Ernst Walter Henrich, Gabriele Lendle: Ab jetzt vegan!

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Ernst Walter Henrich, Gabriele Lendle: Ab jetzt vegan!
Untertitel
Über 140 Rezepte: Gesund essen ohne tierische Produkte
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783830466604

Informationen zum Buch

Seiten
156

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Schlagworte

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Nix wie weg! Fleischfreies Grillgut, Risotto ohne Butter, Kuchen ohne Ei? Aber klar doch! In der veganen Küche ist alles möglich, der Abwechslung sind keine Grenzen gesetzt. Gutbürgerliche Rezeptklassiker, asiatische und mediterrane Küche oder Experimente mit makrobiotischen Zutaten: Hier gibt es für jeden Anlass und Geschmack das passende Rezept - garantiert ohne tierische Produkte. -

Über 140 Rezepte: Egal, ob Sie Lust haben auf einen veganen Schnupperkurs, direkt voll einsteigen möchten oder bereits überzeugter Veganer sind # hier wird jeder fündig. - Tipps für den veganen Alltag: So meistern Sie auch das Grillfest unter Fleischliebhabern und Reisen ins vegane Niemandsland. - Ihrer Gesundheit zuliebe: Vegan ist gut für Tier und Klima - v. a. aber fördern Sie Ihre Gesundheit. Studien haben es längst belegt: Veganer sind gesünder und fitter als eingefleischte Liebhaber von Steaks und Milchprodukten. Sie bekommen seltener Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und können bereits bestehende Krankheiten deutlich verbessern oder sogar heilen. Vegane Ernährung als Therapieoption ohne Nebenwirkungen - probieren Sie es aus!

Kochbuchtest mit Bildern im Bücherforum: Ab jetzt vegan!

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Eignet sich hervorragend als Standardkochbuch

"Es ist für mich zum Beispiel immer noch erstaunlich, wie viel bunter und abwechslungsreicher die vegane Ernährung im Vergleich zur tierlichen ist." Dies schreibt Gabriele Lendle in ihrem Vorwort und ich kann ihr von Herzen zustimmen. Das Buch beweist dies mit 140 wunderbaren Rezepten, die nicht nur vegan, sondern auch lecker und gesund sind. Doch bevor es mit dem Kochen und Genießen losgeht, liefert die Autorin eine Fülle an Informationen für Einsteiger in die vegane Küche. Sie beginnt mit einer Übersicht zu veganen Basics: Wie vollwertig sollte die Ernährung sein? Wie vitalstoffreich? Wie geht man bei der Umstellung am besten vor und was macht man, wenn man auf Reisen ist? Was sind überhaupt makrobiotische Zutaten und schließlich liefert sie noch die Top 10 der Standardfragen, mit denen jeder Veganer früher oder später konfrontiert wird ("Und wie machst Du das dann mit dem Eiweiß?").

Diesem Einführungsteil folgen dann jede Menge Gerichte zu Frühstück, Suppen, Salaten, Hauptgerichten, Beilagen, Kuchen, Gebäck, Brot, Süßspeisen und Desserts. Man findet Brotaufstriche ebenso wie die unterschiedlichsten Getreide- und Gemüsegerichte. Und da Gabriele Lendle nichts von Fleisch-, Wurst- und Käseersatzprodukten hält, finden sich diese erfreulicherweise auch so gut wie gar nicht in den Rezepten, die stark von Einflüssen den 5-Elemente-Küche und der Vollwertküche nach Dr. Bruker geprägt sind. Ein Buch, welches vollwertig und vitalstoffreich ausgerichtet ist und trotzdem leckere Rezepte liefert? Geht das denn? Spätestens, wenn man das Seitan-Geschnetzeltes mit Estragon und Senf probiert, kann man dem aus vollem Herzen zustimmen. Und für die Nicht-Veganer in der Familie bietet Lendle noch vier saisonale Überzeugungsmenüs mit einer wunderbar undogmatischen und realitätsnahen Einleitung.

Nicht nur das Geschnetzelte hat mich begeistert, sondern auch die anderen Gerichte, die überwiegend schnell zuzubereiten sind und gut gelingen. Der Kohlrabi-Karotten-Salat mit Frühlingskräutern ebenso wie die Mais-Pizza, die aus einem Polenta-Boden besteht und mit Gemüsesugo belegt gebacken wird. Der Fülle an Rezepten und der moderate Preis sind natürlich auch den Abbildungen geschuldet. Das Buch gefällt mir in seiner Aufmachung sehr gut (ja, mir gefällt sogar das Cover), aber man kann dafür nicht erwarten, dass jedes einzelne Gericht bebildert ist.

