Juliet Marillier: Die Tochter der Wälder

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Juliet Marillier: Die Tochter der Wälder
Verlag
ET (D)
2001
Ausgabe
Digital
Originaltitel
Daughter of the Forrest
ET (Original)
1999
ISBN-13
ADKO_000547DE

Sonstiges

Übersetzer/in

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Informationen zum Hörbuch

Sprecher
Laufzeit (in Minuten)
1323

Handlungsort

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Irland im 9. Jahrhunderts nach Christi: Keltische Stammesfürsten verteidigen ihr Land gegen den Ansturm der Briten. Die junge Sorcha ist das siebte Kind und die einzige Tochter eines solchen Fürsten. Da ihr gestrenger Vater kaum einen anderen Gedanken kennt als den Krieg, wächst das mutterlose Mädchen frei und wild in den Wäldern Irlands auf, einzig umsorgt und beschützt von ihren sechs älteren Brüdern. Diese Freiheit findet ein jähes Ende, als ihr Vater sich neu vermählt. Die unheimliche Schwiegermutter hat bald mit Hilfe von Magie und weiblicher List den gesamten Haushalt unter ihre Kontrolle gebracht, und als die Geschwister versuchen sich aufzulehnen, verwandelt sie die sechs Brüder in Schwäne. Sorchas einzige Chance, den Bann zu lösen ist mit einem furchtbaren Opfer verbunden. Damit nicht genug, sie wird vom Feind gefangen genommen und nach Britannien verschleppt. Allein in der Fremde, ringt sie weiter um die Vollendung ihrer furchtbaren Aufgabe ohne zu ahnen, dass ihr eine noch schwerere Prüfung bevorsteht.

>> Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

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Ein märchenhaftes (Hör-) Buch

Ich habe mir das ungekürzte Hörbuch angehört.

Erst einmal zur Sprecherin:
Tanja Geke hat mich beim Zuhören sehr beeindruckt. Ich finde es toll, wie sie den verschiedenen Personen jeweils eine ganz individuelle Stimme verleiht, so dass man diese wirklich auch akustisch erkennen kann. Sorcha spricht Tanja Geke mit einer sehr hellen, jungen Stimme, die in meinen Augen 100%ig zu der Figur passt. Allerdings spricht Tanja Geke manche der "bösen" Figuren auch gleich bei ihrem ersten Erscheinen in der Geschichte mit einer "bösen" (trägen/hämischen/neidischen/...) Stimme - so dass es keine Überraschung war, wenn sich diese Figur dann tatsächlich als die "böse" herausstellt. Ob das im Buch ebenso ist, also dass man gleich am Anfang erkennt, auf welcher Seite jede Figur steht, kann ich leider nicht sagen, aber ich denke schon, dass die Sprecherin hier nichts vorwegnehmen wollte.

Meine Meinung zur Geschichte:

Besonders gereizt hat mich an dem Buch, dass es am Märchen "die sechs Schwäne" angelehnt ist. Ich war neugierig, wie man aus einem so kurzen Märchen ein so dickes Buch machen kann.

Einerseits hat die Autorin mit dem Buch ein kleines Meisterwerk geschaffen und eine atmosphärisch packende Geschichte geschrieben, aus der ich mich nur schwer lösen konnte. Die ganze Geschichte ist aus der Sicht von Sorcha erzählt, der jüngsten Tochter. Das war eine sehr gute Idee, denn so wusste ich als Hörerin immer genau, warum Sorcha sie so verhalten muss, wie sie es tut (oder besser ausgedrückt und einen Kritikpunkt vorweggenommen: meint, sich so verhalten zu müssen) - und ich konnte mir als Hörerin ebenso gut vorstellen, wie dieses Verhalten für jemanden aussieht, der die Hintergrundgeschichte nicht weiß. Da man als Hörerin beide Seiten kennt und versteht, ist der Fortgang der Geschichte zwar spannend, aber insgesamt wenig überraschend.

Auf der anderen Seite hatte die Geschichte doch einige Längen. Ich habe beim Hören genau gemerkt, an welchen Stellen ich im Buch angefangen hätte, etwas schneller und flüchtiger zu lesen - das geht natürlich beim Hörbuch nicht. Etwas weniger ausführlich erzählte Begebenheiten hätten die Geschichte das Tempo besser halten lassen.

