand all die Schrecken überlebt haben, müssen sie feststellen, dass ihre Erlebnisse sie auf immer verändert haben. Doch wie prägen sie auch Mirandas Leben?

Dieses Buch ist kein Roman, sondern die Geschichte einer Frau, die auf der Suche nach ihren Großeltern und deren Erlebnissen in den 40er Jahren - aber auch eine Suche nach den eigenen Wurzeln. Sicherlich ist ein wichtiger Faktor die historischen Ereignisse des Zweiten Weltkrieges und des Holocaustes, aber im Mittelpunkt stehen die persönlichen Entwicklungen und das Zwischenmenschliche - auch der folgenden Generationen. Für mich ein sehr berührendes, persönliches und streckenweise erschütterndes Buch, das mich von Anfang bis Ende gepackt hat. Es trägt in meinen Augen seinen Teil zur Aufarbeitung bei und widersetzt sich zurecht einer möglichen Schlussstrich-Mentalität.

Fazit: Eine absolute Leseempfehlung!

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Gegen das Vergessen

Miranda Richmond Mouillot ist ein Kind und kennt es nicht anders. Ihre Großeltern haben sich getrennt und nie mehr miteinander gesprochen. Aber da muss doch einmal eine Beziehung gewesen sein. Als Jugendliche beginnt sie zu hinterfragen. Sie ist zu Besuch bei ihrem Großvater Armand in Genf. Er ist ein schwieriger Mensch. Doch dass er auf ihre Fragen zu der Beziehung ihrer Großeltern nur mit wütendem Verweigern von Antworten reagiert, ist Miranda unverständlich. Sie wendet sich auch an ihre Großmutter Anna, die eine starke und offene Frau ist und zu der sie eine enge Bindung hat. Aber auch ihre Großmutter verweigert freundlich, aber beharrlich Antworten auf Mirandas Fragen.
Da gibt es ein altes, ziemlich verfallenes Häuschen, welches der Großvater wenige Jahre nach dem Krieg für seine Familie kaufte. Die Großmutter möchte es verkaufen, der Großvater weigert sich hartnäckig. Miranda reist nach La Roche und gleich hat das Haus es ihr angetan. Es bringt sie dazu, sich mit der Geschichte ihrer Großeltern zu beschäftigen und dem Rätsel auf die Spur zu kommen.
Doch was macht man, wenn man auf dem direkten Weg nicht weiterkommt? Penetrantes Nachbohren würde unweigerlich Barrikaden aufbauen. Also bleibt nur die Möglichkeit, anderweitig Informationen zu suchen. Miranda recherchiert über viele Jahre, um mehr über ihre Familie und letztendlich über sich selbst zu erfahren. Mehr als zehn Jahre nutzt sie alle sich bietenden Gelegenheiten, um Hinweise und Informationen zu finden. Puzzleteilchen für Puzzleteilchen trägt sie zusammen und langsam fügt sich alles zu einem Bild.
Es ist eine sehr berührende Geschichte über Anna und Armand, welche die Gräuel des zweiten Weltkrieges überlebten und sich dann eine paar Jahre nach Kriegsende in La Roche niederließen. Doch fünf Jahre später hat Anna Armand verlassen und sie haben nie mehr miteinander gesprochen und auch nie über das gesprochen, was zu der Trennung führte. Es hat mich sehr bewegt, die Geschichte von Anna und Armand mitzuerleben. Nachdem sie so viel mitgemacht und den Krieg und die Lager überlebt haben, ist der Grund ihrer Trennung umso erschütternder.
Wie bewegend muss das alles für Miranda gewesen sein? Es ist ihre Geschichte, die Geschichte ihrer Familie und ein Stück Zeitgeschichte, und es ist ein empfehlenswertes Buch, welches dazu beiträgt, nicht zu vergessen, was damals geschehen ist.

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Auf den Spuren der eigenen Wurzeln...

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil es auf einer wahren Begebenheit beruht und mich Familiengeschichten, die mit der Zeit des 2. Weltkrieges zu tun haben, einfach faszinieren. Unvoreingenommen begann ich mit der Lektüre.

Im Buch geht es vorrangig um die Autorin dieses Romans, die sich auf Spurensuche begibt. Sie möchte herausfinden wie umfassend die Liebe ihrer Großeltern wirklich war und warum diese dann trotzdem zerbrach. Wird sie das Geheimnis lüften können? Und was nimmt sie selbst von der Reise für sich mit?

Gelungen finde ich, dass dem Buch eine Karte vorangestellt ist, sowie eine Zeittafel wo sich Anna und Armand aufhielten und an welchen Orten sie aufeinander trafen.

Die Autorin schildert ihre Recherche aus der Ich- Perspektive, was ich als gelungen empfinde, denn sie war bei zahlreichen Begebenheiten ja gar nicht dabei, sondern kennt diese ausschließlich von Erzählungen. Dadurch wirkt das Geschriebene authentischer. Die Handlung gleicht einer Schnitzeljagd, die sich nach und nach zusammensetzt, so dass man als Leser sich gut in die Gedanken- und Gefühlswelt von Frau Mouillot hineinversetzen kann.

Der Roman ist ein Auf und Ab der Gefühle, denn die Gründe, warum sich das Liebespaar von einst auseinander lebte, sind so realistisch dargestellt, dass sie einem beim Lesen sehr nahe gehen.

Gut gefallen hat mir zudem, dass immer mal wieder Familienbilder eingestreut sind, was die Vorstellungskraft zusätzlich anregt.

Fazit: Eine wahre Geschichte, die unter die Haut geht. Wer Familiengeschichten mag, der wird hier Gefallen dran finden. Kurzweilige Unterhaltung, die mich nicht mehr los gelassen hat. Lesenswert!

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