Alan Weisman: Die Welt ohne uns

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Alan Weisman: Die Welt ohne uns
Untertitel
Reise über eine unbevölkerte Erde
Verlag
ET (D)
2007
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The World without us
ET (Original)
2007
ISBN-13
9783492051323

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in

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Angenommen, die Menschheit verschwindet von einem Tag auf den anderen von unserem Planeten: Welche Spuren hinterlassen wir auf der Erde? Alan Weisman beschreibt, wie die Welt ohne uns der Auflösung anheimfällt, wie unsere Rohrleitungen zu einem Gebirge reinsten Eisens korrodieren, warum einige Bauwerke und Kirchen womöglich als letzte Überreste von Menschenhand stehen bleiben, wie Ratten und Schaben ohne uns zu kämpfen haben und dass Plastik und Radiowellen unsere langlebigsten Geschenke an den Planeten sein werden. Schon ein Jahr nach unserem Verschwinden werden Millionen Vögel mehr leben, weil die Warnlichter unserer Flughäfen erloschen sind. In 20 Jahren werden die großen Avenues in Manhattan zu Flüssen geworden sein. Unsere Häuser halten 50, vielleicht 100 Jahre. Großstädte in der Nähe von Flussdeltas, wie Hamburg, werden in 300 Jahren fortgewaschen. Und nach 500 Jahren wächst Urwald über unsere Stadtviertel. 

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Interessante Umsetzung

Alan Weisman hat mit seinem Buch "Die Welt ohne uns" ein, wie schon erwähnt, überaus interessantes und aufschlussreiches Buch über die Menschen und ihren Umgang mit der Erde geschrieben.

Man sollte von diesem Buch keine Sience-Fiction-Berichte erwarten oder Vorstellungen darüber, wie genau der Mensch zu seinem Ende kommt (auch wenn dieser Bereich kurz gestreift wird).
Alles, worum es Weisman geht, ist die Beobachtung. Was geschieht, wenn es keine Menschen mehr gibt? Es ist zu einfach, zu sagen, dass alles wieder so wird, wie es war, bevor der Mensch damit begann, auf den Lauf der Natur einzuwirken.

Seit Jahrhunderten verändern wir das Anlitz der Erde, pumpen Giftstoffe in die Luft und spalten Atome. Weisman denkt auch daran, zu fragen, was mit den riesigen Mechanismen geschieht, die von Menschenhand gesteuert sind, wenn plötzlich keiner mehr da ist, um sie zu steuern. Auch solche Fragen wollen geklärt sein. Ebenfalls nimmt der Autor Gebiete unter die Lupe, die von den Menschen aufgegeben wurden, und in denen die Natur wieder die Regie übernommen hat. Ob Naturschutzgebiete, demilitarisierte Zonen oder Tschernobyl - Weisman besucht sie alle und bringt uns viele Informationen mit.

Diese Informationsfülle macht das Buch zu einem Werk, das sich nicht so leicht lesen lässt, auch wenn Alan Weisman alles daran setzt, dass man "Die Welt ohne uns" gut lesen kann. Oft wird die direkte Rede verwendet, wenn Biologen, Physiker, Ingenieure und Umweltschützer uns ihr Wissen präsentieren. Wir erfahren ihre Lebensgeschichte und wie sie zu den Fachleuten wurden, die sie heute sind. Doch kommt man als Leser nicht darum herum, sich mit vielen physischen Gesetzen und Namen auseinanderzusetzen. Dies braucht es, um zu erklären, welche Kettenreaktion das Verschwinden der Menschheit auslösen würde. Dennoch achtet Weisman darauf, den Durchschnittsleser nicht zu überfordern.

Jedoch bleiben wir auf dieser speziellen Reise nicht nur in der Gegenwart, sondern wir schauen uns auch die Welt an, wie sie war, bevor der Mensch auftrat und was er tat, nachdem die ersten Zweibeiner aktiv auf die Natur einzuwirken begannen. Neben vielen Informationen darüber, wie die Natur funktioniert, wie Tiere sich anpassen können oder aussterben und darüber, wie unsere Städte aufgebaut sind, erfahren wir somit auch einiges an neuem Allgemeinwissen (so erfuhr ich viel Neues über den Panamakanal).

Ich war von der Lektüre von "Die Welt ohne uns" überaus begeistert. Zwar haben mir manche Themen gefehlt, zum Beispiel was mit den Zootieren geschehen würde oder mit anderen Haustieren. Dies wird nur gestreift, mich hätte es jedoch weiter interessiert. Mir gefiel es, dass Weisman neutral berichtet. Er hat hier keineswegs einen Ökö-Schocker mit erhobenem Zeigefinger geschrieben, sondern er berichtet einfach über den Zustand des Planeten, wie er ist und was der Mensch damit zu tun hat.

Weisman erwähnt mehrmals, dass wir nicht genau wissen können, was mit der Erde geschieht, wenn der Mensch weg ist. Dass das ganze nur ein Gedankenexperiment ist. Ein Gedankenexperiment jedoch, das es dringend gebraucht hat. Zeigt es uns doch, was wir aus unserem Planeten machen.
Schlussendlich stimmt Weisman jedoch mit gewissen Spezialisten darüber mit ein, dass es nur einen Weg gibt, um den Planeten zu entlasten und den Menschen vor dem Aussterben zu schützen: Chinas Ein-Kind-Politik auf die ganze Welt ausgeweitet.

Fazit: Alan Weismans "Die Welt ohne uns" ist eine Lektüre, die sich vor allem für Umweltschützer und Naturfreunde geeignet, die sich fragen, was eigentlich gerade mit unserem Planeten geschieht. Und natürlich eignet sich das Buch hervorragend für all jene, die sich selbst schon ein Szenario ausgemalt haben, darüber, was ohne Menschen geschehen würde. Hier sind viele Experten befragt worden, die alle ihr Fachwissen einbringen und dazu beitragen, dass der Leser ein umfangreiches, wenn natürlich auch nicht komplettes, Bild davon erhält, was geschehen könnte (!), wenn der Mensch von der Oberfläche verschwindet.

Da das Buch jedoch nicht ganz einfach zu lesen ist, ist es eher für fortgeschrittene und erfahrenere Leser geeignet. Wer jedoch Geduld hat und sich immer wieder einen Brocken vornimmt, wird auch so in den Genuss dieses aufschlussreichen Werkes kommen. Ich selbst hatte viele Aha-Erlebnisse und wurde in manchen Dingen bestätigt, die ich bereits wusste oder geahnt hatte. Obwohl auch für mich das Lesen nicht immer ganz einfach war, hatte mich Weisman bald gepackt und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

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