Martin Rütter: Jagdverhalten bei Hunden

 
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Martin Rütter: Jagdverhalten bei Hunden
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783440143896

Informationen zum Buch

Seiten
128

Sonstiges

Originalsprache
deutsch

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Spaziergänge mit dem Hund könnten so schön sein – wären da nicht die endlos langen Wartezeiten am Waldrand, während der Hund zum Jagen von Wild verschwunden ist. Aber auch unkontrolliertes Jagen von Joggern und Fahrradfahrern wird schnell zum Problem. Martin Rütter und Andrea Buisman erklären, warum Hunde jagen, und zeigen, wie man Jagdverhalten kontrollieren kann. Dabei steht die gemeinsame Beschäftigung von Mensch und Hund im Vordergrund.

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Trainingsaufbau erfolgt hier idealerweise vom Welpenalter an

Das Buch ist aufgeteilt in vier Abschnitte und bietet für mich umfassende Informationen und Erklärungen über das Jagdverhalten unterschiedlicher Hunderassen. Denn nicht nur die bekannten Jagdhunde, sondern auch Hüte-, Wind-, Herdenschutz- und Nordische Hunde sowie Mischlinge und Straßenhunde, um einige im Buch beschriebene Rassen zu nennen, zeigen Elemente des Jagdverhaltens. Dabei zeigen unterschiedliche Rassen unterschiedliche Stufen der Jagdkette, manche nur schwach ausgeprägt, manche dafür stark. Um diese unterschiedlichen Verhaltensweisen zu wissen oder zu erkennen und damit gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Hunde im Alltag und im Training eingehen zu können, dafür bietet dieses Buch eine gute Hilfe.

1 JAGDVERHALTEN DES HUNDES

Dieser Abschnitt bietet allgemeine Informationen darüber, warum Hunde jagen, wann Hunde jagen und wie sie das Jagen von Klein auf erlernen. Dabei wird auf die Welpen- und Junghundephase eingegangen, die prägend wirkt, denn die jungen Hunde lernen spielerisch nicht nur die Elemente der Jagd, sondern auch WAS sie jagen. Gezeigt werden auch Situationen, an denen man Jagdverhalten erkennt, z. B. Stöbern im Gebüsch oder etwas anschleichen oder fixieren (auch wenn es andere Hunde sind)

2 ELEMENTE DES JAGDVERHALTENS

Hier wird auf die Elemente der Jagd eingegangen: Orten ' Fixieren ' Anschleichen ' Hetzen ' Packen ' Töten ' Zerreißen ' Fressen. Es wird erklärt, wie die einzelnen Stufen aussehen und auch von verschiedenen Rassen unterschiedlich gelebt werden. So gibt es z. B. Hunde, wie die Windhunde, die Sichtjäger sind und über die Augen, sprich das Absuchen der Umgebung orten. Andere Hunde suchen über die Nase und orten darüber nach Beute. So wird hier jedes Jagdelement erklärt und auf erste Punkte, die beim Training zu beachten sein werden, eingegangen.

3 UNTERSCHIEDE IM JAGDVERHALTEN

Im Unterschied zum Wolf zeigen Hunde meist nicht mehr die volle Kette der Jagd, aber mehr oder weniger stark ausgeprägt einzelne Teile davon. Vieles ist gezielt durch Züchtungen verstärkt und erwünscht, gerade bei den sogenannten Jagdhunden. Aber auch die anderen Rassen zeigen Elemente der Jagdkette und auf die Unterschiede bzw. die unterschiedlichen Ausprägungen wird hier im Einzelnen eingegangen. So brauchen einige Rassen ganz besondere körperliche Auslastungen, für die das Training besonders anspruchsvoll sein kann, da sie spielerische Alternativbeschäftigungen eher sinnlos finden oder Einzelgänger sind. Bei anderen Rassen wiederum ist es leichter, sie z. B. durch Apportier- oder Fährtenspiele oder auch Agility zu beschäftigen, weil es ihrem Jagdverhalten entspricht und/oder sie es gewohnt sind, eng mit einem Menschen zu arbeiten. Für andere Rassen, deren Schwerpunkt auf den Elementen Hetzen und Packen liegt bieten sich wieder andere Trainingsmöglichkeiten. So wird hier in dem Abschnitt erklärt, welcher Trainingsansatz wichtig sein wird.

Die mittlerweile häufig vermittelten Straßenhunde, für die die Jagd zum Überleben gehört und die es nie gelernt haben, mit Menschen zusammenzuarbeiten, erhalten dabei ein Extra-Kapitel.

4 UMGANG MIT JAGVERHALTEN

Der vierte Abschnitt ist der längste Abschnitt des Buches und befasst sich nun mit dem Training und darunter folgenden Themen:

a) Alternatives Verhalten: Jagen bewusst fördern:
Hier wird gezeigt, wie wichtig es ist, den Hund seinen Anlagen entsprechend zu beschäftigen, denn nur primäre Motivation, also das, was der Hund sowieso gerne tut, bietet eine sinnvolle Alternative. Ist die Motivation nur sekundär, weil z. B. ein Leckerchen dafür geboten wird, wird die Alternativbeschäftigung irgendwann uninteressant und bietet keine Hilfe.

