Elizabeth Little: Mördermädchen

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Elizabeth Little: Mördermädchen
ET (D)
2015
Ausgabe
CD
Format
Originaltitel
Dear Daughter
ET (Original)
2014
ISBN-13
9783442483471

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Im Zuge der laufenden Ermittlungen gegen das Kriminallabor des Los Angeles county, dem für die Jahre 2001 bis 2005 unsachgemäßer Umgang mit Beweismitteln vorgeworfen wird, hat ein kalifornischer Richter die Verurteilung von Jane Jenkins wegen Mordes aufgehoben.

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Informationen zum Hörbuch

Typ
Hörbuch (gekürzt)

Handlungsort

Handlungsorte
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Janie Jenkins hat alles: Ruhm, Geld und gutes Aussehen. Doch dann wird ihre Mutter ermordet – und alle Beweise sprechen gegen sie. Das Problem: Janie kann sich selbst nicht daran erinnern, was in jener Nacht geschehen ist. Als sie zehn Jahre später aus dem Gefängnis entlassen wird, macht sie sich auf die verzweifelte Suche nach der Wahrheit. Eine Spur führt sie in die kleine Stadt Adeline in South Dakota, wo sie unter falscher Identität Stück für Stück die Vergangenheit ihrer Mutter entschlüsselt. Warum musste diese sterben – und trägt Janie tatsächlich Schuld an ihrem Tod?

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Perfekte Sprecherin für diese Rolle

Jane Jenkins, reiches It-Girl in L.A., soll ihre Mutter umgebracht haben. Sie wurde verurteilt und saß mehr als 10 Jahre im Gefängnis. Nun wird sie entlassen, da es Zweifel an den Beweismitteln gab. Jane gilt offiziell als unschuldig, doch vielen Menschen sind weiterhin von ihrer Schuld überzeugt. Jane selbst weiß es nicht. Sie kann sich nicht an die Mordnacht erinnern. Ein gutes Verhältnis hatte sie zu ihrer Mutter nie, doch hat sie sie wirklich ermordet? Und wenn nicht, warum hat ihre Mutter dann ausgerechnet das Wort „Jane“ mit letzter Kraft in ihr eigenes Blut geschrieben?

Jane ist fest entschlossen, die Wahrheit herauszufinden. Schon im Gefängnis hat sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten recherchiert und selbst die kleinsten Hinweise und Anhaltspunkte berücksichtigt. Durch Zufall ist sie so auf den Namen einer Frau und einer kleinen Stadt in South Dakota gestoßen und macht sich nun unter falscher Identität auf den Weg dorthin.

Nora Tschirner liest die Rolle der Jane wirklich perfekt. Sie wirkt oft wie ein trotziger Teenager und immer wieder musste ich mir bewusst machen, dass Jane eigentlich eine erwachsene Frau von 27 Jahren ist. In ihrer Entwicklung wirkt sie allerdings oft mehr wie der rebellische Teenager, der sie damals vor dem Mord und ihrer Verhaftung war. Ich fand ihre markigen Sprüche teilweise etwas übertrieben, aber dennoch passten sie auch irgendwie gut zu ihr.

Bei Hörbüchern mit vielen Figuren habe ich oft Probleme, mir die Personen vorzustellen und zu merken. Komischerweise fällt mir das viel leichter, wenn ich selber lese. So war auch dieses Hörbuch mit den vielen Kleinstadt-Beziehungen und Verwicklungen für mich eine ziemliche Herausforderung.

Die Handlung entwickelt sich zu Beginn eher schleppend, wirkliche Spannung kam bei mir lange nicht auf, langweilig war es aber auch nicht direkt. Erst gegen Ende nimmt das Tempo zu. Der Showdown wurde mir dann allerdings wieder zu sehr zelebriert und dauerte zu lange.

Unterhaltsame Geschichte mit interessantem Ansatz und großartiger Sprecherin! Inhaltlich nicht ganz mein Fall, aber beim nächsten Buch der Autorin werde ich ihr auf jeden Fall noch eine Chance geben und sehen, wie ich sie als Leserin beurteilen werde!

