Vincent Kliesch: Die Reinheit des Todes

Vincent Kliesch: Die Reinheit des Todes

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Vincent Kliesch: Die Reinheit des Todes
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Digital
ISBN-13
ADKO_000691DE

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Informationen zum Hörbuch

Sprecher
Laufzeit (in Minuten)
510

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Ein Serienmörder treibt in Berlin sein Unwesen. Sein drittes Opfer, eine ältere Dame, wird in einem weißen Leinenhemd aufgebahrt auf ihrem Esstisch gefunden. Spuren gibt es keine, denn die Wohnung ist klinisch rein geputzt - ein Alptraum für jeden Ermittler. Das LKA Berlin steht vor einem Rätsel und die letzte Hoffnung, den "Putzteufel-Mörder" zu finden, ruhen auf Julius Kern. Schon einmal konnte er einen grausamen Massenmörder fassen. Doch Kern ist damals daran fast zerbrochen und beim aktuellen Fall führen alle Spuren scheinbar ins Leere. Während er nur langsam zu seiner alten Form zurückfindet, hat sein Gegner bereits das nächste Opfer im Visier und Kern muss erkennen, dass er den Mörder nur mit Hilfe des Mannes fassen kann, den er in seinem Leben nie mehr wiedersehen wollte...

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Ruhig und rein, als ob sie schliefen - die Opfer des Serienmörders, der seit Monaten in Berlin sein Unwesen treibt, zeigen keine grausamen Verstümmelungen oder Kampfspuren auf. Es ist so, als ob sie ihren Mörder erwartet hätten, als ob sie darauf gewartet hätten, von ihm getötet zu werden. Dem Akt des Tötens folgt das Saubermachen der Wohnung, eine Aufgabe, der der "Putzteufel", wie er bald genannt wird, mit äußerster Besessenheit nachgeht. Alle Ermittlungen verlaufen ins Leere, nicht ein kleines Staubkörnchen könnte Hinweise auf den Täter verraten. Das LKA Berlin weiß sich keinen anderen Rat mehr, als den inzwischen in Brandenburg ermittelnden Julius Kern ins Team zu holen.

Julius Kern hatte vor einiger Zeit Berlin verlassen, weil er seinerzeit fast an einem Fall zerbrochen wäre. Damals jagte er den Mörder Tassilo, der fünf Menschen in einer Scheune brutal hingeschlachtet hatte - dem aber die Tat nie nachgewiesen werden konnte und der nun ein "fiktives" Buch veröffentlicht. Noch immer sitzt dieses Trauma bei Kern tief, was ihn jedoch nicht davon abhält, sich an den neuen Fall zu hängen. Die Zeit drängt und Kern wächst über sich hinaus, bringt in die Ermittlungen frischen Wind und kann schon bald erste Fortschritte verzeichnen.

"Die Reinheit des Todes" ist ein großartiges Erstlingswerk von Vincent Kliesch. Er erschuf zwar mit Julius Kern wieder einen teilweise gebeutelten Ermittler mit kaputten Familienverhältnissen und einem sachte durchschimmernden Alkoholproblem, dennoch entspricht Kern nicht den üblichen Klischees all der suizidgefährdeten skandinavischen Ermittler. Die Ehe zerbrach damals, als Kern sich so fest wie ein Terrier, aber leider erfolglos in den Fall "Tassilo" verbissen hatte und noch immer verbindet ihn mit seiner Frau Natalie und ihrer gemeinsamen Tochter ein inniges Verhältnis. Doch dann nimmt Tassilo Kontakt zu ihm auf.

Die Handlung ist aufgeteilt in die gegenwärtige Jagd nach dem "Putzteufel", kombiniert mit Erinnerungen an Tassilos Morde, wobei sich durch diese Rückblenden nach und nach ein stimmiges Bild aufbaut. Bei den Charakteren ist Kliesch ein wahres Meisterwerk gelungen, denn so grausam die Taten der beiden beschriebenen Mörder sind, wirken diese doch als Menschen und nicht als Bestien. Über Tassilo musste ich sogar gegen Ende oft schmunzeln und je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr komme ich zur Überzeugung, dass er gewisse Züge von Hannibal Lecter in sich trägt. Wie bei diesem handelt es sich bei Tassilo um einen höchst intelligenten Menschen, der nicht ganz ohne Hintergrund mordet. Natürlich bleibt die Moral aber trotzdem gewahrt und die Morde werden keineswegs gutgeheißen.

Auch der "Putzteufel" ist nicht durch und durch böse, sondern sehr real und greifbar gezeichnet. Ein schwer traumatisierter Mensch, der sich in mehreren Phasen zum Serienmörder mit Empathie entwickelt. Die beschriebenen Grausamkeiten bewegen sich überwiegend in Tassilos Umfeld und diese wenigen Szenen sind wirklich brutal - also nicht unbedingt für ganz Zartbesaitete geeignet. Dennoch gelingt es Kliesch, in letzter Instanz umzuschwenken, um den Leser nicht zu sehr in seinem Voyeurismus schwelgen zu lassen.

Sprecher Uve Teschner war mir bisher nicht bekannt. Er macht seine Sache sehr gut, wenn er auch nicht unbedingt - wie ein Simon Jäger zum Beispiel - über sich hinauswächst. Dennoch schafft er es, seine Stimmlage den verschiedenen Charakteren anzupassen, um monotones Vorlesen zu vermeiden. Ich bin mir sicher, da gilt es noch einiges an Potential auszuschöpfen.

Fazit: Ein Thriller mit einem neuen Ermittler, über den ich sehr gerne wieder etwas lesen würde - zumal das rundum gelungene Ende der Geschichte wahrlich genügend Stoff anbietet. Empfehlenswert in allen Lesenslagen, aber natürlich - ganz dem Buchtitel entsprechend - am besten beim Putzen. Seien Sie sicher: Die Wohnung ist hinterher so sauber wie nie, denn man hört nicht auf mit der Arbeit, bis der letzte Satz von Teschner gelesen wurde.

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