Für welchen Hund bietet sich welche Alternative? Je nach Veranlagung der Hunde kann man hier den Aufbau eines Apportiertrainings mit unterschiedlichen Gegenständen erlernen, die Möglichkeit von Hetzspielen z. B. mit der Reizangel kennenlernen, erfahren, wie man ein Suchspiel sichtbar und unsichtbar aufbaut, dem Hund das Anzeigen von Gegenständen beibringt oder eine Spur legt und den Hund darauf ansetzt.

b) Immer unter Kontrolle: Ein Leben lang:
Idealerweise beginnt das Training im Welpenalter mit der Prägung und Lenkung auf gewünschte Beute(spiele) und die Zusammenarbeit mit dem Menschen, um unkontrolliertes und unerwünschtes Jagen im Vorfeld schon zu vermeiden. Dafür wird in diesem Kapitel das 'Entdecker Jagdspiel' aufgebaut, in dem man mit seinem jungen Hund ein 'gemeinsames Jagdgebiet' erobert, in dem der Hund gezielt das Anschleichen, Erbeuten aber auch Liegenlassen der Beute erlernt. Dabei wird auch auf die Gefahren von Stöckchenspielen und der Anerziehung von 'Balljunkies' eingegangen. So sollte nach der etwas schwieriger werdenden Jugendzeit am Ende ein erwachsener Hund das Ziel sein, der Beute anzeigt und wartet, anstatt wild hinter allem her zu rennen.

c) Wichtige Signale ' ein Leben lang:
Dieser Abschnitt geht auf die für das Training wichtigen Signale wie Impulskontrolle ein, die man z. B. auch an vielen Alltagsbeispielen üben kann, den Abbruch des Jagdverhaltens durch den Einsatz der Pfeife und das Erfüllen des Bewegungsdrangs.

d) Anti-Jagd-Training: Mein Hund jagt!:
Wie lässt sich nun dieses Training nachträglich auf Hunde anwenden, die bereits unerwünschtes Jagdverhalten zeigen? Hier gibt es eine kurze Hilfestellung zur Anwendung der einzelnen Trainigsstufen, die im Prinzip ähnlich verlaufen, aber in der Intensität verstärkt oder mit neu aufgebauten Grundgehorsamssignalen (z. B. neuer Rückruf) erfolgen. Dann sollte sich nach etwa einem Jahr auch ein bereits jagender Hund wieder von der Schleppleine entwöhnen lassen.

e) Rücksichtnahme: Regeln in Wald und Feld:
Der letzte Bereich widmet sich der Rücksichtnahme gegenüber Menschen und Tier in Wald und Feld, z. B. wie man den Hund beibringt, auf den Wegen zu bleiben.

MEINE MEINUNG: Ich finde das Buch sehr informativ, gerade was die unterschiedlichen Jagdelemente bei verschiedenen Hunderassen betrifft. Ich habe in vielen Bereichen meinen Hund wiedergefunden, auch wenn ich keine der genannten Rassen besitze, sondern eine Mischrasse, die 'eigentlich nicht jagen sollte'. Die im Buch genannten Methoden wie z. B. Impulskontrolle waren mir zwar oft bekannt, weil ich selbst auch schon in der Hundeschule ein Anti-Jagd-Training mitgemacht habe, aber eher häppchenweise. Im hier erklärten Zusammenhang und mit dem hier beschriebenen konsequenten Aufbautraining von Anfang an, ist es dagegen sehr verständlich dargestellt und ich hätte gerne dieses Buch schon zum Welpenalter gelesen, denn dann hätte ich besser gewusst, wie alles zusammenhängt und wie ich von Anfang an vorbeugend vorgehen kann. So ist mir leider genau das passiert, was hier laut Training unbedingt hätte vermieden werden sollen, nämlich, dass der Welpe eine prägende 'Echt-Jagd' erlebt.

Mein Problem, nämlich der bereits jagende Hund, wird (auch laut Buch) also ein hartes und langes Stück Arbeit mit der Schleppleine werden. Was die reinen Grundlagen betrifft, so ist die Trainigsmethode nichts Neues, denn der Schwerpunkt liegt auf den bekannten Befehlen wie 'Sitz', 'Bleib', 'Hier' (neu aufgebaut). Interssant ist für mich, mich mit meinem Hund, seiner Jagd-Motivation entsprechend, neu zu beschäftigen und ihn damit abzulenken. Hier finde ich den Aufbau der einzelnen Alternativbeschäftigungen verständlich erklärt. Allerdings habe ich doch meine Zweifel, ob ich ich ihn alleine damit vom Jagen abhalten kann oder der neu aufgebaute Rückruf nicht doch wieder durch einen davonlaufenden Hasen vernichtet wird. Das wird die Zeit erst zeigen, Wunder sollte man bei diesem Ratgeber nicht erwarten. Wenn man allerdings von Anfang an mit seinem Welpen vorbeugend trainieren möchte, so bietet dieser Ratgeber eine meiner Meinung nach schöne und hilfreich wirkende Anleitung.

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