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Naja

Zehn Jahre nach der Verurteilung wegen Mordes an ihrer Mutter wird Jane Jenkins aus dem Gefängnis entlassen, da Manipulationen des Kriminallabors an den Testergebnissen festgestellt wurden. Dennoch wird Jane von der Öffentlichkeit weiterhin für schuldig gehalten und auch sie selbst ist sich ihrer Unschuld nicht sicher, da sie sich nur bruchstückhaft an die Ereignisse der Mordnacht erinnern kann.

Immerhin erinnert sie sich an einen belauschten Streit ihrer Mutter mit einem unbekannten Mann, in dem nicht nur Janes, sondern auch der Name einer Ortschaft vorkam. Jane taucht mit Hilfe ihres Anwalts unter, um der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Hetzjagd der Medien zu entkommen und macht sich auf in den kleinen Ort, wo sie nach Spuren ihrer Mutter sucht, und natürlich hofft, Beweise für ihre Unschuld - also den wirklichen Mörder - zu finden.


Als Krimi konnte mich das Buch nicht richtig überzeugen. Zwar war er keinesfalls langweilig, aber das nagelkauende Ich-muss-unbedingt-wissen-wie-es-weitergeht-Gefühl blieb aus. Einige Ereignisse, die als schockierende Überraschungen geplant waren, hatte ich schon lange vorhergesehen, andere Ereignisse waren für meinen Geschmack viel zu detailliert geschildert. Überhaupt traf der Krimi meinen Geschmack nicht; ich ziehe klassische Whodunnits im Stil von Agatha Christie vor, und als solchen hätte man auch diese Geschichte erzählen können, nur wäre das wohl zu unspektakulär und damit nicht zeitgemäß gewesen.

Ein Teil meiner mangelnden Begeisterung ist also meinem nicht mit dem Buch kompatiblen Geschmack zu schulden und ich versuche, in meiner Beurteilung darüber hinwegzusehen. Schwerer wiegt allerdings ein Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, den ich nicht "kaufen" kann. Hier kommt es zu einer zeitlichen bzw. inhaltlichen Inkongruenz, die zumindest im - gekürzten - Hörbuch nicht überzeugend erklärt wird.

Sprecherin Nora Tschirner macht ihre Sache sehr gut. Zwar nervte mich ihre Stimme von Anfang an, sie passte aber perfekt zu der mich nicht weniger nervenden Person der Jane Jenkins, die mit ihrer Schnodderschnauze nichts Gutes an nichts und niemandem lässt. Ein unerzogenes Gör, das auch mit Mitte 20 noch kein bisschen erwachsen geworden ist, und sich so unglaublich cool vorkommt, mag so sprechen.

Unerklärlich ist mir die Kürzung der Hörbuchfassung. Ich habe ein wenig im englischen Original geblättert und einige der Schere zum Opfer gefallene Szenen gefunden. Aus welchem Grund sie weggelassen wurden, ist mir nicht klar.

Fazit:
Nicht schlecht, aber nichts für mich.

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#1 Rezensent
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Eher so halbgar

Mit 16 Jahren wird IT-Girl Janie Jenkins des Mordes an ihrer Mutter für schuldig erklärt, obwohl sie sich überhaupt nicht an die Tatnacht erinnern kann. Als sie nach zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Dafür muss sie in die Vergangenheit ihrer Mutter und in ein Provinznest in South Dakota reisen.

Zehn Jahre Gefängnisaufenthalt verändern Menschen. Manchmal zu ihrem Vorteil, manchmal zu ihrem Nachteil. Auch an Janie geht die Gefangenschaft nicht spurlos vorbei, wenngleich sich diese Spuren weitgehend auf schlechten Modestil und technisches Unverständnis beschränken. Ihr flapsiger, oft zynischer Charakter scheint jedoch im Alter von 16 Jahren stehen geblieben zu sein.

