Delphine Coulin: Samba für Frankreich

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Delphine Coulin: Samba für Frankreich
ET (D)
2015
Ausgabe
CD
Originaltitel
Samba pour la France
ET (Original)
2011
ISBN-13
9783899039269

Sonstiges

Originalsprache
französisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Vielleicht war dies das Ende.

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Informationen zum Hörbuch

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Für Samba ist Paris nur scheinbar das Paradies – jeden Tag droht ihm die Abschiebung nach Mali. Er ist kurz davor, seinen Traum von einem freien, selbstbestimmten Leben aufzugeben, als er der schönen Gracieuse begegnet, in die er sich sofort verliebt. Die bewegende Geschichte eines jungen Einwanderers, der das Herz am rechten Fleck hat.

Mit bestem Gewissen begibt sich der junge Samba Cissé zur Polizeipräfektur von Paris, um sich die Papiere abzuholen, die ihn endlich zu einem legalen Einwanderer machen sollen. Doch dann läuft alles aus dem Ruder: Samba wird verhaftet, ihm droht die Abschiebung zurück nach Mali. Fortan muss er sich als Illegaler in einer Welt jenseits der glitzernden Lichter von Paris durchschlagen. Dabei hilft ihm sein Onkel Lamouna, ein Mann mit wahrhaft aristokratischen Manieren, der ihn in seiner kargen Kellerwohnung aufnimmt. Aber auch Wilson, ein lebensfroher Kolumbianer, der den Salsa und die Frauen liebt, versorgt ihn mit allerlei Tipps und Tricks. Und eines Tages begegnet Samba der schönen Kongolesin Gracieuse, in die er sich unsterblich verliebt. Doch Gracieuse ist einem anderen Mann versprochen – seinem Freund Jonas.

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(Aktualisiert: 22 Februar 2015)

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Glückliche Menschen haben keine Geschichte

Samba Cissé lebt nun schon seit zehn Jahren in Frankreich bei seinem Onkel Lamouna Sow. Vor zehn Jahren kam er als 19-Jähriger mit kaum weniger als seinem Namen in Europa an und die Flucht aus seiner Heimat, dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Mali, war hart und viele der anderen Flüchtlinge haben sie nicht überlebt. Er hatte Glück. Er schaffte es und erhielt eine begrenzte Aufenthaltserlaubnis. Er hatte so viele Ziele und Träume. Arbeiten wollte er. Seine Familie unterstützen mit Geld und irgendwann zurückkehren und sich ein Haus kaufen. Eine Familie gründen.

Auf seiner Flucht lernte er Jonas kennen. Auch er will nach Frankreich, um dort die Frau zu finden, die er liebt: Die Kongolesin Gracieuse.

Seit zehn Jahren lebt Samba in Frankreich, einem Land, das er liebt, von dem er aber nicht zurück geliebt wird. Die Behörden werfen ihm Steine in den Weg, seine Aufenthaltserlaubnis wird nicht verlängert und nur knapp entkommt er der Abschiebung. Schließlich muss er als Illegaler seinen Namen wechseln, um arbeiten zu dürfen, doch dabei gerät nicht nur er in Gefahr, sondern auch sein Onkel.

"... dann verlöre er den einzigen Menschen hier, der wusste, dass er, Samba, eine Stimme hatte und einen Namen. Dass er denken, weinen und lachen konnte. Er würde wahnsinnig werden, oder ein Clochard. Er würde der Mann von Macumba werden und vielleicht hätte er dann nicht mal mehr die Kraft zurückzukehren. Ohne Lamouna würde er verlöschen."

Frankreich unterscheidet sich nicht wesentlich von den restlichen Ländern Europas. Flüchtlinge, deren Leben in ihrer Heimat bedroht ist, sind hier nur als billige Arbeitskräfte willkommen und damit tragen sie maßgeblich zum Wirtschaftswachstum unserer Ersten Welt bei. Man darf diese Menschen nur bitte nicht sehen und nicht hören. Samba fragt sich irgendwann "Von welcher Leidensschwelle an erhält man das Recht zu bleiben?"

Wie stark gefoltert muss ein Mensch werden, damit er bleiben darf? "Samba für Frankreich" ist trotz der Liebesgeschichte nicht romantisch. Es zeichnet ein hartes Leben nach und weckt Verständnis für Flüchtlinge. Wo ist die Menschlichkeit, die Offenheit, mit der wir die empfangen sollten, denen es nicht so gut geht? Deren Leben täglich bedroht ist? Die Menschen, die nicht genug Geld haben, um sich etwas zu essen zu kaufen, während wir uns nur überlegen müssen, ob es heute ausnahmsweise Naturjoghurt, anstatt Fruchtjoghurt gibt.

Delphine Coulin hat ein Buch geschrieben, dem ich sehr viele Leser wünsche und Sascha Rotermund leiht Samba seine Stimme in diesem einfühlsam gesprochenem Hörbuch. Und ich wünsche mir, dass wir alle in Zukunft etwas offener und menschlicher miteinander umgehen.

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