Sehr schön fand ich die immer wieder eingestreuten Parabeln, die von den Protagonisten erzählt werden und in denen manches genannt wird, was nicht offen gesagt werden kann. Obwohl diese Erzählungen die Hauptgeschichte selbst anhalten bzw. das Tempo noch weiter reduzieren, habe ich sehr gerne zugehört. Es ist einfach eine wunderbare, indirekte Form, etwas zu sagen.

Mit Sorcha selbst hatte ich ein paar Schwierigkeiten - sie ist eine sehr junge, naive Hauptfigur und rennt gerne sehenden Auges ins Unglück, anstelle einmal kurz nachzudenken. Schon am Anfang der Geschichte (Sorchas erste Begegnung mit den Giftpflanzen) wird deutlich, dass Sorcha eher durch Ausprobieren lernt als durch Denken. Und auch am Schluss muss man ihr ihr Glück durch eine Parabelerzählung nahebringen, sonst hätte sie vermutlich nie etwas gemerkt.

Gut gefallen hat mir der Schluss - es wird deutlich, dass zwar Sorchas Geschichte zu Ende ist, aber noch etwas zu tun ist. Das müssen dann andere übernehmen und ein kleiner Blick in die Zukunft weist auf das nächste Buch hin. Trotzdem würde ich das Buch als in sich geschlossen ansehen.

Insgesamt gesehen war es ein schönes Hörerlebnis, trotz meiner Kritikpunkte. Irgendwann beim Hören habe ich mir wieder ins Gedächtnis gerufen, dass es sich eben doch um ein Märchen handelt - und Märchen haben ihre ganz eigene, geradlinige Erzählweise.

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#1 Rezensent
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Ein unvergessliches Hörerlebnis

Sie sollte eigentlich der siebte Sohn eines siebten Sohnes sein, doch stattdessen ist Sorcha ein Mädchen, bei dessen Geburt die Mutter stirbt und der Vater die Tochter nie ansehen kann, ohne in schmerzliche Erinnerungen zu versinken. Dennoch wächst sie wohlbehütet und beschützt von ihren sechs Brüdern Liam, Connor, Cormack, Diarmid, Finbar und Padric zu einem wilden Teenager heran, der lieber barfüßig im Wald Kräuter sammelt, als sich sittsam Zöpfe flechten zu lassen. Ihre Welt verändert sich, als Soldaten ihres Vaters einen britischen Gefangenen foltern und sie gemeinsam mit Finbar für dessen Flucht sorgt. Das Schicksal aller Geschwister wendet sich aber erst zum Schlechten, als ihr Vater Lord Column eine neue Braut nach Hause führt. Die geheimnisvolle Lady Oonagh, die Sevenwaters in eine Zeit der Dunkelheit stürzt und die Brüder mit einem Fluch belegt, aus dem nur Sorcha sie befreien kann.

Die Sevenwaters-Reihe spielt im noch keltischen Irland, das von Pikten und Nordmännern angegriffen wird. "Die Tochter der Wälder" basiert auf den beiden bekannten Märchen der Gebrüder Grimm ("Die sechs Schwäne") und Hans Christian Andersen ("Die wilden Schwäne"). Sorcha, die Ich-Erzählerin dieses ersten Teils, muss für ihre sechs Brüder Hemden aus einer stacheligen Pflanze nähen, um sie von dem Fluch Lady Oonaghs zu befreien.

Es ist lange her, dass ich einen Fantasyroman mit so fieberhaftem Interesse angehört (oder gelesen) habe. Die Geschichte von Sorcha und ihren Brüdern ist voller Magie, Geheimnissen und Abenteuer. Ihre Erzählung rührte mich zutiefst und nicht selten sogar zu Tränen. Juliet Marillier merkt man irisch-schottischen Wurzeln an und so wartet sie in der Sevenwaters-Reihe mit vielen keltischen Sagen und Erzählungen auf.

Der erste Teil der Trilogie gewann den Alex Award der American Library Association und war für den Aurealis Award als bester Fantasy-Roman sowie für den RWA Award als bester romantischer Roman des Jahres nominiert. Ich liebe sowohl das Märchen "Die sechs Schwäne" von den Gebrüdern Grimm als auch die Version "Die wilden Schwäne" von Hans Christian Andersen. "Die Tochter der Wälter" ist eine wunderbare, sehr mystische Nacherzählung, die sich recht genau an die Vorlage hält.