Die Autorin bedient sich eines lockeren, oft umgangssprachlichen Schreibstils. Das mag zum Buch passen, geht einem mit der Zeit aber auch gehörig auf die Nerven. So saugt man es eher wie einen vor Fett triefenden Burger ein, anstatt die einzelnen Sätze auf sich wirken zu lassen. Nora Tschirner, die ich als Schauspielerin sehr schätze, leistet auch bei "Mördermädchen" als Sprecherin gute Arbeit.

Die Spannung schwankt sehr stark. Während Janie in der kleinen Goldgräberstadt Adeline die Spuren der Vergangenheit ihrer Mutter sucht, passiert nicht viel Aufregendes. Erst gegen Ende spitzt sich die Handlung zu. Sowohl die Geschichte als auch die Charaktere der Personen kratzen an der Oberfläche. Es gibt jede Menge Verwicklungen und persönliche Befindlichkeiten, die ans Tageslicht befördert werden. Leider schafft es die Autorin trotzdem nicht, mich damit zu berühren.

Der große Schwachpunkt der Geschichte: Janie Jenkins, eine hochintelligente, aber launische und arrogante Göre, die jegliche Persönlichkeitsentwicklung missen lässt. Mir war es nicht möglich, ihre Beweggründe zu erfassen, mich in sie hinein zu versetzen. Buchfiguren sollte man hassen oder man sollte sie lieben. Aber wenn sie einem gleichgültig bleiben, läuft etwas falsch.

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Eine wirklich großartige, authentische Sprecherin und eine interessante Protagonistin überzeugten!!

Klappentext:
„Janie Jenkins wird im Alter von 16 Jahren für den Mord an ihrer prominenten Mutter für schuldig erklärt. Das Problem: Janie kann sich selbst nicht daran erinnern, was in der Nacht des Mordes geschehen ist. Als sie zehn Jahre später das Gefängnis verlässt, macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Eine Spur führt sie in eine verschlafene Provinzstadt in South Dakota, wo sie Stück für Stück die überraschende Vergangenheit ihrer Mutter aufdeckt. Am Ende muss Janie sich entscheiden, ob sie weiter unter falscher Identität vor Presse, Polizei und einem möglichen Mörder fliehen will – oder sich der Wahrheit stellt.“

Meine Meinung:

Das Cover sagt schon einiges über den Inhalt des Hörbuchs aus, allerdings gefällt es mir nicht so gut. Man sieht einen Teil des Körpers, eines jungen Mädchens, das wie eine Aufnahme eines Sträflings wirkt. Auf dem Schild, auf dem sonst eine Häftlingsnummer steht, ist der Titel des Buchs abgebildet. Der Titel setzt sich durch die pinke Schrift deutlich von der schwarz-weißen Aufnahme ab.

Ich würde den Titel eher ein psychologischer Spannungsroman mit Krimiansätzen bezeichnen, als einen Thriller. Die Handlung spricht Themen wie die Werte innerhalb der Gesellschaft, die Macht der Medien, ein Familiendrama aber auch Vertrauen und die Geschichte einer Kleinstadt an.
Wir begleiten als Zuhörer die Protagonistin Janie Jenkins. Man bekommt zunächst einen Blick in ihre Vergangenheit und warum sie so lange im Gefängnis gesessen hat. Nach zehn Jahren wird sie für nicht schuldig erklärt, nachdem die Verhandlungen wieder aufgenommen wurden. Trotzdem steht Janie unter enormen Druck, seitens der Öffentlichkeit und Medien, die ihr alle nicht glauben. Man kann sagen, was man will, ich bin der Meinung, dass sich zehn Jahre Gefängnis auf ein sechszehnjähriges Mädchen sehr stark auf den Charakter eines Menschen ausüben, gerade oder vor allem in diesem Alter. Sie hat es sicher nicht leicht dort gehabt, was sich beispielsweise anhand ihrer Gefühle, dass sie nicht in einem Bett, sondern viel lieber in einer Badewanne schlafen will, um die Grenzen besser zu spüren, äußert. Sie ist vor ihrer Inhaftierung ein ziemlich verwöhntes, arrogantes junges Mädchen gewesen, die nicht viel in ihrem Leben arbeiten musste. Es scheint aber auch so, als dass sie nie Halt oder Liebe empfunden hat. Freunde werden keine erwähnt, ihre einzige Bezugsperson ist ihr Anwalt Noah. Mir gefällt an ihr, wie sie sich durchbeißt, welche Stärke sie hat, sie versucht ihre Unschuld zu beweisen, für sich und alle anderen. Ebenfalls mochte ihre Sicht, wie sie viele Dinge sieht und ihre ironische bis sarkastische Ader. Auch die weiteren Charaktere haben mir gut gefallen, sie wurden interessant gestaltet.