Sehr gut gefällt mir auch die undogmatische Herangehensweise von Gabriele Lendle und ihre Erzählungen hatten für mich sehr hohen Wiedererkennugnswert, denn ebenso wie sie konnte ich mir anfangs nicht vorstellen, jemals Gefallen an Kaffee mit Sojamilch zu finden (mein Geschmack hat sich aber so um gewöhnt, dass ich diese Kombination gerne genieße). Ebenfalls esse ich, seitdem ich vegan lebe, auch sehr viel weniger Brot und empfinde die Ernährung insgesamt als viel abwechslungsreicher.

Auf den letzten Seiten kommt schließlich noch Co-Autor Dr. med. Ernst Walter Henrich zu Wort (leider erscheint dieser mir dann doch ein bisschen dogmatischer als Gabriele Lendle). Er erklärt die Zusammenhänge im Kapitel "Vegan - Was sagt die Medizin dazu?". Dabei erwähnt er Studien (hier muss erneut die in Veganerkreisen oft zitierte China Study herhalten), schreibt über die Bestandteile unserer Lebensmittel und ernährungsbedingte Krankheiten. Besonders erschütternd finde ich hierbei auch die Antwort des Arztes auf die Frage, wie seine Medizinerkollegen auf das vegane Thema regiert haben: "Die meisten Kollegen, mit denen ich gesprochen habe, halten die vegane Ernährung für gesund. Sie haben sich aber nie weiter damit beschäftigt, weil Prävention für sie keine Rolle spielt."

"Ab jetzt Vegan!" eignet sich hervorragend als Standardkochbuch neben "Vollwertig und vegan genießen" und sollte in jeder veganen Hobbyküche Platz finden. Durch die meistens leicht erhältlichen Zutaten ohne Ersatzprodukte werden aber auch interessierte Allesesser viele leckere Rezepte darin finden.

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Augen auf beim Einkauf und dann ran an die Töpfe

Nicht alle Lebensmittel sind gesund. Auch die pflanzlichen nicht, keine Frage. Schließlich kommt es auch dabei auf die Bodenverhältnisse und Anbaubedingungen an. Auch dort nimmt die Natur im ungünstigen Fall Schaden. Auch dort kommen (bei uns) unerlaubte Mittel zum Einsatz, je nachdem wo das Produkt herkommt. Auch dort heißt es, Augen auf beim Einkauf.

Dennoch: Gute Gründe, sich vegetarisch oder gar vegan zu ernähren, gibt es viele. Dabei denke ich nicht nur an die Massentierhaltung, wo man Tiere nicht als fühlende Lebewesen, sondern lediglich als Produkte sieht, mit denen man Profit machen kann. Die Haltungsbedingungen erinnern oft an KZs, wobei die Tiere jedoch mehr zu fressen bekommen. Was ist natürlich fraglich, denn bedauerlicherweise werden heutzutage nicht nur unsere Lebensmitteln mit Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern versetzt, nein auch die Tiere bekommen Futter, das mit Geschmacksverstärkern aufgepeppt wird. Klingt seltsam, ist aber EU-seitig erlaubt, wie man u. a. im Internet auf efsa.europa.eu nachlesen kann. Die Schlachtbedingungen? Weder das geruchsneutral verpackte Fleisch im Supermarkt noch das appetitlich aussehende offen präsentierte Fleischstück beim Schlachter zeigt uns, was die Tiere auf dem Weg zum Schlachthof erleiden oder wie besagte Schlachtung aussieht. Oder denken wir an die Antibiotika und sonstigen Medikamente, die in der Massentierhaltung eingesetzt werden. Die wirken sich nicht nur auf das Fleisch, sondern auch auf die Milchprodukte, und damit auf uns aus. Oder daran, dass Fleisch in den Massen, in denen es hierzulande genossen wird, für eine stetig steigende Zahl an Zivilisationskrankheiten sorgt. Oder daran, dass die oft minderwertige Qualität von tierischen Produkten (rein haltungsbedingt entstanden) mit Zusatzstoffen aufgepeppt werden muss, die wiederum für Allergien und Ähnliches beim Verbraucher sorgen. Dass vieles (bedauerlicherweise auch pflanzliche Produkte) mit bisweilen betrügerischen Kennzeichnungen und Marketingtricks an den Mann gebracht wird. Erst vorgestern kam auf SWR eine NDR-Produktion genau darüber, in dem von Klebefleisch und Konsorten die Rede war. Nicht zu vergessen natürlich die Milliardensubventionen, die der Massentierhaltung zugutekommen. Auch dazu gab es erst kürzlich einen sehr interessanten Bericht. Gründe über Gründe also, bisherige Ernährungsweisen zu überdenken, nicht wahr?

