Der ewige Gärtner

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Der ewige Gärtner

Informationen zum Film

Buchvorlage
Der ewige Gärtner
Originaltitel
The Constant Gardener
Buchvorlage (Originaltitel)
The Constant Gardener
Laufzeit (in Minuten)
129
Produktionsland
Großbritannien / Deutschland
Produktionsjahr
2005
FSK
ab 12 Jahren

Cast & Crew

Autor der Buchvorlage
Drehbuch
Jeffrey Caine
Produzent
Simon Channing Williams
Musik
Alberto Iglesias

Sonstiges

Originalsprache
Englisch

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Der Mord an der attraktiven Tessa Quayle droht die britische Botschaft in Nairobi in einen diplomatischen Skandal zu stürzen: Schon zu Lebzeiten hatte die junge Frau sich kaum um politische Rücksichten geschert. In einer atemberaubenden Jagd durch drei Kontinente macht sich ihr Ehemann auf die Suche nach dem Mörder und gerät dabei nicht nur in einen tiefen Sumpf aus politischen und Pharmainteressen, sondern entdeckt vor allem, wer jene Frau war, die er jahrelang zu lieben glaubte, ohne sie gekannt zu haben.

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(Aktualisiert: 08 Juli 2013)
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Ein Gärtner gegen menschliches Unkraut in Afrika

Die Chemie stimmt auf Anhieb, als der britische Diplomat Justin Quayle (Ralph Fiennes) die Aktivistin Tessa (Rachel Weisz) kennenlernt und heiratet. Tessa begleitet ihn auf seiner Reise nach Afrika, wo sie den einheimischen Menschen an der Seite von Dr. Arnold Bluhm (Hubert Koundé) helfen will. Justin sucht Trost in seinem Hobby - der Gärtnerei - nachdem er Hinweise darauf erhält, dass "Mama Tessa", wie seine inzwischen schwangere Frau von den Afrikanern genannt wird, eine Affäre hat. Ihr ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit führt sie auf die Spur geheimer Medikamententests mit Todesfolge an Menschen, und so schreibt sie einen Brief an den britischen Diplomaten Pellegrin (Bill Nighy). Sie plant, den Skandal um den Pharmakonzern KDH öffentlich zu machen, der ein Milliardengeschäft mit dem gefährlichen Tuberkulose-Heilmittel Dypraxa erwartet. Mehrfach ignoriert sie sämtliche Warnungen, sich besser nicht gegen die Interessen des mächtigen Konzerns zu stellen, bis sie eines Tages ermordet aufgefunden wird. Als Justin, der bis dahin keine Vorstellung von der investigativen Tätigkeit seiner Frau hatte, die mysteriösen Umstände ihres Todes aufklären will, erhält er dieselben Warnungen.

Man sollte nicht den Fehler machen, zu glauben, nur weil Pharmaunternehmen Heilmittel bzw. Medikamente erforschen und herstellen, wollten sie gleichzeitig auch Gesundheit, Seelenheil und Weltfrieden für alle, denn an Epidemien verdient dieser Industriezweig ein Vermögen. Sie sind keine wohltätigen Institutionen, sondern berechnend und in höchstem Maß profitorientiert. Das Drama "Der ewige Gärtner" von Regisseur Fernando Meirelles aus dem Jahr 2005, nach einer Romanvorlage aus der Feder von John le Carré, macht den Zuschauer darauf nur zu deutlich aufmerksam, während es die Geschichte zweier sich liebender Menschen erzählt, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der bürgerlich-konformistische Bürokrat Justin und die engagierte vorlaute Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Tessa.

Der Autor geht mit seiner Kritik noch weiter: Schon in Industrienationen wiegt ein Menschenleben nicht besonders schwer, wenn demgegenüber ein gigantisches finanzielles Investment steht. In den armen Ländern Afrikas bedeutet das erst recht, schon für kleine Summen eine unliebsame Person für immer zum Schweigen bringen zu können. Korruption, Bestechung, Erpressung, das alles ist laut le Carré in solchen Kreisen an der Tagesordnung. Während Justin mit seiner Trauer um seine geliebte Ehefrau Tessa schwer zu kämpfen hat, muss er außerdem erfahren, dass das mit den Menschenrechten nicht so genau genommen wird, wenn es um viel Geld geht. Wo er zuvor nicht mit unangenehmen Dingen in Berührung kommen wollte, und sich lieber um seine Pflanzen als um die Probleme seiner Frau kümmern wollte, da reißt ihr überraschender Tod ihn aus seiner kleinen Welt. Von ihr hat er gelernt, dass jede gute Tat einen Unterschied macht. Offenbar umso mehr, je gefährlicher sie ist.

Eine wichtige Komponente für ein glaubwürdiges Filmerlebnis über einen fremden Kontinent sind einige schöne Impressionen von Städten und ländlichen Gebieten Afrikas, und musikalische Kostproben afrikanischer Kultur. Man wird nicht permanent mit Bildern erschlagen, sondern erhält genau die richtige Dosis, um in die Stimmung einzutauchen. Auf der anderen Seite hinterlassen die wenigen Szenen, die in Berlin spielen, im Gedächtnis des Zuschauers ein sehr ungemütliches und fragwürdiges Nachbild typisch deutscher Kultur: Man sieht glatzköpfige Fußballprolls rücksichtslos auf der Straße bolzen, und im Fernsehen trällern zufällig Marianne und Michael etwas von den schlimmsten Ausdünstungen deutscher Volksmusik. Meiner Meinung nach ein vermeidbarer Fehlgriff, über den man aber hinwegsehen kann.

Fazit: Schauspielerisch ist "Der ewige Gärtner" mit Ralph Fiennes und Rachel Weisz sehr stabil besetzt, dafür schwächelt die Handlung stellenweise zum Finale hin, z.B. wenn wichtige Schlüsselfiguren rund um die Verschwörung wie am Fließband in Rekordzeit abgearbeitet werden, ohne dem Zuschauer die Zeit zu geben, die Zusammenhänge richtig nachzuvollziehen. Das beinahe Weltbild erschütternde Drama um die gefährlichen menschenverachtenden Machenschaften eines skrupellosen Pharmakonzerns, die auch noch von höchsten Stellen in der Regierung vertuscht werden, erzeugt dennoch eine dichte Atmosphäre, die durch die Romanze schön abgerundet wird. Wer seine Liebesgeschichten ungern inmitten von Verschwörungen und Auftragsmorden genießen möchte, darf aber gerne wegschalten.

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Die Grauen der heutigen Zeit!

Es ist ein spannender Film, welche die Grauen der heutigen Zeit zeigt. Wieviel ist ein Menschenleben wert, wenn es um Geld und Macht geht? Wie weit würden manche Menschen gehen?

Was würden andere Menschen opfern um diesen Greuel entgegenzuwirken und wieviel müssen sie dafür bezahlen? Der Film zeigt deutlich wie korrupt und scheinheilig die Welt ist. Wer am meisten zahlt, bekommt am meisten. Menschenleben sind nichts wert, wenn diese Menschen niemanden haben, der für sie spricht.

Der Film basiert auf einem Roman von John le Carré, aber ich würde nicht zweifeln, wenn mir jemand sagen würde, dass es ein wahrer Fall war/ist.

Die hervorragenden Darsteller runden den Inhalt perfekt ab. Man glaubt ihnen ihre Rollen und kämpft innerlich mit ihnen, obwohl man selber wahrscheinlich nicht soviel Courage in sich hat.

Sehr guter Film, was mich störte, waren die Kameraeinstellungen. Er war einwenig wie ein Dokumentarfilm gedreht und des kann ich weniger leiden.

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