Die Handlung wird aus Sicht von Janie, aus der Ich-Perspektive, erzählt. So ist es mir möglich gewesen, ihre ganz eigene offene und ehrliche Sicht auf viele der Ereignisse zu erhalten. Grundsätzlich mag ich diese Erzählperspektive viel mehr, weil ich mich intensiver mit den Protagonisten verbunden fühle, dies war auch hier der Fall. Ich konnte mich zwar nicht mit Janie identifizieren, dennoch hat sie bei mir durchaus auch Sympathiepunkte sammeln können. Die Autorin hat es leider nicht ganz geschafft, einen konstanten Spannungsbogen aufzubauen, sodass ich erst nach etwa 25 Kapiteln wirklich in der Handlung angekommen war. Danach hatte ich jedoch immer wieder das Bedürfnis die Geschichte weiterzuverfolgen und herauszufinden, wie es weitergeht. Elizabeth Little hat es auch geschafft, mich durch unerwartete Wendungen, auf eine falsche Fährte zu bringen, sodass mich das Ende sehr überrascht hat. In dieser Form hätte ich definitiv nicht mit der Auflösung der Rätsel gerechnet. Anfangs war es, wenn man lediglich zuhört, schwierig die Personen, die eine Rolle spielen zuzuordnen und eine Übersicht zu bekommen. Beim Lesen des Romans ist dies sicherlich einfacher. Ein absolutes Highlight ist für mich die Auswahl der Sprecherin. Niemand anderes hätte mit ihrer Stimme so authentisch und überzeugend Janie Jenkins „verkörpern“ können wie Nora Tschirner. Wirklich eine tolle Leistung, ich habe ihr jeden einzelnen frechen, sarkastischen Satz abgenommen. Es hat mir Spaß gemacht, ihr zuzuhören. Oliver Siebeck hat ja nur kleine Parts übernommen, die zwischendurch eine angenehme Abwechslung darstellen.

Fazit:

Mich hat die Kombination aus der Besetzung der Sprecherin durch Nora Tschirner, der interessanten Protagonistin und einer durchaus spannenden Idee hinter dem Roman begeistern können !!

Ich gebe vier von fünf Funkelchen.

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Toll gelesen, inhaltlich okay

In "Mördermädchen" geht es um Jane Jenkins, die als Jugendliche für den Mord an ihrer berühmten Mutter schuldig gesprochen wurde und nun nach 10 Jahren wegen Fehlern bei der Beweissicherung auf freien Fuß kommt. Sie kann sich an den Mord nicht erinnern und auf der Suche nach der Vergangenheit ihrer Mutter landet sie in einem kleinen Städtchen auf dem Land. Ist Jane wirklich die Mörderin? Und was verbindet ihre reiche Mutter mit diesen Dörflern?

Das Hörbuch wird hauptsächlich von der Schauspielerin Nora Tschiner gelesen, kurze Zwischenabschnitte von Oliver Siebeck. Tschiners Stimme passt perfekt zu dem frechen Ex-IT-Girl Jane und man hat wirklich das Gefühl, die Geschichte von der Protagonistin selbst erzählt zu bekommen. Im Hörbuch war es teilweise schwer, einen Überblick über die ganzen Personen in dem Dorf zu behalten (wer ist das jetzt und wer war noch mal mit wem wie verwandt?), ich vermute, dass das einem Leser des Buches leichter fallen wird.