Ich hoffe, dass ich mit dem gerade Geschriebenen niemandem den Appetit verdorben habe. Das wäre schade. Obwohl ich mir durchaus hin und wieder etwas Fleisch gönne und auch tierischen Produkten wie Eiern, Milch oder Honig nicht zu 100% abgeneigt gegenüberstehe, habe ich nämlich gerade einen Titel aus dem Hause TRIAS vor mir liegen, der Ab jetzt vegan heißt. Das Autorenduo Gabriele Lendle und Dr. med. Ernst Walter Henrich präsentiert darin einiges, was sich nicht nur interessant, sondern auch sehr lecker liest oder ansieht.

Lendle, die nach einer rheumatischen Erkrankung ihre Ernährung zunächst auf vegetarisch und dann vegan umstellte, merkte eine verblüffende gesundheitliche Veränderung. Kein Wunder also, dass sie begeistert herumexperimentiert, was man aus pflanzlichen Lebensmitteln so alles zaubern kann. Wer mehr über die in Stuttgart lebende Autorin erfahren möchte, sollte ihre Autorenseite aufsuchen (gabriele-lendle.de).

Auch Henrich ist Veganer, ernährt sogar seinen Hund so. Da der mittlerweile 19 Jahre alt ist, kann diese Ernährungsform nicht so schädlich für ihn sein. Henrich, Mediziner und Naturheilkundler, engagiert sich im Bereich Gesundheitsvorsorge, Hautpflege und Ernährung, und vermittelt sein Wissen auch in Seminaren. Auch er hat eine Homepage, die einen Blick darauf wert ist (provegan.info).

Das Duo präsentiert denn auch in Ab jetzt vegan über 140 Rezepte ohne tierische Produkte und Wissen über die vegane Ernährung, das es sich anzueignen lohnt. Von außen hätte ich jetzt (den Titel einmal außer Acht lassend) nicht sofort auf ein Kochbuch getippt. Es sieht gleichermaßen sachlich wie comicartig aus. Denn auf dunkelblauem Grund sieht man neben der in verschiedenen Grüntönen gehaltenen Schrift auf dem Cover ein Schweinchen. Oder jedenfalls seinen Kopf (von den Ohren bis zur Nase). Think pink scheint es zu denken, öffnet es doch hoffnungsfroh ein Auge und starrt den Betrachter des Covers an, während es ihm auf der Buchrückseite vertrauensvoll den Rücken zuwendet und sein Ringelschwänzchen zeigt. Dort kommt dann der Kochbuchgedanke schon näher, da man darauf auch drei Fotos von Rouladen, einer Maispizza oder eines Heidelbeer-Pancakes findet. Besagtes Schweinchen begegnet uns innen auf der Titelseite übrigens ein weiteres Mal. Gleich darauf erwartet LeserInnen auf Seite 4 und 5 das Foto einer Mais-Pizza, bevor die Aufmerksamkeit mit der Inhaltsangabe auf die einzelnen Kapitel des Buches gelenkt wird.

Nach einem Vorwort Lendles geht es dann schon an die Basics veganer Ernährung, die unter anderem offenbart, dass sich unangenehmer Schweißgeruch verflüchtigt, wenn man auf tierische Produkte verzichtet. Den kann man natürlich auch mit Wasser und Seife sowie Deos bekämpfen, aber in dem Moment, als ich das las, fiel mir tatsächlich ein Bekannter (Veganer) ein, der trotz intensivem Sport (Triathlon und Klettern) auch schweißüberströmt nie unangenehm nach diesem riecht bzw. roch, obwohl ich nie ein Deo in seinem Bad gesehen habe. Und die Bemerkung einer serbischen Kollegin (muslimischen Glaubens), die ihren Freund (christlichen Glaubens und überzeugter Schweinefleischesser) immer mal wieder mit den Worten begrüßte „Boah, hast du wieder Schweineschnitzel gegessen? Du stinkst danach.“ Das bekommt in dem Zusammenhang eine ganz andere Bedeutung …

Wie auch immer. Man bekommt Tipps wie man vegan unterwegs sein kann und erfährt, warum man vor makrobiotischen Zutaten keine Angst haben muss. Wird darüber informiert, wie man seine Ernährung erfolgreich umstellt, und bekommt Anregungen für eventuelle Antworten auf die typischen Fragen, die man im Zuge einer solchen Umstellung sicherlich zu hören bekommt.