Regina Winter liest die ungekürzte Audible-Version des Buches perfekt. Ihre Stimme ist so sanft und doch so nachdrücklich wie man sie Sorcha zuschreiben würde und oft vergisst man, dass es gar nicht das Mädchen ist, die einem ihre Geschichte so meisterhaft erzählt. Obwohl die Sprecherin ihre Stimme nicht künstlich verstellt, kann man die einzelnen Charaktere gut voneinander unterscheiden und doch ist sie nicht so präsent, dass es eine Ein-Frau-Show wird, durch welche die Handlung selbst in den Hintergrund rückt.

"Die Tochter der Wälder" ist ein ganz besonderes Hörerlebnis. Eines, das mich etwas melancholisch-betrübt zurück lässt und das ich sicher nicht so schnell - wenn überhaupt - vergessen werde.

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Wie bereits in der Inhaltsangabe beschrieben, erzählt Juliet Marillier die Geschichte der 6 Schwäne im Kontext von Irland im 9. Jahrhundert. Sorcha wächst frei und glücklich gemeinsam mit ihren 6 Brüdern auf Sevenwaters auf, bis ihr Vater, als sie 13 Jahre alt ist, eine neue Frau mitbringt. Lady Oona ist gefährlich und bringt bald den gesamten Haushalt in ihren Bann. Als sich Sorcha und ihre Brüder versuchen zu wehren, verwandelt sie die Brüder in Schwäne. Von der Zauberin des Waldes erfährt Sorcha, wie sie ihre Brüder befreien kann. Aber die Aufgaben, die sie dafür meistern muss, sind hart und Sorcha opfert ihre Jugend dafür, um ihre Brüder zu retten.

Das Märchen der Schwäne kannte ich bis jetzt nur von den Gebrüder Grimm und zuerst war ich etwas skeptisch, so einen dicken Roman, auch noch in der ungekürzten Hörbuchvariante, über ein Märchen zu hören, dass ich schon öfters gelesen habe. Aber Juliet Marillier, hat nicht nur einfach ein Märchen auferstehen lassen, sie hat die Geschichte der Schwäne mit Leben gefüllt. Den Geschwistern ein Leben vor dem Bann eingehaucht und auch die Jahre, die Sorcha opfert, um ihre schwere Aufgabe zu meistern, sehr eindringlich und intensiv beschrieben. Darüber hinaus endet das Buch nicht mit einem zuckersüßen Happy End, sondern es wird auch noch dargestellt, dass nur durch die Auflösung des Bannes nicht gleich alles gut ist und die Welt nicht auf einmal rosa wird.

Schön ist auch, dass in dem Buch selber Sorcha gerne Geschichten erzählt und dabei immer sagt, dass jede Geschichte so endet, wie man sie selber haben möchte. Als sie selber in ihrer eigenen Geschichte gefangen ist, kommen ihr ihre Worte teilweise selber wie Hohn vor und sie merkt, dass es teilweise große Opfer erfordert, um seine eigene Geschichte zu schreiben.

Viel Zeit verwendet die Autorin darauf Sorcha und ihre Brüder vorzustellen. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich, obwohl ich es "nur" gehört habe, mir so alle gut merken konnte. Da jeder der Brüder einmalig und eindeutig zu identifizieren war. Auch die anderen Figuren, die auftauchen, werden gut und detailliert beschrieben und ich konnte richtig gut in die Geschichte eintauchen.

Das ganze Buch wird aus der Sicht von Sorcha erzählt, was mich oft noch stärker mit ihr hat mitleiden lassen und gerade auch die Schwere der Aufgabe gut näher gebracht hat.

Schön ist auch die Darstellung der naturnähe von Sorcha, ihrem Glauben an das Feenvolk und die Gegenüberstellung der Briten, die sich gegen den Naturglauben wehren und alles als Hexentum abtun.

Das Hörbuch wird von Tanja Geke sehr eindringlich gelesen und sie verleiht jeder Figur eine individuelle Stimme und ein individuelles Auftreten. Dadurch vergehen die 22 Stunden Gesamthörzeit relativ schnell und ich hatte gute Entspannung während der Autofahrt.

Alles in allem eine tolle Geschichte und eine tolle Hörbuch-Aufbereitung. Die anderen Teile des Sevenwaters-Zyklus werde ich mir jetzt auch noch entsprechend holen.

Für mich ein absoluter Hörbuchtipp und bekommt daher von mir volle 5 Ratten.

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