Das Buch bezeichnet sich bewusst nur als "Roman" und nicht Krimi oder Thriller. Warum das so ist, wird schnell klar: Wirklich mitfiebern konnte ich bei der Geschichte nicht und auch an der Aufklärung des Mordes war ich gedanklich kaum beteiligt, da man kaum jemanden wirklich als Täter ausschließen konnte. Es ging allerdings auch eher um die Schilderung des Dorflebens und der Zusammenhänge dort. So etwas muss man mögen. Interessant fand ich es schon, wie nach und nach die Schleier fielen und Jane immer mehr über die Vergangenheit erfuhr.

Auch der Sprachstil ist für manche vielleicht ungewöhnlich, es fallen öfter Begriffe, die man so in einem Buch nicht erwartet, wie z.B. "scheißteuer" - aber Jane redet eben einfach so. Gepasst hat es auf jeden Fall.

Die Nebenfiguren blieben eigentlich alle sehr flach, was aber auch den Kürzungen der Handlung für die Hörbuchversion geschuldet sein mag. Jane selbst war kein sympathischer Hauptcharakter, ihre verzogene, arrogante, manipulative und von sich selbst überzeugte Art bewahrten das Hörbuch aus meiner Sicht jedoch davor, langweilig zu werden.

Gerade durch Nora Tschirner wird "Mördermädchen" sehr hörenswert, auch wenn die Geschichte selbst nur mäßig spannend ist.

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Durchwachsen

Jane Jenkins kommt nach 10 Jahren aus dem Gefängnis frei. Verurteilt wurde sie mit 17 Jahren für den Mord an ihrer Mutter, ihre Freilassung beruht nun auf Fehlern in der Beweisführung. Schon bei ihrer Verhaftung wurde ein regelrechter Medienhype betrieben, bei ihrer jetzigen Freilassung setzt sich dieser fast ungehindert fort, vorangetrieben von Trace Kessler, einem Blogger, der fast schon eine persönliche Fehde gegen Jane beschreibt. Jane taucht unter, verändert ihr Aussehen und macht sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Zwar kann sie sich an einige Ereignisse der Tatnacht nicht mehr erinnern und hätte ihre Mutter – wie so einige 17jährige – gerne umgebracht, aber sie kann nicht glauben, dass sie es wirklich gewesen sein soll. Bei ihren Recherchen ist sie auf Ardelle gestoßen, ein kleines Kaff in Illinois, und fragt sich, was ihre reiche und berühmte Mutter mit diesem verschlafenen Goldgräbernest zu tun hatte.

Dieser Spannungsroman lebt von seiner Protagonistin, Jane Jenkins. Rotzfrech, schnodderig, mit viel Sarkasmus und Ironie gespickt, ein wenig verbittert, aber auch mit einer “scheiß egal” Mentalität ausgestattet. Eine sehr überzeugende Figur, welche die Autorin hier geschaffen hat. Jane, mit 17 verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, ist irgendetwas zwischen trotzigem Teenager und abgehärteten Erwachsenen. Ein Mädchen, welches mitten in ihrer Entwicklung aus dem Leben gerissen wurde und brutal auf den Boden geworfen worden. Vorher war Jane eine Art It-Girl, viel Alkohol und Drogen, viele Parties und viel Sex, wenig Liebe zu ihrer Mutter und auch immer wieder mal der Satz “Ich hasse Dich”. So wie reiche, verwöhnte Teenager eben so sind. Doch dann wird sie ins Gefängnis gesteckt. Sie ist gezwungen sich eine harte Schale anzulegen und alles an sich abprallen zu lassen. Die Jane, welche dem Leser begegnet, ist eine Frau, die trotziger Teenager geblieben ist, aber trotzdem zu einer abgehärteten, sarkastischen Frau geworden ist.