Dann folgen Lendles Rezepte, die von Frühstücksideen bis zu festlichen Menüs alles abdecken. Etliche halb oder ganzseitige, manchmal auch Seiten übergreifende Fotos machen eindeutig Appetit. Nicht jeder im Bekanntenkreis ist Veganer? Auch die kann man mit beruhigtem Gewissen nach den in Ab jetzt vegan kenntnisreich und liebevoll zusammengestellten Rezepten bekochen, ohne Angst haben zu müssen, dass jemand davonläuft. Es gibt ganze Jahreszeitenmenüs. Anregungen für Variationen und kleinere Tipps für besseres Gelingen runden alles gekonnt ab. Und mit der Suche nach den Zutaten dazu muss man heutzutage glücklicherweise auch auf dem Land keine Tage mehr verbringen. Sprich, man kann die gut beschriebenen Anleitungen (auch als Novize in der Küche oder grundsätzlich veganer Ernährung) leicht nachmachen. Bereits in diesem Rezeptteil erfährt man auch generell Wissenswertes. Etwa, dass Gerste sich positiv auf unser Nervensystem auswirkt und die Konzentrationsfähigkeit fördert, Gelenkschäden und Krampfadern vorbeugen und einen gereizten Darm beruhigen kann.

Warum die vegane Ernährung das Beste ist, was unserer Gesundheit, unserem Körper, passieren kann, darauf geht Henrich dann im Kapitel Vegan – was sagt die Medizin dazu? ausführlicher ein. Bevor es jedoch soweit ist, finden interessierte LeserInnen ein Interview mit dem Autor, da auch der Verlag mit dem Buch Neuland betritt.

Übrigens: Obwohl man mit veganem Essen Gutes für die Gesundheit tun kann, habe ich darin ein Rezept gefunden, das tatsächlich den Untertitel Sehr ungesund, aber sündhaft lecker trägt. Und auch das Rezept für das Mousse au Chocolat zeugt davon, dass veganes Essen längst aus weit mehr als gekeimten Körnern und Rohkost besteht. Prompt habe ich das Tiramisu ausprobiert und muss sagen, ja, mhm, ich hätte gerne noch eine Portion. Und – Vorratsschrank sei Dank – die Zutaten für das auf Seite 56 beschriebene Couscous mit getrockneten Tomaten fanden sich auch sofort auf der Arbeitsplatte, besagter Couscous bald darauf noch vor dem Tiramisu in unseren Mägen. Sogar meine kleine Nichte, hauptamtlicher und absoluter echter Rührei-Fan, aß das Tofu-Rührei (ohne Ei natürlich) mit Hochgenuss, nachdem sie sich zunächst über Tomaten und Sprossen gewundert und ihr Näschen hochgezogen hatte. Den veganen Parmesan teste ich heute Abend. Und in den nächsten Tagen sukzessive weitere Rezepte. Übrigens, wer Kalorien zählt und es sich mit einem Blick auf Kalorienangaben leichter machen will, wird diese vergeblich suchen.

Fazit:

Ob man bei seiner Ernährung gänzlich auf tierische Lebensmittel verzichten möchte oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ratgeber und Kochbücher wie das vor mir liegende Ab jetzt vegan erleichtern die Entscheidung eventuell. Aufschlagen, nachschlagen und vor allem nachkochen lohnt sich bei diesem Ab jetzt vegan auf jeden Fall und ich denke, sowohl die, die persönliches (Ernährungs-)Neuland betreten, wie auch jene, die sich schon in der veganen Küche auskennen, werden ihre Freude daran haben. Für diejenigen, die keinen Wert auf das haptische Vergnügen eines gedruckten Buches legen, gibt es übrigens auch die E-Book-Variante. Ob so oder so, man findet neben einer Fülle an Informationen leckere Rezepte darin. Diese lassen sich leicht nachkochen. Auch schnell. Was ja heute neben günstig ein wichtiger Aspekt für viele ist. Doch die bei den Rezepten angegebenen Zeitangaben erleichtern die Rezeptwahl eindeutig. Und dann bleibt nur noch auf den Tisch damit und genießen … Ab jetzt vegan bekommt fünf von fünf Punkten von mir.

Copyright © 2012, Antje Jürgens (AJ)

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