Im Hörbuch lebt Jane Jenkins durch Nora Tschirners Stimme auf. Das Hörbuch wird von ihr und von Oliver Siebeck gesprochen, welcher im Abschluss der Kapitel Zeitungsberichte, Zeugenaussagen, Briefe und Sonstiges vorliest. Meines Erachtens konnte es keine bessere Wahl als Nora Tschirner für die Stimme der Jane geben. Sie verleiht ihr eine gehörige Portion Schnoddrigkeit und Abwechslung. Das Hörbuch lebt von dieser Stimme und wertet die Geschichte ungemein auf. Ich bevorzuge normalerweise männliche Hörbuchsprecher - abgesehen von Mechthild Grossmann - doch Nora Tschirner wird jetzt auch eine meine Ausnahmen werden. Von ihr möchte ich unbedingt mehr hören.

Die Handlung war für mich sehr durchwachsen. Ich hatte schon mal meine Probleme damit, die Namen auf die Reihe zu kriegen. Das Städtchen Ardelle besteht aus fünf Gründungsfamilien, aus denen verschiedene MItglieder in Janes Kreis der Ermittlungen geraten, die anderen Bewohner sind eher nebensächlich. Diese Familien sind aber alle irgendwie verbandelt und verwandt oder verschwägert und den Überblick zu behalten, fiel mir nicht leicht. Janes Ermittlungen gehen auch nur zögerlich voran und streckenweise passiert nun wirklich nicht viel, so dass das Buch ein wenig zäh wirkt. Das kann man noch ganz gut verknusen, doch desweiteren sind einige Dinge unlogisch und bei der Auflösung finde ich die Motivation an den Haaren herbei gezogen, diese wurde allerdings auch nur kurz erwähnt und vielleicht hab ich nicht alles verstanden. Das Ende konnte mich so aber leider nicht völlig überzeugen.

Fazit:
Eine wirklich spannende Protagonistin, die sich durch eine mittelmäßige Ermittlung in einem Provinzstädtchen der Auflösung des Mordes ihrer Mutter nähert. Durchwachsen.

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Leichte Unterhaltung

Janie Jenkins wird nach zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Die Beweise, die zu ihrer Verurteilung wegen Mordes geführt haben, waren gefälscht. Frei ist sie nach dieser Freilassung allerdings nicht. Die Presse ist ihr auf den Fersen und ein paar ihrer ärgsten Feinde wünschen ihr den Tod.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Janie erzählt, die versucht zu beweisen, dass sie nicht die Mörderin ist. Nicht nur für die Welt will sie die Wahrheit herausfinden, sondern auch für sich selbst, denn sie kann sich an diese wichtigen Minuten ihres Lebens nicht erinnern.

Die Geschichte ist ziemlich gradlinig aufgebaut, überraschende Wendungen bleiben aus. Positiv ist der etwas andere Erzählstil. Es ist nicht die Polizei die versucht, wie in klassischen Krimis, herauszufinden, wer der Mörder ist, sondern die angeklagte Mörderin selbst.

Die Sprecherin Nora Tschirner trifft den zickigen, frechen Tonfall von Janie Jenkins sehr gut. Zwischendurch werden kurze Blogeinträge, Zeitungsausschnitte oder ähnliches von Oliver Siebeck vorgelesen. Ich fand diese Abwechslung sehr angenehm.

"Mördermädchen" ist eine Mischung aus Kriminalroman und Freche Jugendliche-Roman (wenn es so etwas geben sollte), wobei der Krimi-Teil und vor allem die logischen Schlüsse, die gezogen werden, nur eine kleine Rolle spielen. Ich wurde gut unterhalten, allerdings konnte mich der Krimiteil der Geschichte nicht überzeugen. Empfehlen kann ich dieses Buch jedem, der extrem coole und zickige Hauptpersonen mag und leichte Unterhaltung sucht.

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